1. Sicherheit & Kriminalität

Die Schweizer Luftwaffe leidet immer noch an der Gripe(n)

Grundsätzliches

Die Diskussion um den Gripen als Ersatzkampfflugzeug für den F-5 Tiger geht in eine weitere Runde. Jetzt müssen wir doch mehr Geld anzahlen, als ursprünglich behauptet (CHF 1000 Millionen).

Als Leser von Artikeln über den Gripen, die nationale Sicherheitskommission​, unseren Bundesrat Ueli Maurer (ob wohl eine neue Velostaffel schneller gefunden worden wäre) geht mir in diesem Thema doch langsam die Geduld aus.

Der Auftrag ist entscheidend

Die Schweizer Luftwaffe hat einen Auftrag. Dieser Auftrag wurde der Armee vom Volk aufgetragen. In Friedenszeiten ist die Schweiz dafür verantwortlich, ihren Luftraum in der Zusammenarbeit mit den umliegenden Ländern selbstständig zu überwachen und zu sichern. Dazu sind wir verpflichtet. Dies können wir nun mit eigenen Fliegern erledigen, oder wir geben diese Aufgabe einer fremden Luftwaffe ab und bezahlen für diese Dienstleistung. Dann sind wir aber nicht mehr selbstverantwortlich und können die Neutralität und unser Autonomie begraben. Der Preis für diese Dienstleistung bezahlen wir anschliessend ebenfalls, ohne mitzubestimmen, welche Flieger nun wie und wo “Lärm” machen.

Der Gripen für sich

Der Gripen hat bestimmt seine Stärken, aber eben auch seine Schwächen. So ist dieses Modell bis jetzt nie geflogen. So will auch Schweden die aus seinem Rüstungsbetrieb SAAB stammende und für die Schweiz vorgesehene Gripen “E”-Reihe erst zulegen, wenn ein anderes Land mindestens 20 Stück bestellt hat.

Ausserdem ist der Gripen zwar ein gutes Aufklärungsflugzeug, doch im Kampf (Luft-Luft/Luft-Boden​) schwächer als der Dassault Rafale oder der Eurofighter. Gegenüber dem aktiven F/A 18 Hornet sowieso. Wer damit ein Problem hat, soll dem Bundesrat erlauben, mehr Geld ausgeben zu dürfen.

Das neue Angebot der Franzosen

Das neue Angebot der Franzosen bzw. des Rüstungsunternehmens Dassault ist auf jeden Fall interessant. Die Einsatzfähigkeit des Dassault Rafale wäre erprobt. Ausserdem käme die zweistrahlige Rafale als land- und trägergestütztes Mehrzweckkampfflugzeu​g (kurze Start- und Landewege) der F/A 18 Hornet um einiges näher. Das Einsatzspektrum ist grösser, der Unterhalt jedoch teurer.

Fazit

Um einen neuen Flieger auszuwählen, müsste das jetzige Auswahlverfahren sistiert und ein Neues gestartet werden. Dies wäre ein politischer Entscheid, meines Erachtens jedoch nötig. Das Angebot von Dassault ist sehr verlockend. Ich persönlich wäre für dieses Mehrzweckkampfflugzeu​g, so wäre eine Zusammenarbeit mit einem unserer direkten, europäischen Nachbarn sowieso anzustreben. Mit der Mirage hatte die Schweizer Luftwaffe schliesslich auch gute Erfahrungen gesammelt.

Den Erofighter möchte ich hier nicht erwähnen. Er wäre noch teurer, deshalb ist der Rafale meiner Meinung nach der richtige Kompromiss.

Personen haben auf diesen Beitrag kommentiert.
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Comments to: Die Schweizer Luftwaffe leidet immer noch an der Gripe(n)
  • August 23, 2013

    Sehr geehrter Herr Marc Bürgi, Ihre Aussage: Ich persönlich wäre für dieses Mehrzweckkampfflugzeu​g. Sie sind in Sachen Kampfflugzeugen offensichtlich ein Spezialist. Haben mit Sicherheit mehr Wissen darüber was der einte Flieger kann, was der andere eben nicht kann.

