1. Sozialpolitik & Sozialsysteme

Armut und Ausgrenzung

Ich be­tei­lige mich an den Wahl­en, weil ich der Armut eine Stimme und Ge­sicht geben will. Ar­muts­the­men wer­den in der So­zi­al­po­li­tik, wei­tere Po­li­tik und in den Me­dien oft­mals nicht rich­tig be­han­delt. Die We­nigs­ten wis­sen, dass jede 7. Per­son in der Schweiz ar­muts­be­trof­fen ist. Sie wis­sen auch nicht, wie schwer es für diese Men­schen ist, sich die Exis­tenz auf­recht zu er­hal­ten und alle Schwie­rig­kei­ten und Druck sowie alle Vor­ur­teile ihnen gegenüber aus­zu­hal­ten. Man schaut zu, wie uns ständig Schlag­zei­len er­rei­chen: Mas­sen­ent­las­sun­g​en, Still­le­gung von Be­trie­ben, Spar­mass­nah­men und ist da­ne­ben darüber er­staunt, dass es Ar­beits­lose und Ar­muts­be­trof­fe­ne​, wie auch Sozialhilfeempfänger_​innen gibt.

Ja, wohin sollen die Menschen hingehen? Sie müssen auch leben.
Das Wenige, das sie erhalten sei es von der Sozialhilfe oder von der Arbeitslosenversicher​ung will man ihnen verübeln. Mensch kostet zu viel, so heisst es. Er soll schnell wieder den Staat entlasten. Den Menschen werden Kürzungen und Sanktionen angedroht. Dabei liegt die Verantwortung in der gesamten Gesellschaft. Bei denen, die skrupellose Sparmassnahmen zulassen, bei denen die Stilllegung von Betrieben zulassen, bei denen, die Massenentlassungen zulassen und woanders Produzieren, weil sie dort noch billigere Arbeitskräfte gefunden haben. Dann soll man sich in der Schweiz nicht darüber wundern, dass es hier Massen von Armutsbetroffenen und Arbeitslosen gibt.
Ich setze mich für ein gerechtes und menschenwürdiges Miteinander, vor allem auch für ein faires mit gleichen Rechten für alle ein.


Christoph Ditzler

Personen haben auf diesen Beitrag kommentiert.
Kommentare anzeigen Hide comments
Comments to: Armut und Ausgrenzung
  • September 26, 2012

    Daher ist es wichtig, dass die Schweizer Armen auch Solidarität mit den Griechen, Spanier und Portugiesen haben. Gebt Ihnen in der Schweiz Arbeit, so könnt ihr Stolz sein etwas Gutes getan zu haben. Wir haben eine Pflicht zuerst für unsere eigenen Leute (in der Schweiz Lebende) zu sorgen.

    Wir in der Schweiz haben mit der Sozialhilfe eines der besten Sozialsicherungssyste​men der Welt. Kennen Sie ein besseres? In welchem Land finanziert die Sozialhilfe sogar ein Auto, ein Handy und Kulturanlässe? In welchem Land kann der Bedürftige so viel selbst entscheiden?

    Nicht​ dass ich es den Bedürftigen nicht gönnen würde. Nur würde ich mich schämen von Armut zu sprechen.

    Wir sind bei den “Massen von Armutsbetroffenen und Arbeitslosen” bei etwa 3-4% Arbeitslosen und haben eine der höchsten Beschäftigungsraten der Welt!

    Kommentar melden
    • Juli 19, 2021

      Sehr geehrter Herr Keller

      Es wird so viel behauptet. Was alles die so genannten Sozialhilfeempfänger_​innen erhalten würden.
      Nun sogar ein Auto. In Basel z.B., ist der Besitz des Autos für diese Menscheno verboten. Das nur nebenbei.
      Alle Vergleiche mit der grossen weiten Welt, wo es denn besser sei als bei uns, bringen nichts.
      Denn wir leben hier. Hier ist das Leben sehr sehr teuer. Die Schweiz ist eines der teuersten Länder.
      Mit dem wenigen Geld, das Armutsbetroffene zur Verfügung haben, wird nur die fast nackte Not abgedeckt und nicht mehr.
      Warum sprechen Sie nicht über die Massenentlassungen. Warum nicht über die so viele Stilllegungen von Betrieben. Warum nicht, dass die Schweiz Arbeiten in Billiglohnländern abgibt, wo man noch günstiger Produzieren kann.
      3-4% Arbeitslose, ja und nun? Wie leben denn die? Wo sind die Perspektiven? Wo die neuen Jobs. Und alle, die in Beschäftigungsprogram​men stecken, sind in den 3-4% nicht aufgenommen. Sowie alle Sozialhilfeempfänger_​innen auch nicht.
      Die Anzahl, ist prozentual viel höher.
      Warum wird in der Argumentation die Situation hier verschönert.
      Ich schäme mich nicht über Armut zu sprechen, die es hier gibt, die man nur nicht sehen möchte. Jede 7. Person ist hier arm. Über 1 Million Menschen in der Schweiz. Statistiken, Recherchen, NGOs und viele Weitere weisen darauf hin. Wie z.B. auch Caritats usw.
      Ich denke, dass man sich eher schämen muss, wenn man die Notlagen auf die Seite schiebt und nur von den Anderen irgendwo spricht.
      Nur hier herrscht eben auch ein Finanzdenken auf Kosten von den Schwächeren.

