1. Sonstiges

Energie und Energiepolitik im Aargau

Was ist ei­gent­lich Ener­gie? Ist Ener­gie das was uns manch­mal am Mor­gen fehlt um Auf­zu­ste­hen? Ist Ener­gie das was sich nach üppigen Fest­ta­gen an Bauch und Hüfte fest­setzt? Ist Ener­gie das was aus der Steck­dose kommt? Oder sogar das was un­sere Haut nach einem Son­nen­bad krebs­rot einfärbt.

Man kann es drehen und wenden wie man will. Energie ist immer etwas, was wir zu viel oder zu wenig haben. Selten aber in der rechten Dosis. Aus diesem Grund hat der Mensch angefangen, um die Energie besser ausnützen zu können, vielfältige Methoden zu entwickeln Energie lagern zu können. Weil es unzählige Formen der Energieerzeugung und Energiespeicherung gibt, ist man sich absolut nicht einig, welches die besten Varianten sind. Der Streit darüber nennt man Energiepolitik.

Währ​end in der Antike und im Mittelalter die Energie vorwiegend aus Sonne, Feuer und Wind gewonnen wurde, hat die Menschheit im Industriezeitalter angefangen, fossile Brennstoffe für den stetig wachsenden Energiehunger, auszubeuten. Die Schweiz hat schon in einer frühen Phase begonnen, mangels Bodenschätzen, auf die Energieform der Elektrizität zu setzten. Dennoch, die fossilen Energieträger sind auch bei uns auf dem ersten Platz. Die fossilen Energien wurden von unseren Grosseltern noch als die Lösung aller Energieprobleme gefeiert. Zusammen mit der Nuklearenergie hat man sie in den Nachkriegsjahren, ganz euphorisch nur noch auf diese Karten gesetzt. Die Schweiz schafft es damit auch eines der reichsten Länder der Welt zu werden. Dass fossile und nukleare Energie schwerwiegende Nachteile haben hat man vorerst verdrängt. Die Energiekonzerne welche unmittelbar mit diesen Energien in Zusammenhang stehen, haben jahrelang die Nachteile heruntergespielt oder sogar vertuscht. Die Energiekonzerne haben sich Monopol-Stellungen geschaffen und auch grosse Macht und Einfluss in der Politik aufgebaut. Das Schweizer Volk ist mündig und ist nach und nach hinter die Nachteile der alten Energieformen gekommen. Klimaerwärmung, Waldsterben, Luftverschmutzung, Öl-Havarie-Katastroph​en, Endlagerproblematik, Nuklearunfälle, Auslandabhängigkeit und Kriegstreiberei in Ölsaaten, finden immer deutlicher den Weg in das Bewusstsein der Schweizer Bevölkerung.

