1. Sonstiges

Autofahren im Alter – Die gute Regelung in der Schweiz

Wer in der Schweiz das Min­desal­ter von 70 Jah­ren er­reicht hat, muss seine Fahr­taug­lich­keit in re­gel­mäßi­gen Ab­stän­den ü­ber­prü­fen las­sen. Viele äl­tere Se­nio­ren sehen es als Schi­kane an, dass sie sich ab dem 70. Le­bens­jahr in re­gel­mäßi­gen Ab­stän­den einer Fahr­eig­nungs­un­ter​​­su­chung un­ter­zie­hen müs­sen, wenn sie wei­ter­hin Au­to­fah­ren wol­len. ­Bis­lang muss­ten alle 70jäh­ri­gen, die im Be­sitz eines Füh­rer­scheins sind, alle 2 Jahre zur ärzt­li­chen Untersuchung.

Schon al­lein im Kan­ton Zürich sind von die­ser Un­ter­su­chung jähr­lich 40.000 Au­to­fah­re­rin­nen und Au­to­fah­rer be­trof­fen. Bei die­ser Un­ter­su­chung ü­ber­prüft der Arzt die Seh­schär­fe, das Hör­ver­mö­gen, das Ge­sichts­feld und den all­ge­mei­nen Ge­sund­heits­zu­stan​​d. Dies gibt es nur in der Schweiz, in den an­gren­zen­den Län­dern wird sich auf die Ei­gen­ver­ant­wor­tu​​ng verlassen.

Ab dem 1. Juli hat der Bun­des­rat für Fahr­zeug­füh­rer die Min­dest­vor­aus­set­​​zun­gen etwas ge­lo­ckert. An­statt den Füh­rer­schein gleich ganz ab­ge­ben zu müs­sen, kann er nach den neuen Vor­aus­set­zun­gen, auch mit Ein­schrän­kun­gen wei­ter be­hal­ten wer­den. Die­ser gilt dann je­doch nur für be­stimmte Stre­cken oder Re­gio­nen. Auch Be­schrän­kun­gen be­züg­lich der Höchst­ge­schwin­dig­​​kei­ten oder Straßen (z. B. Fahr­ver­bot auf Au­to­bah­nen) sind möglich.

Die ver­kehrs­me­di­zi­ni​​­schen und psy­cho­lo­gi­schen Fahr­eig­nungs­un­ter​​­su­chun­gen dür­fen nur noch von Ärz­ten oder Psy­cho­lo­gen vor­ge­nom­men wer­den, die da­hin­ge­hend aus­ge­bil­det sind und auch die Fort­bil­dun­gen wahr­neh­men. In der letz­ten Som­mer­sai­son wurde vom Par­la­ment be­schlos­sen, das Min­desal­ter von 70 auf 75 Jahre an­zu­he­ben. Es ist aber noch nicht ent­schie­den, ab wann die Än­de­rung rechts­kräf­tig wird. Das Ge­setz muss vor­her noch da­hin­ge­hend ab­ge­än­dert wer­den. Noch gilt das Min­destal­ter von 70 Jah­ren für die vor­ge­schrie­be­nen Un­ter­su­chun­gen.

A​utofahren im Alter kann gefährlich werden

Die Schlagzeilen zeigen, wie viele schlimme Unfälle mit älteren Fahrzeugführerinnen und Fahrzeugführern passieren. Da die Menschen immer älter werden, werden auch die Unfälle mit Fahrern über 65 Jahren ansteigen.

Heute schon geben die Fakten Anlass zur Sorge

Unfälle mit älteren Autofahrern betragen über 13 Prozent der ganzen Unfälle mit tödlichem Ausgang. Je älter die Autofahrer in der Schweiz werden, um so höher die Anzahl der selbstverursachten Unfälle. Für die Senioren geht es nicht einfach um das Autofahren, für sie bedeutet es eher das Gefühl von Freiheit und Selbständigkeit. Das möchten sie gerne bis ins hohe Alter beibehalten.

95 Prozent der Männer bis 70 Jahre sind im Besitz der Fahrerlaubnis. Jeder Dritte 90jährige ist sogar noch im Besitz des Führerscheins. Bei den Frauen sieht es dagegen anders aus, diese verzichten eher freiwillig ab dem 65. Lebensjahr auf ihren Führerschein.

