1. Wirtschaft

Arbeitsplätze schaffen

Eine etwas an­dere Weihnachtsgeschichte

K​ürzlich er­hielt ich einen Schmähbrief, weil ich in der Zei­tung als Oc­cu­py-Ak­ti­vist ab­ge­bil­det war, der für den so­zia­len Zu­sam­men­halt und gegen die Auswüchse des Fi­nanz­sys­tems plädierte. Ich solle lie­ber Arbeitsplätze schaf­fen, hiess es in dem Brief.
Nun, wie schafft man Arbeitsplätze? Man er­finde einen neuen Beruf.
Bei uns gibt es für fast jeden Beruf eine Leh­re. Schrei­ner-­Leh­re, Me­cha­ni­ker-­Leh­re​, Verkäufer-Lehre…

Als​o, unser neuer Beruf heisst Dog­men. Geht schon je­mand in die Dog­men-­Leh­re? Weiss je­mand zu be­rich­ten, wie es in die­sem Beruf zu und her geht? Im Ide­al­fall sollte der Beruf sel­ber neue Arbeitsplätze schaf­fen, je­den­falls gemäss mei­nem Schmäher.
Was man als Dog­men bzw. Dog­me­nin können muss, ist etwas Spe­zi­fi­sches, so noch nicht Vor­han­de­nes. Es ist nichts an­de­res als Arbeitsplätze schaf­fen, je­doch nicht wie aus an­de­ren Be­rufs­krei­sen be­kannt, son­dern auf be­rufs­ei­gene Art und Weise. 
Wer nicht sein gan­zes Leben der Logik des Arbeitsplätzeschaffen​s ver­schreibt, verstösst gegen die be­rufs­in­ter­nen Co­de­xes und wird im schlimms­ten Falle aus der Gilde aus­ge­schlos­sen. Das heisst nichts an­de­res, dass der- oder die­je­nige ihren Dog­men-­Be­ruf nie mehr ausüben darf.

Das muss man sich mal ab­strakt vor­stel­len, nach Dog­men-­Lehre Arbeitsplätze schaf­fen, gar nicht so ein­fach ohne an­dere Be­rufe zu kopieren.
Eigentlich hiesse das, ein­fach ein­mal einen Ar­beits­platz zu be­nen­nen. Das ist neu. Bei­spiels­weise ein Buch­sta­be. Ein S als Ar­beits­platz. Genau die­ses S hier. 

Oder eine 5 als Ar­beits­platz. Schon zwei Arbeitsplätze ge­schaf­fen. Nur was kommt da­nach? Die­ser Beruf soll ja zusätzlich neue Arbeitsplätze schaffen. 
Ergründen wir das ge­nau­er: Per­son A hat den Ar­beits­platz S, Per­son B den Ar­beits­platz 5. Mit einem S neue Arbeitsplätze schaf­fen, schwie­rig. Man kann sich mit­ein­an­der zu­sam­men­set­zen, ge­mein­sam tüfteln, wie das zu be­werk­stel­li­gen sei. 
Person A hat viel­leicht an­dere Möglichkeiten als Per­son B, und trotz­dem, es könnte sich loh­nen, Ver­glei­che zu zie­hen, Ge­mein­sam­kei­ten und Un­ter­schiede her­aus­zu­fin­den, zu de­fi­nie­ren und ent­spre­chend Schlüsse dar­aus zu ziehen. 
Dies braucht eine Menge Leu­te, die wis­sen­schaft­lich genau vor­ge­hen. Beide haben neue Arbeitsplätze ge­schaf­fen, ohne ein­an­der zu kon­kur­rie­ren, Friede pur. Und vor al­lem, man hat so in­ter­essante So­zi­al­kon­tak­te. Nicht zu unterschätzen bei Menschen.

Je mehr Leute den Dog­men-­Be­ruf ausüben, desto schwie­ri­ger wird es, den Be­rufs­-­Co­dex durch­zu­set­zen. Nur schon dazu braucht es eine Rie­sen­horde Per­so­nen, wel­che die Berufsausübenden (und Aus­bil­den­den) auf Schritt und Tritt kon­trol­lie­ren und ent­spre­chend kor­ri­gie­ren. An­sons­ten läuft man Ge­fahr, an­dere Be­rufe zu bedrängen, und dies wi­der­spricht der be­rufs­im­ma­nen­ten​ Logik.
Nur schon um diese Funk­tion wahr­neh­men zu können, brau­chen sol­che Be­treu­ungs­per­so­n​en einen Be­ra­ter­stab, wel­che die an­de­ren Spar­ten bis ins De­tail ken­nen. Arbeitsplätze! Or­ga­ni­sa­ti­ons­fo​rm: Ma­trix-­Or­ga­ni­sa­​tion selbstverständlich, die Res­sour­cen sol­len schliess­lich op­ti­miert ein­ge­setzt werden. 
Niemand soll sich sinn­los ver­tu­beln, die Res­source Mensch wird wertgeschätzt, jedes Erdenbürgerlein hat sei­nen Platz.

