1. Sicherheit & Kriminalität

Fremde Kampfflieger – Die Schweiz wird verspottet

FREMDE KAMPF­FLUG­ZEUGE IM SCHWEI­ZER LUFTRAUM – SCHWEIZ WIRD ZUM GESPÖTT DER WELT!

Vorbemerkung: Dieser Beitrag fusst auf der Lektüre von 15 Artikeln von on-line Medien und on-line wiedergegebenen Artikeln in gedruckten Zeitungen in Australien, China, Deutschland, Hongkong, Indien, Sri Lanka und den USA.
 
Die vor wenigen Tagen der Welt demonstrierte Unfähigkeit unseres Landes, seinen Luftraum sogar im Frieden selber zu kontrollieren,  hat weltweit zu Artikel der gedruckten und on-line Medien geführt, deren Ton von Spott bis zu ungläubigem Erstaunen reicht. Dazu einige Gedanken.
 
Ich habe im Zeitraum von vielen Jahrzehnten in rund 100 Ländern gearbeitet und dabei immer wieder festgestellt, wie hoch das Ansehen der Schweiz – auch bei Durchschnittsmenschen​ – weltweit war. Sie wurde als friedliebendstes, strikt neutrales Land wahrgenommen, dessen Volk aber bereit war, im Falle eines Angriffs zu kämpfen und zu dem Zweck eine starke Armee aufrecht erhielt. Immer wieder wurde ausdrücklich lobend hervorgehoben, dass wir uns nicht zu militärischen Interventionen auf der Seite der Westmächte einspannen liessen, die unter dem Deckmantel von Demokratie und Menschenrechten ihre eigenen strategischen und wirtschaftlichen Interessen verfolgten. (Der bedeutende SPD-Politiker Egon Bahr hat in seinem Vortrag vom 4. Dezember 2013 in Heidelberg laut und deutlich gesagt, dass in den internationalen Beziehungen weder Demokratie noch Menschenrechte zählten. Es gehe ausschliesslich um die Interessen von Staaten. Nach Jean-Claude Junker, der bis vor kurzem Chef der EURO-Gruppe war und einen Krieg in Europa wieder für möglich hält, meinte auch er, wir befänden uns in einer Vorkriegssituation).
 ​  
Die  Realität entspricht ja schon seit vielen Jahren nicht mehr diesem Bild der Schweiz,  aber die Leute glaubten das noch bis vor wenigen Tagen. Zu meiner ganz grossen Überraschung tragen sogar viele chinesische Bürger dieses Bild unseres Landes mit sich und meinten mir gegenüber, die Schweiz sei deshalb ein Vorbild für die ganze Welt.
 
Gefährlich ist, dass die Generalstäbe der grossen Mächte natürlich schon lange darüber informiert sind, dass wir im Kriegsfall unsere nach internationalem Neutralitätsrecht bestehende Pflicht, den Kriegsparteien den Einbezug unseres Landes und seines Luftraumes in ihre Operationen  zu verwehren, nicht mehr erfüllen können. Sie halten sicher schon Pläne bereit, wie sie uns im Falle eines militärischen Konflikts als “Freunde” mit ihren eigenen Streitkräften „helfen“ können, oder ihrem Feind die Benützung unserer Infrastruktur durch deren Zerstörung verwehren wollen. So werden wir in einen eventuellen Krieg gerissen werden.
 
Dazu haben wir in den Augen der nicht dem westlichen Lager angehörenden Mächte die Neutralität ohnehin weitgehend aufgegeben. Die Schweiz ist Mitglied der NATO Partnerschaft für den Frieden. Diese und andere NATO Konstruktionen wurden letztes Jahr in der chinesischen Presse als Instrumente der USA zur Durchsetzung von deren weltweiten strategischen Interessen dargestellt. Russland sieht das wohl ebenfalls so. 
 
