1. Sonstiges

Corona-Virus: Die Wirtschaft muss bald wieder atmen können.

Corona-Virus: Die Wirt­schaft muss bald wie­der atmen können.

„Es gilt zu verhindern, dass der Bundesrat dereinst die Interessen der Wirtschaft über diejenigen der Gesundheit stellen muss. Das ist nur möglich, wenn er nach dem 19. April die geschlossenen Betriebe wieder zum Leben erweckt. Dabei kann er an das Regime anknüpfen, das heute schon für die Lebensmittelläden gilt: Man darf jederzeit einkaufen, aber nur unter Einhaltung von strengen Vorschriften.

Es muss möglich sein, dieses System auch für Coiffeursalons, Blumenläden, Elektronikshops oder Restaurants einzurichten, ohne dass die Ansteckungsrate sofort wieder nach oben springt. Natürlich wird der Umsatz nicht von einem Tag auf den anderen auf das alte Niveau zurückkehren. Manche Leute werden weiterhin Angst haben und ihren Konsum aufschieben. Dennoch würde sich die wirtschaftliche Lage schnell verbessern, und die Betriebe hätten eine faire Chance, ihre Geschäftsmodelle so anzupassen, dass sie über eine längere Zeit mit Einschränkungen leben könnten. Eine grosse Konkurswelle könnte auf diese Weise mit grosser Wahrscheinlichkeit abgewendet werden.

Eine Wiederbelebung der Binnennachfrage ist umso wichtiger, als wir damit rechnen müssen, dass Teile der schweizerischen Exportwirtschaft stark unter dem Einbruch der Weltwirtschaft leiden werden. Es ist zu früh, den Teufel an die Wand zu malen, da die expansive Geldpolitik der Zentralbanken und die fiskalpolitischen Rettungspakete zweifellos eine positive Wirkung ausüben werden. Die Börsen haben schon einmal äusserst enthusiastisch reagiert.

Aber da die globale Ausbreitung des Coronavirus ihren Höhepunkt noch nicht erreicht hat, müssen wir mit bösen Überraschungen rechnen. Teile der amerikanischen und europäischen Wirtschaft waren bereits vor dem Ausbruch der Seuche äusserst verwundbar. Vor allem der hohe Bestand an riskanten Unternehmenskrediten und die starke Dollar-Verschuldung internationaler Konzerne, die ihren Sitz in Schwellenländern haben und hauptsächlich im Rohstoffsektor tätig sind, müssen uns Sorgen machen. Auch ist nicht ganz ausgeschlossen, dass da und dort einzelne hoch verschuldete Staaten in Finanzierungsnöte geraten.“ (T. Straumann in NZZ am Sonntag vom 29.03.2020)

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Comments to: Corona-Virus: Die Wirtschaft muss bald wieder atmen können.
  • März 29, 2020

    Bereits in dieser Notmassnahme Zeit, wurde so viel ruiniert, …

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  • März 29, 2020

    Mit Herrn Schneiders Ausführungen kann man sich vollumfänglich einverstanden erklären.

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  • März 29, 2020

    Wer in dieser weltweiten Krise, den Export für Güter, welche Vorort produziert werden können, erwähnt, begreift die Zusammenhänge in der Krise nicht.

    Herr Urs Gassmann, haben Sie sich nun vom Zahler Virus befreien können und wissen nun, dass die Banken weder eine Liquidität, geschöpft von der ZB brauchen noch Kundenguthaben für sich verwenden können.
    Können Sie nun die Lügen von BR Maurer und Jordan erkennen? Ohne Virus Zahler, wäre der Ablauf völlig anders. Wir zahlen nicht. Geld stammt von der Geldschöpfung und wird von den Leistungsnachfrager in Umlauf gebracht. Solange die eigene Leistung nachgefragt oder der Anspruch besteht, fliesst das Geld via Wirtschaftseinnahmen (Leistungserbringer, oder Anspruch) zurück. Nun wird die Bedürfnis Abdeckung unterbrochen oder gar gestoppt. Somit muss der Staat, laufend nachbessern, damit der Dominoeffekt nicht eintritt. Nur das Geld vor der Krise und während der Krise geschöpft ist nicht vernichtet, es liegt auf irgendeinem Bankkonto! Über Solidarbeiträge für Geld was man vor der Krise ausgegeben, oder gespart hat, insofern das Einkommen nicht gekürzt ist, sollte die Politik nachdenken.

    Der Neoliberalismus, ist keine ökonomische Lehre, sondern als Herrschaftsinstrument​ für die Regierenden konzipiert. Wen man straffrei behaupten darf, dass die heutige Umsetzung nur möglich ist, weil man vorher gespart hat, so hat es eben System.
    Ein Staat, wie die Schweiz, weltweit anerkanntes Zahlungsmittel, könnte ökonomisch noch über Wochen durchhalten. Was für Folgen die Freiheitsberaubung haben wird, kann man nur erahnen, aber das ist den Obrigkeiten Scheissegal!

    Die Zunahme ist bei jeder Grippewelle normal. Die Todesfälle müssen im Verhältnis zu den gesamthaft Infizierten gemessen werden. Die Scharlatanerie in Hochblüte!

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  • März 29, 2020

    Italien:

    Die Wirtschaft bricht wegen der Ausgangssperre und der Schließung aller nicht lebenswichtigen Unternehmen und Fabriken immer stärker ein. Millionen Menschen haben dadurch kein Einkommen.
    Kassierer​ und Ladeninhaber von verzweifelten Bürgern unter Druck gesetzt
    Laut der Tageszeitung La Repubblica verließ am Donnerstag eine Gruppe von Einheimischen einen sizilianischen Supermarkt, ohne zu zahlen. “Wir haben kein Geld um zu bezahlen, wir müssen essen”, rief demnach einer von ihnen den Kassierern zu.
    Der Corriere della Sera berichtete, in anderen sizilianischen Städten seien Inhaber kleiner Läden von Anwohnern unter Druck gesetzt worden, ihnen kostenlos Essen zu geben.

    Wenn wir nicht auch solche Zustände wollen muss man sich gut überlegen, ob die Massnahmen nicht letztendlich zu schlimmeren Ergebnissen führen als das Virus selbst.

    Heißt entweder die Bestimmungen lockern oder Betroffenen ein Grundeinkommen geben.
    Da müssen halt auch mal die Leute mit zu hoher Geldhortung wie Spekulanten, Boni- und Dividenden Empfänger und Zinsprofiteure mal Opfer bringen.

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