1. Sonstiges

Covid-19; Gegen den Strom

Prof. Dr. Sucharit Bhakdi ist die Leit­fi­gur der Co­ro­na-S­kep­ti­ker​​​​​​​. Das Buch, das er mit sei­ner Frau Ka­rina Reiss ge­schrie­ben hat, wurde zum Welt­best­sel­ler.

Was be­wegt ihn? Ein Be­such in Norddeutschland.

Am An­fang war ein kur­zes State­ment, le­dig­lich dreis­sig Se­kun­den, auf dem Re­gio­nal­sen­der von Sat 1 für Schles­wig-Hol­stein.​​​​​​​ Es war der 15. März, der Stich­tag zum welt­wei­ten Lock­down, wie es ihn zuvor noch nie ge­ge­ben hat­te. Eine Re­gie­rung nach der an­dern kipp­te, auch die deut­sche, die zwei Tage zuvor sol­che Mass­nah­men noch aus­ge­schlos­sen hat­te. Su­cha­rit Bhak­di, ein bis dahin nur in Fach­krei­sen be­kann­ter, pen­sio­nier­ter Pro­fes­sor für Mi­kro­bio­lo­gie und Epi­de­mio­lo­gie kri­ti­sierte die an­gekün­digte Schlies­sung der deut­schen Gren­zen zur Bekämp­fung von Co­vi­d-19 als ü­ber­trie­ben. Bhak­dis kur­zer und ein­sa­mer Zwi­schen­ruf gegen die Pa­nik­ma­che sorgte für hef­tige Re­ak­tio­nen. Ei­nige Fach­kol­le­gen stimm­ten ihm zwar zu, al­ler­dings nur hin­ter vor­ge­hal­te­ner Hand. Di­rekt wi­der­sprach ihm kei­ner, die meis­ten schwie­gen sich aus. Ex­po­nie­ren wollte sich keiner.

Gefährliche​​​​​​r Alarmismus

Nicht dass Professor Bhakdi das neuartige Coronavirus für harmlos hielt. Vorsicht erschien auch ihm angebracht, zumal man wenig über Covid-19 wusste. Doch Coronaviren sind schon lange bekannt. Man wusste, dass sie saisonal so unvermittelt auftauchen, wie sie wieder verschwinden.

Und vor allem war schnell klar, dass Covid-19 lediglich für Hochbetagte eine echte Bedrohung darstellt, und dies in aller Regel nur in Kombination mit schweren Vorerkrankungen.

Gewiss, es gibt keine Regel ohne Ausnahme, und auch alte Menschen haben ein Recht auf Leben. Doch im gleichen Mass, wie diese wichtigen Fakten ignoriert und kleingeredet wurden, propagierte man Horrorszenarien. Dieser Alarmismus war aus seiner Sicht gefährlicher als das Virus.

Bhakdi hatte schon manchen Hype – BSE, Sars, die Schweinegrippe – erlebt und auch kritisiert. Der Schaden der Massnahmen gegen die Bedrohungen, die sich später als masslos übertrieben erwiesen, stand in einem krassen Missverhältnis zum Nutzen. Nicht alles war falsch, und nicht jeder Fehler war vorhersehbar. Die Wissenschaft ist so unvollkommen wie die Menschen, die sie betreiben.

Doch die verheerendsten Massnahmen wurden gegen jede Vernunft eingeleitet, und vor allem wiederholte man immer wieder dieselben Fehler.

Und genau das drohte seiner Ansicht nach bei Covid-19. Bhakdi beschloss zu handeln, an die Öffentlichkeit zu treten, sein Fachwissen zu teilen.

