1. Sicherheit & Kriminalität

Die Schweizer Alpentransversalen waren im 2.WK das Hauptziel

 

Die Alpentransversalen waren für Deutschland das Hauptziel eines Angriffes auf die Schweiz

Wieder wurde eine ausführliche Antwort an einen meiner Leser, Herrn Helmut Barner, sofort gelöscht, als ich sie an der dafür vorgesehenen Stelle fertig gestellt hatte und abschickte. Das ist ausserordentlich ärgerlich und zeitraubend. Ich veröffentliche meine, nochmals fomulierte Antwort als Artikel.

Aus Beijing muss ich Herrn Barner leider widersprechen.

Währe​nd des 2. Weltkrieges war die Verbindung mit seinem Achsenbundesgenossen Italien für Deutschland von grösster Wichtigkeit, besonders nachdem Italien bald auf allen Schlachtfeldern und wirtschaftlich in immer grössere Schwierigkeiten geriet. Es musste von Deutschland versorgt werden, besonders auch mit Kohle. Deshalb definierte Deutschland in seinen Angriffsplänen bald die

Inbesitznahme der unzerstörten Alpentransversalen samt ihrer Stromzufuhr als Hauptziel eines Angriffes auf die Schweiz.

In einer der Angriffsplanungen stand sogar in nicht zu überbietender Deutlichkeit, dass nur das Erreichen dieses Zieles einen klaren militärischen Sieg über die Schweiz bedeute. Mit dem bald einmal eingerichteten Réduit und der vorbereiteten Zerstörung des Schweizer Verkehrsnetzes hat General Guisan diese deutschen Pläne durchkreuzt und damit auch die Bevölkerung im nur schwach verteidigten Mittelland vor einem deutschen Angriff geschützt.

Schon 1940 hat der deutsche Generalstabschef, Generaloberst Halder, Organisator aller grossen deutschen anfänglichen Siege, diese Gedanken in sein Kriegstagebuch eingetragen.

In der ersten deutschen Angriffsplanung „TANNENBAUM“ vom Juni 1940 standen die durch die Schweiz nach Genf führenden Eisenbahnen als Hauptziel im Vordergrund. Warum? Was die deutsche Kriegspropaganda natürlich verschwieg und was im deutschen Siegesgetöse im Sommer 1940 nach der Kapitulation des schon vorher völlig demoralisierten Frankreichs unterging:

Als die TANNENBAUM ausgearbeitet wurde, kämpften die französischen Alpentruppen mit der gleichen Strategie, die Guisan für die Schweiz festgelegt hatte, gegen die aus der Po-Ebene angreifende, weit überlegene italienische Armee und die dann auf persönlichen Befehl Hitlers aus dem Raum Lyon die Franzosen von hinten angreifende deutsche Wehrmacht. Sowohl die Italiener, wie auch die Wehrmacht scheiterten kläglich und blieben an den vordersten französischen Verteidigungslinien stecken.

Die Planer von TANNENBAUM wussten noch nicht, ob die erfolgreichen französischen Alpentruppen weiterkämpfen oder sich der Kapitulation anschliessen würden. Deshalb stand für sie die Inbesitznahme der unzerstörten, nach Genf führenden Schweizer Eisenbahnen im Vordergrund, da sie so deutsche Truppen an die französischen Alpen hätten transportieren können.

Dass Herr Barner die Truppen im Réduit wohl ironisch „Helden“nennt, passt gut zur heutigen Zeit, in der der grösste Teil unseres Volkes nur noch immer mehr konsumieren und das Leben geniessen will, aber nicht mehr bereit ist, die Anstrengungen und Opfer in lebenswichtigen Bereichen eines Volkes auf sich nehmen will, ohne die kein Land auf die Dauer überleben kann.

Wir werden möglicherweise dafür in den nächsten Jahren sehr, sehr teuer bezahlen. Herr Barner darf dann nicht klagen.

