1. Abstimmungen & Initiativen

Dem Buch zuliebe!

 

Bücher sind nicht irgendein Konsumgut. Bücher sind viel mehr. Bücher bringen uns die Welt näher, nähren unsere Phantasiewelt, wecken Emotionen und sind Nährboden für Träume. Bücher sind Teil einer – unserer -Kultur. Ein besonders Kulturgut, welches einen besonderen Schutz braucht. Der Schutz heisst: Buchpreisbindung. Unsere Nachbarstaaten machen es uns vor, die Buchpreisbindung ist dort unbestritten. Die Bevölkerung in unseren Nachbarländern wissen, dass die Buchpreisbindung eine sehr unbürokratische Art der Kulturförderung ist, die den Steuerzahler nichts kostet.

 

Was andere können, können wir auch! Das Schweizer Parlament hat sich aus Überzeugung für die Buchpreisbildung ausgesprochen. Im Vorfeld dieses Entscheides haben wir eine Analyse der Buchhandlungslandscha​ft gemacht und stellten fest, dass diese, seit der damaligen Aufhebung der Buchpreisbindung, sich sehr verändert hat. Zahlreiche kleine Buchhandlungen auf dem Land und in den Städten sind verschwunden. Vieles ging dabei verloren: die persönliche Beratung und vor allem die Empfehlungen der Buchhändlerinnen und Buchhändler. Sie sind dafür ausgebildet, aus der überwältigenden Produktion der Verlage das Geeignete auszuwählen oder zu empfehlen. Sie bieten auch kleine Bücher, mit regionalem Einschlag, an. Diese hätten in einem Discounter oder im Internet keine Chance. Denn die Discounter leben vor allem von Bestsellern, sie legen Dan Brown und John Grisham auf, das tun zwar die kleinen auch, aber sie legen noch Melinda Nadj Aboniji oder Etienne Barillier auf. Diese Schweizer Autoren sind auf Schweizer Verlage angewiesen, wie dies auch für Martin Suters Bücher der Fall war. Auch er verdankt seinen Erfolg einem Schweizer Verlag. Vergessen wir nicht: Suters Bücher sind nicht vom Himmel gefallen, sondern wurden von einem Schweizer Verlag lanciert und erst über den Schweizer Buchhandel zum Erfolg.

 

Die Buchpreisbindung sorgt dafür, dass die Konkurrenz der Bücher beim Endkunden nicht über den Preis, sondern über den Inhalt läuft. So bekommt neben dem Bestseller aus den USA auch die Übersetzung aus dem Rätoromanischen eine Chance. Auch wenn wir die Buchpreisbindung wieder einführen, werden die Preise, nicht etwa vom Staat, sondern wie bis anhin von den Verlagen im freien Wettbewerb festgelegt. Der Rowohlt Verlag kann nicht plötzlich einen gebundenen Roman für Fr. 60.- verkaufen, weil er in Konkurrenz zu Diogenes, Suhrkamp und vielen anderen steht. Der Preisüberwacher kontrolliert ferner, dass die Umrechnung vom Euro in den Franken für die Konsumenten stimmt.

 

Wenn wir weiterhin wünschen, dass Buchhandlungen uns allen, die gerne Bücher lesen, auch solche, die von Schweizern geschrieben sind, anbieten, dann müssen wir uns für die Buchpreisbindung stark machen. Wenn wir weiterhin wünschen, dass Buchhandlungen eine grosse Auswahl anbieten, einen tollen Beratungs- und Bestellservice aufrecht erhalten, dann dürfen wir den Buchmarkt nicht den Discountern und dem Internet überlassen, sondern müssen uns für die Buchpreisbindung einsetzen. Nur so verhindern wir die Verödung der Buchlandschaft und schützen ein besonderes Kulturgut, das Schweizer Buch.

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Comments to: Dem Buch zuliebe!
  • Februar 2, 2012

    Oh ja, Frau Meier-Schatz, uns allen ist jetzt klar, es müssen Bücher sein, die Ihre Fantasiewelt und Träume unheilvoll anregen. Für mich schon Grund genug, gegen die Buchpreisbindung zu sein.

    Aber abgesehen davon, sollte das Kulturgut Buch -ist es das auch in elektronischer Form?- möglichst günstig sein. Wenn abei ein paar ewig gestrige Buchhändler den Laden dicht machen müssen, stört das nicht besonders.