Das erste Video entstand wenige Tage nach seinem Auftritt bei Sat 1, improvisiert, in der guten Stube. Eigentlich war es viel zu lang. Über eine Stunde dauerten seine Ausführungen, in denen er die Chancen und Grenzen der Wissenschaft aufzeigte. Bhakdi kritisierte vor allem die Fixierung auf Fallzahlen, die ein völlig falsches Bild vermittelten. Entscheidend sei die Zahl der schweren Erkrankungen und der Todesfälle, wobei genau erhoben werden müsse, ob die Ansteckung mit dem Coronavirus wirklich ursächlich war. Bhakdi stellte die Botschaft auf Youtube. Obwohl er zuvor nie auf dieser Plattform aufgetreten war, ging das Video innerhalb weniger Stunden viral. Der sanfte und stets freundliche, aber trotzdem bestimmte Professor hatte offenbar einen Nerv getroffen.

Insgesamt vier eigene Clips stellte Bhakdi auf seinen Youtube-Kanal, der innerhalb von sechs Wochen bei 50 000 Abonnenten über vier Millionen Aufrufe generierte.

Ende März wandte er sich direkt an die Bundeskanzlerin Angela Merkel und forderte sie auf, für eine wissenschaftlich saubere und belastbare Erhebung der Daten bezüglich schwerer Verläufe, Mortalität und Todesursachen zu sorgen.

Er verwies dabei auf Studien anerkannter Forscher, die zum Schluss gekommen waren, dass Covid-19 in vielem den saisonalen grippalen Atemwegsinfekten entsprach, die das Gesundheitssystem in der kalten Jahreszeit regelmässig an den Anschlag bringen.

In seinen weiteren Videobotschaften wies Bhakdi vor allem auf die verheerenden sozialen, medizinischen und wirtschaftlichen Kollateralschäden der Lockdown-Politik hin: Menschen vereinsamen, eine Zunahme von Depressionen, Suiziden und häuslicher Gewalt ist absehbar; Kinder werden ihrer Bildung beraubt und vertrödeln die Zeit mit Videogames; ganze Branchen werden in den Ruin getrieben; auf Kosten künftiger Generationen werden gigantische Schuldenberge angehäuft; die Einschränkung sportlicher Aktivitäten und die Vernachlässigung medizinischer Behandlungen und Vorsorgeuntersuchunge​​​​​​​n führen zu schweren gesundheitlichen Schäden. Nie zuvor hatte man unter Einschränkung fundamentaler Grundrechte derart rabiate Massnahmen verfügt, für deren Wirksamkeit es keinen wissenschaftlichen Beleg gab. Einiges wies vielmehr darauf hin, dass sich die Ausbreitung des Virus kaum beeinflussen, geschweige denn stoppen liess. Aus demselben Grund lehnte Bhakdi auch den erst später eingeführten Maskenzwang im nichtmedizinischen Rahmen ab: Es fehle jede wissenschaftliche Evidenz.

«Schreckgespenst Infektionen»: Forscherpaar Reiss (l.), Bhakdis.

«Schr​​​​​​​eckgespenst Infektionen»: Forscherpaar Reiss (l.), Bhakdis.
Marcel Gregory Stock für die Weltwoche

“Typi​​​​​sc​he​s Nordlicht”

Für Bhakdi waren diese Video-Auftritte Neuland. Der 1946 in Washington geborene Mediziner mit thailändischen Wurzeln hatte die Öffentlichkeit bislang nie gesucht. Nach seiner Pensionierung (2012) als Leiter des Instituts für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene an der Universität in Mainz war er zu seiner 28 Jahre jüngeren Partnerin ins ländliche Schleswig-Holstein gezogen. Die beiden hatten sich auf ein geruhsames Leben eingerichtet. Professorin Karina Reiss, eine Biochemikerin, lehrt und forscht an der Universität in Kiel. Sie hatte ihm – völlig ungeplant, aber willkommen – vor drei Jahren einen gemeinsamen Sohn geschenkt. Bhakdi reduzierte seine wissenschaftliche Tätigkeit und widmete fortan die meiste Zeit dem Kleinen. Bis Corona alles durcheinanderbrachte.​​​​​​​