Für die Senioren werden von verschiedenen Organisationen Auffrischungskurse angeboten. Durch diese Kurse soll das Selbstvertrauen der Teilnehmer gestärkt werden und mit neuen Situationen im Straßenverkehr vertraut gemacht werden. Auch in Fahrschulen werden solche Kurse angeboten.

Personen haben auf diesen Beitrag kommentiert.
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Comments to: Autofahren im Alter – Die gute Regelung in der Schweiz
  • Juli 28, 2019

    Blick nach Ungarn: In Ungarn sind die öffentlichen Verkehrsmittel Bahn, Bus, für Menschen über 65 GRATIS. Das wär doch was, um ein Umsteigen zu erleichtern. Übrigens auch für Touristen über 65, es reicht der Personalausweis oder die ID als Beleg, dass man über 65 ist.

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    • Juli 28, 2019

      Herr Barner, eine wirklich gute Idee! Eine mir bekannte EL-Bezügerin konnte sich die Fahrtkosten des öV nicht leisten. So war ihr Radius auf Gehdistanz eingeschränkt. Als ihre Gehfähigkeit abnahm starb sie. sonst hätte sie in ein Altersheim ziehen müssen, weil sie sich nicht mehr selbst versorgen hätte können.. Aber ob die Gratis-Fahrkarten bei eingefleischten Autofahrern zum Umstieg motivieren würden?

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    • Juli 28, 2019

      Ja, diese Idee finde ich ebenfalls gut, Herr Barner.
      Orban-Ungarn​ ist ja sowieso ein wunderbares Vorbild.
      Vorallem wenn wir Alten den Jungen, jenen, die für uns das tägliche Dasein finanzieren helfen, den wohlverdienten Sitzplatz auf ihrer Heimreise wegsitzen…

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    • Juli 29, 2019

      Den Jungen, deren Ausbildung wir ja bezahlt haben und auch immer noch mit unseren Renten-Steuern bezahlen, meinen Sie? In Ungarn ist das kein Problem. Und das Umsteigen auf den öV wird aktiv gefördert. Ansonsten ist Orban absolut kein Vorbild…..

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    • Juli 29, 2019

      Auf alle Fälle ist es unanständig, für den ÖV so hohe Kosten zu verlangen. Ja gratis ÖV für alle…

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    • Juli 29, 2019

      Beim Gratis ÖV werden sich vor allem Linke und Grüne Parteien sträuben, plus jene Mitte, welche ebenso davon Profitieren.
      Die Verlieren Jobs und Parteimitglieder…

      Ebenso wenn man beim Gesundheitswesen endlich kostenlose Grundbehandlungen anbieten würde.

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    • Juli 29, 2019

      Warum wollen so viele Alte in den Wohnungen bleiben? Statistik, ca 50% der EHF, plus grosse Wohnungen meist Eigentumswohnungen werden von einer Person bewohnt. In der Schweiz wird ca 80m2 pro Person benötigt.
      Warum?
      Weil Altenheime in denen man noch etwas Freiheit hat, sog Pensionen so unverschämt Teuer sind, dass auch nicht schlecht dastehende in Kurzer Zeit pleite sind, wegen den Kosten. Kosten pro Monat 4500 bis 7000 Franken ist “normal”.

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  • Juli 28, 2019
    • Juli 29, 2019

      Richtig, aber, gut kann man auf einer Bevölkerungsgruppe herum hacken, kann Alte gegen Junge scharf machen…zuerst schlechtreden, dann Teilen…dann töten…diese Alten Säcke..

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    • Juli 29, 2019

      Das ist noch gar nichts, Herr Nabulon. In den Kommentarspalten der baz schrieb eine Frau vor einiger Zeit: Man solle den Senioren nur KK-Verbilligungen geben, wenn sie sich bei Exit angemeldet haben. Ein bisschen vom Thema vorbei, aber ich wollte es loswerden.

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    • Juli 29, 2019

      Ja, dann können solche Nazis ja gleich den Todestag festlegen, wann man weg gegiftet wird, dann macht das Leben doch so richtig “Spass”, wenn man weiss mit 20J, mit 75J ist dann Schluss.

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  • Juli 28, 2019

    Das Problem ist nicht nur, dass die Fahrtüchtigkeit im Alter abnimmt, sondern auch, dass die Umstellung auf den öV immer schwieriger wird. Ich habe das an meiner Mutter erlebt. Als sie den Führerschein abgab, war sie nicht mehr in der Lage sich im öV zurecht zu finden. Ein Taxi konnte sie sich nur selten leisten, so wahr ihr Umkreis doch sehr eingeschränkt. Man sollte allen alternden Menschen nahelegen, sich zeitgerecht umzustellen. Aber wahrscheinlich wären solche “Predigten” verlorene Liebesmüh’. Denn wer verzichtet schon gerne auf die Bequemlichkeit eines eigenen Autos?

