1. Aussenpolitik

Medien spüren das Volk nicht mehr – Politiker ebenso

Journalisten schrei­ben sich ge­gen­sei­tig ab, die Po­li­tik ge­niesst bei den Me­dien hohes An­se­hen. Diese zwei Fak­ten sind sind in Stein ge­meis­selt wie die 10 Ge­bote Mo­ses. Nicht nur weil sämtliche im Bun­des­haus ar­bei­ten­den Jour­na­lis­ten mit Po­li­ti­kern (inkl. Bundesräten) per DU sind, son­dern weil beide ein­an­der brau­chen. Diese zwei Berufsstände sind im ge­sam­ten Eu­ropa die grösste Par­al­lel­ge­sell­sc​haft un­se­rer neus­ten Zeit. Beide Be­rufs­grup­pen sind von der Wirt­schaft abhängig, beide Be­rufs­grup­pen sehen sich als Wächter einer ge­sell­schaft­li­che​n Ord­nung und beide Be­rufs­grup­pen ver­sa­gen in höchstem Masse wenn es darum geht, der Mehr­heit im Lande ge­recht zu wer­den. Immer noch wol­len 92 % der Schwei­ze­rin­nen und Schwei­zer nicht in die EU. Die so­ge­nannte vierte Ge­walt, wie sich Jour­na­lis­ten gerne selbst­herr­lich nen­nen, gibt es gar nicht mehr. Fak­tisch aus­ge­blen­det, inexistent!

Während den letzten zwei Tagen wurde jedem vor Augen geführt, wie stümperhaft Politiker und Medien auf die neusten Pläne der Bundesräte Burkhalter und Leuthard reagierten. Den Boden aus dem Fass hat aber eindeutig wieder einmal das Schweizer Fernsehen geschlagen. In der Hauptausgabe der Tagesschau wurde der Burkhalterische Alleingang erklärt. Der Brüsselerkorresponden​t verglich die „einseitigen“ Abkommen mit der EU als Jassspiel (als hätte er keine Ahnung von Trumpf, Nell und Stöck) und kritische Fragen blieben gänzlich aus. Es wurde aufgesagt was der Bundesrat dem Schweizer Fernsehen diktierte aber die Berichterstatter hatten von der Materie genau so wenig Ahnung wie die verdutzten Zuschauer selber. Das soll also kritische Berichterstattung sein? Gerade wird unsere Souveränität auf den Opferstock der EU gelegt und eine wichtige Säule unserer Rechtsprechung zum Nulltarif verkauft und die Medien hinterfragen dieses Vorgehen nicht einmal dem billagzahlenden Publikum nur halbwegs erklärend. Dabei hätte der Reporter Herrn Burkhalter klipp und klar die Frage stellen können ob die Demokratie in der Schweiz noch etwas wert ist oder ob jetzt künftig die EU unsere Agenda bestimmt. Es geht schlicht nämlich nur noch um das. Die Frage werden wir uns alle stellen müssen: Können Volksentscheide durch die EU umgestossen werden? Man hört sie wieder, die Befürworter eines Schweizerischen Verfassungsgerichtes.​ Ein Verfassungsgericht würde selbst nichts mehr ausrichten können oder die Installation eines Verfassungsgerichtes ist eben nur dann angebracht, wenn eine eingereichte Initiative EU-Verfassung brechen würde (zu der die Schweiz ja nie „Ja“ gesagt hat). Unsere Verfassung wäre dann nur noch in einzelnen ganz wenigen Fällen massgebend.

Ich werte nicht über die Menschen, die in die EU möchten, der EU mehr Mittel in die Hände geben wollen um die Schweiz endlich in die EU zu nötigen – denn dass findet seit gestern definitiv statt. Ich verstehe aber vor allem die Menschen und das sind lange nicht mehr nur wir Schweizer, die der undemokratischen Bürokratie und den selbstherrlichen Scheindemokraten die sich Kommissare nennen, kein Vertrauen mehr entgegenbringen. Die EU ist ein unübersichtlicher, korrupter Apparat geworden dem es nicht um das Wohlergehen der Völker innerhalb der EU geht, sondern nur darum, sich und ihr Geldadel vom immer grösseren Mob abschirmen zu wollen. Deshalb wollen die Mehrheit der Schweizer nicht in die EU. Es wäre wahrscheinlich einer Landesregierung und den Medien nicht abträglich, sich einmal genau über dieses Thema zu äussern als darüber, wie viel Schweizer Recht der EU übertragen werden soll. Im Zusammenhang mit der EU wurde nämlich in ganz Europa noch nie so viel verdreht, gelogen und beschwichtigt wie im letzten Jahrzehnt. Wem dem nicht so wäre, würde die EU nicht an Popularität verlieren. Aber diese Fragen stellen sich nur Bürger! Schweizer Medien stellen sich unkritisch und vor allem der Wirtschaft gehorchend gar nicht. Es würde mich mal interessieren, wie uns Kommissare Vorschriften machen wollen, die nachweislich in ihren eigenen Ländern abgewählt wurden oder unter Schimpf und Schande zurücktreten mussten (Barroso in Portugal Korruptionsskandal noch heute ist der Fall nicht abgeschlossen, Van Rompuy damals nach schwerer Wahlniederlage Rücktritt). Die Presse hat uns das bis heute nicht erklärt und von denen lassen wir uns Schweizer also die Welt erklären. Eigenartig! Nicht! So viel zur Sache. Die Medien sollten kritischer auf die EU blicken und vielleicht auch mal die Situation richtig erklären. Somit würde vielleicht das Vertrauen der Schweizer in die EU wieder grösser. So lange jedoch, die EU in der Schweiz von Medien hochgejubelt wird und kritische Fakten ausgeblendet werden obwohl jeder sieht, wie es um die EU und ihre lobbygeschwängerten Parlamentarier steht, so lange wird die Schweiz nie und nimmer in die EU wollen. Wir haben ja in unseren Reihen schon genug Lobbyisten – das genügt uns vollends und bringt uns ja auch nicht wirklich weiter.  

