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Grosse Fragen können nicht im twitter-stil diskutiert werden

Wieder ist es nicht möglich, eine Ant­wort auf einen Kom­men­tar zu veröffentlichen. So pu­bli­ziere ich ihn halt als Ar­ti­kel.

Grosse Fragen können nicht im twitter Stil diskutiert werden.

Sehr geehrter Herr Wagner,

Mir wurde das schon früher von vimentis gesagt, was man machen muss, damit man Antworten (oder Artikel) veröffentlichen kann. Es funktioniert trotzdem oft nicht. Auch heute hatte ich den Text auf dem Zwischenspeicher. Aber er verschwand jeweils sofort nach der Eingabe.

 

Ich rede über vergangene Kriege, weil die Prinzipien immer die gleichen sind und wir aus der Geschichte lernen können. Nur die technischen Mittel ändern sich. Aber viele Leute meinen, heute sei alles anders. Kennen Sie das Buch der “Peloponnesische Krieg”, der von 431 bis 404 vor unserer Zeit stattfand. Thukydides, ein griechischer Feldherr (460-400), der wegen des Verlustes eines strategischen maritimen Stützpunktes der Athener verbannt wurde, hat dann dieses umfassende, hochinteressante Buch über den Krieg geschrieben. Alles was in heutigen Kriegen gilt, finden sie schon dort. Nicht nur militärisches, auch den Wirtschaftskrieg, die Beeinflussung der Meinungen, etc. etc. Auch Beispiele aus diesem Krieg hätte ich bringen können, nur kennen ihn noch viel weniger Leute als die, die noch etwas vom 2. Weltkrieg wissen. Eines der Probleme vieler Menschen ist heute wohl, dass alles, auch die komplexesten Fragen, nur noch mit einem Text in der länge eines twitters gesagt werden sollen und dann alles klar sein soll. Viele können einen Gedanken kaum mehr ausdrücken. Die meisten wollen sich mit grossen Fragen gar nicht befassen, nur hören: “So ist es” oder “Nein, so ist es nicht”. Da das von der Natur der Sache nur punktuelle Argumente sein können, gibt es dann keine in die Tiefe gehenden Debatten. Man hat eine Meinung, ohne sie eingehend begründen zu können, weil man all die Kenntnisse dazu gar nicht hat. (Das heisst noch nicht, dass alle auf Grund der Fakten die gleichen Schlussfolgerungen ziehen).

 

Die Frage der möglichen weiteren Entwicklungen der Welt, der strategischen Fragen, der verschiedensten möglichen Bedrohungen und Entwicklungen, der sich daraus vielleicht für unser Land ergebenden konkreten Bedrohungen und schliesslich, welche Armee wir bräuchten, um sie vom Land fernzuhalten bzw. wie die Armee im Falle wir trotzdem angegriffen würden, kämpfen würde, all das braucht zur Darstellung viel Platz und Zeit und kann nicht mit ein paar Stichworten dargestellt werden. Aber wie gesagt, das ist eines der Probleme der heutigen Welt. Es wird alles auf ein paar Schlagworte reduziert.

 

Sc​hliesslich zu den Meldungen, bei denen ich a priori ein Fragezeichen hinstelle. Das heisst nicht, dass ich nicht versuche, mir auf Grund verschiedenster Quellen und meiner eigenen Kenntnisse der Welt ein Bild zu machen, das plausibel erscheint. Nachdem aus verschiedensten Lager im Mittleren Osten immer mehr Bilder und Nachrichten kommen, die alle zeigen, dass dort schreckliche Bestialitäten stattfinden, werden die Bilder der geschächteten Frau, der abgehauenen Männerköpfe glaubwürdiger und wahrscheinlicher und ich gehe mal davon aus, dass solche Sachen auch stattgefunden haben. Aber die Möglichkeit der Fälschung bleibt trotzdem bestehen.

 

Ich​ glaube nicht, dass es Sinn macht, diese Debatte hier weiterzuführen. Sie dürfen glauben, was Sie wollen. Wir sind (noch) ein Land mit Meinungsfreiheit. Mit freundlichen Grüssen Gotthard Frick, Bottmingen, 7.09.2014

Personen haben auf diesen Beitrag kommentiert.
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Comments to: Grosse Fragen können nicht im twitter-stil diskutiert werden
  • September 7, 2014

    Herr Frick, da ich schon den ersten Zeilen entnehmen kann das ich wiederum keine Antwort auf meine Frage erhalte, und mich im Moment einerseits ihre weit ausufernden Geschichtslektionen ermüden nach denen niemand gefragt hat, noch mich irgendwelche weiteren Stories über nackte Christinnen und die Glaubwürdigkeit der Berichterstattung darüber interessieren habe ich Ihren Beitrag gar nicht mehr fertig gelesen.

    Das Sie der offensichtlich so gern und so viel schreibt nicht mal Stichpunkte geben kann wie sich die Schweiz gegen aktuelle Bedrohungssituationen​ verteidigt sagt eigentlich alles aus. Gute Nacht.

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    • Juli 19, 2021

      Ihr, Herr Wagner, „Diskussionsstil“ ist einer Diskussion nach wie vor nicht dienlich. Die plumpe Anmache und die arrogante Forderung nach „Antwort auf Ihre Frage“ oder Darlegung einer „Lösung“ der kritisierten Problematik ist dabei Programm.