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  • Februar 2, 2012

    Ich bin ebenfalls ein Freund der Bücher in gebundener Form. Doch vermute ich schwer, dass das Buch in seiner heutigen Form nicht mehr lange Bestand haben wird. Die neuen Medien und Möglichkeiten werden dazu führen, dass Bücher mehrheitlich in elektronischer Form aufgelegt werden.
    Nun zu den aktuellen Buchpreisen: Für mich sehr ärgerlich ist beispielsweise, dass ich für ein Fachbuch aus dem Springer-Verlag hier in der Schweiz fast 400 Franken bezahlen soll. Lasse ich mir dieses Buch durch eine Buchhandlung in Deutschland in die Schweiz schicken, bezahle ich inkl. Versand 280 Franken!
    Und zum Wettbewerb unter den Verlagshäusern. Da würde ich meinen, dass dieser Wettbewerb nicht spielt, weil ein Ausweichen auf ein ‘Konkurrenzprodukt’​ in der Regel nicht möglich ist! Die Schweizer Leser werden chronisch mit masslos überteuerten Preisen bestraft. Aktuelles Beispiel: Das GEO-Spezialheft zum Thema ‘Urkall’. In Deutschland für knapp 16 Euro erhältlich, bezahlt der Schweizer Leser 33 Franken!!
    Und noch zum Schluss: Keiner kann aktuell sagen, ob Bücher, die ich via online-Handel aus dem Ausland für meinen persönlichen Bedarf beziehe, auch von der Buchpreisbindung betroffen sein werden (hoffentlich nicht!!). Aber ausländische Verlagshäuser würden sicher sehr gerne dank Schweizer Buchpreisbindung weiterhin dicke Margen einkassieren. So einem Gesetz kann ich nicht zustimmen.
    Ich befürworte auch nicht ‘Geiz ist geil’, ich möchte aber faire Preise für die Konsumenten und die erreichen wir kaum mit einer Buchpreisbundung

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    • Juli 19, 2021

      Zu ihrem aktuellen Beispiel: Das GEO ist, wie Sie richtig sagten, ein Heft und unterliegt sowieso nicht dem Buchpreisbindungsgese​tz. Und bei Heften spielt der Markt ganz anders. Sie kriegen die NZZ ja auch nicht an einem Kiosk für 2.50 und an einem anderen für 4.- Bücher aber schon.
      Ich kann Ihnen aus Erfahrung sagen, dass die Margen der Verlage a) nicht gross und b) immer dieselben sind (etwa 10% des Endpreises). Und dies wird sich auch mit dem BPG in der Schweiz nicht ändern. In Deutschland ist das BPG ja schon lange in Kraft und da sind Bücher ja immer noch billiger als in der Schweiz. (Allerdings sind da auch Autos billiger, Essen, die Miete ist tiefer, die Löhne sind es … Sie sehen schon 😉 .) Die Preise für die Trivial-/Bestsellerli​teratur wird steigen – aber Produkte kleiner Verlage (einschliesslich Fachliteratur) werden günstiger! Die Verlage kalkulieren ihre Preise schon nicht willkürlich, glauben Sie mir.

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  • Februar 2, 2012

    Die Buchpreisbindung fördert nicht die Autoren sondern nur die (ausländischen) Grossverlage, denn nur diese können so viel Geld in die Werbung investieren.

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  • Februar 2, 2012

    Ich habe bis jetzt nicht festgestellt, dass die Buchlandschaft ohne Buchpreisbindung verödet und lese noch manch anderes ausser Dan Brown.
    Von mir aus kann man ruhig ohne Buchpreisbindung weitermachen, der Geldbeutel der Leseratte würde sich darüber freuen.

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  • Februar 2, 2012

    Ein Grossteil er Buchhandlungen wird so oder so verschwinden. Ich kenne niemand der noch eine Buchhandlung betritt und die Jüngeren lesen nur noch Ebooks. Wenn per Buchpreisbindung überhöhte Preise festgelegt werden, dann verschwinden die Buchhandlungen nur noch schneller. Dann geht jeder über die Grenze oder online.

    Abgesehen davon versteh ich nicht warum Bestsellerkunden dazu gezwungen werden müssen die anderen Bücher zu subventionieren.

    Im Prinzip ist der Ausgang der Abstimmung egal. Ausser einigen Grossbuchhandlungen werden wahrscheinlich alle verschwinden. Der Technologiesprung ist nicht aufzuhalten und damit die ändernden Einkauf-, und Lesegewohnheiten. Das Buch wird ganz sicher nicht verschwinden, jedoch wird der Buchmarkt ganz anders aussehen.