      Kommentar melden
    • Juli 19, 2021

      Wir haben mit einer 2-jährigen Arbeitslosenversicher​ung eine sehr gute Möglichkeit konjunkturelle Schwankungen abzufangen. Massenentlassungen sind für die Betroffene hart. Nur ist es heute schon so, dass sich auf eine Stelle 100 Bewerber aus ganz Europa melden.

      Die Sozialhilfe hilft, dass man nicht in die Armut abdriftet. Nur definiert jeder Armut anders. Sie scheinen mir ziemlich wohl genährt aus dem Bild zu blicken. Sie finden selbst die Zeit bei Vimentis mitzumachen, so dass sie zumindest irgendwo einen Internetzugang haben. Dass die Sozialindustrie wie das Multimillionenunterne​hmen Caritas irgendwelche Zahlen in die Welt setzt ist folgerichtig, denn sie ist auf Spenden und Millionengelder vom Bund angewiesen.

      Können​ Sie mir sagen, welches Land die bessere Armutsprävention und Armutsbeseitigung anbietet als die Schweiz?

      Sie scheinen schon sehr von den Schalmeienklängen der Linken angetan zu sein und haben schon das Klassenfeind-Vokabula​r übernommen. Das mit jeder 7. Person ist schlichtwegs unmöglich.

      Kommentar melden
    • Juli 19, 2021

      Sehr geehrter Herr Keller

      Ist Vimentis dazu da, dass Sie andere persönlich angreifen?
      Ich unterlasse das Ihnen gegenüber.
      Für Sie scheinen die vielen ausländischen Bewerber_innen die Ursache des Übels zu sein. Das Thema: Arbeitsplätze, die Schweizer Unternehmen in Billiglohnländern verlagern, weil sie dort billiger Produzieren können, ist für Sie kein Thema? Hier lassen Sie Erwerbslose zurück, diese Unternehmen, übernehmen keine Verantwortung dafür.
      Ich habe Ihnen schon versucht zu vermitteln, dass Vergleiche, wo es besser als hier sei, nichts bringen. Argumentierte auch bereits warum.
      Wenn Sie aber so weit gehen und Töne anschlagen, wie ich hätte Freizeit, ich hätte Internet, ich hätte ein wohlgenährtes Aussehen, ich hätte Schalmeienklänge der Linken: Dann antworte ich Ihnen, dass ich nicht wie ein Streichholz schlank sein kann, damit es für Sie besser aussieht und im Weiteren feinde ich Sie nicht an und mache mich nicht zu Ihrem Opfer und schlage solche Töne an.
      Zumindest habe ich bis heute gelernt meinen Mitmenschen zu respektieren und ihn nicht persönlich anzugehen, anzufeinden usw.
      Der Arbeitgeberverband, den Sie, so nehme ich an, respektieren, spricht auch von Armut. Mit anderen Zahlen und Quoten als Caritas, das nur nebenbei, siehe:
      http://www.ar​beitgeber.ch/index.ph​p?option=com_content&​view=article&id=1810%​3Aweniger-armut-in-de​r-schweiz&Itemid=101&​lang=de