Irgendwann wird sich die Frage stel­len: So viele Arbeitsplätze, wie soll man all die Be­rufs­leute ernähren? Das stinkt ja nach Vollbeschäftigung, ist das nicht Kommunismus?
Die be­rufs­s­pe­zi­fi­sc​he Ant­wort muss lau­ten: An­dere Leute haben auch nichts zu es­sen; we­nigs­tens ma­chen die Dog­men-­Be­ruf­ler etwas Sinn­vol­les aus ihrem Leben und hängen nicht nur faul rum.

Ich muss sa­gen, da hat sich je­mand etwas ge­dacht, mir an­zu­ra­ten, Arbeitsplätze zu schaf­fen. Nun, vor­zu­wer­fen habe ich mir nichts. Wie­der ein­mal fein raus.

Personen haben auf diesen Beitrag kommentiert.
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Comments to: Arbeitsplätze schaffen
  • Dezember 25, 2012

    Bleibt noch der ökologische Alleingang als Alternative. Dieser schafft logische Arbeitsplätze, welche die menschlichen Grundbedürfnisse möglichst einfach mit geringstmöglichem Schaden für die Umwelt zu befriedigen helfen.
    Ein ökologischer Alleingang hat nichts mit Abschottung, nichts mit Isolation zu tun, im Gegenteil, es entstehen neue, dem Alleingang dienliche Symbiosen mit Anderen.
    Die Folgen sind Freiheit, Freundschaft, Friede, Eigenständigkeit und Sicherheit. Alles nachhaltige Sachen.

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  • Dezember 25, 2012
  • Dezember 27, 2012

    Träum weiter, mich interessiert der Umweltschutz in keiner weise. Musste meine Möbelim Wald deponieren, war mir einfach zu blöde die Abrisspreise zu bezahlen für Brennmaterial das ich liefere. (Massivholz)
    Die vielen Handy, I Phone und Billigflüge in die Ferien das selbsternannte Umweltschützer für sich beanspruchen ist anscheinend auch etwas anderes.

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  • Dezember 27, 2012

    Herr Kirchgraber,
    Wie sich das rechtlich verhält, wenn jede Gemeinde die Banknoten selber druckt, weiss ich nicht.
    Jedoch hatten wir das in der Schweiz früher, jeder Kanton, der eigentlich der Staat ist, hatte sein eigen Geld, Briefmarken, Militär, Schulen, Gerichte, was ja teilweise bis heute anhält, der Kantönligeist.
    NEU ist an der IDEE rein gar nichts.

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  • Dezember 27, 2012

    Stefan Kirchgraber, Sie haben viel geredet und wenig gesagt. Könnten Sie etwas genauer werden?? Wo haben Sie bisher in Ihrem Leben in der Privatwirtschaft ( als Grüner ) Arbeitsplätze geschaffen?? Oder wo gedenken Sie welche zu schaffen?? Der Wähler und Leser würde da nämlich gerne wissen woran er bei einem Grünen ist. So wie Sie daherreden erfährt man aber gar nix. Und dann bitte auch Jobs die auf Nachhaltigkeit und Nutzen beruhen. Auf einige einfältige Bio- und Hanfläden bin ich nämlich nicht angewiesen.

    Meine Beobachtung ist einfach die, dass Linke immer eine grosse Klappe haben und die Wirtschaft kritisieren. Aber eben in der Privatwirtschaft von sich aus kaum jemals Jobs erschaffen haben. Eher fungieren dann die Linken als Jobkiller. Und kommen Sie jetzt bitte auch nicht mit neuen Jobs beim Staat daher, weil wir schon mehr als genug davon haben und unser Staat damit am implodieren ist. Danke.

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    • Juli 19, 2021

      Sehr geehrter Herr Anderegg

      Wollen Sie bei Occupy mitmachen? Der Christoph Mörgeli ist auch schon dabei :-):

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    • Juli 19, 2021

      Gruppe Alpenrhein. Bitte selber anfragen, danke.

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    • Juli 19, 2021

      Nein Herr Kirchgruber, ich werde da nicht mitmachen, da ich einer geregelten Arbeit nachgehe und nicht vom linken Rand bin.