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  • Februar 2, 2012

    Die Buchpreisbindung ist ein Anachronimus und führt zu den überteuerten Schweizerpreisen, welche nicht mehr nachvollziehbar sind. Wenn diese Bindung ev. sogar den Internethandel betrifft, würde ich Bücher nur noch über Freunde im Ausland zu beziehen.

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    • Juli 19, 2021

      Super. Tun Sie das. Wenn Sie über Freunde im Ausland beziehen, brauchen Sie auch nicht lange zu suchen, wo es billiger ist. In der EU herrscht nämlich fast flächendeckend die Buchpreisbindung. Da können Sie Freunde in Deutschland, Österreich, Frankreich oder Italien fragen, sie werden immer die selben Preise bezahlen.

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  • Februar 2, 2012

    Ich denke der Bücherhandel nimmt schon genug Geld ein aus der Gebühr von Kopierern und Faxgeräte. Viel dringender wäre die Blümchenpreisbindung zwecks Bekanntmachung von seltenen Pflanzen. (Ironie)

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    • Juli 19, 2021

      Zitat:
      Viel dringender wäre die Blümchenpreisbindung zwecks Bekanntmachung von seltenen Pflanzen. (Ironie)

      Gut, dass Sie “Ironie” hinter den Text kleben. Hoffentlich kommt LinksGrünGut nicht trotzdem auf den Gedanken, Ihre Idee umzusetzen.

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  • Februar 3, 2012

    Frau Lucrezia Meier-Schatz CVP,
    Es gibt Bücher und Bücher, sowie es Menschen und Menschen gibt, welche in diesem wertvollen „Kulturgut“ der Art verfallen sind, dass sie mitten in der Nacht auf eine Fortsetzungsgeschicht​e warten. Nichts gegen diese Art Bücher, sind lustig, unterhaltsam, gut vernetzt durchdacht, wertvolles Kulturgut?
    Dann gibt es noch eine riesen Palette welche weder das Wort Buch, noch den Namen besonderes Kulturgut verdient haben. Ausser wir definieren den Begriff besonderes Kulturgut neu.
    Eine Buchpreisbindung ist in meinen Augen eine Kartellabsprache, die sogar noch den staatlichen Segen geniesst. Damit nicht abgezockt wird, brauche es, schreiben sie den Preisüberwacher und einen ganze Stab von Leuten, welche dies Kontrollieren würden. Was ja logischerweise kostet.
    All diesen Aufwand und diese Kosten kann man sich ersparen, in dem man den freien Markt spielen lässt. Freier Markt, in einem freien Land, Schweiz, man müsste ein Buch darüber schreiben was das eigentlich ist! Das wird aber wieder an der linken Intellektuellen Zensur Gilde scheitern.
    P.S. Es kann sogar für das wertvolle Buch mit wertvollem Inhalt sehr nützlich sein, wenn nicht mehr jeder Schrott der geschrieben wird, unterstützt wird.

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    • Juli 19, 2021

      Lieber Herr Nabulon

      Oft ist es gerade das wertvolle Buch mit wertvollem Inhalt, das dann unverkäuflich ist, weil es sich eben nicht in Millionenauflage verkauft.

      Ein kleines Preisbeispiel (beide auf books.ch):
      Max Frisch, Stiller, Taschenbuch 437 Seiten, CHF 15.90
      Stephen King, Puls, Taschenbuch 556 Seiten, CHF 13.90

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    • Juli 19, 2021

      Mein lieber Herr Markus Kessler,

      Offensich​tlich gehen die Ansichten wertvolles Buch, auseinander.

      Schau​en Sie, ich meine, so wie es an der Zeit ist, dass unsere Bauern einmal das herstellen und auf eigenen Beinen stehen lernen, plus so viele weitere in Kartellen oder Subventionen gefangene, …

      Bis hin zu Ländern die nur dank einer EU Subvention und Fallschirmen überleben können….wäre es einmal an der Zeit, generell damit aufzuhören.

      Stattd​essen entstehen immer mehr Absprachen und Kartelle und da meine ich, früher oder später sind wir damit auf dem Holzweg.

