1. Bildung & Forschung

Ist unsere Schule für das Leben oder die Wirtschaft da

Wenn ich die Be­richte über die ewige Bau­stelle Schule lese dann frage ich mich immer mehr, ob die Schule zu einem Tummelfeld  in Theo­rien ver­lieb­ter Pädagogen und Bil­dungs­po­li­ti­ke​r, die Po­li­tik und nicht mehr das Wohl der Kin­der im Auge ha­ben, ver­kom­men ist. Gut ein Blick über die Grenze zeigt dass dort der glei­che Irr­sinn herrscht und es um alles geht, nur nie um die Kin­der. Lie­ber wer­den die Bedürfnisse der Po­li­tisch Kor­rek­ten und der Gen­der­wis­sen­schaf​t­ler be­frie­digt als die der Schüler. In der Schweiz wird der Französischunterricht​ mit der fau­len Aus­rede des schwei­ze­ri­schen Zu­sam­men­hal­tes ver­tei­digt, in Deutsch­land wird die Il­lu­sion der deutsch-französischen​ Freund­schaft als Begründung für den Französischunterricht​ her­bei ge­zo­gen. Neue Stu­dien zei­gen, dass es ein Märchen ist, das man als Kind bes­ser Spra­chen lernt und genau so ge­winnt die Ein­sicht, dass der gute alte Fron­tal­un­ter­richt​ doch bes­ser als sein Ruf ist. Für mich ist das Schul­sys­tem völlig Spra­chen­las­tig ge­wor­den. Warum? Ganz ein­fach, weil die Pädagogen und Bil­dungs­po­li­ti­ke​r sich dem Dik­tat der Kon­zerne un­ter­ord­nen, die es am liebs­ten hätten, wenn die Kids so aus dem Schul­sys­tem aus­ge­wor­fen wer­den, dass sie di­rekt pro­duk­tiv ein­setz­bar sind. Dass es für viele Be­rufe völlig unnötig ist meh­rere Spra­chen zu können in­ter­es­siert die nicht. Man muss sich nicht wun­dern, dass heute in der Schule nicht mehr fürs Leben ge­lernt wird, son­dern für die Wirt­schaft. Dass dies nie­man­den etwas nützt dürfte an­ge­sichts der Kla­gen al­ler­orts of­fen­sicht­lich sein. Un­sere Kids können meh­rere Spra­chen, aber keine rich­tig. Für mich ist es ein völliges Un­ding be­reits in der Pri­mar­schule Fremd­spra­chen ler­nen zu müssen. Wenn überhaupt dürfte dies erst in der Ober­stufe ein Thema sein. Würden wir uns von die­ser Überbewertung der Spra­chen ent­fer­nen, könnten wir wie­der mehr Wert auf all­ge­mein­bil­dende​ Fächer le­gen, auf Hand­wer­ken, Ge­schich­te, Zeich­nen, Ethik oder Sport. Viel­leicht wären un­sere Kids dann wie­der auf das Leben vor­be­rei­tet und die KMUs hätten wie­der Lehr­lin­ge, die etwas tau­gen

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Comments to: Ist unsere Schule für das Leben oder die Wirtschaft da
  • Januar 28, 2013

    Werter Herr Ebinger

    Diesmal pflichte ich Ihnen wiederum ganz bei!

    Es ist “ein paar Tage her”, dass ich die Schulbank drücken durfte. Bin dankbar was mir “dazumal” die Lehrer mit auf den Weg geben durften.

    Die Zeiten ändern sich bekanntlich.

    Meine Meinung zum ganzen derzeitigen Schulwesen:

    Früher​ lernte man fürs Leben, heute müssen die Kinder für Statistiker, Manager, CEO’s und Co. und Staaten “büffeln”. Soziale Kompetenz, Respekt vor der Natur und den Mitmenschen gehen immer mehr verloren.

    Deshalb wird es für für mich am 3. März 2013 ein NEIN geben zum Bundesbeschluss der Familienpolititik. Das Ganze artet aus in “Versklavung” der eigenen Ressourcen zugunsten von überdimensonerten Bürokratien.

    D​eshalb werde ich auch

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  • Januar 28, 2013

    Herr Ebinger
    Ich bin ihrer Meinung über die aktuelle Situation an unseren Schulen. Aber die Ursache, weshalb es so weit gekommen ist, sehe ich an einem anderen Ort. Leider wird die Unterstufe immer mehr von Frauen gesteuert. Somit haben auch die weichen Fächer immer mehr die Überhand gewonnen. Auch wird die Ausbildung für das Lehrpersonal immer mehr verakademisiert. Auch dies hat zur Folge, dass immer weniger Männer diesen Beruf wählen.
    Früher war die Ausbildung zum Primarlehrer ähnlich wie eine Berufslehre gestaltet. Somit wurde diese Ausbildung auch von Schülern gemacht, die näher bei den Kollegen mit Berufslehren waren als bei der Matura und den Universitätsabschlüss​en. Somit wussten diese noch besser, was gebraucht wird. Die heutigen Primarlehrer sehen es als oberstes Ziel ihrer Zöglinge eine Matura zu machen. Und natürlich wie sie, danach ein Studium in den Sozialwissenschaften zu belegen. Dies erklärt ja auch den grossen Mangel an Naturwissenschaftlern​.

    Meines Erachtens gibt es nur eine Lösung: zurück zum alten Ausbildungsprinzip mit Lehrerseminar und vor allem ohne Matura. Dann kommt das andere langsam aber sicher von selbst.

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    • Juli 19, 2021

      Die Matura braucht es nicht seit eh und je. Gerade mit der Einführung der Maturapflicht wurde doch der Lehrerberuf für Männer uninteressant. Jeder klar denkende Mann der sich durch die Mittelschule gepaukt hat wird doch nicht den Weg des Primarlehrers einschlagen. Die Löhne entsprechen doch nicht dem getätigten Aufwand. Der Beruf des Primarlehrers ist doch nur interessant für Frauen, die irgendwann mal Kinder haben möchten und dann einen interessanten Teilzeitjob brauchen.

      Auch heute muss ein Mann mit seinem Einkommen eine Familie erhalten. Somit hat bei seiner Berufswahl der Lohn einen höheren Stellenwert.

      Frühe​r hat es gepasst. Die Ausbildung zum Primarlehrer hat etwas länger gedauert als eine normale Berufslehre. Dies hat dann auch zu einem etwas besseren Einkommen geführt.

      Dann die einfache Frage: wozu braucht ein Primarlehrer einen Maturaabschluss???

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    • Juli 19, 2021

      Stimmt z. T. Herr Steiner

      “wozu braucht ein Primarlehrer einen Maturaabschluss???”

      Würde dies gerne ergänzen: Wozu braucht eine Krankenschwester den Maturaabschluss???? Dieses Land hatte mitunter das beste “Gsundheitssystem” bevor man begann dies zu “Vermanagen und Verakademisieren”.

      Danke der Krankmacherlobby, welche den Menschen in den Hintergrund stellte und heute als “verlängertere Arm der Pharma fungiert”..
      Oder????

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