1. Ausländer- & Migrationspolitik

Einbürgerungspraxis (Beispiel Funda Yilmaz)

Über die Ein­bür­ge­rungs­fra­​gen und -pra­xis kann man sich “strei­ten”. Diese sind al­ler­dings ge­setz­lich ent­spre­chend vorgegeben https://ww​w.ag.ch/de/dvi/persoe​nliches_zivilstandswe​sen/einbuergerung/ord​entliche_einbuergerun​g_von_auslaender_inne​n_im_kt_ag/ordentlich​e_einbuergerung_kt_ag​.jsp.

Streiten kann man auch über jene Fra­gen und Ant­wor­ten des Ein­bür­ge­rungs­ge­s​u­ches der Funda Yil­maz und den Ent­scheid dazu. https://www.schweizer​-illustrierte.ch/gese​llschaft/thema/funda-​yilmaz-aus-buchs-ag-e​inbuergerung-protokol​le

Dass Men­schen ner­vös sind bei sol­chen Ge­sprächen ist klar und könnte ein­be­zo­gen wer­den oder wird ein­be­zo­gen. Wenn je­doch sich ein­bür­gern las­sen möch­te, so sollte er dies aus freien Stü­cken tun und nicht weil er vom Part­ner “ü­ber­re­det” wor­den ist. Ebenso sollte er auch über Ab­stim­mun­gen (inkl. was die Schweiz be­wegt) be­scheid wis­sen, wenn der Grund das Ab­stim­men/­Mit­spre​­chen sein soll. Wenn ich das Pro­to­koll so lese, fehlt mir der En­thu­si­as­mus und das Herz­blut die­ser Frau eine Schwei­ze­rin zu wer­den (O.K., Ges­tik, Mimik und To­na­lität feh­len). ­Den Wunsch als Her­zens­wunsch rü­ber­brin­gen, ist für mich wich­tig und nicht nun bin ich halt mal hier und ver­su­che es halt mal.

Die Vor­be­rei­tung dar­auf (was er­war­tet mich, was wird ver­langt, wie sind die Ge­setze etc. müs­sen auch ge­macht wer­den inkl. der Ü­bung wie bei einer Vor­be­rei­tung auf einen Test -> hier fehlt mir das Wis­sen wie sehr sich Funda Ylmaz ent­spre­chend vor­be­rei­tet hat). Dor­flä­den ken­nen, wenn diese nicht auf dem Weg zwi­schen z.B. Ar­beit und Zu­hause lie­gen finde ich ü­ber­trie­ben. ­Man muss si­cher auch nicht immer geo­gra­phisch alles im Kopf ha­ben, doch das wich­tigste vom Ort und Um­ge­bung wäre schön. Umso bes­ser, wenn man län­gere Zeit in der Ge­gend lebt. Ev. kann man auch etwas von den Bräu­chen vor Ort in Er­fah­rung brin­gen, wenn dies der Ein­bür­ge­rung dien­lich ist? Ebenso könnte man auch mal einen Blick auf den Ab­fall­ka­len­der und Bund kurz er­klärt samt die Ge­mein­de­po­li­tik wer­fen. Das zeigt dann der Ein­bür­ge­rungs­kom­​mis­sion, dass man sich auch mit der Schweiz, dem Ort aus­ein­an­der­ge­set​zt hat. ­Dies auch wenn man be­reits ei­nige Zeit in der Schweiz lebt oder gar hier ge­bo­ren ist. Betr. Schul­den ist es so eine Sache mit Ali­men­ten­schul­den​ z.B., wel­che in die­sem Fall zwar nicht zum Tra­gen kom­men. Diese kön­nen sich auf­häu­fen bei Job­ver­lust (RAV -> So­zi­al­dienst) wenn man diese nicht so­fort an­passt/an­pas­sen kann. Dann wird es schwie­rig, diese auch mal zurück­zu­zah­len. Da sollte ein­fach ge­zeigt wer­den, dass das Be­zah­len von Rech­nun­gen gut klappt. Wenn man zudem sich nichts zu Schul­den hat las­sen kom­men (Straf­re­gis­ter z.B.), dann sollte dem CH-Pass nichts im Wege ste­hen.