      Man hat einmal Schriften entwickelt, in Stein gemeisselt, in Ton gekratzt, auf Kuhhäute geschrieben, auf Papier, und neu braucht man dazu kein Papier mehr. Irgend wann einmal sollte man dem Rechnung tragen, meine Ansicht.
      P.S. Für mich ist eine wertvolle Information oder Inhalt, Wissen, das auf keinen Fall verloren gehen darf.

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    • Juli 19, 2021

      Tja, Herr Nabulon, da muss ich leider gleich noch ein Preisbeispiel hinterher schicken.
      Wenn es um Wissen geht, also um Sachbücher, greift genau die Preisfreiheit, die wir in der Schweiz eigentlich hätten, eben nicht, weil da die zu erwartenden Umsätze einfach zu klein sind. Für Buchhandlungen kann sich ein Sachbuch schnell zum Ladenhüter entwickeln.

      Also jetzt zum versprochenen Beispiel:
      Duden – Band 1 – Die deutsche Rechtschreibung

      Be​i Orell Füssli (books.ch) CHF 34.90
      In Deutschland (libri.de) EUR 21.95 (CHF 27.30)

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  • Februar 3, 2012

    Für die öffentlichen Bibliotheken geben wir jährlich über 300 Millionen aus. Wenn nun die Buchpreisbindung eingeführt wird, können die Bibliotheken nicht mehr die Bücher am billisten Ort bzw. zu Sonderkonditionen einkaufen. Entweder die Bliotheken kaufen massiv weniger Bücher oder das Budget muss massiv aufgestockt werden.

    Das Gleiche gilt für die Schulbücher.

    Die Buchpreisbindung ist ein unsoziales Kartell der Buchhändler.

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  • Februar 3, 2012

    Die Buchpreisbindung ist ein Relikt aus vergangenen Zeiten, deshalb wird sie auch nicht mehr eingeführt!

    Sonst müssten wir jeweils für den Büchereinkauf ins Ausland fahren, währe schön blöd!

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    • Juli 19, 2021

      Im Ausland herrscht schon lange die Buchpreisbindung (ausser in GB und Belgien). Und da die Bücher dort scheinbar günstiger sind, kommt man doch unweigerlich zum Schluss, dass die Buchpreisbindung NICHT zu höheren, sondern zu NIEDRIGEREN Preisen führt. Das war ja gerade der Beweis dafür.

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    • Juli 19, 2021

      Buchpreisbindung

      Das Buch sei ein „Kulturgut“, sagen die Befürworter der Buchpreisbindung zu Begründung ihres kartellistischen Vorhabens. Das mag sein. Dasselbe könnte man aber gerade so gut auch von vielen anderen Produkten und Dienstleistungen sagen: auch Theateraufführungen sind ein „Kulturgut“. Auch Museumsbesuche sind ein „Kulturgut“. Auch Filme sind (oft) ein „Kulturgut“. Auch Konzertbesuche sind ein “Kulturgut“. Auch Kunstgalerien und vieles andere mehr sind „Kulturgüter“, Wenn man die Logik der Buchpreisbindung weiter denkt, müssten konse-quenterweise alle diese genannten „Kulturgüter“ und Dutzende weiterer Orte und Veranstaltungen auch mit staatlich verordneten Preisen reglementiert und vor dem Wettbewerb geschützt werden. Dann aber “ade” freie Marktwirtschaft. Wollen wir das wirklich?

      Rolf Schoch, Horgen

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  • Februar 3, 2012

    Kurz zu den überteuerten Büchern:
    Ich halte gerade ein Buch in meinen Händen. Das Buch kostet 15.60 (TB, ohne jeglichen Rabatt), P. L. Fermor hat es innerhalb von 8 Monate geschrieben, zwei Übersetzer haben schätzungsweise drei Monate daran gearbeitet und der Verlag ein halbes Jahr. Preisfrage: Wieviel überteuerte Bücher müssen wohl verkauft werden, damit die involvierten Parteien für einen Monat Arbeitszeit mit 2000 Franken entschädigt werden?

    Anbei eine kurze Liste mt Dingen, die man für 15.60 Franken sonst noch so kaufen kann:

    – 71 cl frisch gepresster Mango Lassi im Hiltl
    – 4 Stabilo Rollerball bionic worker, assortiert (1 schwarz, 1 blau, 1 rot, 1 grün) bei Officeworld
    – 0.975 Kinoeintritte (mit Stucard!)
    – 0.6 CD “Lady Gaga – Born This Way” (beim Preisdumper Exlibris)

    Die absolute Höhe: Wenn die Kartellabsprache durchkommt (so wie in den restlichen europäischen Ländern, ausser Belgien und GB), wird der arme Buchkonsument immer noch horrende 15.60 hinblättern müssen! Eine Zumutung! Da greift man schon lieber zu Dan Browns “Illuminati” mit 701 Seiten, das Exlibris mit 20% Standard-Rabatt für 11.90 raushaut!

