1. Umwelt, Klima & Energie

Nagra: So nicht!

Offiziell prüft die Na­tio­nale Ge­nos­sen­schaft für die La­ge­rung ra­dio­ak­ti­ver Abfälle (Na­gra) sechs Stand­ort­re­gio­nen:​ Ben­ken (Zürich Nord­ost), Nördlich Lägern (AG/Z­H), Bözberg/Jura Ost (AG), Südranden (SH), Jurasüdfuss (AG/­SO) und den Wel­len­berg (N­W/OW). Gemäss einem in­ter­nen Do­ku­ment, das die «SonntagsZeitung» ges­tern veröffentlicht hat, hat die Nagra aber be­reits eine Aus­wahl ge­trof­fen. In dem ver­trau­lich klas­si­fi­zier­ten «Bohrprogramm» sind Ben­ken als Tie­fen­la­ger für hoch ra­dio­ak­tive Abfälle und der Bözberg als Stand­ort für schwach und mit­tel­ra­dio­ak­tiv​e Abfälle vorgesehen. Gar nicht mehr erwähnt wer­den der Wel­len­berg und der Jurasüdfuss. Auch wenn die Nagra be­teu­ert, es handle sich nur um ein Sze­na­rio von vie­len, ist das Ver­trauen da­hin. Die­ses Vor­ge­hen ist ein Schlag ins Ge­sicht der  Re­gio­nal­kon­fe­ren​­zen, die offensichtlich  bloss eine Alibiübung sind. Der Bevölkerung wurde ein Ver­fah­ren vor­ge­gau­kelt, das fair, trans­pa­rent und er­geb­ni­sof­fen sein würde. Das ist, wie sich nun zeigt, nicht der Fall. Der Zürcher Geo­loge Mar­cos Bu­ser, der im Juni unter Pro­test aus der Eidgenössischen Kom­mis­sion für Nu­kleare Si­cher­heit (KNS) aus­ge­tre­ten ist, spricht in einem  In­ter­view mit Tho­mas Knell­wolf in  der Bas­ler Zei­tung Klartext:  „Diese Dop­pela­genda (die Öffentlichkeit darf breit mit­dis­ku­tie­ren, aber ins­ge­heim ist alles ent­schie­den.) zerstört jede Glaubwürdigkeit. Das ist ein Dra­ma. Es geht um Ver­spre­chen, die man nicht einhält. In den Stand­ort­re­gio­nen ist nun der Teu­fel los. Die An­woh­ner dort sind doch keine Hampelmänner.“ Am Mitt­wo­ch, 10. Ok­to­ber 2012, fin­det von 12.00 – 13.00 Uhr vor dem NA­GRA-­Sitz an der Hard­strasse 73 in Wet­tin­gen eine De­mons­tra­tion statt!

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Comments to: Nagra: So nicht!
  • Oktober 8, 2012

    Das Weinland ist eine atomfreundliche SVP-Hochburg. Ich sehe da keine Akzeptanzprobleme.
    Ich bin zwar gegen die Atomenergie, aber irgendwohin müssen wir mit dem Zeug.

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  • Oktober 8, 2012

    Was ist die NAGRA???? Das ist doch eine Institution die seit Jahren auf unsere Kosten scheinbar arbeitet. Diese Institution ist doch nicht an einer Lösung interessiert, da eine Lösung bedeutet, dass sie keine Arbeit mehr hat.

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  • Oktober 8, 2012

    Was ist das Problem des Lösungvorschlags der NAGRA? Die NAGRA verfolgt die “aus den Augen aus dem Sinn” Mentalität. Was dabei herauskommt sieht man jetzt in Kölliken. Dort muss der Sondermüll wieder mühsam ausgegraben werden.

    Für eine korrekte Lösung für die Lagerung des radioaktiven Materials braucht es einen sicheren Standort (nach heutigen Erkenntnissen) wo das Material eingelagert wird und doch noch regelmässig kontrolliert werden kann. Es muss sogar möglich sein, bei Bedarf das Material wieder herauszunehmen und anderswo einzulagern.

    Dies,​ da ein nach heutigem Ermessen sicherer Standort, in der Zukunft nicht mehr als sicher gelten kann. Auch muss die Möglich bestehen, das Material weiter zu verwenden, da eventuell neue Technologien dieses Material als Rohstoff weiternutzen können. Oder es gibt neue Verfahren, die es erlauben, das Material umzuwandel, damit es nicht mehr so lange gefährlich ist.

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  • Dezember 8, 2012

    Wie scheinheilig Sie doch argumentieren Herr Leitch-Frey SP. Sie argumentieren hier wie die Leute von der NAGRA übergangen werden. Aber das gleiche macht Ihre Partei ja auch in Sachen EU, wo das Volk auch hinterhältig übergangen wird von der SP, obwohl 89% der Schweizer gegen die EU sind. In Sachen Transparenz und Ehrlichkeit sollte die SP also zuerst einmal den Teppich vor der eigenen Haustür kehren!! Wäre schön wenn die SP einmal so transparent und ehrlich wäre, so wie sie das von anderen verlangt.

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