1. Politisches System

Blochers „Zeitverschwendung“

OK, in einem ers­ten Re­flex fragt man sich: Wieso braucht je­mand ein Vier­tel­jahr­hun­der​​​t um fest­zu­stel­len, dass er im Na­tio­nal­rat seine Zeit ver­schwen­det? Das be­ein­druckt nun im Bezug auf Auf­fas­sungs­gabe nicht wirklich.

Ganz so dumm kann der Mann ja nicht sein, deshalb fragt man sich unwillkürlich weiter:

 

Was hat er den sonst solange dort gemacht? Sabotage etwa?

Von der Hand zu weisen ist das nicht.

Niemand hat so lange und erfolgreich schweizerische Institutionen in den Dreck gezogen wie er. Mit der „Zeitverschwendung“ diskreditiert er eine weitere wichtige Errungenschaft unserer Nation.

Wer sich an sein Gesicht im Fernsehinterview nach dem in Chaos versunkenen „Marsch auf Bern“ erinnert wird mir ebenfalls zustimmen können.

Ein hübsches Beispiel ist auch die Masseneinwanderungsin​​​itiative: In 3 Jahren soll der Bund die Personenfreizügigkeit​​​ mal eben neu verhandeln. Keiner weiss so gut wie Blocher, dass dies nicht möglich sein wird – Schliesslich war er in der Zeit vor der Einführung des Schengen-Dublin Abkommens Justizminister. Er hätte ja ein paarmal nach Brüssel jetten und dieses von der SVP so gemähte Vertragswerk mal eben so nebenbei nach verhandeln können… Stattdessen verlangt er ein noch hoffnungsloseres Unterfangen von unserem Bundesrat.

 

Ef​​​fizienter kann man den bilateralen Weg gar nicht torpedieren. Der Blochersche Weg wird die Schweiz früher in die EU-Mitgliedschaft zwingen als es Micheline Calmy-Rey oder die NEBS es je schaffen würden.

 

Natürlich kann man auf so eine Nummer hereinfallen. Schneewittchen hat schliesslich auch in den Apfel der alten Hexe gebissen, weil sie glaubte, diese meine es gut mit ihr.

 

Eine tragische Figur

Natürlich ist Blocher kein europäischer Agent. Auch wenn die EU Kommission ihn in einigen Jahren als den Mann feiern dürfte, der ihr die Schweiz auf dem Silbertablett serviert hat.

Er glaubt ja wohl auch selbst daran, dass er es mit Schneewittchen gut meint. Aber eben: Da ist halt diese Sache mit der Auffassungsgabe die erst nach einem Vierteljahrhundert dämmert…

 

Vielmehr ist Christoph Blocher ein ganz banaler Autokrat der SEINE Firma, SEINE Partei und SEIN Schneewittchen gerne nach SEINEN patriotischen Grundsätzen und SEINER (zum Schein demokratisch lackierten) Pfeife tanzen sähe.

Alles andere ist eben Zeitverschwendung.

​n

http://www.handelsze​​​itung.ch/politik/to​p​-​schwaenzer-bloche​r-​be​endet-zeitversc​hwe​ndu​ng-609417

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Comments to: Blochers „Zeitverschwendung“
  • Mai 12, 2014

    Masslose Respektlosigkeit und Verunglimpfung

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    • Juli 19, 2021

      Stimmt Lars von Limaa . Gebe ihnen Recht. So isses.
      Der Blocher war eigentlich immer Masslos und Respektlos und hat alle anderen immer Verunglimpft .
      Sie habens getroffen. Danke.

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    • Juli 19, 2021

      Ich berufe mich, Herr „von Limaa“, auf das gewährleistete subjektive Recht auf freie Rede sowie freie Äußerung und (öffentliche) Verbreitung einer Meinung in Wort, Schrift und Bild.

      Sie nehmen für sich ja auch das Recht in Anspruch, sich anonym hinter einem Decknamen zu verstecken.