Gotthard Frick, Beijing

Personen haben auf diesen Beitrag kommentiert.
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Comments to: Die Schweizer Alpentransversalen waren im 2.WK das Hauptziel
  • Mai 19, 2015

    @ Geschätzter Herr Gotthard Frick,

    Was Ihnen passierte, davon können wohl viele klagen, denn auch mir passierte dies. Jetzt kopiere ich am Schluss eines Beitrages diesen immer zuerst, bevor ich auf “senden” drücke, weil dauerte die Schreiberei etwas zu lange, ist man automatisch aus der “Anmeldung” geworfen worden, ohne jede Vorwarnung, und bei “senden” ist demgemäss der Beitrag automatisch verschwunden, gelöscht. Haben Sie ihn aber zuvor gespeichert, können Sie diesen einfach dann einfach nochmals “einfügen”, auf senden klicken, fertig & i.O., vom Vimentis-System registriert.

    Eine andere Möglichkeit, aber gefährlicher, ist eine 2. Vimentis-Seite offen zu halten, um dort vor dem “senden” kontrollieren zu können, ob die “Anmeldung” noch aktiv ist.

    Mit Ihrem Beitrag hier bin ich zu 100 % einverstanden, ich gratuliere Ihnen, ja, es gibt noch der Männer ja,
    die Schweiz ist noch nicht ganz verloren. Es gilt leider aber auch, was mir ein Bauer in der Innerschweiz sagte; “Die Alte mache Scheuchli (Heu), uuh dieee Junge vertüen si denn wieder”, zu deutsch; Die Alten erwerben/erkrampfen Besitz, ein Haus, einen Betrieb, und die Jungen verschwenden das ganze dann wieder, weil sie nicht lernten, von nichts kommt nichts.

    Ich wünsche Ihnen noch einen recht schönen, erkenntnisreichen Aufenthalt in Peking/China, ich durfte diese Stadt kurz nach dem Besuch BK-Schmidt’s auch schon kennen und schätzen lernen, diese 5000 Jahre alte Kultur von Konfuzius, einfach einzigartig, die vermochte auch der Kommunismus nicht zu “schleiffen”. Mich überraschte vor allem der Erfindungsreichtum der Kleinkrämer & Kleingewerbler aus der damaligen wirtschaftlichen Not.

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  • Mai 20, 2015

    Ich rede nicht vom Tannenbaum. Herr Frick, es gab auch andere Pläne, wie die Schweiz einzunehmen sei. Und die stammten eben nicht von “edlen” Generalstabschefs, sondern von denen in den schwarzen Uniformen! Wie hätte die Schweiz auf die Erpressung reagiert, die Frauen und Kinder von Basel mit der Kapitulation retten zu können oder danach die von Schaffhausen, Zürich…. ? Wann hätte man aufgegeben? Es bringt nichts, nur die Varianten anzuschauen, die einem dann ins eigene Spiel passen, es gibt auch andere. Die SS war für solche Fälle da. Und vergleichbare Fälle gabs ja genug! Herr Frick, haben Sie darauf eine Antwort?

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    • Juli 19, 2021

      @ H. Barner,

      Jetzt habe ich Ihnen noch ganz aus Versehen ein “Daumen hoch” gegeben, na ja, ein freudianischer “Verdrücker”.

      1. Die Schweiz ist von den internationalen Mächten in Wien 1815 als verbindlich neutral (weil zentral in Europa gelegen mit dem wichtigen Alpenübergang Gotthard) erklärt worden. Selbst Nazi-Deutschland musste & nahm tatsächlich während den ganzen 12 schrecklichen Jahre möglichst kein Schreckensbild des “Bösen” abgeben. So haben Sie auch den klaren krassenÜberfall & Angriffskrieg auf Polen mit einem von Sträflingen in polnischen Uniformen gesteckten Kommando, in göpplerischer Manier vor der Welt noch unverschämt verlogen & saufrech als “Verteidigung” dargestellt; “Wir sind von Polen angegriffen worden, seit 5.45 h wird nun zurück geschossen”, so log Hitler der Welt das pure Gegenteil vor.

      2. Dann wurde die Schweiz als neutraler Staat mit Sitz der BIZ (Bank für internationalen Zahlungsverker) für die internationalen Zahlungs- & Transfer Leistungen von Nazi-Deutschland zu sehr gebraucht, und der Direktor, der war ein deutscher Nazi, er war sogar bis in die 1050 Jahre im Amt, staun, staun !.

