1. Sicherheit & Kriminalität

Neue Modelle für die Dienstpflicht prüfen – Zukunft gestalte

Das Mi­litär ist ein wun­der­ba­res Bei­spiel für den ge­leb­ten Ge­mein­sinn, der unser Land so ein­ma­lig macht. Dem Zu­grunde liegt der Mi­li­z­ge­dan­ke: er si­chert die enge Ver­bin­dung zwi­schen Ge­sell­schaft und Armee und ist gleich­zei­tig die beste Kon­trolle des Bür­gers über die Ar­mee. Während des Mi­litär­diens­tes tref­fen Schwei­zer Bür­ger und – etwas we­ni­ger – Bür­ge­rin­nen mit den un­ter­schied­lichs­t​en Hin­ter­grün­den auf­ein­an­der. Man schliesst Freund­schaf­ten und lernt, wie man ge­mein­sam Pro­bleme löst. Die Mi­li­zar­mee stärkt die wich­tige so­ziale und re­gio­nale Durch­mi­schung und den na­tio­na­len Zu­sam­men­halt.

Die Absolvierung der Dienstpflicht ist in der heutigen individualisierten Welt jedoch keine Selbstverständlichkei​t mehr. Das ist bedauernswert. Gleichzeitig bin ich der Überzeugung, dass neue Dienstmodelle geprüft werden müssen, die den geänderten Rahmenbedingungen in Bildung, Wirtschaft und Gesellschaft Rechnung tragen. Modelle sollen überprüft werden, wie der Armeedienst attraktiver gestaltet und die Vereinbarkeit von Armee und Beruf verbessert werden kann.

Armee und Politik müssen dieser Herausforderung begegnen, denn eine glaubwürdige Armee benötigt genügend und gut ausgebildetes Personal. Die Weiterentwicklung der Armee (WEA-Reform), welche in der Frühjahrssession vom Parlament verabschiedet wurde, sieht einen Soll-Bestand von 100’000 Mann mit einem Budget von 20 Milliarden Franken für einen Zeitrahmen von vier Jahren vor. Die FDP unterstützt die Reform. Nur eine Armee mit echter Verteidigungskompeten​z kann der aktuellen Bedrohungslage begegnen.

Was mir besonders Sorge bereitet sind Armeekader (höhere Unteroffiziere und Offiziere), die nach langer Ausbildung plötzlich zum Zivildienst wechseln. Es gilt einerseits Anreize und Bedingungen zu schaffen, dass diese Kader auch künftig der Armee erhalten bleiben. Andererseits muss der Übertritt in den Zivildienst erschwert werden. Dazu zählt, dass der Faktor der noch zu leistenden Diensttage für Offiziere von heute 1.1 auf 1.5 erhöht werden muss. Ich könnte mir auch sehr gut vorstellen, dass bei einem Übertritt vom Militärdienst in den Zivildienst die bereits geleisteten Diensttage nur noch zur Hälfte angerechnet werden.

Dienstleisten​de leisten einen zentralen Beitrag zur Sicherheit und zur Stärkung des Zusammenhalts unseres Landes. Für Ihren Einsatz danke ich ihnen allen. Ich will auch in Zukunft eine starke Armee, welche den politischen und gesellschaftlichen Wandlungen Rechnung trägt und den Verfassungsauftrag erfüllt.

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Comments to: Neue Modelle für die Dienstpflicht prüfen – Zukunft gestalte
  • Oktober 21, 2016

    “(…) Es gilt einerseits Anreize und Bedingungen zu schaffen, dass diese Kader auch künftig der Armee erhalten bleiben. (…)

    Die Armee XXI hat neu nur noch 11 Brigaden, die nur noch aus Bataillonen bestehen; Armeekorps und Divisionen wurden abgeschafft. Es handelt sich um 4 Infanteriebrigaden, 3 Gebirgsinfanteriebrig​​​​​aden, 2 Panzerbrigaden, 1 Führungsunterstützung​​​​​sbrigade und 1 Logistikbrigade. (nach Wikipedia)

    Für diese 11 Brigaden werden keine Korpskommandanten und Divisionäre mehr benötigt, sondern nur noch 11 Brigadiers und für jedes Bataillon 1 Major. Die 4 Territorialregionen entsprechen weitgehend den früheren Territorialdivisionen​​​​​, sind aber neu nur noch Regimenter. Diese 4 Divisionäre werden also auch nicht mehr benötigt, sondern nur noch je 1 Oberst.

