1. Gesundheitswesen

Kosten steigen und alle schauen zu

Santésuisse hat es an­gekün­digt. Die Prä­mien stei­gen auch im nächs­ten Jahr wie­der um 3 Pro­zent, für 2021 wer­den es dann sogar 3.5% sein. Der Trend ist un­ge­bro­chen und es ist kein Ende ab­zu­se­hen. Seit 2010 sind die Prä­mien um mehr als 45% ge­stie­gen. Für einen gros­sen Teil der Be­völ­ke­rung wer­den die Kran­ken­kas­sen­kos­​ten zu einem immer grös­se­ren Pro­blem. Da nüt­zen die re­gel­mäs­si­gen Er­höhun­gen der Prä­mi­en­ver­bil­li­​gun­gen we­nig, nur ein klei­ner Teil der Be­trof­fe­nen kann davon profitieren.

Die Politik hat in den vergangenen Jahren in der Gesundheitspolitik wenig zustande gebracht. Die Diskussionen drehten sich einzig darum, wer die Gesundheitskosten finanzieren soll. Mehrere Milliarden Franken zahlen die Kantone mit Steuergeldern an die stationären Leistungen der Spitäler und ebenso werden die Prämienverbilligungen​ jährlich um hunderte von Millionen erhöht. Nebst einem Eingriff in die Tarmed-Tarife vor zwei Jahre durch Bundesrat Berset ist wenig passiert. Massnahmen zur Regulierung der Kosten sind in der Politik verpönt. Im Gegenteil, mit der aktuellen Politik wird das Wachstum des Wirtschaftszweiges Gesundheitswesen mit staatlichen Mitteln angeheizt. Das WZW-Prinzip wird im Gesundheitswesen leider nicht gelebt. (W=wirksam; Z=zweckmässig; W=wirtschaftlich;)

Da​s Volk kann mit der Unterstützung der Kostenbremsen-Initiat​ive für das Gesundheitswesen die Weichen stellen. Mit der Gesundheitsinitiative​ der CVP wird die Politik beauftragt, die geeigneten Massnahmen zu treffen.

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Comments to: Kosten steigen und alle schauen zu
  • August 16, 2019

    Herr Zingg

    Die krampfhafte Vermeidung von Volatilität in Geld- und Sach-Politik, Gesellschaft und Wirtschaft betrifft nicht nur das Gesundheitssystem, es ist nur eines von vielen Symptomen einer grundsätzlichen Krise, welche immer sichtbarer und letztlich in der Summe aller Schieflagen, unvermeidbar wird. Der Glaube an die Planwirtschaft von Zentralbanken und Politik zerstören durch die Vermeidung von notwendigen Veränderungen und Anpassungen letztlich das Fundament unserer Gesellschaft und Wirtschaft. Sie werden die Kosten im komplett Regulierten und Subventionierten Gesundheitswesen nicht per Abstimmung bremsen können, sondern nur durch neue Modelle und marktgerechte Ansätze.

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  • August 16, 2019

    Alles Versuche eine Fehlkonstruktion noch zu richten.

    Eigentlic​h gäbe es nur eine nachhaltige Lösung, zurück auf Feld eins und das KK Obligatorium entweder gleich aufgeben oder zumindest auf die absolut nötigen Mindestleistungen zusammenstreichen.

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    • August 16, 2019

      Da bin ich absolut ihrer Meinung Herr Frischknecht, dass Obligatorium müsste aufgelöst oder so weit reduziert werden das der Arztbesuch sprichwörtlich erst dann wieder stattfindet wenn man den Kopf unter dem Arm trägt. Die Kosten im Gesundheitswesen sind seit 1960 bis jetzt von 4.7% des BIP auf mittlerweile 12% des BIP, bzw. nominal von 300 Millionen auf 82’000 Millionen gestiegen und haben sich in den letzten 18 Jahren verdoppelt.
      Personen über 60 Jahre beanspruchen bereits jetzt 50% der gesamten Gesundheitsausgaben, Tendenz steigend. Die Demographische Entwicklung unseres Landes zeigt uns das bis in 10-15 Jahren weder die AHV, noch die Pensionskassen und schon gar nicht die Krankenkassen von den Berufstätigen finanziert werden können. Wir stecken zu viel Ressourcen in ältere Generationen, welche unseren Kindern in 10-15 Jahren nicht mehr zur Verfügung stehen werden. Aber das ist nur ein Teil des Problems, der Offenbarungseid für unsere Vollkasko- und Umverteilungsgesellsc​haft wird wohl schon früher geschehen und nicht erst in 10-15 Jahren. Wenn ich mir die Aufgeblähte Börse, die Maroden Finanzdienstleister und Zentralbanken, sowie die bis über beide Ohren verschuldeten Staaten und Privaten ansehe, werden unsere Sozialsysteme wohl noch bis zum nächsten grösseren Crash über die Runden kommen, danach ist es sowieso vorbei mit “Sozialstaat”, danach werden diejenigen froh sein welche noch was zu beißen haben und Onkel Doktor wird froh sein über Naturalien wie einen Sack Kartoffeln.