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  • Mai 12, 2014

    Aber ein ganz kleines Bisschen wie geisteskrank tönt dieser Artikel schon, Herr Michel, das sollten auch Sie realisieren.

    Da ist also Christoph Blocher, der 1992 bereits einmal massgeblich und in vorderster Linie daran beteiligt war, die Schweiz vor einem faktischen EU-Beitritt zu retten, der mit seinen politischen Zielvorstellungen von einer souveränen, neutralen und unabhängigen Schweiz die SVP zur grössten Partei gemacht hat und dem es gelang, auch darüber hinaus viele Bürger zu überzeugen. Der Christoph Blocher, der sich als internationaler Unternehmer und Arbeitgeber immer zur Bescheidenheit des Landes und zur freien Wirtschaft ohne Einbindung in Wirtschaftsblöcke jeder Art bekannt hat.

    Und jetzt kommt der Herr Michel und will vernünftigen Lesern seine Erkenntnis bekannt geben, dernach Christoph Blocher die Schweiz in die EU-führen werde und deshalb solle man das Gegenteil von dem tun, was Blocher sage, damit die Schweiz nicht in die EU geführt werde.

    Das wäre dann: Wir müssen in die EU eintreten, damit wir nicht in die EU eintreten müssen…

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    • Juli 19, 2021

      Ihre Hinweise auf Geisteskrankheit retourniere ich postwendend und ungeöffnet an den Absender Herr Knall.

      Nett, dass Sie den EWR erwähnen: In der Diskussion zur MEI wurde doch tatsächlich schon Liechtenstein um seine Kontingentlösung mit der EU benieden (http://www.vimentis.​ch/d/dialog/readartic​le/wie-liechtenstein-​pfz-masseneinwanderun​g-verhindert/). Und das waren keine Ultralinken oder Euroturbos, die sich das EWR Land zum Vorbild nehmen wollten.
      Liechtenstein geht es prächtig und ist trotz EWR im Übrigen auch „faktisch“ der EU nicht beigetreten.

      Wie es scheint muss ich Ihnen explizit die Umstände erläutern, mit der uns Blocher in die EU führt. Werde ich als Kommentar weiter oben machen.

      Ach ja. Das Gegenteil von dem tun, was Blocher tut heisst: NEVER CHANCHE A RUNNING SYSTEM.

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    • Juli 19, 2021

      Dann treten Sie doch, Herr Michel, Lichtenstein bei…

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    • Juli 19, 2021

      Merci Herr Knall: Bei solchen Bemerkungen kann ich immer besonders herzhaft gähnen.

      Gute Nacht und süsse Träume.

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  • Mai 12, 2014

    Damit ein Jeder verstehe weshalb Blochers Weg in die EU führt erzähle ich Euch nun:
    **Die Geschichte von Schneewittchen und dem bösen Sultan**

    In einem wohlbekannten Kontinent lebte einst ein böser Sultan. Er hiess Mehmed der EUroberer. Er war dick, hässlich und übellaunig. 28 Frauen hielt er sich in seinem Harem und jeden Tag veranstaltete er ein Festessen. Er war umgeben von vielen klugen (und weniger klugen) Beratern.

    Nun lebte aber inmitten dieses Sultanats auf einem kleinen aber feinen Bauernhof das wunderschöne Schneewittchen. Es lebte dort zusammen mit vielen klugen (und weniger klugen) Zwergen. Sie war die schönste Frau weit und breit und sie war zudem sehr reich. Sultan Mehmed hätte problemlos ihren Hof umstellen lassen und ihr so ihren Reichtum entreissen können… aber noch viel lieber hätte er sie als liebreizende Zierde in seinem Harem geführt und… sie wissen schon.