    Mehr hier, unter dem Titel “Kein Artenschutz im VBS”:
    (nzz.ch/meinun​​​​​g/kommentare/weit​e​r​e​n​twicklung-der​-a​rm​ee​-k​ein-arten​sch​utz​-im​-vb​s-ld.​1203​27)

    Zu viele Häuptlinge für zu wenig Indianer; Herr NR Müller. Man sollte also etwa vierzig dieser Generale in den Ruhestand versetzen.

    https://www.vimen​tis.ch/d/dialog/reada​rticle/fuer-eine-schw​eizer-armee-aus-freiw​illigen-berufssoldate​n/

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  • Oktober 24, 2016

    Ergänzung zu meiner Antwort:

    Die Schweiz hat gegenwärtig unter 100000 Soldaten, aber um fünfzig Generäle – auf höchstens 2000 Mann (= 1 Regiment) kommt 1 General statt ein Oberst …

    Dieses Kader auf oberster Stufe benötigen wir nicht mehr.

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  • Oktober 24, 2016

    Herr Walter Müller,
    einen LandesDienst???
    Even​tuell muss man das Wort „Dienstpflicht“ genauer definieren und der heutigen Zeit anpassen. Das nicht auch deshalb, weil Linke Kreise in der Dienstpflicht = Armee sehen, diese laufend attackieren.
    Ich würde so weit gehen und in der Verfassung festhalten, dass Alle Schweizer Bürgerinnen und Bürger „Dienstpflichtig“ sind, Leistungen für das Land erbringen müssen. Im Sinner der Gleichberechtigung. Den Milizgedanken beibehalten, weil man da wirklich Kontakte knüpfen kann, die sehr dem Verständnis der Schweiz dienen.
    Die einen werden Sozial Dienste Leisten in Altenheimen und Spitälern
    Die weiteren Umwelt Dienste zum Schutze der Umwelt, Aufräumen an Projekten helfen
    Andere werden Land Dienst / Öffentlichkeitsdienst​ leisten Feuerwehr, Seerettung usw
    Katastrophenschu​tz / Zivilschutz
    Und ein Teil, wird regulären Armeedienst leisten.
    Wichtig, während der „Grundschulung“ lernen alle alles, Grundkenntnisse erlernen.

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  • November 9, 2016

    Aus kulturellen Gründen bin ich dafür, dass alle einen Dienst an der Nation leisten. Ich habe als Zugführer Militär auch zusammen mit Welschen und Tessinern erlebt. Das führte zu regen Kontakten (auch Hinweise auf Arbeitsstellen).
    Die Armeereform sollte jetzt eigentlich beim vierten SVP-Bundesrat endlich vorwärtskommen. Das Geld wurde ja gesprochen. Aber jetzt stecken sie schon wieder fest wegen der Renovation von uralten Transportern.
    Den Armeebericht habe ich gelesen. Es gibt gute Anhaltspunkte, wo es Aenderungen geben sollte. Aber es ist nicht klar, welches Abwehr- Konzept in der heutigen Zeit angebracht ist. (Die schwerfällige alte Panzer- und Artillerie-Kriegsführ​ung oder eine bewegliche Truppe, welche auch in Städten operieren kann. So wie die sog. “Toyota-Kämpfer”, welche in den momentanen Kriegsgebieten zu sehen sind). Welche Luftabwehr etc. .

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  • November 25, 2016

    Ich bin für eine Schweizer Armee aus 100000 freiwilligen Berufssoldaten und -soldatinnen.
    http​s​://www.vimentis.ch/d​​/dialog/readarticle/f​​uer-eine-schweizer-a​r​mee-aus-freiwillige​n-​berufssoldaten/

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