1. Sonstiges

775’000 Auslandschweizer

Die Aus­land­schwei­zer sind für Vi­men­tis an­schei­nend kein Thema:

Unter “Thema des Artikels” existiert der Begriff

«Auslandschwe​​​izer» nicht.

Schlechter Entscheid des Nationalrates – er schadet potentiell 775’000 Auslandschweizern

Die​​​ Einbürgerung wird forciert, aber die Auslandschweizer sind unwichtig.

PRESSEMI​​​TTEILUNG
Auslandschweizer-Orga​​​nisation
Bern, 4.5.2017

Sehr knapper Entscheid:
Nationalrat will nicht, dass die Banken Auslandschweizer aufnehmen müssen.
Der Nationalrat (NR) hat am Donnerstag, den 04.05.2017 eine Motion von Roland Rino Büchel (SVP/SG) knapp abgelehnt.

Der Vorstoss verlangte, dass alle Auslandschweizer ein Bankkonto bei einer systemrelevanten Bank eröffnen können.
Die Auslandschweizer-Orga​​​nisation (ASO) bedauert diesen Entscheid. Sie setzt sich seit 2008 für eine Lösung der Bankenproblematik für die Mitglieder der
„Fünften Schweiz“ ein.

Mit 82 gegen 79 Stimmen bei 29 Enthaltungen hat der NR die am 25.9.2015 eingereichte Motion des Vorstandsmitglieds der ASO, Roland Rino Büchel, abgelehnt. Damit ist der Rat dem Antrag des Bundesrats gefolgt.
Die Motion verlangte vom Bundesrat, die gesetzlichen Grundlagen im Rahmen der «Too big to fail»-Regulierung zu schaffen, damit Schweizer aufder ganzen Welt «bei einer systemrelevanten Schweizer Bank ein Konto eröffnen und zu vernünftigen Bedingungen unterhalten können».
Betroffen sind potenziell 775‘000 Auslandschweizer.
.
Roland Büchel hat in seinem Votum im Nationalrat daran erinnert, dass «Auslandschweizer ein Bankkonto in der Schweiz brauchen, sei es zum Abschluss einer Krankenversicherung, zur Auszahlung ihrer AHV, für Auslagen während eines Heimataufenthalts oder um die Einnahmen und Auslagen einer Liegenschaft abzuwickeln».
Er sieht es als unhaltbar, dass «im Ausland wohnhaften Schweizern, welche die Steuergesetze ihres Wohnlandes einhalten, eine Bankverbindung in der Schweiz verweigert wird».

Die ASO bedauert den Entscheid des Nationalrats. Trotzdem gilt es festzuhalten, dass die vielen Ja-Stimmen belegen, dass die Politik sich der Problematik bewusst ist und dass es eine Lösung für dieses Problem braucht.

Effektiv haben die Auslandschweizer seit 2008 immer grössere Schwierigkeiten, ein Bankkonto in der Schweiz zu eröffnen oder Bankbeziehungen zu vernünftigen Bedingungen zu unterhalten.

Roland Rino Büchel Nationalrat und Vorstandsmitglied der ASO Tel.

Auslandschweizer​​​-Organisation Ariane Rustichelli – Direktorin

[ich persönlich bin davon nicht betroffen.

Ich habe aber viele Auslandschweizer an den jährlichen Treffen der Auslandschweizer-Orga​​​nisation (ASO) klagen hören.

Ein Bankkonto in der Schweiz ist ganz zentral für eine gesicherte Existenz im Ausland. Ich verweise auf die Begründung von Nationalrat Büchel – oben.

Dieses Anliegen vieler Auslandschweizer ist so zentral, dass auf jeden Fall, zeitverzugslos erneut nach einer Lösung gesucht werden muss.

Der Nationalrat ist gefordert].

Personen haben auf diesen Beitrag kommentiert.
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Comments to: 775’000 Auslandschweizer
  • Mai 7, 2017

    Grenzgänger können in der Schweiz ohne Weiteres ein Bankkonto eröffnen, zu den Bedingungen wie Einwohner der Schweiz. Ich wusste nicht, dass Auslandschweizer Schwierigkeiten haben. Danke für den Hinweis. Wir könnten ja eine Kampagne starten und den Auslandschweizern einen Briefkasten im eigenen Haus/Wohnung geben, dann geht es wahrscheinlich. Oder wie es viele Italiener machen eine GmbH eröffnen, die keinen Umsatz hat und damit hat jeder seinen Briefkasten, es gibt viele Treuhänder, die für wenig Geld das tun.

