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Gegen staatliche Lohnkontrollen

Eines vor­weg: Auch wenn ich diese In­itia­tive ab­leh­ne, so heisst das noch lange nicht, dass ich Saläre von 5, 10 oder mehr Mil­lio­nen Fran­ken gou­tie­ren würde. Sol­che Bezüge stören mich ex­trem und ich finde diese sehr unschweizerisch.

Die Initiative will die höchsten Löhne in einem Unternehmen auf das Zwölffache des tiefsten Lohnes beschränken. Auf den ersten Blick tönt das sehr vernünftig. Bei genauerem Hinschauen entpuppt sich diese Initiative jedoch als Bumerang.

Wenn der Staat ein solches Lohnverhältnis diktiert, dann muss er dies auch umsetzen. Alle rund 300‘000 Unternehmen in der Schweiz, also auch alle KMUs, welche mit den Löhnen sicherlich weit unter dieser vorgeschriebenen Spanne sind, müssen dieses Lohnverhältnis nachweisen. Da die Initiative explizit nebst Geld auch Sach- und Dienstleistungen erwähnt, führt das zu einem bürokratischen Aufwand für alle Unternehmen. Dabei bin ich der Meinung, müssten wir unsere KMUs eher von Bürokratismus entlasten, als mit neuen Vorschriften belasten. Auf der Seite des Staates müssten Lohnkontrolleure diese Lohnnachweise auch in allen Unternehmen überprüfen. Das bedeutet etliche zusätzliche Staatsangestellte, die auch bezahlt sein müssen. Diese Lohnnachweise und staatlichen Lohnkontrollen sind für mich der Hauptgrund für ein „Nein“ zur 1:12.

Die Initiative hat weitere negative Effekte. Das eine Prozent Steuerpflichtige mit den höchsten Einkommen bezahlt 41 Prozent der Steuern. Die 10 Prozent der höchsten Einkommen bezahlen gar 78 Prozent sämtlicher Steuern. Durch die Steuerprogression zahlen diese Leute auch massiv mehr Steuern und des findet eine Umverteilung statt. All diese vorhin genannten Steuerpflichtigen haben einen Lohn, der über dem Verhältnis 1:12 ist und dadurch fallen diese Steuereinnahmen beim Staat weg oder werden massiv kleiner. Das fällt dann wiederum auf alle anderen Steuerpflichtigen zurück – ich denke dabei an den Mittelstand, der mehr Steuern bezahlen muss.

Aber auch die AHV ist betroffen. Wer viel verdient zahlt auch viel mehr Sozialversicherungsbe​iträge in AHV/IV/EO. Und trotzdem: Auch diejenigen, welche eine Million Franken verdient haben, erhalten nach der Pensionierung nur die AHV-Maximalrente von derzeit 2‘340 Franken. Es findet also eine grosse Umlagerung von den Gutverdienenden zu allen anderen statt. Sehr sozial. Eine Tatsache die von den JUSOs und allen anderen Befürwortern der Initiative gerne verschwiegen wird.

Alleine der Kanton Aargau rechnet mit Steuerausfällen von bis zu 32 Mio. Franken bei den Kantons- und Gemeindesteuern. Die Aargauer werden auch 11 Mio. weniger direkte Bundessteuer abliefern. Bei der AHV/IV/EO werden im Aargau 12 Mio. Franken fehlen. Der Kanton Zürich rechnet mit 188 Mio. Franken Steuerausfällen. Dieses Geld kann nicht durch Einsparungen in anderen Bereichen geholt werden. Die Folge werden generelle Steuererhöhungen sein, welche alle treffen. Die Initiative erweist sich also als Bumerang und ist daher abzulehnen.

 

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Comments to: Gegen staatliche Lohnkontrollen
  • Oktober 29, 2013

    “Auf der Seite des Staates müssten Lohnkontrolleure diese Lohnnachweise auch in allen Unternehmen überprüfen. Das bedeutet etliche zusätzliche Staatsangestellte, die auch bezahlt sein müssen. Diese Lohnnachweise und staatlichen Lohnkontrollen sind für mich der Hauptgrund für ein „Nein“ zur 1:12.”