Karina Reiss, eine unprätentiöse und herzliche Frau, bezeichnet sich selber als «typisches Nordlicht». In der Gegend von Kiel ist sie aufgewachsen, in einem kleinen Dorf, Vater Zimmermann, Mutter Hausfrau. In Kiel studierte sie Biologie, promovierte und habilitierte in Biochemie. Berufungen nach Bonn und Berlin lehnte sie ab, Reiss blieb ihrer Scholle treu und nahm 2008 eine Professur in Kiel an. Der menschlichen Zelle, dem Kern und Ursprung allen Lebens, galt ihre Leidenschaft. 2009 wurde sie für ihre Grundlagenforschung zur Rolle der «molekularen Schere» bei Atherosklerose mit einem Förderpreis ausgezeichnet; Sucharit Bhakdi erhielt beim gleichen Anlass eine Medaille für sein Lebenswerk. An jenem Abend lernten sich die beiden kennen. Es war Liebe auf den ersten Blick. Seither sind sie ein Paar, wissenschaftlich wie auch privat.

Man wird den beiden später vorwerfen, Viren seien gar nicht ihr Kerngebiet. Diese Kritik greift zu kurz. Denn die Funktion von Zellen, Immunsystem, Bakterien und Viren sind eng miteinander verknüpft. Bhakdi wie auch Reiss haben schon zahlreiche wissenschaftliche Publikationen über diese Bereiche verfasst. 2016 veröffentlichten sie gemeinsam ein Buch, das sich unter anderem mit Coronaviren befasst und auch sonst einiges vorwegnimmt: «Schreckgespenst Infektionen – Mythen, Wahn und Wirklichkeit». Es ist ein populärwissenschaftli​​​​​​​ches Werk, ein Ratgeber für den Alltag, der einen soliden Gesamtüberblick verschafft und dem Laien hilft, zwischen tatsächlich und vermeintlich gefährlichen Infekten zu unterscheiden.

«Milli​​​​​​​arden Steuergelder wurden für die Beschaffung der Impfstoffe verschwendet», lesen wir da im Vorwort, «doch die Schweinegrippe war, wie auch alle anderen Infektionskrisen der letzten Jahre, gekennzeichnet durch Fehleinschätzungen und Fehlentscheidungen der Gesundheitsbehörden und der Weltgesundheitsorgani​​​​​​​sation WHO. (. . .) Während die Medien unsere Aufmerksamkeit unablässig auf diese Sensationsthemen lenken, geht uns der Blick für die eigentlichen Risiken des Lebens verloren.» Doch die Milliarden, die 2009 für unnötige Impfungen gegen die Schweinegrippe verbrannt wurden – Abermillionen von Dosen mussten vernichtet werden, nachdem sich die vermeintlichen Killerviren als relativ harmlos erwiesen hatten –, waren kein Einzelfall. Seit dem Hype um den Rinderwahnsinn (BSE) und den irren Massenschlachtungen war es immer wieder zu Panikreaktionen gekommen. Doch statt Lehren daraus zu ziehen, lockerte die WHO 2009 die Definition einer Pandemie – und legte damit die Grundlage für den nächsten Hype.

Hochkomplexes​​​​​​​ Immunsystem

Karina Reiss und Sucharit Bhakdi verharmlosen die Gefahren von Infektionen nicht, sie versuchen bloss, diese mit einer nüchternen Risikoanalyse in die richtigen Dimensionen zu rücken.

Dasselbe gilt auch für Impfungen, die in gewissen Bereichen sehr sinnvoll sein können, während in anderen die Risiken überwiegen. Viele Fragen werden bloss angeschnitten, doch bei der Lektüre wird auch dem Laien klar, dass das menschliche Immunsystem ein hochkomplexes Gefüge ist, bei dem zahlreiche Faktoren mitspielen. Jeder Eingriff in dieses komplizierte Räderwerk kann ungeahnte und unerwünschte Neben- und Wechselwirkungen nach sich ziehen.