Funda Yil­maz hat hof­fent­lich nun den “Kick” er­hal­ten und beim nächs­ten Ver­such den Er­folg. An­dere kön­nen von die­ser Ge­schichte ev. auch lernen.

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Comments to: Einbürgerungspraxis (Beispiel Funda Yilmaz)
  • Juli 15, 2017
  • Juli 16, 2017

    Ich habe den Bericht im Tagesanzeiger gelesen. Darin wurden einige der Fragen publiziert, welche die “Einbürgerungskommiss​ion” der Gemeinde Buchs AG der Frau gestellt hat, welche schon 16 Jahre in der Gemeinde lebt, eine gute Stelle hat (…Baustellen besucht..), einen grossen Bekanntenkreis hat, In zwei Sport-Vereinen gewesen ist und unsere Sprache in Wort und Schrift beherrscht und Dialekt spricht.
    Da wurde z.B. gefragt, ob sie schon Ferien in der Schweiz gemacht hat … ob sie im Migros einkauft …ob sie lieber Genf oder die Region am Genfersee besuchen möchte … ob sie auch wandere .. welche typische Schweizer Sportart üben Sie aus? Frau Ilmaz sagte: Skifahren.
    Zudem hat sie alle Fragen über die Schweizerische Demokratie richtig beantwortet.
    Und trotzdem wurde ihr Gesuch abgelehnt mit 20:12 Stimmen und 5 Enthaltungen.

    Mein Eindruck: Das tönt alles ziemlich handgestrickt – was sich diese Einbürgerungskommissi​on leistet. irgendwie schein mir das nicht mehr von heute, wenn die Einbürgerungskommissi​on sich so verhält, wie wenn sie im film “Die Schweizermacher” leben würden. Aber am schlimmsten finde ich, dass sich 5 Mitglieder sich nicht einmal zu einem Entscheid durchringen wollten. Nach soviel Aufwand und Sitzungsgeldern.
    Was noch gravierender ist, Frau Ilmaz kann nicht in eine andere Gemeinde ziehen, denn dann fangen ihre Wartejahre wieder von vorn an. Es wäre zu prüfen, ob alle Kommissionsmitglieder​ von Buchs wissen dass es so eine Regelung gibt. Und die Frage sei erlaubt, ob solches dilentantisches Vorgehen irgend jemandem etwas nützt.

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  • Juli 17, 2017

    Was wäre wenn das Mediengeschrei bei jeder Ausländer-Straftat so gross wäre wie bei fragwürdigen einzelnen Einbürgerungsentschei​den?

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  • Juli 17, 2017

    Kenne die Hintergründe der Verweigerung des Bürgerrechtes nicht, mich dünkt aber es spricht rein nichts gegen eine Einbürgerung.

    Was dagegenspricht, das nicht mehr die Bürger sondern eine “Einbürgerungskommiss​i​on” Bürgerferne Entscheidung trifft. Man hat die Einbürgerungen dem Bürgerentscheid weggenommen weil die Stimmbürger nach Ansicht einiger Gutmenschen sowieso Ausländerfeindlich sind, “Einbürgerungskommiss​i​onen” sind da nach denen viel offener und demokratischer und entsprechen den gutmenschlichen Anforderungen.

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  • Juli 17, 2017

    Danke Frau Sägesser, für den Link zum Protokoll.

    Wie ich von Anfang an vermutet habe, hat die gute Frau Yilmaz, ausser beruflich KEINE Kontakte zu Schweizern, abgesehen von Ihrem Freund, der Sie dazu “überredet” hat sich einbürgern zu lassen.

    Sie IST zwar hier aufgewachsen und zur Schule gegangen, hat sich aber nur im Dunstkreis ihrer eigenen türkischen Kultur bewegt! Und genau das meinte Herr Glarner, mit Parallelgesellschafte​n mit Schweizer Pass! Einen Schweizer Freund zu haben, ist nach über 18 Jahren schon etwas gar mager und spricht für sich.

