1. Sicherheit & Kriminalität

25. JULI 1940: GUISANS RÜTLIRAPPORT IN EINER PREKÄREN LAGE

25. Juli 1940: Heute vor 80 Jah­ren schwor Ge­ne­ral Gui­san alle Of­fi­ziere ab Major auf dem Rütli auf seine Ré­duit-Stra­te­gie ein. Wel­che po­li­ti­sche Be­deu­tung hatte die­ser Rüt­li­rap­port? Was war alles geschehen?

1) Am 15. Juni entdeckte die Wehrmacht in Frankreich Guisans geheime Hilfsabsprachen mit der französischen Armee. Der General kam gegenüber dem Deutschen Reich in eine prekäre Lage.

2) 25. Juni hielt BR Pilet-Golaz am Radio eine defätistische Rede, nachdem der Gesamtbundesrat sieben (!) Wochen lang geschwiegen hatte.

3) Am 6. Juli entliess Guisan 300000 (!) Wehrmänner. Er signalisierte Hitler damit, dass in der Schweiz genügend Arbeitskräfte vorhanden seien, um die für ihn wichtigen Exporte (auch Kanonen und Munition) ins Deutsche Reich zu garantieren. Guisan war sich sicher, dass nun Hitler die Schweiz nicht angreifen werde. In der Schweiz kursierte der Spruch:

“Sechs Tage sollst du für die Deutschen arbeiten, aber am siebenten Tag für die Alliierten beten.”

4) Am 7. Juli erliess der General den neuen Operationsbefehl an die Einheiten: Rückzug ins Réduit bei einem Angriff.

5) Am 21. Juli verschworen sich 18 Schweizer Offiziere, welche diese gewaltige Demobilmachung im Augenblick der höchsten Gefahr nicht akzeptierten: Offensichtlich wollte Guisan das Mittelland nicht verteidigen. Sie schworen, das GANZE Land um jeden Preis zu verteidigen. Ein Putsch gegen den schwankenden Bundesrat konnte nicht ausgeschlossen werden. Die Verschwörer suchten in allen Einheiten Verbindungsleute, um die volle Verteidigung der Schweiz durchzusetzen. So flogen die Verschwörer natürlich schnell auf. Der General bestrafte sie – aber nur mit leichtem Arrest.

https://www.v​​​​imentis.ch/d/dialo​g​/​r​eadarticle/wurd​e-​am​-2​1-juli-40-ei​n-p​uts​ch-​gg-den-bu​ndes​rat-​gepl​ant-/

6) Am 25. Juli bereits zeigte Guisan, dass er das Heft in der Hand hatte: Auf dem Rütli erklärte er allen Offizieren ab Major seine Réduit-Strategie.

7) Am 13. August 1942 verbot der Bundesrat trotz der abnehmenden Angriffsgefahr die Einreise von Juden ganz. Die Armee musste die jüdischen Flüchtlinge zu ihren Mördern zurückschicken. Guisan unterstützte das als weitere Massnahme, um einen Angriff zu verhindern …

Die Entscheide Guisans hatten einen sehr hohen Preis. Im Rückblick haben sich diese gewagten Entscheide von General Guisan jedoch als richtig erwiesen. Er hat also seinen Auftrag erfüllt.

Nicht erledigt ist bis heute, die Zurücksendung von 30000 jüdischen Flüchtlingen in die blutigen Hände der Nazi-Mörder – durch die schweizerische Armee. Von einem Beitrag der Schweiz zur Wiedergutmachung spricht bis heute niemand.

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8. Januar 2021

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