      Freundlich​e Grüsse
      Christoph Ditzler

      Kommentar melden
  • September 26, 2012

    Christoph Ditzler ist zu unterstützen
    den:
    d​ie Politische Ziele der Ausgegrenzten, Armutsbetroffenen haben Diskussionsanspruch auf die Themen:
    1. Will die neue Gesellschaftsklasse stellensuchender Ausgesteuerter als eine Tatsache (Faktum) bekannt machen und ihnen helfen, aus der staatlichen Machtkontrollfunktion​ der Sozialhilfe und dem Klassengesellschaftsd​enken eine Reformation zu erfahren.
    2. Trete an gegen die Gesellschaftskrankhei​t, welche sich heute “working poor” nennt.
    3. Setzten sich ein für Menschen, die langsamer aber effektiver arbeiten, die erst denken und dann handeln.
    4. Setzten sich ein, dass der von der Basler Regierung eingeschlagene Weg der Modernisierung der Kantonsverfassung, ausgerichtet nach den politischen Gegebenheiten, bewusst neu ausgerichtet wird auf die Bedürfnisse der heutigen Gesellschaftsklassen und dem Arbeitsmarkt.
    5. Set​ze sich ein für die Umsetzung der Ziele (Charta) unseres Manifestes, nach den Leitideen unseres Vereins “Liste gegen Armut und Ausgrenzung”, mit grosser Kraft für: – den sofortigen Stopp der psychischen, politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Gewalt gegen Armutsbetroffene – die Sicherung eines Grundeinkommens für alle Einwohner in der Schweiz, welches gemäss Art. 12 der BV, vom 18. April 1999 ein menschenwürdiges Dasein erlaubt. Damit dem EU-Verfassungsvertrag​ vom 20. Juni 2003 im Art. 2-34, Abs. 3 gerecht wird, und somit auch den Grundsätzen des internationalen Paktes über Wirtschaft, soziale und kulturelle Rechte vom 19. Dezember 1966 nachlebt – die Forderungen der Basler Armutskonferenz von unten zu vertreten und die einzelnen Anträge bei den richtigen Stellen einzubringen.

    Bitt​e setzt Euch alle mit den angesprochen Punkten auseinander, diese sind nicht zu leugnen, denn das Verhalten der drei Affen: Blind – Taub – nichts Sagen ist feige und nicht gesellschaftsfähig.

    Kommentar melden
    • Juli 19, 2021

      Nur wie wollen sie das Umsetzen? Es warten ja noch Hunderttausende von jungen, willigen EU-Arbeitssuchende welche gerne sogar unter dem Minimallohn arbeiten würden. Wegen den PFZ-Verträgen können wir Schweizer NICHT MEHR besser behandeln. Wer nicht 110% leistungsfähig ist riskiert zurzeit zwar nicht wie von Herr Dizler verbreitet die Armut, aber das Leben von der Sozialhilfe.

      Die Linken und die Grünen haben der Personenfreizügigkeit​ zum Durchbruch verholfen, obwohl klar war, dass unsere Umwelt dadurch extrem belastet wird und die flankierenden Massnahmen die Brutalisierung des Arbeitsmarktes nicht verhindern.

      Der Schweizer Kalb hat sich den Metzger selbst gewählt, weil es nicht für nötig hielt, sich mit dem Thema Personenfreizügigkeit​ auseinanderzusetzen.

      Auch Ihnen die Frage: Welches Land machts denn besser?

      Kommentar melden
  • September 26, 2012

    Die Sozialhilfequote liegt bei 3,0 Prozent. Es wurden im Jahr 2011 genau 231’046 Personen mit Sozialhilfe unterstützt. Wir sind also noch weit weg, dass jeder 7. Person armutsbetroffen ist. Der grössten Teil der Personen findet innerhalb von einem Jahr den Weg aus der Sozialhilfe.

    http:​//www.bfs.admin.ch/bf​s/portal/de/index/the​men/13/22/press.html?​pressID=7698

    Kommentar melden

Kommentar schreiben

Neuste Artikel

  1. Finanzen & Steuern
Volksinitiative zur Erhaltung von Bargeld: Steuerhinterziehung erleichtern? Die Null-Zins-Politik der SNB hat es an den Tag gebracht: Sobald die Zinsen gegen Null tendieren, steigt die Nachfrage nach Bargeld, vor allem nach grossen Noten. Damit kann man kinderleicht Geld vor dem Fiskus verstecken, ohne Gefahr zu laufen, dass dieses Vermögen, möglicherweise unversteuertes Schwarzgeld, entdeckt werden könnte.

Bleiben Sie informiert

Neuste Diskussionen




Willkommen bei Vimentis
Werden auch Sie Mitglied der grössten Schweizer Politik Community mit mehr als 200'000 Mitgliedern
Tretten Sie Vimentis bei

Mit der Registierung stimmst du unseren Blogrichtlinien zu