1. Bildung & Forschung

Hochschulgebiet: Chance Quartierpiazza,Risiko​ Schleichverker

Der Schleier über der ers­ten Etappe des neuen Hoch­schul­ge­biets ist gelüf­tet. Es zeigt sich, dass die Suppe nicht so heiss ge­ges­sen wird, wie sie ge­kocht wur­de. Die Ge­bäu­dehöhen lie­gen deut­lich unter dem Zuläs­si­gen. Die Ver­träge für die Wohn­raum­rück­führun​g ste­hen. Und auch die Durch­we­gung für zu Fuss Ge­hende ist gut – weit bes­ser als heu­te.

Chance für einen Begegnungsort

Besonde​res Potential sehen wir in der eigentlichen «Piazza», die das Quartier erhält. Sie entsteht im Raum der heutigen Turnhallen an der Ecke Rämi-/Gloriastrasse und bekommt eine eigene Haltestelle. Der überirdische Teil des Kollegiengebäudes folgt dahinter im Raum der heutigen Tartanbahn.

Damit dieser neue Begegnungsort auch von der Bevölkerung angenommen wird, braucht es aber mehr als eine spartanische Uni-Caféteria mit beschränkten Öffnungszeiten. Wieso nicht privaten Anbietern wie einem Boulevard-Café, einem Restaurant und einem Mini-Market die Chance geben, diesen öffentlichen Raum auch in vorlesungsfreien Zeiten zu beleben?

Scheuklappen​ bei der Verkehrsplanung

Beim Verkehr sieht die Situation düsterer aus. Zwar wurde an alles gedacht, was die Erschliessung des Hochschulgebiets selber betrifft. Dass daneben auch noch das «richtige Leben» stattfindet, ging dabei vergessen. Das Hochschulgebiet wird aber von der einzigen kantonalen Hauptverkehrsstrasse östlich der Limmat durchquert. Die Achse Rämi-/Universitätsstr​asse verbindet weite Gebiete mit dem Glatttal, der Ostschweiz und dem Flughafen. Täglich verkehren bis zu 20’000 Fahrzeuge – mehr als im Gotthardtunnel.

Wenn die Folge der geplanten «lebhaften Strassenumgebung» ist, dass sich Verkehrsteilnehmer ständig in die Quere kommen, so wird auf dieser Achse zusätzlich zu den Problemknoten Rigiplatz und Pfauen ein weiterer Riegel gebildet. Überregionaler Verkehr verschwindet aber nicht, indem man ihn «wegplant». Hottingen und Fluntern sind deshalb grossflächig von Schleichverkehr bedroht. Neben der Achse Bergstrasse – Gladbachstrasse sind Quartierstrassen wie die Freiestrasse, die Plattenstrasse und viele weitere Schleichwege betroffen. Ohne funktionsfähige Hauptachse zwischen Pfauen und Irchel werden die Anwohner die Zeche für das Hochschulgebiet bezahlen.

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