    Schlupfl​och gefunden…

    Und was ist mit den GAV’s? Wer kontrolliert heute, dass die Lohnvorgaben, Spesenregelungen etc. gemäss GAV auch eingehalten werden? Die Berufsverbände selbst, Herr Guhl, kontrollieren ihre Mitglieder! Kostet den Staat keinen Cent, denn sie werden von den Mitgliedern finanziert! 😉

    Und die KMU Spitze die sich 12 mal mehr Salär auszahlen kann, die müssten Sie mir erst mal zeigen!

    Sie schreiben die Initiative beruhe auf Neid. Ihren Beitrag beginnen Sie dann aber doch mit: “Eines vor­weg: Auch wenn ich diese In­itia­tive ab­leh­ne, so heisst das noch lange nicht, dass ich Saläre von 5, 10 oder mehr Mil­lio­nen Fran­ken gou­tie­ren würde. Sol­che Bezüge stören mich ex­trem und ich finde diese sehr unschweizerisch.”


    Was jetzt Herr Guhl? Neid auf die Masslosen, oder unschweizerischer Egoismus?

    Denn zwar alle samt verurteilen, dem aber keiner bereit ist irgendwie Einhalt zu gebieten?

    Schön hilft der Staat vorallem sich selbst und allen anderen, statt der arbeitenden Bevölkerung! Bravo! Da aber noch vom Neid der Besitzlosen zu sprechen, finde ich schon grad etwas gar arrogant, Herr Guhl! Und es macht ihre Arrgumentation def. nicht glaubwürdiger… Aber damit stehen Sie ja nun wahrlich nicht allein da! Leider!

    Kein einziger Gegenvorschlag, nur müdes Schulterzucken und Lippenbekentnisse! Wenn ihr (Poliker) uns schon nichts zu sagen habt, redet euch doch nicht noch um Kopf und Kragen.

    Denn wenn ich noch mehr so scheinheiligen Bla lesen muss, muss ich bis am Ende, halt doch noch ein JA in die Urne werfen….

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    • Juli 19, 2021

      “Auf der Seite des Staates müssten Lohnkontrolleure diese Lohnnachweise auch in allen Unternehmen überprüfen.”

      Gena​u Frau Bächli,

      die 1:12 ist ein reines Ablenkungsversuchsman​över um die eigenen und unkontrollierten “Industrien” zu schützen und möglichst noch mehr Bürokratie zu Lasten der realen Bevölkerung zu generieren.

      Nein zu 1:12. Aber auch Kontrolle der Industrien, welche die öffentliche Hand finanziert(Asyl-, Gesundheitsindustrien​ etc.)

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  • Oktober 29, 2013

    Ausgezeichneter Kommentar von Bernhard Guhl. Er verdient meine volle Unterstützung und es bleibt nichts daran zu kritisieren. Bravo. Weiter so.

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  • Oktober 29, 2013

    Die Frage, ob Umverteilung von oben nach unten (“wer mehr verdient zahlt auch mehr Steuern”) sozial und für unseren Staat nötig sei oder nicht, stellt sich erst nach der Frage, wie das erzielte Einkommen mit der dafür erbrachten Leistung zusammenhängt. Das, und nicht die absolute Höhe des ausbezahlten Gehaltes, wird doch von fast allen als unfair empfunden.
    Man kann gar nicht 20 oder 50mal mehr verdienen als ein gewöhnlicher Büezer bekommt. Also wird nicht die Leistung, sondern etwas anderes bezahlt.
    Es wird nach meinem bescheidenen Verständnis nicht denen oben etwas weggenommen, sondern diese erhalten etwas weniger zuviel.
    Die Gewinne der Unternehmer, die diese in voller Eigenverantwortung Erwirtschaften, werden davon überhaupt nicht berührt.
    Ob 1:12 nun der richtige Weg sei oder nicht, darüber kann man streiten. Aber welchen Weg schlagen diejenigen vor, die dagegen sind?

