Das von Bundesrat Schneider-Amman angestrebte Freihandelsabkommen mit China steht, nach meiner Meinung, in krassem Gegensatz zu der politischen, ethischen und oekologischen Grundhaltung unseres Landes. Allein auf wirtschaftliches Wachstum und Gewinnmehrung orientiert, soll hier ein weiterer Schritt, hin zur längst schon fragwürdigen Globalisierung getan werden.
Unsere Neutralität und unsere Verfassung, welche auf unserer ethischen Grundhaltung basiert wird ignoriert, wenn wir uns auf den Handel mit einem Land einlassen, welches den Tibet annektiert hat und die Rechte, von Minderheiten und politischen Gegnern innerhalb seiner Grenzen, mit Füssen tritt.
Während unsere Bevölkerung vermehrt Wert auf gentechfreien, biologischen Landbau legt, sollen unsere Landwirte/Gewerbe dem Konkurrenzdruck eines weiteren Billig/Gross-Produzenten ausgesetzt werden. Dabei fragt niemand nach den umweltzerstörerischen, chemiebasierten Produktionsbedingungen auf der andern Seite der Welt.
Die Wirtschaftsmacht China bringt uns ausser dem erhofften grossen Markt, eine Schwemme von qualitativ fragwürdigen und umweltgefährdenden Billigprodukten, welche unsere lokale Wirtschaft bedrängen (siehe Solarindustrie). Durch Lohndruck und Knowhow-Klau (Plagiate), werden unsere Industrie und Gewerbe noch vermehrt zur Abwanderung in Billiglohnländer gezwungen.
Aus diesen Überlegungen sind die Verhandlungen sofort zu stornieren, es wäre klüger die Beziehungen in unserer nächsten Umgebung, mit unserem wichtigsten Handelspartner der EU, selbstbewusst und auf Augenhöhe voranzutreiben.
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Kommentare anzeigen Hide commentsHerr Trösch, da muss ich ihnen widersprechen. China wird sich am schnellsten zu einem ökologisch und ethisch akzeptablen Land entwickeln, wenn der Freihandel gefördert wird. Mit dem Handel werden nämlich nicht nur Güter, sondern auch gesellschaftliche Werte ausgetauscht. Auch werden durch eine erhöhte Nachfrage nach besseren Produkten die Lebensbedingungen der Arbeiter immer besser. Auch dies hätte eine positive Entwicklung der chinesischen Gesellschaft zur Folge.
Obwohl in diesem Freihandelsabkommen viele Bereiche nicht berücksichtigt wurden, bin ich überzeugt, dass dies ein positiver Beitrag zur Gesellschaftlichen entwicklung in China wäre.
Noch ein Zusatz: Man sieht ja beispielhaft in Nordkorea wie es der Bevölkerung geht, wenn ein Land vom Rest der Welt abgeschottet wird.
Die Strategie der Abschottung ist schlussendlich immer zum Nachteil der Bevölkerung. Manchmal wäre das Gegenteil vermutlich erfolgreicher und würde schneller zum Ziel kommen.
Gerade noch ein aktueller Link dazu: http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Deutlicher-Lohnanstieg-in-China/story/22577294
Herr Steiner, danke für Ihren Kommentar. Anlass zu meinem Beitrag war aber nicht die Sorge um China, sondern um die Auswirkungen auf unser Land. (China braucht uns nicht, brauchen wir China?)
Sicher haben Sie Recht, dass sich China schnell weiter entwickelt, da drängt sich aber ein weiteres Problem auf. Wenn die riesige Bevölkerung Chinas/Asiens, den von uns als “entwickelt” angesehenen Lebensstandart erreicht, wird der Ressourcenverschleiss und Schadstoffausstoss weltweit, ein Mass erreichen, das unsere Erde nicht mehr verkraften kann.
Ihr Beispiel Nordkorea hinkt, da die Armut der Bevölkerung durch das dortige Regierungssystem und erst sekundär aus der Isolation des Westens entsteht.
@Roland Steiner:
Würden wir Ihrer Argumentation folgen: Wäre dann ein Freihandelsabkommen mit Syrens Assad nicht unsere humanitäre Pflicht?
Diese Abkommen ist purer Eigennutz. Dies lässt sich nicht schönreden.
Nun bin ich doch etwas erstaunt: Da werden in Beiträgen und Kommentaren Leute mit dem Etikett „Kommunist“ beschimpft wo weit und breit keiner auszumachen ist, ganz so als gelte es das Vaterland zu retten und es wird geradezu mobilgemacht gegen die unerträgliche Unterwanderung von ganz links – und dann kommt ein wirklich echter Kommunist nach Bern, sogar der mächtigste der Welt und… bekommt einen Freihandelsvertrag.
Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich finde es ja schön, dass es möglich ist mit kommunistischen Ländern in Frieden zu leben und sogar gerne Handel mit Ihnen zu treiben. Tatsächlich hätte ich aber irgendwie erwartet das sich die eine oder andere kritische Bemerkung der Unabhängigkeits- und Vaterlands- Fraktion hätte vernehmen lassen.
Oder hat die berüchtigte Zensur von Vimentis zugeschlagen und die empörten Kommentare alle gelöscht?
Ich verstehe nicht was genau mit ethischer Haltung gemeint ist, da ja nicht mal der Bundesrat weis über was er verhandelt und warum, dürfen wir wenigstens darüber spekulieren. Ausserdem wirst du dein PC und IPhone deswegen auch nicht schreddern, trotz dem kaufst du heute x Sachen von Made in China ein.