1. Bildung & Forschung

mehr Chancengleichheit für die Schule

Das öf­fent­li­che Schul­we­sen hat viele alte Zöpfe – einer davon ist die mas­sive Be­vor­zu­gung der Aka­de­mi­ker ge­genü­ber den Hand­wer­kern und Lehr­be­ru­fen.

Es kann nicht sein, dass ein Dr. fast die gesamten Kosten seiner Ausbildung vom Steuerzahler finanziert bekommt, während ein Meister bzw Absolvent einer höheren Fachprüfung einen grossen Teil der Kosten selbst tragen muss. Das Problem wird in diesem Artikel erläutert:

http://www​.tagblatt.ch/ostschwe​iz-am-sonntag/politik​-und-wirtschaft/art30​4159,3329913

Ein anderer alter Zopf ist, dass Erstausbildungen massiv subventioniert werden – Zweit- und Drittausbildungen hingegen nicht. Auch das bevorzugt die Akademiker, die sehr lange Erstausbildungen absolvieren. Das ist nicht mehr zeitgemäss heute, wo ständige Weiterbildung und auch Berufswechsel im mittleren Lebensalter an der Tagesordnung und auch erwünscht sind. Gelegentlich kann es sogar vorkommen, dass Lehrberufe, die als solide gelten, von der Technik überholt werden und nach zehn oder zwanzig Jahren gar nicht mehr existieren ausserhalb von kleinen Nischen für Liebhaber – doch all die Berufsleute, die diesen Beruf lernten, stehen dann auf der Strasse und müssen gucken, wo sie bleiben.

Gleich viel Bildung für alle
Um eine Lösung des Problems nicht zu verkomplizieren, schlage ich vor, dass nicht einzelne Studiengänge subentioniert werden – auf alle Fälle nicht in erster Linie – sondern dass jede Person gleich viel Bildung vom Staat bezahlt erhält – und wenn dieses Guthaben aufgebraucht ist, muss die Person weitere Bildung aus der eigenen Tasche zahlen.

20 Jahre Vollzeitbildung pro Person, gerechnet von der 1. Primarklasse an, scheint mir ein angemessener, sinnvoller Betrag zu sein. Weniger ist nicht gut möglich, sonst wären die längsten universitären Studien nicht abgedeckt; und noch mehr muss es auch nicht sein.

9 Jahre Volksschule am Wohnort
Die obligatorische Schulzeit soll, wie heute auch, dort stattfinden, wo die Kinder wohnen. Freie Schulwahl auf der Primarstufe scheint mir wenig sinnvoll zu sein. Es wäre allerdings darüber nachzudenken, ob Kinder und Eltern in ihren Schulen mehr Einfluss erhalten können – aber diese Diskussion wird einen eigenen Artikel benötigen. oder auch mehrere Artikel.

11 Jahre Bildungsgutschein
Nach​ der obligatorischen Schulzeit erhalten alle das Recht auf elf Jahre Vollzeitbildung.

Das ist ein Alter, wo so oder so Spezialisierung stattfindet, wo Jugendliche selbständig weitere Wege bewältigen könne, wo sie sich für eine Lehre entscheiden, oder eine Mittelschule… in dieser Situation wird eine freie Schulwahl sinnvoll.

Der Bildungsgutschein ist persönlich, nicht übertragbar, und lebenslang gültig. Er kann gleich sofort eingelöst werden, und ist zB nach einem Medizinstudium fast vollständig aufgebraucht, oder er kann im mittleren oder hohen Alter verwendet werden; er kann für Vollzeit-Studiengänge​ verwendet werden, aber auch für Kurse an Volkshochschulen mit geringen Stundenzahlen pro Woche, doer auch nur für einzelne Stunden.

Jeder Mensch kann und soll frei entscheiden, wie er sein Guthaben nutzt. Damit wäre zumindest ein bisschen mehr Chancengleichheit hergestellt, als es heute der Fall ist.

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