1. Sicherheit & Kriminalität

Krieg der gepflegten Fingernägel

Krieg der ge­pfleg­ten Fin­gernä­gel? ​ ​

Laut NZZ am Sonntag vom 8.11.2015 sei es Zeit, dass die Schweiz eine „realistische“ Debatte über ihre Sicherheit führe. Hätte sie geschrieben, es sei Zeit, dass wir eine Debatte führen, hätte man ihr zustimmen können, denn es ist höchst erstaunlich: In einer Welt rasch wachsender Spannungen reden wir nur über das Verteidigungsbudget, nicht aber über mögliche Bedrohungen, die wir laut Auftrag der Bundesverfassung mit der Armee vom Land fernhalten können sollten (BV Art. 58: „Kriegsverhinderung“)​. Aber mit der Einschränkung auf eine Debatte, deren Themen sie selber als „realistisch“ bezeichnet, scheint die NZZ verhindern zu wollen, dass fundamental andere, in ihrer Sicht „unrealistische“ Ansichten diskutiert werden. Die „realistische“ NZZ sieht zahlreiche der heutigen Bedrohungen (z.B. Terrorismus), wie das auch jeder „ewiggestrige, im Réduit einbetonierter Militärkopf“ tut. Sie schliesst aber einen “normalen” Krieg aus, in dem ein Angreifer – sie redet als Zeitung der neutralen Schweiz in dem Zusammenhang von Russland – auch Panzer gegen uns einsetzen würde. Das verhindern laut NZZ die EU und NATO, da wir uns nach ihrer Meinung ohnehin nicht alleine verteidigen können.

Zusammengef​asst: Die Schweiz braucht laut NZZ keine robuste, kampfkräftige Armee mehr. Sie bestätigt das Idealbild, das viele unserer heutigen, im Konsumrausch eingeschlafenen Menschen von der Welt mit sich tragen: Mit gepflegten Fingernägeln ununterbrochen auf Computertastaturen fingerlen und den Feind auf dem Bildschirm schlagen. Dazu passt, dass die Armee Bilder von Soldaten veröffentlicht, die mit ihren Computern in Stellung gehen. Dort sollen sie dann bequem ganz genau sehen können, wo der Feind hockt – meinen die „Realisten“, die eine solche Armee aufbauen. Der Ewiggestrige fragt sich: Dauert es im Kriegsfall einen, zwei oder höchstens drei Tage, bis dieses ganze elektronische System und die sie bedienenden, am Funk hängenden und deshalb leicht zu ortenden Soldaten ausgeschaltet sind? Hurra, vorbei die Zeiten wo man als Soldat einer verfassungsmässigen, d.h. kriegsverhindernden Armee wirkliche Opfer und Anstrengungen auf sich nehmen musste. Wie schön, nie mehr erschöpft im Schlamm kriechen, sich eingraben, hungern, frieren, sch​witzen, kämpfend in Ruinen oder im Schützenloch ausharren zu müssen. Im Gebirge muss ohnehin niemand mehr kämpfen, da das Hochgebirgsland Schweiz mit der WEA die Gebirgstruppen abschafft. Auch die zahlreichen, gegenwärtig laufenden Kriege sind nicht „realistisch“ und sagen uns nichts.

Wie sich die, über die geopolitische Entwicklung der Welt bestens informierten „Ewiggestrigen“ denkbare Bedrohungen vorstellen, können sie leider in der von wenigen grossen Medienkonzernen beherrschten Welt der Meinungsmanipulation nicht darstellen. Möglicherweise wird eine sehr brutale Realität unser Volk wecken.

Personen haben auf diesen Beitrag kommentiert.
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Comments to: Krieg der gepflegten Fingernägel
  • November 4, 2016

    Hurra! Vorbei die Zeit, als man sinnlos lange irgendwo warten musste auf irgendetwas, Zeit totschlagen musste, die man am Arbeitsplatz besser hätte nutzen können. Kriegsspiele alter Männer…… Aber immerhin, man lernte das Rauchen und das Saufen!

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  • November 4, 2016

    Der designierte Armeechef Philippe Rebord hat bereits anlässlich seiner Wahl von einem Rekrutierungsproblem gewarnt. Rebord meinte, „es scheine, dass der Zivildienst zu attraktiv sei“.

    Armeespreche​r Reist sagt, dass schon dieses Jahr nur noch rund 18‘000 neue Armeeangehörige den Wehrverbänden zugeführt werden können. (Statt der minimal erforderlichen 20‘000 die für die bereits massiv verkleinerte Armee nötig wären).

    Das Desaster findet also nicht nur bei den fehlenden Kampfmitteln statt, sondern vor allem auch bei den fehlenden (weil verweichlichten) Soldaten, welche diese einsetzen könnten.

    Die gepflegten Fingernägeler sind meist sowieso nur fähig auf ihren Laptops ein neues Level beim Solitaire-Spielen zu erreichen. Das heisst, wenn nicht gerade ein Clown um die Ecke kommt, vor dem sie verängstigt davonseckeln müssen…

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