    ” … denn überall dort wo der Staat eingreift, wird es problematisch: ” (Hr. Bühler): Ohne staatliche Eingriffe wird es leider oft noch problematischer, wie die unwürdige Debatte über die Gesundheitsreform in den USA zeigt.

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    • Juli 19, 2021

      Staaten, Politiker/Innen haben die Aufgabe vorrangig ihre Bürger/Innen zu schützen. Nicht diese bürokratisch zu bewirtschaften um ihre aufgeblähten Bürokratien zu pflegen.

      1:12 Nein, da es genau in diese Richtung läuft einmal mehr. Die Minderinitiative ist dahingehend in Bearbeitung, nun geht es darum AUCH die Abzockerei der öffentlichen Hand anzugehen statt diese zu fördern.

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  • Oktober 30, 2013

    “Letzten Endes kann man alle wirtschaftlichen Vorgänge auf drei Worte reduzieren: Menschen, Produkte und Profite. Die Menschen stehen an erster Stelle. Wenn man kein gutes Team hat, kann man mit den beiden anderen nicht viel anfangen.”

    Lee Iacocca (*1924), amerik. Topmanager, 1979-92 Vorstandsvors. Chrysler Corp.

    Sein Lohn: 1 Dollar!

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  • Oktober 30, 2013

    Sind die hohen Löhne wirklich gerechtfertigt?

    Wer hat neue Ideen und Innovationen?
    Typisc​herweise Ingenieure, Naturwissenschaftler,​ Techniker usw. Das sind Leute mit Löhnen so ab 80’000 bis 250’000 Franken. Diese Löhne sind gerechtfertigt. In vielen Fällen sogar deutlich zu tief!

    Was tun die Leute mit den hohen Löhnen?
    Sie sind nicht kreativ sondern lediglich Verwalter und müssten dementsprechend eigentlich deutlich weniger verdienen als Ingenieure, Naturwissenschaftler und Techniker.

    Wo sind die Löhne am höchsten?
    Im Finanzwesen!
    Auch dort gab es in den letzten Jahrzehnten viele neue Ideen und Innovationen. Leider muss man sagen, denn in der Rückschau wäre es sicherlich besser gewesen auf ihre Umsetzung zu verzichten (Bankenkrise)!
    Wie sind die hohen Löhne im Finanzwesen gerechtfertigt?
    Durc​h gar nichts!

    Aber was ist mit den Unternehmern?
    Ohne die geht es nun wirklich nicht!
    Aber: Ein Unternehmer hat sein eigenes Geld in seiner eigenen Firma, typischerweise ist er das Herz seiner Firma.
    Die Verwaltungsräte und Geschäftsführer der grossen Firmen sind meistens keine Unternehmer sondern schlicht Bürokraten.
    Für die Unternehmer ist die 1/12-Initiative kein Problem. Denn wenn der Unternehmerlohn kleiner wird, steigt gleichzeitig der Wert der Firma, die ihm ja gehört.

    Werden Bürokraten die Schweiz verlassen?
    Ja, sicher einige! Aber das ist nun wirklich kein grosser Verlust!
    Werden die Unternehmer die Schweiz verlassen?
    Nein!
    We​rden die Aktionäre der Verlagerung ihrer Firmen ins Ausland zustimmen?
    Nein!
    Da​rum JA zur Initiative!

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  • Oktober 30, 2013

    Wer übernimmt die Lohnkontrolle?

    Ganz einfach: Diese Aufgabe erfüllt bereits jetzt die Steuerverwaltung.
    We​nn die Kontrolle durch die Steuerverwaltung ungenügend ist, muss in diesem Bereich mehr Geld investiert werden. Das erhöht gleichzeitig den Steuerertrag.

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    • Juli 19, 2021

      De Steuerverwaltung tut sehr viel…zweifelsohne! Derzeitiges Hobbys der Steuerverwaltung in Bern, betagten Mitbürger/Innen überteuerte Ratenrechnungen zustellen. 12 000.- gegenüber der letzten.

      Wenn der Renter/die Rentnerin noch aktiv ist heisst es: Zahlen Sie mal, sie erhalten es dann schon(irgendwann)zurü​ck! Könnte ja sein dass der Betroffene niemandem hat welche/r hinschaut, dann hat der Staat ohne Gegenleistung schon wieder kassier um Zweckenentfremdung zu betreiben….

