1. Wirtschaft

Die Goldinitiative und der mediale ‘Nachgang’

Um es gleich vor­weg zu neh­men; Ich bin ein Unterstützer der Goldinitiative – aus Überzeugung. Heute ist im TA­GES­-­AN­ZEI­GER (TA­ME­DIA) zu le­sen; “Diese 30 Pro­zent Gold müssen eben­falls in die Schweiz zurück”, wor­auf Phil­ipp Löpfe der TA­ME­DIA kon­tert und po­li­tisch ein­greift; “Jordan han­delt aus Notwehr”. Nach mei­ner Auf­fas­sung soll­ten Jour­na­lis­ten die Wahr­heit re­cher­chie­ren und berichten  – nicht ver­su­chen, die öffentliche Mei­nung zu ma­ni­pu­lie­ren. Wieso ich das sage?

Die finanzpolitische Berichterstattung durch Phlipp Löpfe vom TAGES-ANZEIGER stört mich schon lange – verteidigt er doch auf Biegen und Brechen andauernd scheiternde Systeme und ist arrogant genug, keinerlei Fakten zu reflektieren (und Hinweise ungelesen zu löschen). Dass die Schweiz, resp. die SNB einen fatalen Fehler mit ihren Goldverkäufen gemacht hat, liegt heute überdeutlich auf der Hand. Die Schweiz – wie alle anderen Länder auch – haben heute eine praktisch ungedeckte Fiat-Währung, welche nur durch den (unbegründeten) Glauben der Öffentlichkeit am Leben erhalten werden kann. Von “Wert” kann nicht mehr gesprochen werden – ohne Golddeckung ist eine Währung nichts als primitives Papier. Eine 20%-ige Golddeckung ist das absolute Minimum an Sicherheit, das einer Währung zu Grunde liegen sollte. Damit man ‘Geld’ verstehen kann, empfehle ich den unterhaltsamen Film “Fabian – der Goldschmied”. Damit wird einfach und gut nachvollziehbar klar, wie tödlich, resp. paradox die Aufhebung des Goldstandards für eine Währung ist.

Als 1791 die ‘First Bank of the United States’ von Privatleuten mit einer Charta (Laufzeit) von vorerst 20 Jahren gegründet wurde, hatte dies einen guten Grund; Man wollte sehen, wie sich das System bewährt. In dieser Zeit reifte die Überzeugung, dass die Geldschöpfung einzig beim Staat liegen kann, um den Wohlstand der Bevölkerung zu gewährleisten, weshalb die private Notenbanklizenz nach Ablauf nicht mehr erneuert wurde und George Washington – der erste amerikanische Präsident – unterstützte dies. Erst nach einem angezettelten Bürgerkrieg konnten gewisse Kreise erreichen, dass diese volksschädliche ‘Tradition’ mit der ‘Second Bank of the United States’ ihre Fortsetzung fand. Als Andrew Jackson in den USA an die Macht kam, war es eines seiner ersten Anliegen, den bereits wieder seit zwölf Jahren laufenden, erneuten Missbrauch der ‘Second Bank of the United States’ sofort zu beenden, indem er erklärte;

“Es sind nicht nur unsere Bürger allein, die den Gewinn unserer Regierung erhalten sollen. Mehr als 8 Millionen Aktien der Bank werden von Ausländern gehalten… Besteht da keine Gefahr für unsere Freiheit und Unabhängigkeit bei einer Bank, welche ihrer Natur gemäß sehr wenig hat, was sie an unser Land bindet? Unsere Währung kontrollierend, unser öffentliches Geld erhaltend, und Tausende unserer Bürger in ihrer Abhängigkeit haltend… wäre sie furchterregender und gefährlicher als eine militärische Macht des Feindes. Wenn die Regierung sich darauf beschränken würde, gleichen Schutz zu geben, und, so wie der Himmel seinen Regen verteilt, diese Gunst gleichmäßig auf die Armen und die Reichen verteilte, wäre das ein uneingeschränkter Segen. In dem Gesetz vor mir scheint eine weite und unnötige Abkehr von diesen Prinzipien vorhanden zu sein.