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  • Februar 4, 2012

    Es ist bemühend, wenn soviel geschrieben werden muss, um diese Vorlage zu begründen. Wir alle wissen, dass neue Vorschriften zu mehr stattlichen Aktivitäten führen. Muss einfach alles möglichst teurer sein? Frau Meier-Schatz weiss doch ganz genau, dass zum Beispiel deutsche Journale in der Schweiz viel teurer verkauft werden als in Deutschland. Der Effekt der Buchpreisbildung stützt die ausländischen Verlagshäuser, ist gegen die Schweizer Kundschaft und fördert den Einkauf über die Grenze.
    Tatsächlich bleiben die Möglichkeiten der elektronischen Medien übersehen. Aber vielleicht ergeben sich nach einer Annahme dieser unsinnigen Vorlage neue Betätigungsfelder erst für National- und Ständeräte und anschliessend für ein neues Bundesamt!

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  • Februar 6, 2012

    Ich finde es sehr be­frem­dend, wenn unter dem Den­kmantel Kul­tur­gut , der Staat gleich alle Bücher pauschal zum Kul­tur­gut erklären will, nur damit der Staat wie­der Preise fest­set­zen kann! Man streitet sich ja immer darüber was Kulturgut ist und was nicht. Seit Menschengedenken. Und weil man hier nie einig wird sollte man auf Pauschalisierungen besser verzichten! Was Kul­tur ist und was nicht kann der Staat oh­ne­hin nur sehr schwer be­stim­men. Schon gar nicht wenn es um Li­te­ra­tur geht. Das hängt immer enorm vom Be­trach­ter ab. Und wel­ches Buch damit nun Kul­tur­gut und Kul­tur ist und wel­ches nicht, dass hat der Leser zu be­stim­men, über die Nach­fra­ge, Auf­la­gen­zah­len und die Re­son­naz auf ein Buch! Sonst kann wirk­lich jede Schund- und Schmu­del­li­te­ra­tu​r als Kul­tur­gut gelten!

    Es ist falsch wenn hier der Staat mit einer Buchpreisbindung mitredet. Den so stehen hier viele Bücher und Autoren unter Heimat- und Artenschutz, dessen Titel eigentlich kaum Geld einbringen über einen offenen Markt, aber mit einer Buchpreisbindung ofmals subventiniert wird für Autoren und Verlage! Darum sollen die Bücher über den Markt bestimmt werden und nicht durch den Staat!!

    In anderen Belangen mögen Subventionen und Preisbindungen einen Sinn machen. So z.B im ganzen Agrarbereich, weil es hier um die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln geht, was überlebenswichtig ist und wir uns so wenig wie möglich darin vom Ausland abhänig machen lassen dürfen! Deshalb sind Subventionen und Staatshilfen gerechtfertigt wenn es um solche elementaren Dinge geht!

    Die Bücher dagegen gehören nicht zu den Dingen die absolut lebensnotwenidig sind, ausser in der geistigen Musse. Bücher sind hier schlussendlich Genuss- und Luxusprodukte. Deshalb darf die Buchpreisbindung nicht reaktiviert werden! Die Buchpreisbindung ist auch nicht ein Teil vom Service Publique! Genau so wie eine staatliche Filmförderung total falsch ist!

    Hier wird wieder suggeriert, dass man mit einer Buchpreisbindung die kleinen Buchläden vor dem Aussterben schützt. Ich finde so eine Aussage aber höchst asozial und inkonzequnet. Der Besitzer vom Tante-Emma-Laden und jener vom kleinen Eletrogeschäft könnten nämlich genau so argumentieren! Da müsste man auch diesen helfen mit Preisbindungen, weil diese wegen den grossen Discountern auch ernom zu leiden haben! Dann hätten wir aber den totalen Staatskaipitalismus! Entweder werden hier alle kleinen Geschäfte in Gewerbetreibende im Kapitalismus staatlich unterstützt, oder dann gar keiner! Aber bitte nicht mit Sonderregelungen für den Buchhandel, da sonst jeder Tante-Emma-Laden und jedes Mini-Eletrogeschäft Kulturgut wäre!!

