Die Dramatik der Geschehnisse in Griechenland, überträgt sich nach Spanien und Portugal. Die weltweiten Finanzmärkte sind in den Grundfesten erschüttert. Die negativen Signale werden täglich mehr und treffen uns mit beängstigender Deutlichkeit. In Spanien will der frisch gewählte Präsident durchhalten ohne in Anspruchnahme des Rettungsschirms, während der Minister für die Finanzen an den Märkten kein Geld mehr aufnehmen kann, weil die Risikoprämien (Zinsen) zu hoch sind. Italien kämpft mit den Naturgewalten, während der Ministerpräsident seine Policia fidanzaria ausströmen lässt, um den Bürgern den fiskalen Marsch zu blasen.
Das griechische Drama der Neuzeit erreicht demnächst, mit den Neu-Wahlen des zurück getretenen Parlaments einen weiteren Höhepunkt. Gespannt schaut die EU dem schon fast hilflosen Treiben zu. Kommen die ultra Linken ans Ruder, scheint dies das Ende der Fahnenstange und den Austritt aus dem Euro zu bedeuten. Der führende Kopf, ein kommunistischer Newcomer, will alle Schuldverpflichtungen ignorieren. Versucht mit fragwürdigen Argumenten, den Griechen zu erklären, die EU trage die Schuld am Fiasko und die geschlossenen Verträge seien nichts als Makulatur. Schaffen die Gemässigten eine Mehrheit, wird die Entschuldung, die Steigerung der wirtschaftlichen Leistung, die Reorganisation der Regierungs- und Verwaltungsstrukturen, die Bekämpfung der Korruption und der Steuerflucht eine der grössten Herausforderungen für diesen Staat seit Einführung der Demokratie.
Die Krise im Immobilienmarkt stellt die spanischen Banken vor schier unlösbare Probleme. Kreditverluste über mehrere Hundert Mia EURO sind zu verkraften. Jeder 4te im erwerbsfähigen Alter ist ohne Arbeit. Die Jugendarbeitslosigkeit ist auf Rekordstand. Auch gut gebildete junge Menschen haben keine Perspektiven im Arbeitmarkt Fuss fassen zu können. Die grösste Bank Spaniens, eine Fusion aller in der letzten Krise vereinten regionalen Sparkassen, musste bereits mit Cash durch den Staat wiederbelebt werden. Der Bankrush der Spanier, nach dem Motto “Rette sein Geld wer kann!” ist bereits im Gang.
Die Italiener sind mit Naturkatastrophen beschäftigt. Die frische Brise der neuen Regierung scheint sich bereits zu verflüchtigen. Die Korruption treibt weiter ihre Blüten, und die Tifosi haben ihren Alltag an die neuen Gegebenheiten ataptiert, aber das Gebahren gegenüber der Staatsmacht bleibt unverändert. In Rom wundert der Säckelmeister, warum die Steuerreform zum Nullsummenspiel wurde. Trotz aller Bemühungen will die Wirtschaft nicht vom Fleck kommen.
Der neue französische Präsident, in seiner emotionalen Dynamik der ersten Regierungstage, hat die Grande Nation und die Welt seine Handschrift spüren lassen. Bleibt nur zu hoffen, dass das Resultat des Kassensturzes seines Finanzministers, nicht Katzenjammer aufkommen lässt. Die Hinterlassen-schaft seines Vorgängers, lässt Böses ahnen.
Mitten in dieser desolaten und tristen Stimmung, die Hasardeure der EU. Sie sind nicht zu stoppen. Treiben ihr Monopoly mit maroden und konkursiten Staaten weiter voran. Legen noch einen Zacken zu und wollen innert Jahresfrist zum 2ten Mal, mit den Kampfbombern der NATO, eine Regierung auf einem anderen Kontinent in die Knie zwingen. Dafür haben Baroso und van Rompuy erhobenen Hauptes und zackigen Schrittes, in St. Pertersburg den (alten) neuen russischen Präsidenten getroffen. Mit dem Ziel ihm sein Zugeständnis abzuluchsen für den Bombenraid auf Syrien.
Bei allem Verständnis für die schwierige Lage, in der die Menschen in diesen tausende Jahre alten Diktaturen leben. Diese 2 Kantengänger und ihre Adlaten würden wohl besser, im Euroland zum Rechten schauen. Es gibt viel zu tun. Falls nicht endlich Remedur geschafft wird, könnten ihnen zu Hause die Felle davon schwimmen, bevor sie die syriesche Regierung aus dem Amt gebombt haben.
Personen haben auf diesen Beitrag kommentiert.
Kommentare anzeigen Hide commentsHallo Herr Mosimann, in allen Ihren Einschätzungen haben Sie recht. Es gibt daran nicht auszusetzen. Was den Magreb und die Nachbarstaaten angeht,so geht es dort, politisch, wirtschaftlich, gesellschaftlich und in releigiösen Bel-angen, um eine Situation die höchst gefährlich ist und leicht in einen Fläch-enbrand ausarten kann. Falls die syrische Regierung durch die NATO weggebombt wird, ist diese Aktion (NATO die Angriffsarmee verbündet mit USA)äusserst ris-ikoreich. Die syrische Armee ist um ein Mehrfaches stärker (Bestand an Kämp-fern, Waffensysteme zB Luftabwehr) als die Gadhaffi-Truppen. Auch wenn der Bombenraid gezielt, punktuell und effizient geführt wird, werden die oekono-mischen und humanitären Schäden gewaltig sein. Das Rote Kreuz wird dann mehr zu tun haben, als bei jedem anderen aktuellen Einsatz.
…und noch etwas: Da haben wir doch bei uns die EuroTourbos (zB Club Helve-tic) und viele Kader (vorwiegend Offiziere) der Armee, die wollen uns noch immer die EURO und die NATO als die Zukunftslösung für unser Land und die Armee verkaufen!