1. Gesellschaft

Das Kindeswohl gilt nur Fallweise

Es gibt kein heuch­le­ri­sche­res Ar­gu­ment als das des Kin­des­wohls. Wes­halb komme ich zu die­ser Mei­nung? Ganz ein­fach, weil das Kin­des­wohl nur be­ach­tet wird, wenn der Geg­ner nicht zu mächtig ist. Das gilt vor allem  wenn es darum geht das Er­zie­hungs­recht der El­tern in Rich­tung Er­zie­hungs­mo­no­po​l des Staa­tes zu ver­schie­ben und den El­tern je länger je mehr die Fähigkeit ihre Kin­der zu er­zie­hen ab­zu­spre­chen. Wenn es darum geht dem Vater den Zu­gang zum Kind zu ver­bie­ten, dann spielt die­ses Ar­gu­ment gut (nicht immer zu recht, wie ich mei­ne) und wenn Kin­der den El­tern weg­ge­nom­men wer­den, kommt es auch zur Gel­tung (Auch hier ab und zu Un­recht, aber das ist ein an­de­res The­ma). Wenn der Geg­ner je­doch die Wirt­schaft oder die Po­li­tik ist, dann spielt das Kin­des­wohl keine Rol­le. Da wird im In­ter­esse der Wirt­schaft oder aus po­li­ti­schen Gründen das Kind zu völlig unnötigem frühzeitigen  Erlernen einer zwei­ten Fremd­spra­che ge­zwun­gen, ob­wohl sie sich mit  Hand und Fuss weh­ren und auch die Leh­rer klar ma­ni­fes­tie­ren, dass diese Pra­xis völliger Blödsinn ist. Aber es gibt Kon­kor­date und das Wel­sch­land darf nicht düpiert wer­den und die Wirt­schaft will Schulabgänger die schon alles können, also ist das Kin­des­wohl nicht mehr von Re­le­vanz. Ein an­de­res Bei­spiel, die Re­li­gi­on. Da wird ohne mit den  Wimpern zu zu­cken die Re­li­gi­ons­frei­hei​t höher ge­wer­tet als die Un­ver­sehrt­heit oder das Selbst­be­stim­mungs­​recht des Kin­des. Für mich ist die Re­li­gi­ons­frei­hei​t kein Frei­brief für Körperverletzungen. Die Be­schnei­dung aus religiösen Gründen hat in einer zi­vi­li­sier­ten  Welt nichts zu su­chen und dies hat mit Kul­tur auch nichts zu tun, aber eben, wer will es sich schon mit den Re­li­gi­ons­ge­mein­​schaf­ten ver­scher­zen. Folg­lich ist das Kin­des­wohl wie­der ohne Be­lang. Wenn das Kin­des­wohl ernst ge­nom­men würde, würde der Staat sich möglichst aus der Er­zie­hung raus halten  und dies den El­tern überlassen und nur ein­grei­fen, wenn die Kin­der see­lisch oder körperlich gefährdet wer­den. Dies ist bei der Be­schnei­dung mei­ner An­sicht nach der Fall. Wenn einer Mut­ter die Hand aus­rutscht, wird ein Drama  daraus ge­macht, aber Eine Genitalverstümmelung aus religiösen Gründen wird to­le­riert. Das ist krank!

 

Michel Ebinger Rotkreuz

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Comments to: Das Kindeswohl gilt nur Fallweise
  • Juli 21, 2012

    In Deutschland wurde das beschneiden endlich verboten und erfreulicher Weise, folgen nun auch in der Schweiz Mediziner und führen keine Beschneidungen mehr durch. Kürzlichh habe ich eine Sendung verfolg, in der es um die Beschneidung der Knaben ging. Schlussendlich fragte ich mich, Weshalb sollt ein Gott ein wesen erschaffen, das am Achten Tage beschnitten werden soll. Die Frage stellte ich mir, nach der Aussage des Rabbi, das die Kinder keine Schmerzen hätten und es die Beschneidung mit acht Tage auch nicht realisieren können. Also, so kann es auch kein Opfer sein und weder sinn noch Zweck haben.

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