 

 

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Comments to: Medien spüren das Volk nicht mehr – Politiker ebenso
  • Juni 29, 2013

    Ihr Artikel gefällt mir sehr gut, Herr Balazs. Und er ist nötig!

    Jonas Projer von dem die kleine, unbedeutende Jassgeschichte stammt, informiert meines Erachtens in der Regel objektiv und gut verständlich, was nicht alle Fernsehkorrespondente​n von sich sagen können.

    Gottseidank gibt es da noch die „wilden“, die unabhängigen Journalisten. Diejenigen, die da so „ekelhafte“, eben nicht EU-konforme Filmchen drehen und auf YouTube veröffentlichen. Mit Suchen auf YouTube, Eingabe europa union subventionen findet man zahlreiche „lästige“, aber ehrliche Produkte. Zum Teil satirisch und unterhaltsam, wo halt das Lachen bisweilen im Hals stecken bleibt.

    Hier ein lustiges Filmchen über die Verbandelung mit Goldmann Sachs. Eine Satire von Pelzig http://www.youtube.co​m/watch?v=c1qoVEsWs_s​

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  • Juni 29, 2013

    Bei den Medien ( vornehmlich links) ist vor allem das interessant was nicht gesagt wird. Wenn die SVP verliert wird jeweils sehr ausführlich darüber berichtet von den linken und staatsnahen Medien. Manche Kommentatoren ereifern sich dann im SVP-Bashing fast bis zum Orgasmus. Wenn hingegen SP und Grüne die Wahlen verlieren ( in diesem Jahr in NE, VS und SO schon dreimal nacheinander ), dann wird das nur am Rande erwähnt oder überhaupt nicht.

    Bei einer linken Mücke wird dann auch sehr schnell ein Elefant daraus gemacht. Bei der Occupy Bewegung in Zürich wurde von einer SP nahen Zeitung so getan, als wäre das nun die grosse Revolution und Massenbewegung. Dabei haben an der grössten Demo dazu in Zürich nur 1500 Leute teilgenommen, während danach 50 Ewiggestrige widerrechtlich ein Areal wochenlang besetzt hielten, dessen politische Bedeutung massiv aufgebauscht wurde, doppelseitig, in grossen Lettern und massiver Berichterstattung. 1550 Leute aus Zürich und darüber hinaus, sind ja allerhand, in einer Stadt mit 350.000 Einwohnern.

    Bei der ” Revolution ” in Ägypten wurde von linken Medien auch immer so getan, als wäre das nun die grosse Revolution und Massenbewegung. Nur dumm das sich dieses Phänomen mit 2-3 Millionen Ägyptern nur auf die Städter bezogen, während man die viel grössere Landbevölkerung einfach ignorierte, weil diese zuerst passiv blieb. Dafür hat dieser viel grössere Teil nun die Islamisten gewählt.

    Die linken Medien sollten sich auch davor hüten über die Türkei all zu optimistische Dinge zu erzählen. Wer sagt denn das die Opposition gegen Erdogan in der Türkei die Mehrheit stellt?? Auch dort sind die Linken ( wie bei uns) und die Erdogan-Gegner immer sehr fleißig am demonstrieren. Aber auch hier gibt es eine noch grössere Landbevölkerung, die mehrheitlich hinter Erdogan steht, aber weniger demonstrieren geht. Was ist dann mit diesem Aspekt?? Die Türkei besteht eben nicht bloss aus Istanbul, sondern auch aus dem grossen Anatolien, das noch immer sehr rückständig ist. Linke Kommentatoren sollten da zuerst mal Staatskundeuntericht über andere Länder nehmen, bevor sie was erzählen.

    Linke Medien propagieren im Grunde genommen das, was sie einer SVP ständig vorwerfen: Provinzialität und Randgruppenberichters​tattung, wo bei jedem Land nur immer auf die grossen urbanen Zentren und Hauptstädte geblickt wird, für ein linksliberales Spektrum, wo man hingegen nicht über den Rand des rot-grünen Suppentellers hinausblicken zu vermag.

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