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  • August 16, 2019

    Na ja, manchmal bringen Sparmassnahmen nur Mehrkosten. Wenn nicht bei Krankenkassen, dann in einer anderen. Eine solche Kostenschieberei bringt den Bürgern dann auch nichts, da sie dann doch weniger im Portemonnaie haben. Den Arbeitgebern nützen gesunde Mitarbeitende mehr. Entsprechend sollten auch diese für die Gesundheit an Arbeitsplätzen schauen (wo noch nicht gemacht wird) als noch den letzten Saft aus den Mitarbeitern auszupressen. So gäbe es ev. weniger Krankheitsausfälle und das Konsumverhalten könnte beibehalten werden. Bei den Therapien wäre es wünschenswert, wenn keine unnötigen Extraschlaufen oder Vermehrung von Kranken (Abschieben auf Angehörige bis diese umfallen oder Beziehungen explodieren, Ansteckungsschutz etc.) produziert werden, die Medikamente ohne Nebenwirkungen wären um die Anzahl Medikamente einzudämmen. Die von der Pharma verlangten Preise sollten fair, nachvollziehbar, transparent sein. Doch solange Politiker mit Pharma, Krankenkassen etc. irgendwie verbandelt sind wird es schwierig. Sind doch zudem da noch ganz verschiedene Interessen und Player dahinter im Gesundheitswesen. Denn die Ärzte und Produktehersteller, die Sparmassnahmen bei Vergütungen von Leistungen von Hilfsmitteln etc. etc., welche manchmal seltsame Blüten treiben, dürfen auch nicht vergessen werden. Unschön finde ich es auch, wenn man von jener Krankenkasse die man noch bezahlen kann in eine teurere wechseln muss, weil die Arztpraxis resp. der Arzt nicht mehr mitspielt oder Ärzte nur noch ab z.B. Halbprivat wenn nicht gar Privatversicherten eine Operation oder andere Behandlung vornehmen.

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  • August 18, 2019

    Wir sind nicht mehr auf dem Weg zur Zweiklassen-Medizin, sondern bereits bei ihr angekommen. Bei verschiedenen Krankenkassen werden Unter- und Mittelschicht benachteiligt:

    “Ni​​cht alle schwerkranken Menschen in der Schweiz haben dieselben Chancen, dass lebensrettende Medikamente von der Krankenkasse bezahlt werden. Das berichtet der Tages-Anzeiger. Tendenziell hätten Patienten in der Westschweiz bessere Chancen als jene in der Ostschweiz und Versicherte von grösseren Kassen bessere Chancen als jene von kleinen.

    Dieser Ungleichbehandlung will die Krebsliga Schweiz nicht mehr länger zusehen. Krankenkassen, die ein Medikament nicht übernehmen, welches eine andere Kasse aber bezahlt, sollen öffentlich gemacht werden.

    Probleme gibt es häufig bei neuen und teuren Medikamenten. Da diese noch nicht kassenpflichtig sind, müssen Ärzte die Krankenkassen anfragen, ob sie bezahlen. In diesen Fällen entscheiden die Krankenkassen, ob ein Patient ein Medikament bekommt oder nicht. Eine Beurteilung dieser Medikamente sei aber nicht immer einfach, sagt Thomas Cerny, Präsident der Krebsliga. Cerny schlägt deshalb eine nationale Stelle mit Fachleuten zur Beurteilung vor.”

    radiopilatus​​.ch/artikel/156359/k​r​ebspatienten-werden​-v​on-krankenkassen-n​ich​t-gleich-behandel​t

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