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    • Juli 19, 2021

      Frau Stutz,
      also bleiben wir bei den Fakten: Wenn Frau ilmaz alle Schulen, die Hochbauzeichner-Lehre​ in der Schweiz bestanden hat, und als Fachfrau auf den Baustellen unterwegs ist. Die Sprache in Wort und Schrift beherrscht inlusive Mundart und sich nichts zu schulden gemacht hat. So ist es klar. Sie darf vernünftigerweise eingebürgert werden.
      Hier also von im “Dunstkreis ihrer Türken ” zu reden ist, fehl am Platz. Sie hat das Recht ihre Landsleute zu treffen. Das geht uns nichts an.
      Aber wenn wir schon dabei sind. Die Auslandschweizer im Ausland – welche z.T. auch schon von Geburt an im Ausland lebten, bewegen sich auch oft “im Dunstkreis ihrer Schweizer” . Es gibt nämlich fast in jedem Land. “Schweizer-Vereine, Berner-Vereine, Züricher-Vereine etc. . Dort “pflegen” die Auslandschweizer ihr Heimweh und können wieder einmal mit andern Mundart schwatzen und gute schweizerische Mundart Flüche von sich geben, jassen und den 1.August feiern.
      Nur Frau ilmaz, soll dasselbe in der Schweiz nicht tun dürfen? Und all die tausende von FremdarbeiteInnen, welche bei uns die Bahngeleise, Häuser, Strassen, Tunnels bauen und die Hotelerie, Gastronomie in Schwung halten?

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    • Juli 19, 2021

      Also “nur” ihr Freund ist Schweizer. Ist ja auch “nur” der wichtigste Mensch in ihrem Leben.
      Sie tun so, als ob es ausserhalb von Buchs keine Schweizer gäbe. Und als ob es ein Verbrechen wäre, wenn Türken mit anderen Türken Türkisch reden.

      Der andere Herr Müller hat es schön gesagt. Wenn Sie im Ausland einen Schweizer treffen, reden Sie auch Dialekt mit ihm.

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    • Juli 19, 2021

      Ev. bin ich ja der Geisterfahrer, kann ja sein aber…

      Es geht um die Frage der Integration! Und wenn ich nach 26 Jahren grad mal drei Schweizer zu meinem engeren Umfeld zählen kann, zwei davon rein berufsbedingt, dann hat das nichts damit zu tun ob ein Türke mit dem anderen Türken auf Schweizer Boden oder auf dem Mars Türkisch, Deutsch oder in Zeichensprache sprechen darf oder Auslandschweizer sich in irgendwelchen Schweizerclubs treffen.
      Keiner verlangt von Frau Yilmaz, dass Sie ihre Herkunft und ihre Kultur verleugnet und es verlangt auch keiner von Ihr sich Schweizer Freunde zu suchen, aber die Herren scheinen zu vergessen, dass Madame Schweizerin sein will!
      Und wenn hier einer so tut als gäbe ausserhalb von Buchs keine Schweizer, dann ist das allenfalls Herr Yilmaz, der sich an seinen Schweizer Schwiegersohn in Spe ja erst mal gewöhnen musste, als wär’s der erste denn er sieht! Ein Alien… Wie lange lebt ihr Vater den schon hier, seit gestern?

      “Also “nur” ihr Freund ist Schweizer. Ist ja auch “nur” der wichtigste Mensch in ihrem Leben. ”

      Ist das so? Wo haben Sie das gelesen, Herr Müller? Woher wissen Sie, dass er morgen nicht schon Geschichte ist?