Mit dem Statement für den Atomaustieg hat unser Bundesrat ein klares und mutiges Signal gesetzt. Ich bin fest davon überzeugt, dass dies möglich ist und gleichzeitig auch den Ausstoss von CO2 gesenkt werden kann. Es wird nicht einfach werden und es wird uns einiges kosten. Aber dies sind wir unseren Kindern schuldig. Sie sollen nicht mehr die ganzen Hypotheken unserer Eltern  und Grosseltern tragen müssen. Es gibt Lösungen und Alternativen, ohne dass wir unseren Lebensstandard senken müssen. Wenn wir jetzt ohne Vorbehalte auf die alternativen Energien setzten, werden wir ohne Einschränkungen und „Stromlücken“  in das nachnukleare und nachfossile Zeitalter starten. Die neuen Energien schaffen neu Arbeitsplätze. Auch bei uns im Aargau haben wir beste Voraussetzungen am nachhaltigen und alternativen Energieaufschwung teilnehmen zu können. Die Bau- und Gebäudetechnikbranche​n machen es uns vor. Mit der Umsetzung von Luftreinhalteverordnu​ng und Energiegesetz, sowie den freiwilligen Massnahmen von MINERGIE und MINERGIE-P werden zurzeit Rekordumsätze und Vollbeschäftigung gefahren. Auch andere Branchen können von dieser Entwicklung profitieren. Noch viele Innovationen müssen getätigt werden. Ich danke da an effizientere Stromspeicherung und Übertragung. Entwicklung von energiesparenden Maschinen und Apparaten. Langzeitspeicherung von Sonnenenergie. Entwicklung von besseren uns umwelt-schonenden Dämm- und Baustoffen. Es braucht aber nicht nur die Entwicklung sondern auch die Betrieb, welche die neuen Technologien umsetzen, herstellen und vermarkten. Es ist aber auch klar, dass in unserem Kanton viele Menschen in der Atomindustrie arbeiten und jetzt Angst um ihre Arbeitsplätze haben. Diese Arbeitsplätze werden aber auch nicht von einem Tage auf den anderen verschwinden. Es braucht auch zusätzliche Arbeitsplätze um den ganzen Rückbau der Atomanlagen zu bewältigen. Das ist eine Aufgabe, die uns sicher noch die nächsten 50 Jahre beschäftigt. Ebenso auch die sichere Lagerung der Atomabfälle.  Der Aargau hat für die alternativen Energien einen grossen Standortvorteil. Es gilt nun all die Vorteile zu nutzen und gute Startup-Bedingungen zu schaffen. Aber auch bestehende Unternehmungen bedürfen der Unterstützung für die neuen Energietechnologien. Es gilt aber nicht die Fördergelder-Giesskan​ne anzusetzen, sondern gute Voraussetzungen zu schaffen und bürokratische Hürden abzubauen.

Es gilt auch die Gemeinden zu motivieren, hier innovativ und zukunftsgerichtet zu handeln. Der Energiefortschritt beginnt auch im Kleinen. Landwirte werden zu Energiewirten durch Biogasproduktion. Die grossen Scheunendächer können für PV-Anlagen vermietet werden oder für die eigene Stromproduktion benutzt werden. Geeignete Dächer von öffentlichen Bauten können für die PV-Stromproduktion freigegeneben werden. Baureglemente müssen dahingehend überarbeitet werden, dass nur noch MINERGIE oder sogar MINERGIE-P Neubauten zugelassen werden. Die Infrastruktur für die elektrische Mobilität muss aufgebaute werden. Jede Gemeinde schafft im Minimum eine Stromtankstelle.

Nac​h der Agrarrevolution, der Industriellen Revolution und der Digitalen Revolution folge als vierte Revolution die Energiewende. Die vierte Revolution ist im Gange. Der Aargau, ins besondere auch der Bezirk Zofingen kann davon profitieren. Bei der jetzigen Zusammensetzung des Grossen Rates werden innovative Ansätze immer wieder ausgebremst. Der Jahrhundert alte Grundsatz, „wer ernten will muss zuerst sähen“ wird ignoriert. Allzu oft will man im Grossen Rat aus Kostengründen nicht sähen, wundert sich aber wenn die Ernte (Steuern) ausbleibt. Und die Energie? Können wir unserer Bevölkerung und Wirtschaft die Energie zur Verfügung stellen die sie braucht? Ja wir können, aber wir müssen jetzt handeln und die richtigen Weichen stellen. Nicht erneuerbare Energien (auch Atomenergie) gehören definitiv der Vergangenheit an. Die Zukunft gehört den erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz. Genau hier setzt das Grünliberale Denken an. Schutz und massvolles umgehen mit den Ressourcen bei Umwelt, Energie und Bevölkerung. Schützen und erhalten des Lebensstandard für alle. Gute Voraussetzung für die Wirtschaft schaffen. Ohne Gewinne in der Wirtschaft, kein Wohlstand. Ohne Wohlstand, eine soziale Wohlfahrt. Genau aus diesen Gründen ist es wichtig, dass möglichst viele Grünliberale Kandidaten, Sitze im Grossen Rat gewinnen und sich für diese Ziele einsetzten können.

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