1. Sonstiges

Die Schweiz wehrt sich gegen Geldforderungen

Die Er­wär­mung der Erde hat auch Ein­fluss auf das Schmel­zen der Glet­scher in der Schweiz. Am Frei­tag wurde von der Uno das Er­geb­nis einer Stu­die zu den Zie­len der Treib­h­aus­gas­re­du​​k­tion ver­öf­fent­licht, die in den ein­zel­nen Staa­ten an­gekün­digt wur­de. So will die Schweiz bei­spiels­weise die Emis­sio­nen bis zum Jahr 2030 um 50 Pro­zent re­du­zie­ren, im Ver­gleich zum Jahr 1990. Das schwei­ze­ri­sche Bun­des­amt für Um­welt ver­öf­fent­lichte gleich­zei­tig die Ri­si­ken, die mit In­ves­ti­tio­nen in emis­si­ons­rei­chen Un­ter­neh­men mit dem Fi­nanz­platz in Ver­bin­dung ste­hen wür­den. In 30 Tagen be­ginnt in Paris die Un­o-Kli­ma­kon­fe­re​​nz, deren Vor­be­rei­tun­gen schon jetzt auf Hoch­tou­ren lau­fen.

Erwartunge​n für diese Klima-Konferenz sind hoch

Bei der diesjährigen Klima-Konferenz, die in Paris stattfinden wird, handelt es sich bereits um die 21. Konferenz im Rahmen der Klimarahmenkonvention​​. Dieses Jahr jedoch sind die Erwartungen hoch , wenn man Bafu-Direktor Bruno Oberle vor den Medien Glauben schenken darf. Nach Meinung von Oberle steht man derzeit an einem neuralgischen Punkt. Bei dieser Klima-Konferenz soll endlich ein neues Klimaabkommen vereinbart werden, das nicht nur die Industrie-, sondern auch die Schwellen- und Entwicklungsländer in die Pflicht nimmt.

In Kürze wird der Bundesrat der Schweiz ein Mandat für die Klimakonferenz erteilen. Der neue Entwurf für den Klimavertrag, der 50 Seiten umfassen soll und voller Möglichkeiten stecken soll, liegt bereits auf dem Tisch. Hierbei sind die Knackpunkte, die die Schweizer Delegation in der zweiwöchigen Konferenz zu bearbeiten hat, ist deutlich zu erkennen.

Da die versprochenen Relegationsziele nicht ausreichend sind, um das vereinbarte 2-Grad-Ziel zu erreichen, sollen die Ziele in Zukunft nicht nur regelmäßig überprüft, sondern auch verschärft werden. Wie das jedoch umgesetzt werden soll, muss in Paris entschieden werden. Aber auch die Finanzen spielen eine große Rolle bei der Umsetzung. Etwa 100 Milliarden Dollar jährlich sollen den Entwicklungsländern ab dem Jahr 2020 zukommen, davon sind jedoch erst 61,8 Milliarden Dollar zusammen gekommen, wovon 70 Prozent aus dem öffentlichen Sektor stammen. Nach Aussage von Oberle soll der Privatsektor nun künftig den Hauptteil der Klimafinanzierung tragen. Aber auch die Debatte in Bezug auf die Entrichtung von Klimaschäden beschäftigt die Schweiz. Die Entwicklungsländer verlange von den Industrieländern Kompensationszahlunge​​n, da die Schäden des Klimawandels auch hauptsächlich hier entstanden sind. Diese Forderung wird von der Schweiz jedoch abgelehnt.