      Wir hatten auch eine Türkin in der Klasse. Sie hat den Stundenplan jeweils für die Eltern ausgeweitet, so dass sie auch mal noch ein zwei Stunden ausserhalb der Schule mit uns Zeit verbringen konnte. Vor der Schule kam sie jeweils zu mir und hat sich in der Garage umgezogen und geschminkt. Ihren (Schweizer) Freund hat sie heimlich getroffen.
      Es ist insb. für eine junge Muslima, von Haus aus, nicht so einfach sich wirklich zu integrieren. Für uns spielte ihre Nationalitäten aber nie auch nur im Ansatz eine Rolle, über sowas haben wir uns gar keine Gedanken gemacht. Und UNSERE Eltern auch nicht, unsere Freunde waren willkommen, egal welche Farbe ihr Pass hatte oder welcher Religion sie angehörten.

      Mit 26 Jahren ist man aber längst erwachsen, trifft seine eigenen Entscheidungen und muss seinen Freundeskreis zuhause auch nicht mehr rechtfertigen. Genau das, scheint mir aber bei Frau Yilmaz, leider nicht der Fall zu sein.

      Aber wir sind Fremdenfeindlich und natürlich nicht die Fremden die unter uns leben, aber nichts mit uns zu tun haben wollen und lieber unter ihres Gleichen bleiben um sich dann über Diskriminierung zu beklagen, wenn wir sie nicht selbstverständlich als eine von uns sehen.

      Es gibt ein altes Sprichwort: Wie man in den Wald ruft…. der Dialekt ist damit aber im Fall nicht gemeint…

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  • Juli 19, 2017

    Herr Müller,

    Ich staune doch immer wieder, was aus einem eigentlich doch leicht verständlichen Text, so alles missverstanden und ins Gegenteil verdreht werden kann….

    «Hier also von im “Dunstkreis ihrer Türken ” zu reden“

    Keine Ahnung woher Sie das haben, von mir stammt es jedenfalls nicht…

    Auf diesem Niveau, Herr Müller, muss ich diese Debatte nicht führen. Das ist verschwendete Zeit! Denn verstehen wollen Sie es offensichtlich ja nicht.

    Eine Kommission hat nun mal die Aufgabe, sich ein Bild der Integration im Alltag zu machen und ihr Urteil nicht allein auf Fakten abzustellen. Und wenn man TROTZ ALLEM grad mal zwei Schweizer und den Chef zu seinem persönlichen Umfeld zählen kann…

    Wenn das keine Kriterien sein dürfen, dann braucht es auch keine gewählte Kommission! Wenn es uns ja doch schlicht nichts angeht, was für Menschen wir einbürgern dürfen, wer sich als einer von uns bezeichnen will….

    Für mich persönlich nicht wirklich erstrebenswert, aber ich kann mich durchaus anpassen.
    Nur einen keinen Gott gegeben Anspruch auf Einbürgerung, Herr Müller, denn gibt es def. nicht! Auch wenn Sie das offenbar rein faktisch, anders sehen.

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    • Juli 19, 2021

      V

      Doch, Frau Stutz , das haben Sie geschrieben:
      Zitat: … Sie ist zwar hier aufgewachsen und zur Schule gegangen, hat sich aber nur im Dunstkreis ihrer eigenen türkischen Kultur bewegt! (zit.Ende)

      Das Wort “Dunstkreis” wird übelicherweise benutzt, wenn eine negative Sicht erzeugt werden will ( Im Dunstkreis der Chügelidealer, Im Dunstkreis der Devisenhändler, im Dunstkreis der Altautohändler etc.).

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    • Juli 19, 2021

      Ach, jetzt werden wir wieder grammatikalisch spitzfindig? Ist ja süss!

      Naja, die Tatsache, dass sich Frau Yimaz bisher eben nicht etwas vermehrt im Dunstkreis von uns Schweizern bewegt hat, hat sich ja offenschlich negativ auf ihr Einbürgerungsgesuch ausgewirkt!

      Aber immerhin ist ihr Schweizer Freund, ihrem türkischen Vater inzwischen ja doch gut genug für seine Tochter (geheiratet hat sie ihn ja noch nicht)! Das ist doch ein guter Schritt in Richtung Integration seiner Kinder! Finden sie nicht?

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