Die schon lange nicht mehr staatstragende SPS kämpft seit Jahren gegen unsere Landesverteidigung. Ich kann mir deshalb gut vorstellen, wie auf dem SPS Zentralsekretariat die Korken geknallt haben, als die sarkastischen, ironischen und oft auch ungläubigen Kommentare der Medien der Welt zum Fall des entführten äthiopischen Flugzeuges bekannt wurden. Interessant ist,  dass in Artikeln in mehreren Medien gesagt  wurde, die Schweiz sei an sich als uneinnehmbare Alpenfestung wahrgenommen worden. Als Beispiel dafür diene ein kurzer Auszug aus einem Artikel des indischen BUSINESS STANDARD vom 21.02.2014 (Hervorhebungen und Übersetzungen durch mich):

Der längere Artikel unter dem Titel Mountain fortress, during office hours. („Gebirgsfestung, während der Bürostunden“) beginnt mit folgendem Satz:
 
Making fun of the Swiss is so easy that it’s almost unsporting. („Sich über die Schweizer lustig zu machen, ist so leicht, dass es fast unsportlich ist“). Er endet mit den folgenden Abschnitten, die das bisher international gültige Bild der Schweiz bestätigen und mit dem GRIPEN enden.

Here’s how a country known for its mountainous impregnability (“bekannt für seine gebirgige Uneinnehmbarkeit”), its 26,000 bunkers and fortifications, its roads that double as airstrips, its population that has compulsory military service, gets kaboomed by its own orderliness. Every newspaper in the world has run a derisive story on how to invade Switzerland: do it outside of office hours. („Jede Zeitung in der Welt hat in verächtlichem Ton eine Geschichte darüber veröffentlicht, wie man die Schweiz erobern kann: Ausserhalb der Bürozeit“).

The Swiss Air Force doesn’t work around the clock for a very good reason: budgetary shortfalls.   F-18s and F-5s and pilots don’t grow on trees, you know (“Weisst du, F-18 und F-5 sowie Piloten wachsen nicht auf Bäumen”). On the upside, they’ve been planning a new fleet of Gripens for a while now, scheduled to roll out in 2020. That is, if the referendum they put out on that purchase passes muster. It’s not looking so good at the moment, because they did a poll recently, and found that 53 per cent of Swiss people don’t approve of the Swedish planes. 

Und die SOUTH CHINA MORNING POST wies in diesem Zusammenhang, wie viele andere Medien,  in einem längeren Artikel am 18. Februar darauf hin, dass die Schweiz auch am kürzlichen WEF und schon bei den europäischen Fussball-meisterschaf​ten 2008 den Luftraum durch Kampfflugzeuge ihrer Nachbarn habe müssen schützen lassen.

Sollte der GRIPEN in der Volksabstimmung durchfallen, so wird das angesichts des Aufsehens, das der Fall des entführten äthiopischen Flugzeuges weltweit erregt hat, wohl nochmals weltweit zu sehr kritischen und sarkastischen Kommentaren über unser Land führen und als Bestätigung dafür gesehen, dass wir uns nicht mehr selber verteidigen wollen und können.

Die Generalstäbe der grossen Mächte wissen das ja schon lange.  Aber jetzt wissen das auch Millionen einfacher Bürger in der ganzen Welt und wohl zehntausende von Entscheidungsträgern,​ die den sarkastischen Kommentar von BLOOMBERG gelesen haben. Diese totale Wende in der internationalen Wahrnehmung unseres Landes ist sicherheitspolitisch eine Katastrophe!

Jetzt kann die SPS feiern, denn das Ziel, unser Land praktisch wehrlos zu machen, ist erreicht und wir sind zum Gespött der Welt geworden. Wenn in einigen Jahren die schreckliche Realität eines Krieges über unser Land brechen sollte – dannzumal werden wir wegen unserer Schwäche miteinbezogen werden -und das Feiern durch Tränen abgelöst wird,  werden dann all die Armeeabschaffer vor das Volk zu treten und sagen:
 
Ich habe das so gewollt!

Gotthard Frick, SP Bottmingen, z.Zt. Beijing   

Personen haben auf diesen Beitrag kommentiert.
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Comments to: Fremde Kampfflieger – Die Schweiz wird verspottet
  • Februar 24, 2014

    Und was ist Ihrer vieler Worte Sinn. Verraten Sie uns dies einmal. Wenn möglich mit weniger Worten und weniger Wenn und Abers. Danke.

