Die Ma­na­ged Care Vor­lage weist zwei grosse Nach­teile auf:
*  sie ver­teu­ert die Ge­sund­heits­auf­wen​­dun­gen für die Bevölkerung in dünner be­sie­del­ten Ge­bie­ten und
*  sie wen­det sich gegen die klei­nen Krankenkassen.

Mehre​re Aerzte bilden zusammen ein “integriertes Versorgungsnetz”, das einerseits den Zugang zu allen Leistungen der obligatorischen Krankenversicherung sicherstellt und andererseits Budgetverantwortung übernimmt.
Jede Krankenkasse schliesst mit jedem “integrierten Versorgungsnetz” einen Vertrag ab. Die finanziell günstigere Situation bezüglich Selbstbehalt und Franchise tritt nur für Patienten ein, die sich an ein “integriertes Versorgungssystem” wenden.

In ländlichen Gegenden und Bergebieten stösst die Bildung von “integrierten Versorgungsnetzen” auf Schwierigkeiten. Der Zugang zu allen ärztlichen Leistungen führt zu Netzwerken, die sich über grosse Gebiete erstrecken. Der Patient hat keine Wahl, denn es gibt in der Umgebung kein oder nur ein solches “Versorgungsnetz”, das wahrscheinlich mit seiner Krankenkasse keinen Vertrag hat. Zudem ist kein Arzt (Landarzt, Hausarzt) verpflichtet, einem “Netzwerk” anzugehören.
In dünner besiedelten Gebieten werden prozentual mehr Patienten einen höheren Selbstbehalt und höhere Franchisen bezahlen als in Agglomerationsgebiete​n. Wer dem ausweichen will, muss über weite Strecken reisen, was zu unnötigen volkswirtschaftlichen​ Kosten führt.

Insgesamt werden sich in der Schweiz ein bis zweitausend “integrierte Versorgungsnetze” bilden. Ueber sechzig Krankenkassen müssten demnach je über tausend Verträge ausarbeiten, abschliessen und pflegen.
Kleinere Kassen werden sich aus dem flächendeckenden Geschäft zurückziehen und die Verträge auf die Agglomerationen konzentrieren. Das zwingt Patienten zum Kassenwechsel und führt zu Mitgliederverlust.
Längerfristig führt das durch Uebernahmen zu immer weniger, dafür grossen Krankenkassen, das heisst zu einem Krankenkassen-Oligopo​l mit allen negativen Wettbewerbswirkungen.​

 

Comments to: Managed Care

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  1. Aussenpolitik
"Weltwoche" zitiert die NZZ und - im Mai 2025 - den AUSBILDUNGSCHEF der SCHWEIZER ARMEE: NZZ: WENN WIR UNS NICHT DER EU UNTERWERFEN KOMMT DER RUSSE - !!! und AUSBILDUNGSCHEF HANS-PETER WALSER SCHLIESST RUSSISCHEN ANGRIFF AUF BERN NICHT MEHR AUS Da muess ich mich ja schäme für die NZZ, wo früehner s’Flaggschiff vo de Schwyzer Ziitige gsi isch - !!! Ich bin froh, dass ich kein Abo auf die NZZ mehr habe: Ein solcher Blödsinn von der Falkenstrasse in Zürich - !!! Die 'Schweizer Armee' entspricht im Vergleich zu früher einem Armleuchter-Gewächs. (Ein Euphemismus aus der Soldatensprache laut "Wikipedia". Ich meine die harmlosere Version; das andere Wort sagt oder schreibt man bei uns kaum - wohl aber in Deutschland; dort habe ich auch den `Stinkefinger' kennengelernt.
  1. Aussenpolitik
JA zum Ständemehr: Wesentliche Elemente des EU-Vertragspakets sprechen für ein obligatorisches Referendum! In erster Linie geht es nicht um ein Staatsvertragsreferendum nach Art. 140 Abs. 1 Bst. b BV, obwohl auch das von der Bundesversammlung mit gutem Recht gefordert werden könnte. Es geht vor allem um ein Verfassungsreferendum nach Art. 140 Abs. 1 Bst. a BV für eine Änderung von Art. 121a BV (eigenständige Steuerung der Zuwanderung). Und schliesslich wäre auch ein sog. obligatorisches Staatsvertragsreferendum "sui generis" möglich, oder es könnte eine besondere Verfassungsbestimmung über die Genehmigung der Abkommen erlassen werden. Hier besteht allerdings ein Spielraum der Bundesversammlung.

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