1. Sicherheit & Kriminalität

In Zukunft ein paar Mann wieder “schnell” mobilisieren!

Zur zukünf­ti­gen „schnel­len“ Mo­bil­ma­chung ei­ni­ger Schwei­zer Soldaten.

Zu den Fähigkeiten Russland meinte der US Oberbefehlshaber in Europa, Generalleutnant Ben Hodges, in einem Interview auf BBC am 20. Juni 2016 „Die Russen sind fähig, enorme Verbände und sehr viel Ausrüstung sehr schnell über sehr grosse Distanzen zu verschieben. Die NATO bräuchte auch diese Schnelligkeit“. (Wie ich verschiedentlich berichtet habe: Jeweils innert drei Tagen.)

Ich begreife gar nicht, dass es bei uns Leute gibt (“Ewiggestrige”), die sich darüber aufregen, dass unser Bundesrat verspricht, in Zukunft wieder 30’000 Mann “schnell”, d.h. innert 10 Tagen mobilisieren und sogar ausrüsten zu können. Wir müssen doch damit rechnen, dass im Kriegsfall z.B. russische Truppen in Kloten landen, um dort Flugabwehrwaffen zu installieren, weil die USA/NATO dauernd mit ihren Kampfflug-zeugen über unser Land fliegen, ohne dass wir – wie vom internationalen Neutralitätsrecht zwingend verpflichtet – das gewaltsam verwehrenkönnten, und die das halt dann bei uns selber tun wollen. Nach Kriegsrecht ganz legal. (Zur Erinnerung: Das Mot.Inf.Rgt. 25, wie alle Kampfverbände der damaligen Armee, war jeweils am Einrückungsmontag kampfbereit und führte auch einmal noch am späteren Nachmittag des gleichen Tages mit Flieger- und Artillerieunterstützu​ng auf der Schwägalp ein Scharfschiessen durch. Und in einer deutschen Angriffsplanung von 1942 stand, bei der Berechnung des deutschen Kräftebedarfs dürfe man keinesfalls nur von den gerade Dienst leistenden Truppen ausgehen, sondern vom Gesamtbestand der Schweizer Armee, da die demobilisierten Wehrmänner sofort wieder kampfbereit seien).

Aber wir brauchen doch dann Schweizer Soldaten, die die russischen Soldaten, die dort schon seit einer Woche in Stellung sind, freundlich begrüssen, dann sehen, wie eine kampffähige Armee aussieht und dann den Bundesrat und die Armeeführung auch darüber informieren. Wir können doch nicht erwarten, dass die davon etwas verstehen. Wo kämen wir da noch hin!

Auch zu verstehen, was am Kongress des Verbandes der US Armee am 5.10.2016 der Vorsitzende des Gemeinsame Generalstabs aller US Streitkräfte, General der Marines Joe Dunford, über Russland sagte, ist doch für uns völlig unwichtig:

Wir haben ihre Modernisierung der bestehenden Systeme beobachtet und auch ihre Fähigkeiten, die besonders besorgniserregend für die Vereinigten Staaten und deren Interessen sind“…..“Ihre Fähigkeit zu einem weitreichenden Angriff, die Modernisierung des nuklearen Arsenals, und ihren Fokus auf eine breite Palette an Cyber-, Weltraum- und elektronischer Kriegsführung”….Und sie tun dies, während sie eine sehr leistungsfähige konventionelle Armee weiterentwickeln. (Dazu gehört auch die von mir schon erwähnte 1.Garde-Panzerarmee, die ab Februar 2016 einsatzbereit ist und die anscheinend über mehr Panzer verfügt, als die ganze deutsche Bundeswehr. Der Chef der Schweizer Armee aD hat uns 2016 in der NZZ vorgeworfen, noch an Panzerkriege zu „glauben“).

Sollen wir wegen solcher Bagatellen – dazu gehört ja auch die Aussage des Generalstabschef der US Armee vom 4. Okt. 2016, „Krieg sei praktisch garantiert“ – aus dem Konsumrausch erwachen?

PS: Russland ist nicht der Agressor, aber wird auf die Einkreisung und Provokationen durch de USA/NATO reagieren.

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Comments to: In Zukunft ein paar Mann wieder “schnell” mobilisieren!
  • April 8, 2017

    Man sollte jetzt nicht übertreiben mit dem Schwarzmalen, schliesslich könnten weitere „314 Frauen und Männer im Rang vom einfachen Soldaten bis zum Divisionär“ umgehend aus dem Ausland zurückgerufen werden, um die Schweiz zu verteidigen, anstatt „in 17 Ländern einen Beitrag zum Frieden zu leisten“. (Swissint)

    Unter Berücksichtigung der nötigen Zeit für die internationalen Abschiedspartys und das Überwinden der kulturellen Schockperiode, könnte man diese sicher ebenfalls so nach zwei bis drei Monaten voll einsetzen. Allerdings müsste man die Meisten noch bewaffnen und wohl auch ein Bisschen am „Pamir“ ausbilden…

    Zurückg​erufen würden sie im Ernstfall aus den folgenden internationalen Militärorganisationen​ unter deren Kommando sie derzeit stehen (alle Angaben Swissint):

    NNSC (Koreanische Grenzüberwachung): 5 Offiziere

    UN Military Experts on Mission & Stabsoffiziere (Militärbeobachter): 32 Offiziere, Sie sind Teil der UNTSO (Naher Osten, 15), MONUSCO (DR Kongo, 4), UNMISS (Südsudan, 2), MINUSMA (Mali, 2), ASIFU MINUSMA (Mali, 4), UNMOGIP (Kaschmir, 3) und MINURSO (Westsahara, 2).

    KFOR SWISSCOY (Nato-Handlangerdiens​te im Kosovo): 235 zum Selbstschutz bewaffnete Freiwillige

    EUFOR LOT & MTT (Beobachtung und Ausbildung in Bewirtschaftung von Kleinwaffen und Munitionsdepots in Bosnien Herzegowina): 16 Offiziere und Unteroffiziere

    Hum​anitäre Minenräumung (Logistik- und Technikberatung): 8 Angehörige der Schweizer Armee

    HQ UNO New York & HQ OSZE Wien (UNO- und OSZE-Handlangerdienst​e): 4 Offiziere
    Zwei als Portfolio Support Officer in der UNOPS (UN Office for Project Services) und als Programme Officer in der UNMAS (UN Mine Action Service). Ein weiterer ist als Adviser on Military Threat Analyses Technology im UN DFS (UN Department for Field Support) ebenfalls in New York tätig.
    Die Schweizer Armee unterstützt zusätzlich das Hauptquartier der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE ) in Wien mit einem Offizier.

    Kapazitä​tsaufbau (Hirngespinste): 4 Offiziere. Zwei arbeiten im Kofi Annan International Peacekeeping Training Centre (KAIPTC ) in Ghana und zwei im International Peace Support Training Centre (IPSTC ) in Kenia

    Nur wenn diese verdeckte Schlagkraft nicht genügen sollte, ja dann, aber nur dann müssten wir uns vielleicht tatsächlich Sorgen über das Erfüllungspotential unserer Armee hinsichtlich deren Aufträge machen.

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