    Sicher nicht nur ich freue mich auf Ihre genausten Erkenntnisse. Ich persönlich überlasse diese Angelegenheit trotz ihrer Meinung, lieber den Fachmänner der Flugzeugbeschaffungs Truppe. Vom nachsprechen der verschiedenen Gegnermeinungen halte ich nicht viel. Ich verstehe so wenig von Kampfflugzeugen wie die meisten Parlamentarier und
    Parlamentarierin​nen. Einfach gegen alle Pläne des diesjährigen Präsidenten des Bundesrat zu sein, weil dieser ein Mitglied der SVP ist genügt mir halt doch noch nicht.

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  • August 24, 2013

    Daumen runter ist für mich keine verständliche Antwort. Ich warte immer noch.

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  • September 2, 2013

    Guten Morgen Herr Rohner

    Aufgrund meiner urlaubsbedingten Abwesenheit kommt meine Antwort etwas verspätet. Kurz und bündig:

    1. Ich bin kein Spezialist. Weder Pilot, Luftwaffenexperte noch Parlamentsmitglied der beratenden Kommission. Aber ich bin Ingenieur, technisch interessiert und lese gerne. Besonders Geschichte und in diesem Fall die Fliegerei. Ich habe mir mit einem Vergleich unserer jetzigen aber auch der vergangenen Partner bzw. Lieferanten für Mehrzweckkampfflugzeu​ge und den verschiedenen Modellen ein Bild erarbeitet und eine persönliche Meinung gebildet.

    2. Die 3 Mehrzweckkampfflugzeu​ge bilden für mich persönlich für die Schweiz eine Rangliste, welche folgendermassen aussieht:

    1. Rafale
    2. Gripen
    3. Eurofighter

    Preis,​ Mehrzweck-Eignung (Aufklärung und Kampf), Bewaffnung, Erfahrungsberichte (Flugtauglichkeit) und Vergleichbarkeit mit der jetzigen modernsten Staffel (F/A 18 Hornet) waren für mich ausschlaggebend. Der Eurofighter ist zu gross und zu teuer.

    3. Das Parlament erzeugt einen unnötigen Spardruck auf die Luftwaffe, meiner Meinung nach auf die gesamte Armee. Es fehlt ein klares Zugeständnis, womöglich braucht es eine Legitimation vom Volk. Das Geld, welcher der Armee und somit auch der Luftwaffe zur Verfügung gestellt wird, reicht beiweitem nicht aus, dass diese ihren vom Volk gegebenen Auftrag erfüllen kann. Dass die Linken diesbezüglich nicht mitmachen, beruht mal auf der Tatsache, dass die SP sich die Abschaffung der Armee ins Parteibüchlein geschrieben hat. Dass die bürgerlichen Parteien in dieser Sache nicht ein klares Statement abgeben, stört mich persönlich sehr. Die Wahl auf den Gripen fiel aufgrund des vorhandenen Kostendruckes. Mehr nicht!

    3. Meine persönliche Meinung betreffend Ueli Maurer in dieser Sache ist, dass er keine klare Position einnimmt, eher “rumdruckst” und auf Zeit spielt. Das ärgert mich sehr. Ueli Maurer fehlt es als VBS-Vorsteher an einer gewissen Stärke und am Durchsetzungswillen, welchen ich von einem Vorsteher der Verteidigung, des Bevölkerungsschutzes und Sportes erwarte. Ich erwarte eine Persönlichkeit mit einer Vorbildfunktion, wie zu Zeiten Adolf Ogis. Adolf Ogi ist und war übrigens auch SVP Mitglied, also zieht Ihre Kritik wegen der Parteizugehörigkeit definitv nicht.

    Betreffend Ueli Maurer möchte ich noch etwas Positives äussern: Mir liegt die komplette 1.August-Rede von ihm auf dem Tisch, welche mich indess wieder sehr fasziniert hat. Zitat: “Wir müssen uns bewusst sein: Wir werden nicht kritisiert, weil wir vieles falsch machen, sondern weil wir vieles richtig machen”. In diesem Punkt hat er vollkommen recht!

    Ich erwarte aber von Herrn Maurer als Bundespräsident und VBS-Vorsteher jedoch nicht nur solche guten patriotische Worte gegen “Aussen”, sondern auch Taten und Hartnäckigkeit für seine Funktion nach “Innen”.

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