1. Aussenpolitik

Der Umsturz in der Ukraine – vom Westen orchestriert !

DER UM­STURZ IN DER UKRAINE – VOM WES­TEN ORCHESTRIERT!

Notizen​ von Gotthard Frick, 20.02.2017

Die Annexion der Krim ist der Vorwand für den “Westen”, Russland auszugrenzen.

An der Tagung des NATO-Russland Rates von 2008 wurde darüber geredet, dass die Ukraine und Georgien Mitglieder der NATO werden sollen. Putin soll geantwortet haben, dass im Falle eines NATO-Beitrittes der Ukraine die Ost-Ukraine und die Krim abgespalten und an Russland angegliedert würden. (Die Ukraine und die Krim waren bis zum Ende der Sowjetunion ein Teil derselben. Russland hat dann die Benützung des Kriegshafens auf der Krim mit einem jahrzehntelang gültigen Vertrag gesichert.). Die NATO will militärisch immer noch näher an Russland rücken. Bereits am NATO-Gipfel vom 9. Juli 1997 wurde mit der Ukraine der militärische Partnerschafts-vertra​g​ unterzeichnet. Seither hat Putin immer wieder gegen das militärische Näherrücken der NATO protestiert und mehrfach deutlich gesagt, dass das von Russland nicht toleriert werden könne und es ggf. militärisch vorgehen werde, falls keine gütliche Einigung möglich sei. Darüber hat man in unseren Medien nichts gelesen.

Die Ukraine verfügt über 32 Mio. ha besten landwirtschaftlichen Bodens und attraktive Unternehmen. Das erklärt, das Interesse der USA/NATO am Land und die Wut des Westens darüber, dass Putin die totale Übernahme von dessen Ressourcen verhindert hat.

Die EU wollte ein Assoziationsabkommen mit der Ukraine abschliessen, das am 30.03.2012 paraphiert wurde. José Emmanuel Barroso (EU Kommission) und Catherin Ashton, (EU Aussenbeauftragte) erklärten, das Abkommen nicht zu unterzeichnen, da alles noch von der Entwicklung in der Ukraine abhänge. Am 18. Nov. 2013 erklärte auch Bundeskanzlerin Merkel, dass Abkommen sei noch nicht unterschriftsreif. ​​

1) Schon vor dieser ganzen Entwicklung begannen US Konzerne (Monsanto, Cargill, Du Pont) und andere westliche Unternehmen Anteile an Getreidesilos, Saatgutproduktion, Getreideterminals an Schwarzen Meer, Schwarzerdeböden (bereits gegen 2 Mio. ha) und anderes in der Ukraine aufzukaufen, bzw. die Böden im Hinblick auf den Kauf langfristig zu pachten. Die westlichen Konzerne kontrollieren heute schon einen guten Teil der ukrainischen Agrarlieferkette. Seither haben sich auch chinesische, saudiarabische und Unternehmen aus anderen Ländern am Aufkauf der Ukraine beteiligt.

2) ​​ Am 21. Nov. 2013 entstand eine kleine Oppositionsbewegung, weil wenige Tage nach Barroso, Ashton, Merkel, auch der Präsident der Ukraine die Unter-zeichnung des Abkommens ablehnte. Es sei noch zu früh. Ein Problem war die Ausgrenzung Russlands im Vertrag.

3) Auf Grund des Aufrechterhaltens der negativen Haltung durch die Regierung zum Abkommen wurde Anfang Dezember 2013 die kleine Oppositionsbewegung zur Massenbewegung.

4) ​​ Im Dezember 2013 erklärt die Stv. US Aussenministerin, Victoria Nuland, die USA hätten seit 2011 5 Milliarden $ zur Unterstützung demokratischer Institutionen in der Ukraine ausgegeben und der US Milliardär George Soros meinte am 15.4.2014, er habe schon seit der Unabhängigkeit der Ukraine von der UdSSR eine Stiftung aufgebaut, die „eine grosse Rolle bei den jetzigen Ereignissen gespielt habe“ (damit meinte er den Umsturz). Die USA sollen in der Ukraine eine sehr grosse Zahl von NGO’s mit harmlos klingenden Zwecken gegründet haben.