      Ich wüsste auch nicht weshalb ich wegen Ihnen googlen sollte?? Sie haben davon geredet Jobs zu schaffen?? Also legen Sie dazu handfesten Beweise auf den Tisch und keine hohlen Phrasen!!

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    • Juli 19, 2021

      Tut mir leid, Herr Anderegg, ich bin eben kein Nazi!

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    • Juli 19, 2021

      Das habe ich auch nicht behauptet Herr Kirchgraber!!

      Aber​ am linken Rand zu stehen macht die Sache auch nicht viel besser.

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    • Juli 19, 2021

      Herr Kirchgraber,
      Occupy ist ein “neuer Name”, vergleichbar mit altem Wein in neuen Schäuchen.
      Ist es nicht sinnvoller, am real existiernden und auch umsetzbaren Leben mitzumachen?
      Morgen (unbekannter Zeitraum) heisst die IDEE wieder anders, das ist so Mainstreammässiger…​linker Brei..

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  • Dezember 27, 2012

    Nun gut Herr Müller, ein Mörgeli ist vom Gehalt her noch ein ganz kleiner Fisch, im Gegensatz zu den sozialistischen Professoren an der Uni, die breiteste Bevökerungsschichten diffamieren, wenn diese nicht nach ihrem Gusto abstimmen. Da ist mir ein Mörgeli noch tausendmal lieber, auch wenn ich in der RS nichts von seinem militärischen Rang hielt.

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  • Dezember 28, 2012

    Liebe Bürgerliche, fühlen Sie sich manchmal arbeitslos?

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  • Dezember 28, 2012

    Ich finde, man sollte zwischen Arbeit und Erwerbsarbeit unterscheiden. Arbeitet eine Mutter, die Kinder, Haushalt, Garten und dergl. versorgt nicht? Und wie ist es mit den Frauen (meist sind es ja Frauen), die ihre alten Eltern betreuen, damit diese nicht in ein Pflegeheim müssen? Ist das alles keine Arbeit? Warum nicht? Weil sie nicht bezahlt wird? Arbeit hätte es im Überfluss, mit der Erwerbsarbeit sieht es leider anders aus.

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  • Dezember 28, 2012

    Frau Inge Votava,
    Ja, Arbeit und Erwerbsarbeit sind unterschiedlich, in der Belohnung, sei es als Lohn in Geldform, bis hin zur Anerkennung, dass es auch als Arbeit angesehen wird.
    Und dann gibt es noch jene, der Autor sieht danach aus, die Philosophisch eine Art Betriebsanleitung fürs Neue Leben erstellen. Die Menschheit so zu sagen Bilden, nach Ihrem Gusto, kann auch Arbeit sein. Kann, muss nicht.

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  • Dezember 28, 2012

    Da predigt uns einer wieder seine Gerechtigkeit vor.
    Stefan Kirchgraber denkt, spricht und schreibt wie ein angefressener Sektenprediger und/oder Utopist und/oder Phantast. Ich hoffe, seine Schulklasse bekommt nichts davon ab. Die Schule ist nämlich für das Leben gedacht und nicht für den Lehrer.

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  • Dezember 28, 2012

    Für alle, die an übernatürliche Kräfte glauben: Das Denken kann niemand sehen, auch Herr Seibold nicht.

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    • Juli 19, 2021

      Hier geht es um Worte, wie Sie sich schriftlich zu einer Sache äussern. In Ihren Kopf können wir in der Tat nicht hineinblicken:-)

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    • Juli 19, 2021

      Und, Herr Kirchgraber,
      Es gibt /gab Philosophen die haben sich auf eine Art Geist Zeitreise begeben, und wirklich nützliches, wunderbares erdacht.

      Aus diesen Philosophen, oder mit durch deren Hilfe wurde die heutige Welt erschaffen, wie sie ist. Die Denker, die Elite, haben alle diese Sachen entdeckt und erfunden. Was auch immer das für Sachen waren, sind!

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  • Dezember 29, 2012

    Herr Stefan Kirchgraber,
    Nach dem denken sollten Taten folgen, erst ist der Gedanke, (die Idee), diese wird niedergeschrieben, oder gezeichnet, ein Plan entsteht, es entstehen erste Strukturen, danach wird umgesetzt, Realisiert.
    Sollte..​.

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    • Juli 19, 2021

      Richtig Herr Nabulon, je nach Idee. Wie steht’s um die Umsetzung Ihrer Ideen?

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    • Juli 19, 2021

      Werter Herr Stefan Kirchgraber,
      mit 28Jahren begann ich als Selbstständiger meine Ideen und Ziele umzusetzen, so weit dies möglich ist. Heute bin ich 56Jahre alt, setze nach wie vor meine Ideen um, so weit dies möglich ist.

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