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    • Juli 19, 2021

      Herr Otto Jossi

      Die Sorgfaltspflicht führt scheinbar zu diesen Entscheidungen? Zudem werden die Kontoführungsspesen derart erhöht, dass eine Verwaltung in der Schweiz zu teuer ist?

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    • Juli 19, 2021

      Herr Bender
      Wie bauen denn Auslandschweizer ihre AHV auf, wenn es das im Ausland nicht gibt?

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    • Juli 19, 2021

      Herr Alex Müller

      Natürlich gibt es auch in anderen Ländern Vorsorgemöglichkeiten​, auch gesetzliche Pflichten. Um in der Schweiz keine Beitragsjahre zu verlieren, sollten die gesetzlichen Bedingungen erfüllt werden!

      Zahlungsvo​rgang: Auftrag an die eigene Bank im Ausland!

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    • Juli 19, 2021

      Danke für Ihre Beiträge Herr Bender
      Für Superreiche Ausländer ist es kein Problem ein Konto zu eröffnen. Für Auslandschweizer wäre es sinnvoll, wenn ihre Pensionskasse und die AHV auf ein Schweizer Konto einzuzahlen und wenn nötig eine Überweisung mittels Internet machen zu lassen, wenn der Kurs günstig ist, Von den Banken wird aber denen, weil es nicht so grosse Beträge sind Steine in den Weg geräumt. Die Sorgfaltspflicht wäre angebrachter, wenn die verschiedenen GmbH’s und AG’s und die Lupe genommen würden, die fast keinen Gewinn generieren, trotzdem fliessen grosse Geldbeträge.

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    • Juli 19, 2021

      Herr Otto Jossi
      Die Renten, von wo auch immer, sollten dem Lebensunterhalt dienen, weil die Zeit der Vorsorge ist beendet!
      Jede Überweisung ins Ausland belasten die Banken mit Gebühren (Aufwandentschädigung​?)! So ist es sinnvoll die monatlichen Renten direkte auf das Bankkonto am Wohnsitz zu überweisen.

      Betref​fend Kontoeröffnung haben Sie völlig recht! Das Bankgeheimnis wurde über Jahrzehnte als Steuervermeidungsmark​eting benützt, nun “plagt” man normale Bürger!

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  • Mai 7, 2017

    Herr Walter,
    das Thema kannte ich gar nicht. Und – es ist mir schleierhaft, wieso ein Auslandschweizer in der Schweiz keine Konto haben soll. Es muss gewichtige Gründe geben, wieso die Abstimmung im Nationalrat so knapp mit 82 zu 79 zu ungunsten der Auslandschweizer ausgegangen ist. Auffallend auch die 29 Enthaltungen. Was könnten also die Gründe sein, warum der Bundesrat dagegen war?

    Herr Jossi,
    Interessante Vorschläge, die Sie hier machen. Und auch der Vergleich mit den Grenzgängern, welche keine Probleme haben mit einem Schweizerkonto. Denn für die Schweizer Arbeitgeber ist es problemlos, wenn er Lohnzahlungen von seiner ” Hausbank” aus tätigen kann. Die Auslandschweizer sollten doch einen “fuss” in der Schweiz haben dürfen! Nur am Rande: Italienerinnen, welche in der Schweiz gearbeitet haben und hier Pensioniert wurden, wird die AHV auf eine Schweizer Bank bezahlt. Sie müssen die Überweisung nach Italien selber in die Wege leiten.)

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    • Juli 19, 2021

      Herr Alex Müller

      Nein, sie müssen die Bankverbindung mitteilen, andernfalls die Überweisung nicht ausgeführt werden kann. Nebenbei: Die Auslandvergütung bedeutet für die Schweiz Import
      (Leistungsbil​anz), weil das Geld nicht in der Schweiz eingesetzt wird.

      Eine mögliche Nein-Begründung habe ich genannt: Sorgfaltspflicht = Prüfung des wirtschaftlich Berechtigten! Strohmensch, schon einmal davon gehört?