5) Schon am 11. Dez. 2013 kamen die US Stv. Aussenministerin, Victoria Nuland, und die Aussenbeauftragte der EU, Catherin Ashton nach Kiew. Sie sprachen unterstützend mit der Opposition auf dem Maidan. D.h. in dem souveränen Staat mit einer legitimen Regierung unterstützte die US Regierung und die EU vor Ort die Opposition! In der gleichen Nacht stürmte die Opposition den Maidan-Platz. (Wie würde der Westen reagieren wenn Russland so den Brexit oder die Unabhängig-keitsbeweg​​ungen in Katalonien und Schottland unterstützt hätte?).

6) In der ersten Hälfte Dezember 2013 kam der mächtige US Senator John McCain nach Kiew. Er traf die Führer der Opposition darunter am 14. Dezember 2013 den SVOBODA Parteiführer Oleh Tjahnybok. McCain versicherte die Opposition der Unterstützung durch die USA. (Laut NZZ vom gleichen Tag soll Tjahnybok einige Jahre vorher gesagt haben: „Schnappt Euch die Gewehre, bekämpft die Russen-Säue, die Deutschen, die Juden-Schweine und andere Unarten“. Laut NZZ war er im Dezember 2013 noch nicht vom Saulus zum Paulus geworden).

7) Am 15. Dezember sprach McCain auf dem Maidan an einem EU Rally zu den Massen und versicherte sie der Unterstützung der USA: „America stands with you!.

8) Russland kaufte für 15 Mrd. $ ukrainische Staatsanleihen und senkte den Preis des dem Land verkauften Gases.

9) Am 4. Februar 2014 sagte Nuland dem US Botschafter in Kiew, Geoffrey R. Pyatt telefonisch, Arseni Jazenjuk, müsse Ministerpräsident werden. Am 26. Februar 2014, nach dem Umsturz, wurde er es auch. Neben den Genannten kamen noch zahreiche andere westliche Politiker in die Ukraine, um den Putsch zu unterstützen.

10) ​ Am 20. Februar fand auf dem Maidan ein Massaker statt, das mehr als 80 Tote unter den Demonstranten und der Polizei führte. Der Westen und die Opposition gaben der Polizei die Schuld, die Regierung machte Rechtsextreme dafür verant-wortlich, die damit die Wut des Volkes auf sie anstacheln wolle. Die BBC, die vor Ort war, interviewte einen der Schützen, der kein Polizist war und sagte, er habe aus dem Konservatorium geschossen, habe aber nicht töten wollen. Ein Fotograf konnte im Konservatorium auch zwei Männer mit Gewehren aufnehmen. Es wurde auch aus der Post geschossen. Beide Gebäude waren unter Kontrolle der Opposition. Die BBC zeigte auch Bilder, die zeigte, wie Polizisten aus ihren Stellungen rannten, als auf sie geschossen wurde. Ein Parlamentarier der Opposition, A. Shevenchko, berichtete der BBC, dass er deswegen zahlreiche Panik-Anrufe der Polizei erhielt. Bis heute hat die Regierung die Untersuchung des Falles nicht abgeschlossen.

11) Am 25. Februar 2014 telefonierte der estnische Aussenminister Urman Paet mit der EU Aussenbeauftragten Catherin Ashton und informierte sie, es habe ihm ein Chirurg angerufen, der die Verletzten behandelte. Laut diesem kamen die Schützen von der extremen Rechten.

12) Nach dem Putsch wollte die Regierung das Russisch als zweite Amtssprache abschaffen. Nach gewalttätigen Protesten dagegen verhinderte das der neue Interimspräsident A. Turtschyno mit seinem Veto.