Vor diesem Hintergrund bringen Reiss und Bhakdi im Juni 2020 «Corona. Fehlalarm? – Zahlen, Daten, Hintergründe»* heraus. Das lediglich 160 Seiten dicke Taschenbüchlein bricht in kürzester Zeit Rekorde und hält sich drei Monate lang auf Platz eins der Bestsellerlisten. In den etablierten Medien wird das Buch – sofern überhaupt zur Kenntnis genommen – fast unisono als unseriös, polemisch, ja gefährlich rezensiert. Das Publikum aber scheint das mediale Bashing kaum zu beeindrucken. Während der Verlag mit dem Drucken von (leicht korrigierten und aktualisierten) Neuauflagen kaum nachkommt, liegen mittlerweile Übersetzungen in elf Sprachen vor.

Das Fragezeichen im Titel signalisiert nicht mehr als Diskussionsbereitscha​​​​​​​ft. Bei der Lektüre wird schnell klar, dass die Reaktionen auf Covid-19 aus der Sicht der Autoren nicht nur masslos übertrieben und irrational sind, sondern darüber hinaus kontraproduktiv und gefährlich. Den fatalen Nebenwirkungen der Lockdown-Politik wird viel Platz eingeräumt: 500 Millionen Menschen, die nach Uno-Schätzungen weltweit als Folge der Corona-Massnahmen in extreme Armut stürzen; all die Impfkampagnen, Vorsorgeuntersuchunge​​​​​​​n, Operationen und Therapien, die aufgeschoben oder aufgehoben wurden; Abermillionen von Kindern, denen das Recht auf Bildung verweigert wird; die Folgen der sozialen Isolation – häusliche Gewalt, Depressionen oder Suizide –, die in den Planspielen der «Lockdowner» vergessen gegangen waren.

Auf der anderen Seite kritisieren die Autoren einen intransparenten bis manipulativen Umgang der Politiker, Behörden und Massenmedien mit Daten und Fakten. Dass es sich bei den Verstorbenen fast ausschliesslich um hochbetagte Menschen mit mehreren Vorerkrankungen handelt, wird kaum thematisiert. Fast nirgends wird ausgewiesen, ob und inwieweit bei den positiv auf Sars-CoV-2 getesteten Verstorbenen die Infektion überhaupt ursächlich für den Tod war. In einer frühen Phase dürften auch etliche Todesfälle auf Fehldiagnosen und falsche Behandlungen zurückzuführen gewesen sein. Und schliesslich wird auch auf die Problematik der PCR-Tests eingegangen, die lediglich einen Kontakt mit dem Virus nachweisen, aber keineswegs eine Infektion (geschweige denn eine Erkrankung, die in den meisten Fällen denn auch ausbleibt). Kommt dazu, dass auch in diesem Bereich einheitliche Standards fehlen.

Ist Covid-19 also nicht gefährlicher als eine jener Grippewellen, die unsere Spitäler in der kalten Jahreszeit immer wieder mal an die Grenzen der Kapazität gebracht haben? Haben wir es etwa mit einer vorsätzlich oder auch fahrlässig geschürten Panikpandemie zu tun?

Zeigen nicht gerade die Erfahrungen aus Schweden vom letzten Frühling, dass das Virus unbesehen von Lockdown und Masken nach ein paar Wochen wieder verschwindet? Das sind Fragen, so würde man meinen, über die man in einer freien Gesellschaft offen streitet und diskutiert. Doch just diese Grundsatzdebatte – und das ist der vielleicht gravierendste Befund in diesem Buch – wurde bei Corona systematisch unterdrückt. Wer sich dem Mainstream widersetzt, landet bestenfalls als Verschwörungstheoreti​​​​​​​ker, oder aber als asozialer Menschenfeind, schnell in der sozialen Quarantäne.