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    • Juli 19, 2021

      Herr Bender,
      Strohmensche​​n! Das habe ich schon gehört. Und der Ausdruck kommt aus der “edlen Finanzwelt”. Man versucht über Strohmänner, welche Aktien aufkaufen, eine Firma zu “unfreundlich zu übernehmen”.
      Göhner hat dasselbe mit Bodenkauf gemacht. Er suchte sich ein Stück Land für eine neue grosse Siedlung. Liess verschiedene Käufer. Stück um Stück bei verschiedenen Bauern aufkaufen und hatte am Schluss das Ganze.
      Zurück zu unseren Landsleuten. Nicht alle 750000 Auslandschweizer sind Gauner und man soll nicht wegen möglichen Verfehlungen – welche übrigens auch in Inland vorkommen – den Auslandschweizern das Leben schwer machen.
      Drum soll der Bundesrat klipp und klar sagen : “wegen möglicher Gauner unter Euch darf niemand ein Konto in der Schweiz haben.”
      Man stelle sich vor, Die USA hätte zur UBS gesagt: “Weil einige Mitglieder der UBS Gauner sind, sind alle Gauner und darum wird die Bank in Amerika geschlossen”.

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    • Juli 19, 2021

      Genau Herr Alex Müller

      Die Menschen sind vielfältig.
      Wenn jedoch den Auslandschweizern die Kontoführung über CHF 1’000 pro Jahr kostet, so ist die Abwehraktion schon erfolgreich?

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  • Mai 7, 2017

    Nach all den Problemen die die Banken mit den US und EU Behörden hatten kann aber auch diese Zurückhaltung durchaus nachvollziehen.

    Wie viele der 775‘000 Auslandsschweizer sind Doppelbürger oder Schweizer ohne näheren Bezug zur Schweiz? Grundsätzlich ist es nur für Schweizer mit wirtschaftlichen Beziehungen wichtig auch ein CH Konto zu ermöglichen, soweit ist das Richtig.

    Der Vorstoss verlangt aber, dass alle Auslandschweizer ein Bankkonto bei einer systemrelevanten Bank eröffnen können und im ALLE sehe ich auch das Problem. Es wäre vermutlich sinnvoller und auch eher durchsetzbar, wenn die wirtschaftliche Notwenigkeit nachgewiesen wird. Unter solchen Voraussetzungen könnten Systemrelevante Bank auch zur Kontoführung verpflichtetet werden.
    Für alle anderen gilt wie auch für Kunden mit Schweizer Wohnsitz die Vertragsfreiheit.

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  • Mai 8, 2017

    Die Zahlen :
    Die Auslandschweizerstati​stik des EDA weist für Ende 2016 774’923 bei den schweizerischen Vertretungen im Ausland registrierte Auslandschweizerinnen​ und -schweizer aus. Mit über 200’000 Personen ist Frankreich das Land mit den meisten Auslandschweizerinnen​ und –schweizern, gefolgt von Deutschland, den USA und Italien. Insgesamt wuchs die Auslandschweizergemei​nschaft 2016 um 21’784 Personen, was einer Zunahme von 2.9% entspricht. Dieser Prozentsatz liegt über dem Wachstum der vorangehenden Jahre von rund 2%. Bei 73.5% der Schweizerinnen und Schweizer im Ausland handelt es sich um Doppelbürgerinnen und Doppelbürger

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    • Juli 19, 2021

      Auslandschweizer mit US Wohnsitz oder US Doppelbürgerschaft werden kaum nochmals eine Chance für ein CH Konto erhalten. Schon in der Schweiz lebende US Bürger sind nicht mehr gerne gesehen. Gebranntes Kind scheut die Feuer…

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  • Mai 8, 2017

    Die Entscheide von Bundesbern hat natürlich damit zu tun, dass für Bundesbern die Schweizer nicht an erster Stelle stehn, vielleicht an 10ter oder 12ter.

    Wäre es um Konten für Nicht-Schweizer gegangen, wäre es natürlich ein Menschenrecht auch ein Konto zu erhalten.

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  • Juni 20, 2017

    Wenn der Auslandschweizer den amerikanischen Pass hat, bringt es der Schweizer Bank eventuell Ärger, wenn er ein Konto eröffnet. Die Amerikaner sind gnadenlos, wenn etwas nach Steuerhinterziehung aussieht.

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