    Nun gelang es den Sieben Zwergen (das waren Schneewittchens geschwätzige aber manierliche Diener), Mehmed hoffen zu lassen: Ja, doch, Schneewittchen könnte sich schon erweichen lassen… wenn man nur ganz behutsam mit ihr umgehe, sie achtsam umwerbe und ja nicht vergraule, dann würde sie vielleicht, eventuell und in unbestimmter Zukunft… wer weiss?
    Wer Schneewittchen gut kannte, wusste sehr wohl, dass sie Mehmed abscheulich fand und niemals freiwillig seinem Harem angehören würde. No way! Und wer sie noch genauer kannte wusste auch, dass die Sieben Zwerge zwar manchmal meinten, sie könnten Schneewittchen zu etwas überreden – aber in Wirklichkeit gar nichts zu melden hatten. Ich sagte ja bereits, dass nicht alle Zwerge klug waren.

    Es gelang den Zwergen aber ein Abkommen auszuhandeln, das die anderen Haremsdamen neidisch machte: Schneewittchen durfte an fast allen Festessen teilnehmen. Sie zahlte einen Geldbetrag und akzeptierte fast alle Tischregeln… Aber sie schlief nicht im Harem und tat auch sonst was ihr beliebte. Die Zwerge schafften es immer wieder durch kleine Geschenke und Andeutungen die Berater zu bestechen und Mehmed bei Laune zu halten.

    Auf Schneewittchens kleinem aber feinen Bauernhof lebte zu ihrem Unglück aber auch der rechthaberische Zwerg Bilbo. An schlechten Tagen hatte er ungesund viel Einfluss auf Schneewittchen und so kam es, dass sie eines Tages seinen Rat befolgte und Mehmed eine Abfuhr erteilte. Die Sieben Zwerge übergaben Mehmed zitternd einen Brief. Dort schrieb sie, Mehmed sei ein fetter und unausstehlicher Lüstling und wenn er sie noch bei seinen Festessen dabeihaben wolle so solle er ihr ab dem nächsten Abend gefälligst kein Lammfleisch mehr servieren sondern das hier beigelegte Rezept für sie kochen lassen.

    Ein empörtes Raunen breitet sich im Saal aus. „Frechheit!“ „Was glaubt die eigentlich, wer sie ist?“ „Wir fressen hier ja auch jeden Tag Lammfleisch, obwohl wir das nicht mögen! Soll die doch bleiben wo der Pfeffer wächst!“. Mehmeds Augen blitzten kalt und gefährlich. Er werde, so antwortete er, der Dame herzlich gern morgen Abend ein Menu ihrer Wahl kochen lassen (ein spürbarer Unmut brandete an dieser Stelle im Saal auf)… sofern es Lammfleisch enthalte!

    Bei diesen Worten brandete Applaus auf und die Zwerge brachten die Botschaft nach Hause.
    Bilbo tobte und fand, die Zwerge müssten eben besser verhandeln. Alle anderen Zwerge liefen umher und suchten für den nächsten Abend verzweifelt ein geeignetes Rezept. Vielleicht hätten sie sogar eines gefunden – wenn sie sich nicht heillos zerstritten hätten. „Landseverräter!“ „Selbst Landesverräter!“ „Memme!“ „Besserwisser!“. Schneewittchen wurde still.

    Am nächsten Abend hatte man kein Rezept, das Mehmed zu kochen bereit war. Er bot aber Schneewittchen Lammbraten mit Kartoffeln an – zum dreifachen Preis.

    Schneewittc​hen blieb sodann der Tafel einen Winter lang fern. Es kochte Kartoffeln und schränkte sich ein, denn der Handel mit dem Sultanat war schwer geworden. Im zweiten Winter wanderten einige Zwerge aus und Schneewittchens Reichtum schmolz dahin. Vor dem dritten Winter bat Schneewittchen den Sultan, er möge es in Ihrem Harem aufnehmen.

    Der Sultan lächelte.

    Und er befahl, dass man dem Zwerg Bilbo 30 Silberlinge zukommen lasse. Ohne ihn, so meinte er hinterhältig, hätte ihn Schneewittchen noch einige Zeit erfolgreich hinhalten können.

    Der Zwerg Bilbo ging rasend vor Wut auf die anderen Zwerge los und beschuldigte sie. Danach zog er fort und wurde nie mehr gesehen.

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