Reiss und Bhakdi leben in einem landwirtschaftlich geprägten Tausend-Seelen-Dorf in der Nähe von Kiel. Von einer Verbitterung, welche die Frankfurter Allgemeine dem Paar angedichtet hat, ist nichts zu spüren. Etwas vorsichtiger im Umgang mit Journalisten sind die beiden allerdings mit der Zeit schon geworden. Im Gespräch gaben sich die meisten Journalisten zwar offen und freundlich, doch in den Berichten wurde kaum je eines ihrer Argumente fair und korrekt zitiert. «Polemisch» waren die freundlichsten Prädikate, die sich Bhakdi und Reiss gefallen lassen mussten. Die meisten qualifizierten ihr Corona-Buch rundweg als faktenwidrig oder unwissenschaftlich ab. Die Debatte, die sie anstossen wollten, blieb aus. Wer an Covid-19 glaubt, braucht nicht zu wissen.

“Fehlalarm?​​​​​​​”

Das Konzept und die Datengrundlagen hatten die beiden gemeinsam erarbeitet. Danach schrieb Karina Reiss das Buch im letzten Mai in bloss einem Monat nieder. Gewiss, eine streng wissenschaftliche Arbeit sieht anders aus, doch das war erklärtermassen auch nicht das Ziel der Übung. Das Buch ist für den interessierten Laien geschrieben, der sich einen Überblick verschaffen möchte. Immerhin hatten sich die beiden – anders als die Journalistenexperten,​​​​​​​ die über sie richten – seit vielen Jahren als Forscher nicht nur mit den medizinischen, sondern auch mit den psychosozialen und ökonomischen Fragen einer Pandemie befasst. Sie waren in der Lage, die zitierten Untersuchungen und Studien inhaltlich einzuschätzen. Mit 208 Quellenverweisen, die per Mausklick einfach abzurufen sind, ist «Corona. Fehlalarm?» auch eine Einladung an den mündigen Leser, sich selbst ein Bild zu machen.

Die Reaktionen auf das Buch bestätigten auf fatale Weise eine seiner Kernthesen: Wer dem angesagten Mainstream widerspricht, muss sich warm anziehen. Wer seine wissenschaftliche Karriere noch vor sich hat, sollte besser schweigen. Die Universitäten Kiel und Mainz distanzierten sich pauschal von beiden Professoren und ihrem gemeinsamen Werk. Reiss bat den Dekan schriftlich, er möge doch darlegen, was an den Aussagen konkret falsch sein soll, damit allfällige Fehler in einer späteren Ausgabe korrigiert werden könnten. Sie bekam nie eine Antwort. Bhakdis Gastrecht in den Labors der Universität in Kiel wurde aufgekündigt. Begründung: keine.

Bhakdis Videobotschaften sind auf Youtube schon lange nicht mehr abrufbar: Sie wurden allesamt gelöscht – nicht vom chinesischen Propagandaministerium​​​​​​​, nein, auch nicht von Putins Hackern, sondern von Youtube selber. Man darf auf dem mächtigsten Streaming-Kanal der Welt die Mondlandung als Hollywood-Inszenierun​​​​​​​g bezeichnen oder die Welt als Scheibe – aber Zweifel an den Dogmen der WHO um die pandemische Gefährlichkeit von Covid-19 sind verboten. Amazon nahm sogar den Bestseller von Reiss und Bhakdi vorübergehend aus dem Sortiment und gab erst klein bei, als Anwälte eingeschaltet wurden. Kai Gniffke, Intendant des Senders SWR, erklärte Sucharit Bhakdi zur Persona non grata im öffentlich-rechtliche​​​​​​​n Rundfunk. In der Schweiz entblödete sich «10 vor 10»-Moderator Arthur Honegger derweil nicht, den Buchhändler Ex Libris zu kritisieren, weil er das Werk des angeblichen «Corona-Leugners» ohne entsprechende Warnung anpreise.

Das private österreichische Servus TV ist der einzige grössere Kanal, auf dem Sucharit Bhakdi regelmässig und auch mal in kontradiktorischen Sendungen zu Gast ist.