13) Es ist sicher nur ein reiner Zufall, dass im Mai 2014, kurz nach dem Putsch und der Installation des neuen Regimes, Hunter Biden, der Sohn des damaligen Vizepräsidenten der USA, Mitglied des Verwaltungsrates des riesigen privaten Gaskonzerns der Ukraine, Burisma Holdings wurde. Er ist Anwalt in einer bedeu-tenden New Yorker Kanzlei und u.a. Verwaltungsrat des US Ablegers des World Food Programmes.

14) Selbst falls Putin die Krim schon lange hätte zurückholen wollen, ermöglichte ihm erst der vom Westen ausgelöste Umsturz und die chaotischen Entwicklung, die Absicht umzusetzen. Erst Anfang Februar 2014 begann die russische Planung, wie Russland auf die Entwicklung in der Ukraine reagieren solle. In der zweiten Februarhälfte führten hohe russische Militärs Gespräche darüber auf der Krim

15) Am 27. Februar 2014 drangen russische SPEZNAZ-Soldaten ohne Abzeichen auf die Krim-Halbinsel vor. Schrittweise übernahmen sie die militärische Kontrolle der gesamten Halbinsel. Am 21. März 2014 erfolgte die politische Annektierung der autonomen Krim, die völkerrechtlich zur Ukraine gehörte, durch Russland. Am 6. März 2014 beschloss das russische Parlament den Anschluss der Krim. Am 16. März 2014 fand das Referendum zum Anschluss an Russland statt (mit über 80% Zustimmung).

Personen haben auf diesen Beitrag kommentiert.
Kommentare anzeigen Hide comments
Comments to: Der Umsturz in der Ukraine – vom Westen orchestriert !
  • März 8, 2017

    Die EU hat im Auftrage der USA die Ukraine destabilisiert und die Ultanazis unterstützt.

    Aus lauter Machtinteressen von Ost und West wurde das Volk in den Krieg getrieben.

    Kommentar melden
  • März 9, 2017

    Es ist unterdessen bekannt, dass die USA bei der Auslösung der Ukraine-Krise die Hauptrolle spielen. Leider hat Deutschland in diesem miesen Spiel mitgemacht. In der Ost-Ukraine leben sehr viele Russen, in der Krim über eine Million (über 50% der Bevölkerung). Es gibt enge wirtschaftliche, kulturelle und soziale Beziehungen zu Russland. Putin kann nie zulassen, dass dort die Nato einzieht, er würde den Rückhalt im russischen Volk verlieren.

    Kommentar melden
  • März 10, 2017

    Die Ukraine war für die Sowjetunion die Kornkammer und die Krim Inbegriff eines wunderbaren Urlaubes am südlichen Meer.

    Was hat sich die NATO und die EU nur gedacht ? Nicht viel gescheites, ansonsten würde die EU mit Russland längst ein Freihandelsabkommen abschließen und wieder prosperieren, aber wie !!!

    Kommentar melden

Kommentar schreiben

Neuste Artikel

  1. Umwelt, Klima & Energie
Biodiversität: Wir haben zu wenig Schutzflächen! Die Leistungen der Ökosysteme müssen in Zielsetzungen und Steuerungsinstrumente der Politik und Wirtschaft einfliessen. Ein zu enger Aktionsplan des Bundes reicht dafür trotz guter Ansätze nicht.“ (Markus Fischer Der Professor für Pflanzenphysiologie ist Mitglied des Expertengremiums des Weltbiodiversitätsrats in BaZ vom 1.10.2020)

Bleiben Sie informiert

Neuste Diskussionen




Willkommen bei Vimentis
Werden auch Sie Mitglied der grössten Schweizer Politik Community mit mehr als 200'000 Mitgliedern
Tretten Sie Vimentis bei

Mit der Registierung stimmst du unseren Blogrichtlinien zu