      3. Die deutschen Nazis waren zwar äusserst brutal, verlogen und zu 100 % nekrophil krank (Herrenrasse), aber keinesfalls blöd oder dumm, wie es das böse nie ist, jedoch ganz natürlich sehr verschlagen & hinterhältig.
      Sie hatten bald ganz Europa militärisch besetzt, die Schweiz war so völlig isoliert, und als neutraler Staat hatten die Nazis die Gewähr einer intakten Gotthardverbindung D – Italien, weil die Schweiz die Züge (mit Plombe) ja passieren liess. So durften die alliierten die Gotthardlinie nicht bombardieren und unpassierbar machen. Es ist also keinesfalls daneben, was Herr Frick schreibt, wieso sollten die Nazis sich die Schweiz mit 500’000 Mann unter Waffen in einen verlustreichen Gebirgs-Partisanenkri​eg unter diesen Umständen denn verwickeln lassen ?

      4. Die Nazis waren wie gesagt nicht dumm, sie wussten wenn man z.B. ein Schiff auf den Atlantik schickt, nimmt man vorsichtshalber doch lieber auch Rettungsbote mit, und die Schweiz war für die Nazis eben das Rettungsbot in Europa, in das sie ab 1944 schon ihre sehr umfangreiches Raubgut vorsichtshalber rechtzeitig so in Sicherheit brachten. Das waren Milliardenbeträge, was auch das spätere, frühe fulminante deutsche “Wirtschaftswunder” natürlich dann sehr befeuerte. Denn primär kommt von nichts auch nur nichts, bei noch so viel Fleiss, es braucht primär einmal zuvor schon Substanz für Investitionen, und die waren eben dann schon da. Was glauben Sie denn, warum die Schweiz bei den Deutschen so ausserordentlich beliebt ist, etwa wegen der schönen Berge ?. Die hat es doch auch noch anderswo.

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    • Juli 19, 2021

      Kann Ihnen leider keinen Daumenhoch geben. Gib Ihnen gar keinen. Staun, staun, der war doch bis 1950 im Amt, sonst gäbe es nichts zu staunen.
      Den Marshall-Plan nach dem Morgenthau-Plan dürfen Sie aber nicht vergessen! So viel Nazi-Geld gab es nach Auskunft der Schweizer Banken nämlich auä doch nicht hier im Lande.
      Ob die Schweiz bei den Deutschen noch so beliebt ist? Das Land schon, aber die Schweizer? Ich bezweifle und bekomme auch anderes mit!

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  • Mai 21, 2015

    So informativ,…
    Nicht​ ohne Grund schreibe ich nur noch sehr wenig, lese auch fast nichts mehr..,

    IS Terror, wütet, die Ganze Welt schaut zu wie UNESCO Kultur Erbe barbarisch zerstört wird. Angeführt durch Irre!

    Das hat Parallelen zum 2 Weltkrieg. Auch damals schaute die Welt zu, wusste eigentlich genau was abging, bevor der Krieg ausgebrochen ist.
    Als er dann ausgebrochen war, glaubte man noch immer nicht, wollte es nicht wahrhaben, was da abging. Angeführt von einem Irren, mehreren Irren, die Welt schaute so lange zu, bis es fast zu spät war.

    Der Hammer und meine Kritik: Gleiche Kreise die gegen einen Krieg sind (“Pazifisten usw, ja wer mag schon Krieg”) sind es heute, die an der Vergangenheit herumnörgeln, gleichzeitig eben zusehen, wie ein IS Terror wütet.
    Damals hat man weggeschaut, heute schaut man weg, unternimmt nichts ausser viel dummes Gerede, auf höchster Politischer Ebene, was eine Schande ist.
    Und dann hat man noch die Frechheit, Kritik an Plänen und Massnahmen zu üben, die, ja Zugegeben nicht über alle Zweifel erhaben sind, ABER; Es wurde gehandelt.

    Würde die Menschheit so denken wie diese Kritiker, wir wohnten noch in Höhlen, nicht einmal der Stein um das Loch zu schliessen, wäre erfunden.
    Darf ich einen bescheidenen Tipp geben? Schauen sie vor sich, in die Zukunft, da kann man noch was ändern!

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