    Und dann haben sich die Westschweizer immer für EU, EWR, PFZ und Globalisierung ausgesprochen, was auch die totale Gewerbefreiheit für Ausländer mit sich bringt. Das haben dann auch französische Buchhandlungen geschnallt, die nun in der Westschweiz sehr stark wurden und einheimische Buchläden in den Ruin trieben! Unglaublich, wenn dann die Westschweizer wegen diesem Geschäftesterben eine Buchbreisbindung wollen, davor aber die totale Grenzöffnung und die totale Globalisierung vorzogen, die aber genau zu diesem einheimischen Bücherladen-Sterben führten! Völlig absurd!

    Im weiteren haben die kleinen Buchhandlungen auch ein Problem wegen ihrer räumlichen Kleinheit! Diese Probleme resultieren dann vielfach aus der puren Platznot, besonders in den notorisch engen Städten. Oftmals können solche Geschäfte gar nicht grösser werden, aus Platznot, wo man mit mehr Platz noch mehr Bücher anbieten könnte! Ein gewichtiger Teil der Nöte dieser kleinen Buchhandlungen, womit dann aber auch eine Buchpreisbindung keine Abhilfe schafft!

    Aus all diesen Gründen empfehle ich ein klares Nein am 11. März 2012 zur Wiedereinführung der Buchpreisbindung!!

    http://www.vimenti​s.ch/dialog/readartic​le/der-leser-macht-ei​n-buch-zum-kulturgut-​und-nicht-der-staat/

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  • Februar 8, 2012

    Danke Frau Meier-Schatz. Sie bringen es genau auf den Punkt. Bestseller (meist Übersetzungen amerikanischer Werke) werden zum Schnäppchenpreis verramscht und grosse Buchhandelsketten überfluten den Markt mit billiger Massenware.
    Dass ein Buch eines aufstrebenden Schweizer Autors in einer Auflage von 1000 Exemplaren einiges teurer wird als ein Bestseller eines etablierten Autors in einer Auflage von 50000 Exemplaren, scheint logisch (man bedenke, dass dem Autor in der Regel zwischen 8 und 10% des Ladenpreises zustehen).
    Warum soll also ein Verlag dann noch ein Risiko eingehen und einen jungen Autor fördern?
    Ich werde auf jeden Fall dafür stimmen, dass die Buchpreisbindung wieder eingeführt wird.

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    • Juli 19, 2021

      Ich kenne einen Autor der für die Publikation seines Sachbuchs sogar bezahlt hat. Zusätzlich sieht er von der ersten Auflage keinen Rappen.

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    • Juli 19, 2021

      Ja. Solche “Verlage” gibt es leider auch. Allerdings ändert daran auch die Buchpreisbindung nichts.

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  • Februar 9, 2012

    Es gibt GESETZE in der Schweiz, aber gelten die nicht für alle?
    Scheinbar nicht.

    Art. 5 Unzulässige Wettbewerbsabreden


    3 Die Beseitigung wirksamen Wettbewerbs wird bei folgenden Abreden vermutet, sofern sie zwischen Unternehmen getroffen werden, die tatsächlich oder der Möglichkeit nach miteinander im Wettbewerb stehen:
    a.Abreden über die direkte oder indirekte Festsetzung von Preisen;

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  • Februar 11, 2012

    Ich weiss nicht, sollte ich lachen oder weinen. Da haben sich Autoren bis hin zu Emil Steinberger dazu geäussert, dass Sie sich Ihr geistiges Eigentum nicht einfach so zu Discountpreisen verhökern würden.

    Gut, und ich dachte immer,
    Erstens sei es freiwillig Bücher zu schreiben, und jeder wählt den Beruf welchen er für gut befindet.
    Zweitens ist es ebenso freiwillig überhaupt ein Buch zu lesen, es spielt dann schon eine wesentliche Rolle, wessen geistig Kinder der Autor ist, vor allem wenn es um Gesellschaftliche Politische Themen geht.
    Drittens, bei so manch einem Autoren Autorin wäre es klüger gewesen, diesen geistreichen Inhalt für sich zu behalten, als in Buchform niederzuschreiben. Oft will man ja mit seinen echt sehr komischen Ansichten die Menschen dazu bringen, sich zu ändern, es genauso zu sehen…
    Ich sehe immer noch keinen Grund, diesem Buchkartell zuzustimmen

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