Als Jackson zur Wiederwahl antrat, war sein Wahlslogan “Jackson und keine Bank!”. Er deponierte die Einlagen nach seiner – von den betroffenen Kreisen unerwünschten – Wiederwahl bei demokratischen Banken, worauf die Gegenseite vorsätzlich eine Depression verursachte, indem sie den Geldmarkt manipulierte und versuchte Jackson zu ermorden. 1862 versuchte Abraham Lincoln mit der Einführung des ‘Greenbacks’ eine zinsfreie Währung erneut in staatliche Hände zu legen und erwähnte in diesem Zusammenhang; Geld wird aufhören der Meister zu sein und zum Diener der Menschheit werden.. Lincoln wurde kurz nach Beginn seiner zweiten Amtszeit 1865 ermordet. Erst 1913 konnte in den USA, mit dem ‘Federal Reserve System’ (FED), erneut ein privat kontrollierte Zentralbank installiert werden, welche bis heute tätig ist und ‘über dem Gesetz’ steht. Ab 1944 bis 1971 galt das System von Bretton-Woods und damit der Goldstandard, was feste Wechselkurse sicherte. Wegen der Finanzierung des Vietnamkrieges (1971 erhöhte die amerikanische Zentralbank die Geldmenge um 10%) war der US-Dollar nicht mehr ausreichend mit Gold gedeckt und das Vertrauen in die Zahlungsfähigkeit der amerikanischen Regierung schwand. Mit dem ‘Nixon-Schock’ 1971 geriet dieses System völlig aus den Fugen und der Spekulation wurden Tür und Tor geöffnet. Was als “vorübergehende Massnahme” verkauft wurde, etablierte sich durch das eigenmächtige Handeln der amerikanischen Regierung dann weltweit und erreichte auch die Schweiz.

Die Goldverkäufe der SNB – einher gehend mit der Aufhebung des Goldstandards – sind in etwa gleich gefährlich für unsere sozialen Systeme wie die Ablösung des Kapitaldeckungsverfah​rens durch das Umlageverfahren bei der Finanzierung von Sozial- und Vorsorgeanlagen. In wirtschaftlich guten Zeiten stört das niemanden, weil einfach niemand begreift, was den Völkern damit angetan wird. ‘Journalisten’ wie ein Philipp Löpfe streichen sogar noch die angeblichen Vorteile solcher subversiven Machenschaften heraus – da stellt sich nur die Frage “Cui bono?”. Erst wenn es wirtschaftlich ‘eng’ wird – treten diese Fehler und dann ganz brutal zu Tage – alle müssen leiden und nur weil sie von der verantwortlichen Politik falsch informiert – wenn nicht gar bewusst belogen – wurden. Das nennt sich landläufig ‘Kurzsichtigkeit’ und steht selbstverständlich diametral zum Verständnis für Nachhaltigkeit.

Wir dürfen uns gestrost fragen, weshalb solche Dinge geschehen und ob auch eine Schweizerische Nationalbank nicht unter die Aufsicht des Volkes, resp. des Staates gehört, statt ‘privat’ Entscheidungen vornehmen zu dürfen, die uns alle betreffen? Die Stützung des EUR-Mindestkurses zu Beispiel hätte ganz klar demokratisch ‘abgesegnet’ werden müssen – was nicht der Fall war. Eine 20%ige Golddeckung, wie sie von der Goldinitiative verlangt wird, ist das Mindeste an Sicherheit, die wir uns leisten können – die Rückholung unserer Goldreserven ist in diesem Zusammehang eine zwingende Voraussetzung. Mein Tipp; Die SNB sollte mit den hunderten von Milliarden von Euros (was übrigends die jährliche Exportleistung der Schweiz um ein mehrfaches übersteigt), die sie als ‘Währungsreserven’ hält, unbedingt Gold kaufen um die Währungssicherheit der Schweizerfrankens (CHF) auf über 20% zu erhöhen. Dies ist eine Verpflichtung gegenüber dem alleine durch das Volk erarbeiteten Wohlstandes in der Schweiz und dessen Erhaltung.

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