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    • Juli 28, 2019

      Frau Votava, Sie haben natürlich Recht. Ich sehe aber, dass viele ältere Leute von sich aus auf das Autofahren verzichten, wenn sei unsicher werden. Sie haben viel Erfahrung und sind deshalb auch umsichtig. Natürlich gibt es Ausnahmen und eine Prüfung finde ich gut.
      Was tut man aber mit den vielen Jugendlichen Fahrern, die die vielen Unfälle (auch wegen Alkohol und anderen Drogen) gemacht wird. Da gibt es unter Umständen eine Kontrolle, wenn etwas Schlimmes passiert ist.

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    • Juli 29, 2019

      Wenn ich im Alltag schaue, wie ab und zu gefahren wird, wie gegen Regeln verstossen wird, frage ich mich, wie diese Fahrer die Prüfung hingekriegt haben…

      Dazu noch Leasing Karre…braucht es mehr Worte darüber?

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    • Juli 29, 2019

      Herr Jossi und Herr Nabulon, ich teile Ihre Meinung. Aber was könnte man tun?

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    • Juli 29, 2019

      Ein Aspekt sollte die Fahrerfahrung, die Routine sein, die es zu beachten gilt. Jemand der ein Leben lang Beruflich viel gefahren ist, der lässt sich von etwas Verkehr nicht ängstigen.

      Sicher soll Gesundheit auch ein wichtiger Punkt sein, Sehen, Bluthochdruck, solche Sachen, Medikamente, die oft viel gefährlicher sind wie “Drogen”. Steht zwar auf dem Beizettel…man solle nicht unbedingt fahren….Tja..

      St​rassenverkehr gibt Unfälle. Auch Tote, nebst Verletzten, das ist leider so.

      Sport gibt ebenso Verletzte und Tote. Da sagt man aber nicht, es brauche Test oder Prüfungen…
      Spirala​ufenthalte Operationen sind ebenso sehr sehr gefährlich, sterben mehr Menschen an Fehlern oder Miss- Stände, unglückliche Gegebenheiten, plus je älter Patienten sind, je anfälliger gefährlicher werden Narkosen und Eingriffe …

      Ich sehe das so: Das Fahrzeug, mit Fossilem Brennstoff ist einfach etwas, auf dem man herumnörgeln kann.
      // Viele Verkehrs Raudis sind deshalb so genervt, dass sie deswegen ein Fehlverhalten an den Tag legen. Plus, fast das Einzige Ding, mit dem Mann bequem angeben kann…

      Was ganz schlecht ist, Autofahren darf man nicht mehr, Velo und E-Velo schon…da lauern auch sehr viele Gefahren.

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    • Juli 29, 2019

      Dabei sicher die Mobilität unseren Wohlstand, unser Soziales Miteinander. Ich schreibe absichtlich nicht, ÖV contra Privat…das ist ein Unding bringt uns nicht weiter, aber ÖV GRATIS

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  • Juli 31, 2019

    Eines müssen sich alle im klaren sein.

    Heute schreibe ich noch als “Junger Mensch” und ehe man es sich versieht, ist man so ein “Alter Mensch”.

    Auch wir haben über die “Alten” damals naja, gelästert, mehr wegen den damaligen Unfreiheiten, wegen dem Unrecht Frauen gegenüber, usw. Weg vom Bünzlitum. Weg mit den “Idioten Gesetzen” Freiheit für alle, Ausgang und Tanzen auch am Sonn und Feiertagen…etc…un​d alle Alten die Quer standen, nun wir fanden die für uns passenden Worte dafür.

    Und ehe man es sich versieht, ist man auch alt, die Pension kommt auf einem zu, dieser Krug geht an Niemandem vorbei. Also Aufgepasst, was für Gesetze man durchsetzen will….gilt für alle Sinnlosen Gesetze..

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  • Juli 31, 2019

    Ich finde, man sollte Möchtegern-Bonds den Ausweis wegnehmen und ihren Wagen ersatzlos verschrotten.

    Wer Nervenkitzel will, soll zur Fremdenlegion und in Mali Terroristen “neutralisieren” oder in Guyana Naturschänder jagen.

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