      Einen Kommentar abzugeben der als Antwort auf einen Beitrag als einzige Aussage beinhaltet, man habe den Beitrag gar nicht gelesen, ist unterste Stufe. Ihr Nichtwissen übertünchen Sie ja meist sowieso damit, dass Sie einfach für jedes geäusserte Sätzchen einen „Beleg“ fordern und selbst nicht in der Lage sind, eigene Schlüsse aus den überall verfügbaren Fakten zu ziehen.

      Sie scheinen es als Ihre Stärke zu sehen, mangelnde eigene Kenntnis der Sachlage mit der Einbildung gleichzusetzen, Kommentare die über diesen Kenntnisstand hinausgehen, seien grundsätzlich gelogen. Dies obwohl sich Ihr prinzipieller Argwohn noch jedes Mal als unbegründet herausgestellt hat.

      Warum bringen Sie denn nicht selber Vorschläge für Verbesserungen oder „Lösungen“ ein, statt sie ausschliesslich von Anderen zu verlangen um dann doch nur vorauszusetzen es sei alles falsch weil keine entsprechenden, (für Sie unfehlbaren) Wikipedia-Links angegeben werden?

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    • Juli 19, 2021

      Herr Knall, Sie haben hier offensichtlich verschiedenste Dinge nicht mitbekommen.

      Diese​ Blogeröffnung von Herrn Frick ist inzwischen die 3. zu ein und demselben Thema, und ist der 3. oder inzwischen sogar 4. langatmige Exkurs zu Kriegen der Vergangenheit. Meine bereits mehrfach gestellte Frage wie denn Herr Frick sich die Möglichkeiten der Schweiz zu einer effektiven Verteidigung bei gegenwärtigen Bedrohungsszenarien vorstellt bekomme ich bereits mehrfach keine Antwort, sondern nur Statements in Richtung, dass das Thema in einem Blog nicht erklärbar wäre. Keine Stichworte, keine Hinweise, nichts.

      Wenn ich in einer Diskussion merke das auf meine Argumentation und meine Fragen zum wiederholten Male nicht eingegangen wird, stattdessen zum wiederholten Male langatmige Exkurse zu Dingen abgelassen werden nach denen ich überhaupt nicht gefragt habe, ist es aus meiner Sicht völlig ok zu sagen, das ich das nicht mehr lesen will.

      Das Sie anderen schlechten Diskussionsstil und mangelnde Kenntnisse vorwerfen finde ich allerdings schon vermessen.

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  • September 8, 2014

    Da es wirklich keinen Sinn macht, in solchen Online-Plattformen grosse Zusammenhänge erklären zu wollen, bewundere ich Ihren Willen, rein ideologisch festgefahrene Leute auf den richtigen Weg helfen zu wollen. Sie liegen natürlich richtig damit, dass die Menschen wenig aus der Geschichte lernen, denn sonst hätten wir ja keine Kriege mehr – jeder Mensch weiss ja, dass Kriege nur unendliches Leid für die daran teilnehmenden Parteien mitbringen. Es ist ein ganz klein wenig wie mit dem Rauchen: Jeder Mensch weiss, dass Rauchen in jedem Fall schädlich ist, und viele tun es trotzdem.

    Auch Einstein hat zum Thema Krieg vieles gesagt, aber eine Aussage bleit mir immer präsent:

    “Ich bin nicht sicher, mit welchen Waffen der Dritte Weltkrieg ausgetragen wird, aber im Vierten Weltkrieg werden sie mit Stöcken und Steinen kämpfen.”

    Ich bin selber auch überzeugt davon, dass noch mehr Waffen zu entsenden in Kriegsgebiete noch mehr Tote, noch mehr Leid und Zerstörung bringen. Solange der Teufelskreis der Waffenlieferungen nicht unterbunden ist, wird sich die Gewaltspirale weiterdrehen. Und welche Länder würden das schon tun. Haben Sie zum Beispiel gewusst, dass Deutschland, das mehr Zerstörung als alle Länder der Welt über die Menschheit gebracht hat, schon wieder die drittgrösste Waffenexport-Nation darstellt? Von den USA möchte ich in diesem Zusammenhang schon überhaupt nicht reden.

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    • Juli 19, 2021

      Um angeblich ideologisch festgefahrene Leute auf den richtigen Weg zu helfen bräuchte es Argumente. Ein einfaches “ist zu komplex um es hier zu erklären” ist kein Argument, das ist eine Ausflucht. Niemand muss irgendetwas einfach nur deshalb glauben weil Gotthard Frick es behauptet.

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    • Juli 19, 2021

      Was, Herr Wagner, glauben Sie denn? Ihre einfältige Aussage: Das glaub ich nicht“, ist weit davon entfernt, die Argumente zu widerlegen welche Herr Frick in den Raum stellt.

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    • Juli 19, 2021

      Es gibt keine Argumente von Herrn Frick, jedenfalls keine zu den Verteidigungschancen einer Schweizer Armee in heutigen Bedrohungslagen. Seine Erklärung zu diesem Thema lautet “ist zu komplex das hier darzulegen”.

      Ich verstehe das Sie Herrn Frick verteidigen, Sie sind ja auch eher ein Behaupter als ein Argumentierer, aber ich muss nicht einfach Dinge glauben nur weil sie von einem Herrn Frick oder Herrn Knall kommt.

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  • September 8, 2014

    Ja, und die SP muss lernen mit ihren Initiativen keine DDR aus der Schweiz machen zu wollen. Können Sie das den Jungsozialisten beibringen? Sie sind ja erfahren, Herr Frick.

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