      Mit solchen und anderen Methoden versuchen Steuerverwaltungen an Daten/Vermögen zu kommen, welches diese Menschen erchrampfet haben um es in alle Windrichtungen zu verschenken!

      Banke​nabzocker hat die MinderIni an die Leine genommen, nun ist es an der Zeit die behördlichen Abzocker anzugehen!

      Staatsa​bzockerei/Behördenabo​kerei darf auch keine Chancen mehr erhalten!

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  • November 3, 2013

    Wie wir wissen wird bloss die vermutete die Selbstbedienung von unterbezahlten Verkäuferinnen auch strafrechtlich untersucht, dort soll der Aufwand Plötzlich nicht relevant sein. Oder z.b. bei der Swissair wo Unternehmen wie auch Angestellte bestohlen wurden und sich der Chef im voraus einer Bankrotten Frima mit 10+Millionen entlöhnte soll auch gar kein Problem gewesen sein.

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  • November 10, 2013

    Teilzitat Berner-Zeitung vom 10.11.13

    1:12-Gegner haben die Nase vorn

    Hilfswerke warnen vor Spendenrückgang

    ht​tp://www.bernerzeitun​g.ch/schweiz/standard​/112Gegner-haben-die-​Nase-vorn/story/31182​481

    Derweil warnen Hilfswerk-Vertreter vor einer Annahme der 1:12-Initiative. Diese würde zu einer Abnahme des Spendenvolumens führen. Harry Witzthum, Sprecher von Aids-Hilfe Schweiz, sagt gegenüber der «SonntagsZeitung»: «Wir beobachten die Lage genau. Am ehesten rechnen wir mit einem Rückgang bei den institutionellen Grossspendern, deren Engagement für uns sehr wichtig ist.» Auch Zewo-Geschäftsführeri​n Martina Ziegerer geht von «möglichen Einbussen bei Grossspenden» aus. Deutlicher wird Georg von Schnurbein, Leiter des Centre for Philanthropy Studies an der Uni Basel: «Eine Annahme der Initiative dürfte sich langfristig erheblich auf das Spendenvolumen und die Anzahl Stiftungen in der Schweiz auswirken.» Betroffen seien vor allem Grossspenden, worauf heute viele gemeinnützige Stiftungen angewiesen sind.

    Hoppla, da fürchten wohl einige Verwaltungsräte von sog. Bettelorganisationen,​ welche vom Staat gar geschützt sind weil angeblich “gemeinnützig” auch schon um ihre Pfründe.

    Paradebei​spiel/Heilsarmee geht mit erbetteltem Geld und an die Show “Eurovisionscontest​” mit null Kosten vermutlich…

    Die MinderIni wirkt….

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  • November 10, 2013

    Zuerst mal ist es schön, wie die Mehrheit der Bevölkerung zumindest bei dieser Initiative erkannt hat, wie kommunistisch und gefährlich sie ist und gemäss neuster Umfrage diese Initiative ablehnen.

    Aber unsere Linken Medien versuchen noch alles, um ein Ja zu schaffen. Nun werden z.b. in der Sonntagspresse Manager-Löhne mit dem Ausland verglichen. uff. Alles wird versucht um mit dem Neidimpuls beim Menschen ein Ja zu erreichen.

    Sagen wir Nein zur kommunistischen Initiative 1:12

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  • November 13, 2013

    Traurig, traurig…wenn man nicht argumentieren kann geht man zur Vimentis-Tip-Ex-Trupp​e, dabei weiss jederman, dass die Spuren nicht verwischt werden können im Internet.

    N.B. Es gibt Social-Media-Kurse wo dies als erstes gelehrt wird!

    1:12 Nein, der Staat hat längst genug anderes zu tun, als die reale Wirtschaft weiter zu beackern.

    Man sollte mal beginnen in den diversen eigenen geschützten “linken Bürokratiewerkstätten​” aufzuräumen, statt diese immer noch mehr aufzublähen, wie mit Initiativen wie dieser.

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