Um die Kli­mae­r­hit­zung auf höchs­tens 1,5 ­Grad zu be­schrän­ken, haben ab 2020 alle Staa­ten der Erde zu­sam­men nur noch 400 ­Gi­ga­ton­nen CO2-Emissionen zur Ver­fü­gung. Gemäss Pro­gno­sen dem IP­C­C-Kli­ma­be­​​​​richt ist die­ses Bud­get welt­weit vor 2028 (!) auf­ge­braucht 

Das CO2-Restbudget der Schweiz ist gemäss dem In­sti­tut für Nach­hal­tig­keits- und De­mo­kra­tie­po­li­t​​​​ik (INDP) aus Lu­zern be­reits 2022 (!) auf­ge­braucht. In der Schweiz wird die Tem­pe­ra­tur des­halb dop­pelt so stark an­stei­gen wie im glo­ba­len Durchschnitt.

 

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Ruß trägt mehr als bisher vermutet zur Klimaerwärmung bei. - © APAweb / APA/dpa-Zentralbild/Patrick Pleul

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Die Schweiz hat im Ver­gleich zu är­me­ren Län­dern einen sehr hohen CO2-Fussabruck (2:1). Durch ihre hohe wirt­schaft­li­che Leis­tungs­fähig­keit​​​​ könnte sie aber durch­aus grif­fige kli­maf­reund­li­che Not­mass­nah­men er­grei­fen­m. ­Die Ein­stel­lung, die Schweiz habe kei­nen Ein­fluss auf den Kli­ma­wan­del, ist die völ­lig falsch.

Auch jetzt drückt sich der Bundesrat vor einer klaren Stellungnahme zu einer  Klimaverantwor​​​​tung, welche die Klimagerechtigkeit einbezieht. Diese müsste in der Schweiz genau so rasch angegangen werden wie die drastische Reduktion des CO2-Ausstosses. 

Mit dem bisherigen Reduktionstempo haben wir keine Chance, und die Ambitionen – sprich die Reduktionsziele für CO2 – sind in der Schweiz nicht der Rede wert. Dabei müsste gerade ein Land wie die Schweiz mit dem gutem Beispiel vorangehen. Unser Land gehört weltweit zu den grösseren Klimasündern, und die Auswirkungen der Klimaerwärmung sind auch hier bereits für jeden spürbar.

Dem deutschen Klimaschutzgesetz fehlten nach Ansicht des Bundesverfassungsgeri​​chtes konkrete Massnahmen, die den Treibhausgas-Ausstoss​​ auch nach 2031 reduzieren würden. Bis Ende 2022 müsse der Gesetzgeber hier nachbessern. Auslöser für das Urteil waren mehrere Klimaklagen. Eine solche Klage sollte jetzt auch in der Schweiz eingereicht werden.

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Comments to: BEREITS 2022 HAT DIE SCHWEIZ IHR CO2-BUDGET AUFGEBRAUCHT
  • November 26, 2021

    Erfreulich, dass der Sektor Verkehr nicht den grössten Teil des Ausstosses in der Schweiz ausmacht. Eine völlig objektive Frage jedoch: Unter was versteht man graue Emissionen?

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  • Dezember 17, 2021

    Sagt der Mars zur Erde: „Du siehst aber heute schlecht aus.“ Klagt die Erde: “Mit mir geht’s zu Ende. Ich habe Homo sapiens.“ – „Mach dir nichts draus!“, tröstet der Mars. „Das hatte ich auch mal. Das verschwindet von selbst.“

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  • April 18, 2022

    Der Bundesrat drückt sich immer noch vor klaren Stellungnahmen zu griffigen Sofortmassnahmen. U. a. die IPCC-Autorin Sonia Seneviratne und auch der Ethiker Peter Kirchschläger unterstützen klar einen CO2-Budget-Ansatz, der den Ansatz der Klimagerechtigkeit einbezieht. Dieser müsse in der Schweizer Klimapolitik genauso zentral behandelt werden wie eine sofortige drastische Reduktion des CO2-Ausstosses.

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  • April 18, 2022

    \”Die steigenden Energiepreise bereiten auch dem Bundesrat Kopfzerbrechen. Nun prüft Energieministerin Simonetta Sommaruga Massnahmen, um die Haushalte zu entlasten.“ –

    Auch die Schweiz hat das CO2-Budget für 2022 bereits aufgebraucht. Hohe Energiepreise tragen entscheidend dazu bei, den CO2-Ausstoss sofort drastisch zu senken. Eine Entlastung würde das Pferd nun vom Schwanz her aufzäumen. Leider hat die Mehrheit griffige Lenkungsabgaben abgelehnt. Die Erstattung dieser Abgaben hätte soziale Härten vermeiden helfen.

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