1. Sonstiges

Freiräume und Sozialer Wandel

Der Mensch ist ein soziales Wesen. Er braucht andere Menschen um als Individuum überleben zu können und hat grundsätzlich das Bedürfnis nach einem möglichst nachhaltigen, gesunden Leben. So werden seine existenziellen Grundbedürfnisse nach Nahrung, Regeneration, Sicherheit, Geborgenheit und persönlicher Entfaltung am ehesten befriedigt. In der Gruppe gelingt dies einfacher, deshalb hat sich der Mensch seit je her so organisiert. Optimale Freiheit und Sicherheit dank gelingender Kooperation.

Von Natur aus hat der Mensch ausreichend Fähigkeiten mit bekommen sich in freier Wildbahn behaupten zu können. Natürlichen Gefahren hat er erfolgreich gelernt zu begegnen, mit Kreativität und Erfindergeist, sogar in extremen Klimazonen. Die Menschheitsgeschichte​​​​ ist eine Erfolgsgeschichte, ein Beispiel für die Schönheit der gesamten Natur auf Erden. Unsere Spezies hat dermassen Erfolg, dass sie Grenzen überwindet, welche andere Lebewesen zwangsläufig respektieren müssen; sie reizt das von Natur aus Mögliche bis zum Letzten aus. Was Erfolg hat wird imitiert. Schwarmintelligenz. Doch auch der Mensch hat seine natürlichen Grenzen. Es existiert nur eine Erdkugel mit begrenzten Ressourcen, der Mensch ist an die physikalischen Gesetze gebunden, er ist gezwungen den Tod als letzte individuelle Grenze zu akzeptieren. Der Mensch tut deswegen, was ihm in der Situation am einfachsten erscheint. Auch wenn es manchmal kompliziert aussieht.

Der Mensch benötigt natürliche Freiräume um sich als Individuum entwickeln und seine Bedürfnisse befriedigen zu können. Die biologisch angelegten Fähigkeiten können sich nur so entfalten. Entsprechend der natürlichen Umgebung und der Möglichkeiten zur persönlichen Entwicklung sind die Kulturen der Menschheit verschieden. In den vergangenen Jahrtausenden und Jahrhunderten haben sich verschiedenste menschliche Grobkulturen heraus gebildet. Die einen überleben mit beinahe nichts im kargen Gebirge, andere lassen sich per Mausklick das Mittagessen in die Stadtwohnung liefern und bezahlen in elektronischer Währung.

 

Seit Beginn der Industrialisierung im 19. Jh. nimmt die Vielfalt der menschlichen Kulturen stetig ab. Die sogenannte Ökonomisierung der Wirtschaft und auch des Sozialen, dies zwecks Erhalt eines auf Gewalt basierenden Finanzsystems mit all seinen Kriegen und Hungersnöten, hat aus intelligenten Kulturen Sklaventreiber und Sklaven gemacht, aus natürlichem Wohlstand Mangel. Es hat sich eine Monokultur global verbreitet, welche die Ausbeutung und Zerstörung der Lebensgrundlagen aller immer weiter voran treibt. Freiräume werden immer weniger zugestanden, immer mehr unwiederbringlich zerstört. Die Menschheit verarmt, auch kulturell. Wie sonst könnte dies jemand abstreiten und das Gegenteil behaupten? Ich spreche hier lieber von Behinderung als von Dummheit.

Dank geschicktem Agieren unserer Vorfahren und sicher auch etwas Zufall haben sich im Alpenraum Kulturen erhalten, welche die Natur kennen und deren Grenzen respektieren gelernt haben, die friedliebend und doch bereit sind für den Erhalt des Friedens, der Freiheit an ihre und an die Grenzen anderer zu gehen, welche noch ausreichend Freiräume sowohl in natürlicher, wirtschaftlicher als auch sozialer Hinsicht haben sich für den Erhalt dieser Freiräume einzusetzen. Die Schweiz ist das Land mit der nach wie vor besten Berufsbildung, ist politisch föderalistischer wie kaum ein zweites und auch dank des weltweit mächtigsten Finanzplatzes das sicherste Land der Welt. Niemand muss Angst haben seine Meinung offen kund zu tun.

Freiräume haben eine Wirkung. Man sollte sie erhalten und neue Freiräume erarbeiten bzw. verschwundene wieder erlangen. Die Wirkung heisst gesellschaftliche Handlungsfähigkeit, heisst Frieden.

 

Sozialer​​ Wandel findet statt. Dauernd. Dank Schulbildung für alle Kinder. Dank durch die Politik geschaffenen Freiräumen wie die AHV. Oder die sexuelle Revolution dank der 68-Bewegung. Heute sind es kleinere und weniger sichtbare Dinge, die in der Medienflut untergehen. Zum Beispiel der Schweizer und speziell der St. Galler Finanzausgleich zeigen Grenzen des Kapitalismus auf. Der Konkurrenzkampf zwischen den Kantonen und Regionen ist relativ geworden. Wer in unserem Kanton Sozialhilfe bezieht darf dank kürzlichen Entscheiden des Kantonsparlaments hoffen künftig weniger ausgegrenzt, nicht mehr aus dem Wohnort hinaus geekelt zu werden. Dies nach SKOS-Richtlinien, sogar in Rorschach.

Unser Kanton ist trotz zum Teil über Schmerzgrenzen hinaus gehender Sparübungen humaner, sozialer geworden, und dies in einer Zeit, wo das Finanzsystem an der Wand zerschellt. Es ist sehr wichtig, dass unser Zusammenhalt nicht noch weiter bröckelt. Sozialer Wandel ist leise, schleichend und vor allem friedlich.

Dieser Weg muss weiter gehen. Es braucht Instrumente um die lokalen Lebensgrundlagen erhalten zu können. Rahmenbedingungen. Eine Grüne Wirtschaft oder ein Existenzsicherndes Grundeinkommen würden neue entsprechende Freiräume schaffen. Auch eine Fair Food-Initiative bezüglich Nahrungsmittelqualitä​​​​t. Oder ein Atomausstieg bezüglich Sicherheit. So wird Freiheit erhalten und Frieden geschaffen. Auch global. So können wir einfach besser leben.

Personen haben auf diesen Beitrag kommentiert.
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Comments to: Freiräume und Sozialer Wandel
  • Dezember 16, 2014

    Na hoffentlich verdienen Sie kein Geld auf Staatskosten mit diesen Gedanken. Üblicherweise ist dies eine Privatangelegenheit. Solche Sachen kann man in einem guten Restaurant bei einem Glas Wein mit Freunden besprechen. Ist bei mir üblich.

    Mir macht der Massenmord an die 132 Kinder durch die islamistischen Terroristen Gedanken. Habe erst kürzlich für die Ernährung von Kindern grosszügig gespendet. Deswegen bezeichne ich mich als sozial im realistischen Sinne.

    Der Mensch als soziales Wesen ist nur, wenn er von sich für einen anderen etwas gibt oder sich einsetzt ohne Gegenleistung.

    Bei​ Ihnen macht dies mir nicht den Eindruck. Eben linke.

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  • Dezember 21, 2014

    Aber auf Leute wie mich darf man anscheinend nicht gehen. Weil ich ja neidisch bin nicht in einem Knast aufgewachsen zu sein und deshalb das Leben mit all seiner Einschüchterung und Folter nicht kenne.

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  • Dezember 21, 2014

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