Ansonsten sind es vor allem alternative Stream-Kanäle wie Bittel.tv in der Schweiz, die ihm eine Plattform bieten. Über die sozialen Medien und den Messenger-Dienst Telegram, der von Corona-Skeptikern gerne genutzt wird, werden auch seine von Youtube zensierten Botschaften eifrig weiterverbreitet. Bhakdi erreicht damit eine wachsende Fan-Gemeinde, die sich aus den etablierten Medien längst verabschiedet hat. Auch von der AfD, die als einzige deutsche Partei gegen die offizielle Corona-Politik opponiert, erhält er immer wieder Einladungen zu Vorträgen. Doch wer bei der AfD auftritt, verabschiedet sich in Deutschland definitiv ins soziale Getto. Bhakdi und Reiss sitzen damit in der Falle. Eine Gemeinde von Gleichgesinnten war nie ihr Ziel, sie suchten die offene, kontradiktorische Debatte.

Staatsexam​​​​​​​en in Bonn

Sucharit Bhakdis Vater arbeitete während des Zweiten Weltkriegs als Sekretär auf der thailändischen Botschaft in Washington, wo er Sucharits Mutter kennenlernte. Sie hatte an der Johns Hopkins University in Baltimore Medizin studiert. Nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbour erklärte Thailand den USA den Krieg. Doch Botschafter Seni Pramoj weigerte sich, die Kriegserklärung auszuhändigen und gründete das Free Thai Movement.

Bhakdis Vater gehörte zu den Verschwörern, die Widerstand gegen die japanische Besatzung leisteten. Erst nach dem Krieg wurde aus dem Hochverrat eine Heldentat. Thailand schickte ihn als Botschafter nach Bern, wo Sucharit Bhakdi seine ersten Lebensjahre verbrachte. Später zog die Familie nach Ägypten. Die Armut, die er dort sah, so erzählt Bhakdi, habe eine soziale Sensibilität in ihm geweckt, die Mutter sein Interesse an der Medizin. Dank einem Stipendium studierte er in Bonn, wo Bhakdi 1970 im Alter von 23 Jahren sein Staatsexamen als Arzt ablegte. Unter dem bekannten Schweizer Professor Walter Siegenthaler (Innere Medizin) erhielt er eine Assistenzstelle, später bildete er sich am Max-Planck-Institut auf dem Gebiet der Immunologie weiter, bis er schliesslich in Mainz einen Lehrstuhl bekam.

Er sei immer davon ausgegangen, sagt Sucharit Bhakdi, dass die Wissenschaft den Menschen dienen müsse (und nicht umgekehrt). Wie sein Vater damals 1942 gelangte er 78 Jahre später zum Schluss, dass etwas ganz grundsätzlich falsch laufe – und dass er sich schuldig machte, wenn er sich nicht dagegen auflehnen würde.

Ob er das Richtige getan hat, wird dereinst die Geschichte beurteilen.

Von Alex Baur, WW vom 22.12.2020

Karina Reiss/Sucharit Bhakdi:

Corona. Fehlalarm?

Goldegg-Verlag. 160 S., Fr. 21.90

Schlussfol​gerung
Nur wer gegen den Strom schwimmt,
kommt schlussendlich an die klare Quelle
Wer sich selber diesbezüglich kritisch objektiv weiter “fort-bilden” möchte:

Talk Spezial mit Prof. Dr. Sucharit Bhakdi:

Video: Corona-Wahn ohne Ende? – Langfassung vom 29.4.2020

https://www​​​​​​​.youtube.com/wa​t​c​h​?​v​=​_Hc-kyU4M​0I​

https://bi​​​​​​​ttel.tv/

Alles, selbst die Lüge, dient der Wahrheit; Schatten löschen die Sonne nicht aus.

B​e-Deutu​ng

– Schatten, gleich die Lügen des Teufels & des Todes

– Sonne, gleich die göttliche Wahrheit, die Liebe & das Leben,

– Am Morgen erscheint die Sonne und löst das dunkle der Nacht in Licht auf,

– Wo das Gute – die Wahrheit – erscheint, löst sicht das Böse, die Lüge auf.

(Lügen haben bekanntlich immer kurze Beine)

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