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    • Juli 19, 2021

      @Herrn Paul Rohner: Herr Frick hat aus computertechnischen Gründen von China aus nur die Möglichkeit, einen neuen Blog zu erstellen; der Zugriff als Kommentator scheint ihm indessen nicht möglich zu sein. Für mich ist es ein leichtes, den Sinn seiner Worte zu erfassen: Unsere Linken im Verein mit den Grünen und Teilen der CVP glauben, unser Militärbudget ungestraft reduzieren zu können. Ihre numerische Gesamtheit ist gross genug für die Durchsetzung. Das führt natürlich zur Verminderung
      der Sicherheit, was unmittelbar Konsequenzen für unsere Wirtschaft mit sich bringt: Ein Hauptkriterium für Investoren ist die Sicherheit des betreffenden Landes, wofür die Schweiz bisher in einem ausgezeichneten Ruf stand. Dieser Ruf liegt nun dermassen darnieder, dass weitere Investitionen, damit verbunden Arbeitsplätze, Fiskaleinnahmen usw., ab sofort merklich einbrechen. Das ist denn auch zu erwarten, denn die Finanzwelt macht ihre Einstufungen in Bonitäten sehr undifferenziert und durchaus aufgrund von Meldungen in Boulevard-Medien.

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  • Februar 24, 2014

    Bundesrat Ueli Maurer sagt im Interview der Sonntagszeitung, Titel: “Wir blamieren uns”, folgendes:

    Zitate: “Was wir in der Nacht auf Montag in Genf gesehen haben, passiert eben, wenn man der Armee immer Geld wegnimmt.”

    “Nun sind die Auswirkungen halt augenfällig geworden. Seit ich im Amt bin, weise ich auf die Lücken hin. Wir sind das Land, das den geringsten Anteil am BIP in die Armee steckt. Nur etwa 0.9%. Weil die reiche Schweiz bei der Sicherheit geizt, blamieren wir uns. All jene Schweizer, die mit dem Finger auf uns zeigen, müssten in den Spiegel schauen. Sie sind es, die der Armee das notwendige Budget nicht geben wollen.” Zitate ende

    Vielleicht ist die Blamage ja auch ein wenig heilsam…

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  • Februar 24, 2014

    Tja Herr Frick: ich sagte mal sie wären besser in der SVP aufgehoben mit dem Realitätsfremden Blick.
    Kleiner Tipp: die Schweiz ist ein kleines Land, umgeben vom Ausland. Was heisst das: Also wenn ein Flugzeug vorhat in die Schweiz zu fliegen überfliegt es immer zuerst Ausland. Da die Schweiz so klein ist kann ein Flugzeug jederzeit einen kleinen Bogen machen und um die Schweiz herumfliegen, keine Zeit keine Chance für irgend ein Schweizer Militärflugzeug. Und stellen sie sich vor: ein heutiges modernes Militärflugzeug kann auch an die Landesgrenze heranfliegen – eine Stadt in Grenznähe in Schutt und Asche legen und ohne Schweizer Luftraum zu betreten – weg. Jajaja

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    • Juli 19, 2021

      @Herr H. Kremsner: Ich finde, mit Ihrem Kommentar kommen Sie
      ganz präzis auf den Punkt; Sie sind da wirklich eingegangen auf das, was Herr Frick fokussiert hat. Den vorwaltenden Mangel an
      intelligenten Beiträgen in diesem Forum vermögen Sie mit Ihrem
      ausgezeichnete​n Votum bei weitem auszugleichen. Meine
      Bewunderung haben Sie; machen Sie weiter so!

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    • Juli 19, 2021

      Herr Kremser, in der ‘Sozialdemokratische​n Partei der Schweiz’ lässt man auch Parteigenossen gewähren wie Herrn Frick, die manchmal etwas verschrobene Ansichten zum Besten geben, und konzentriert die Kräfte lieber auf die vielen zu lösenden Sachprobleme.

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    • Juli 19, 2021

      @Herr H. Kremsner
      Wir sind zwar vom Ausland umgeben das uns zur Zeit grundsätzlich freundlich gewillt ist. Aber wir sind mit Österreich zusammen umgeben von Nato-Ländern.
      Dh. im konkreten Fall, falls die USA Krieg gegen ein Land hat, überfliegt es natürlich auch Nato Luftraum, dürfte aber die Schweiz & Österreich nicht durchfliegen. Und diese müssen sich davor selbst schützen, sonst werden sie indirekt zu Kriegsunterstützern.

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  • März 2, 2014

    Lieber Herr Frick, wer hat Ihnen denn erzählt, die Schweiz wäre im Kriegsfall irgendwelcher Streithähne neutral? Während des 2-ten Weltkrieges kooperierten die “Verantwortlichen” mit den Deutschen und Italienern bis zum Geht nicht Mehr. Ihnen müsste das eigentlich bekannt sein wenn Sie schon solange unterwegs sind.

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