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Falsche Diagnose – falsches Rezept

Mit ihrer In­itia­tive “­Ge­gen Mas­sen­ein­wan­de­ru​ng” er­weckt die SVP den Ein­druck, hohe Mie­ten, überfüllte Züge, ver­stopfte Stras­sen und die Zer­sie­de­lung hätten in ers­ter Linie mit der Zu­wan­de­rung zu tun. Tatsächlich ent­spre­chen die ver­meint­li­chen Mas­sen, würde man sie li­near auf die Bir­s­stadt­-­Ge­mein​­den von Birs­fel­den nach Aesch ver­tei­len, einem jährlichen Wachs­tum von ca. 600 Per­so­nen. Glau­ben Sie wirk­lich, dass dies der Haupt­grund für die erwähnten Schwie­rig­kei­ten dar­stellt? Ist es nicht viel­mehr so, dass wir uns diese Pro­bleme primär sel­ber zu­zu­schrei­ben ha­ben, indem wir un­se­ren Be­darf an Wohnfläche ste­tig aus­wei­ten, un­sere Mobilität kontinuierl​ich erhöhen und kaum Be­reit­schaft zei­gen, ver­dich­tet zu bauen bzw. Grünflächen zu schützen?

Nebst der Diagnose ist aber auch das Rezept falsch, das die SVP vorschlägt. Solange unsere Wirtschaft wächst, wird es nämlich auch mit der Kontingentierung Einwanderungsschübe geben. Besteht das Ziel hingegen darin, diese Zuwanderung planwirtschaftlich zu unterbinden, würden gerade in unserer Region zahlreiche Dienste in der LifeScience-Industrie​, im Gesundheitswesen, in der Baubranche sowie im Tourismus- und Gastronomiebereich nicht mehr funktionieren. Die Initiative hält nicht, was sie verspricht, sondern setzt einen Teil der bilateralen Verträge mit der EU und damit unseren wirtschaftlichen Austausch und unsere Arbeitsplätze aufs Spiel. Die Lösung im Kampf gegen Probleme, die sich nur in einem geringeren Mass aus der Zuwanderung ergeben, liegt nicht in der Einführung eines Kontingentsystems, sondern in einer Verstärkung der flankierenden Massnahmen zum Schutz der in der Schweiz geltenden Lohn- und Arbeitsbedingungen so​wie einem nachhaltigen Ausbau der Verkehrs- und Wohnungsinfrastruktur​.

Silvio Tondi
Gemeinderat Reinach BL

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Comments to: Falsche Diagnose – falsches Rezept
  • Februar 4, 2014

    Diagnose Richtig/Die Schweiz platzt, die EIGENE Bevölkerung leidet

    Einziges Rezept/Massvolle Zuwanderung anstreben

    Zweit-Me​inung in diesem kranken System “flankierende Massnahmen” entpuppen sich als nichts bringende SP-Linke Placebo/warme Propagandaluft

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  • Februar 4, 2014

    Wieder will man den Tatsachen nicht ins Auge sehen. Frage Fahren den die Einwanderer im Zug auf dem Dach ?,wenn die Einwanderer nicht für überfüllte Bahnen schuld sind. Sind die Einwanderer alle zu Fuss unterwegs , dann wären aber unsere Gehsteige total überlastet.Also erzählt keine Märchen . Bei euch muss ein Velofahrer der über den Gotthard fährt bergauf Bremsen.

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  • Februar 4, 2014

    Herr Tondi

    “…hohe Mie­ten, … und die Zer­sie­de­lung hätten in ers­ter Linie mit der Zu­wan­de­rung zu tun…”

    Also, laut BfS hatten wir in der Schweiz alleine im Jahr 2013 eine Wanderungsbilanz von ca.80’000 Personen (Ein- minus Auswanderer) – vergl. https://www.bfm.admin​.ch/content/bfm/de/ho​me/dokumentation/zahl​en_und_fakten/auslaen​derstatistik/monitor.​html

    Nehmen wir mal an, dass im Schnitt je 2.5 Personen eine Wohneinheit belegen – dann macht das alleine für das Jahr 2013 32’000 Wohneinheiten, welche durch Einwanderer belegt wurden.

    32’000 – eine Zahl. Nehmen wir als bildlichen Vergleich den Messeturm in Basel, welcher über 170 Wohnungen verfügt. Dann wären also für die 32’000 Einwanderer ca. 190 Messetürme nötig um alleine die Einwanderer aus dem Jahr 2013 zu beherbergen.

    Nun behaupten Sie allen Ernstes, dass wir selber schuld seien?
    “… Ist es nicht viel­mehr so, dass wir uns diese Pro­bleme primär sel­ber zu­zu­schrei­ben ha­ben, indem wir un­se­ren Be­darf an Wohnfläche ste­tig aus­wei­ten, un­sere Mobilität kontinuierlich erhöhen und kaum Be­reit­schaft zei­gen, ver­dich­tet zu bauen bzw. Grünflächen zu schützen?…”

    Ste​llen Sie sich nun mal vor, dass Jahr für Jahr in der Schweiz weitere 188 Messetürme gebaut werden müssten um den Wohnungsbedarf bei gleichbleibender, ungebremster Zuwanderung zu decken…

    Hinzu kommt dann noch Bodenbedarf für Arbeitsplätze, Freizeitmöglichkeiten​, Spitäler, Schulen, Verwaltungen, etc.

    …Dann stellen Sie sich auch vor, was für Mieten für verdichtete Häuser verlangt werden und was da an Abfall, Abwasser und Abgasen zusammenkommt. All die 80’000/Jahr verbrauchen auch etwas Energie, Trinkwasser, Lebensmittel, etc. Und in Folge der Mobilität und der Verteilung von Gütern wird weitere Infrastruktur benötigt…

    …Das​ finden Sie also einen angemessenen Preis für die masslose Zuwanderung? Ehrlich?

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  • Februar 4, 2014

    Teilzitat: “…kaum Be­reit­schaft zei­gen, ver­dich­tet zu bauen bzw. Grünflächen zu schützen?”

    Wir können verdichtet bauen bis in den Himmel, wenn wir “unten” auf dem Boden der Realität ankommen, muss uns unweigerlich in den Sinn kommen, dass die Fäche der Schweiz einfach nicht mit den “linken Wunsch-Träumli” wächst.

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