Negative​​ Auswirkungen auf einige Branchen

Für einige Branchen und Industriezweige können die Bestimmungen zum Klimawandel, die künftig eingeführt werden, gravierende Auswirkungen haben. Dies betrifft hauptsächlich Energieunternehmen oder Autohersteller. Risiken, die hieraus für die Investoren entstehen könnten, wurde nun erstmals mit einer Studie geschätzt, die vom Bundesamt für Umwelt für die Schweiz in Auftrag gegeben wurde. Danach würden etwa 52,2 Millionen Tonnen CO2 Emissionen im direkten Zusammenhang mit Investitionen aus dem Schweizer Aktienfondsmarkt stehen. Dies entspricht in etwa der gesamten Emission im Inland. Nach Ansicht des Bundesamtes für Umwelt würden sich bei den weltweit steigenden Preisen für CO2 für den Aktienfondsmarkt Risiken zwischen 1 und 6,75 Milliarden Franken ergeben. Es wird vom Bund auch darauf hingewiesen, dass sich einige Länder auch Rahmenbedingungen wünschen, um mehr Transparenz auf die CO2 Intensität zu erhalten, was die Investitionen angeht. Auch die Studie erwähnt die Möglichkeit von Transparenz-Pflichten​​.

Doch nur ein weiterer Trauerfall?

Wie an der Plattform Swiss Sustainable Finance zu erkennen ist, die von namhaften Unternehmen gegründet und betrieben wird, sind viele Finanzmarktakteure für das Thema Emission und Finanzierung bereits seit langem sensibilisiert. Dabei stünden jedoch nicht die staatlichen Verpflichtungen im Vordergrund, wenn es darum gehe, dass die Schweiz ein führendes Zentrum zur Stärkung der Finanzen sei, sagte Sabine Döbeli Geschäftsführerin von Swiss Sustainable Finance. So gäbe es in Frankreich zum Beispiel die Pflicht zur Transparenz. Nach Ansicht von Döbeli lägen in der Investition von Unternehmen mit hohen Kohlendioxid-Emission​​en ganz klar die höheren Risiken. Diese Risiken seien jedoch schwer zu quantifizieren, so Döbeli weiter. Schon alleine im Bereich der Nachhaltigkeit in Bezug auf die Finanzierung lägen bereits andere, ebenfalls nicht außer Acht zu lassende Risiken. Andernfalls wäre es nur noch ein weiterer Trauerfall und Bedarf der Trauerhilfe Denk.

Personen haben auf diesen Beitrag kommentiert.
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Comments to: Die Schweiz wehrt sich gegen Geldforderungen
  • November 12, 2015

    Herr Bachmann

    Sie sind sich hoffentlich auch bewusst, dass selbstverständlich wir der Mensch eine Auswirkung haben auf das Klima. Aber wir in keinster Weise “beweisen” können, dass es ohne den Menschen nicht auch so gekommen wäre.

    Wenn Sie wirklich etwas für die Erde tun möchten…. dann die Menschen reduzieren.

    Und am meisten können wir tun, wenn wir aufhören riesige Organisationen zu gründen, welche wiederum riesige Bunker benötigen, welche wiederum riesige Mengen an Co2 ausstossen um sich zu treffen… und selbst die unterzeichneten Verträge werden nicht eingehalten.

    Wie soll Mensch da verstehen, dass man wirklich etwas für die Umwelt tun möchte, will oder soll?

    Wie heisst es so schön: Nicht labbern, sondern klotzen.

    statt immer neuen Gesetzen, sollte man vielleicht endlich beginnen, den Menschen zu reformieren und nicht mit neuen Gesetzen zu blockieren. Nicht über das labbern, was man tun sollte, sondern vorleben was man tun kann. Dem Menschen wieder lernen zu Respektieren, Akzeptieren, welches dazu führt, dass man nicht mehr Menschen immer mehr entmündigt mit neuen Gesetzen, sondern immer mehr wieder auf Eigenverantwortung setzt und dieses auch lebt.

    Nicht labbern sondern klotzen…..

    Aber es ist einfacher Millionen von Tonnen Co2 zu produzieren, damit man darüber labbern kann, statt dass man mit wenig Energie aber viel persönlchem Einsatz den Menschen verändert und nicht das Gesetz

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  • November 14, 2015

    Wenn Sie etwas für die Umwelt tun wollen, müssen Sie das nicht mittels Gesetzen tun, sondern in der Überzeugungsfähigkeit​ welche der Mensch dann umsetzt.

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