1. Gesellschaft

Niklaus von Flüe; Bauer, Politiker, Richter & Eremit

Nik​laus von Flüe war ein faszinierender Mensch. Schon zu Lebzeiten pilgerten Ratsuchende zu Bruder Klaus in den Ranft oberhalb Sachseln im Kt. Obwalden. Sein Ringen um das Wesentliche, seine Abkehr vom Materialismus und sein Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit haben nichts von ihrer Ausstrahlungskraft und Bedeutung für die heutige Zeit verloren. 

Bruder Klaus als Fastenführer

Jeder Faster braucht einen Fastenführer, ein grosses Fastenvorbild. Bruder Klaus gilt darin als grösste Faszination, weil er 20 Jahre ohne Essen und Trinken in der Einsamkeit seiner geliebten Ranft fastete und lebte. Auf der Suche nach Gott fand Nikolaus von Flüe das Fasten als Weg und Methode. Bereits in seinem »normalen Leben« war er als Ehemann, Vater von fünf Töchtern und fünf Söhnen, Ratsherr, Bauer und Richter ein Fastenvorbild, weil er vier Tage in der Woche ohne Nahrung auskam.

 

Nicht​ irgendwo in der Fremde, sondern unweit der Orte, wo er bisher als Bauer, Vater und Politiker gewirkt hat, lebt Bruder Klaus fortan als Einsiedler im Ranft. Der Ruf vom “lebendigen Heiligen” verbreitet sich in der Eidgenossenschaft und bald in ganz Europa. Viele Menschen suchen ihn auf, 

Es kommen Rat suchende Männer und Frauen aus der Umgebung. Bruder Klaus begrüsst sie nach der Messe durch das Fenster der Zelle: “Gott gebe euch einen seligen guten Morgen, ihr lieben Freunde und ihr liebes Volk”. Es kommen Bischöfe, Äbte und Priester, die seinen rechten Glauben prüfen – aber auch bewundern. Die Regierungen eidgenössischer Stände senden häufig Briefboten in den Ranft. Auch ausländische Fürsten wie Erzherzog Sigismund von Österreich und der Herzog von Mailand schicken Gesandtschaften. Die Stadt Konstanz bittet um Vermittlung in einem Streitfall um die Gerichtsbarkeit im Thurgau. Es kommen Neugierige und Plag-Geister, die Bruder Klaus belästigen. Die Obwaldner Regierung wird in Luzern vorstellig, man möchte doch unliebsame Gäste fernhalten. Bruder Klaus hat die Welt geflohen und nun kommt die Welt zu ihm. So auch Dr. K. Adenauer, 1. Bundeskanzler der BR Deutschland, bevor er sich zu Stalin nach Moskau aufmachte, um die ersten Kriegsgefangen heim zu holen. Stalin sagte nur eisern immer; Njet, Njet, Njet. Darauf dann der “Alte”, kommt wir gehen wieder nach Hause. Am Flughafen angekommen, schickte Stalin einen Boten, er solle sofort zurückkommen. Er gab dann tatsächlich, wie ein Wunder, dann die ersten 15’000 sofort frei, was der geistigen Fürsprache Bruder Klaus zu geschrieben wurde. Noch heute kommen jährlich 4-5 Sonderzüge aus Deutschland, um auf dem Flüeli “Dank” zu sagen. Ich konnte selber mit zwei über 80-jährigen ehemaligen Kriegsgefangenen in Russland mich noch unterhalten, sie meinten; “Wir, unsere Kinder & Enkelkinder kommen jedes Jahr hierher um “Bruder Klaus” zu danken.”

 

Und wie trafen die Besucher Bruder Klaus selber an ? Der erste Biograf Heinrich Wölflin berichtet von Leuten, die “beim ersten Anblick von grossem Schrecken befallen” wurden. Bruder Klaus ist davon gezeichnet, dass er die Wirklichkeit Gottes nicht nur im Glauben ertastet, sondern mit den Augen sieht und im Herzen erlebt. Die meisten Gäste aber äussern sich wie Hans von Waldheim aus Halle nach seinem Besuch im Jahr 1474: “Bruder Klaus ist nicht traurigen Mutes, sondern in all seinem Reden, in seinem Gang und in seinen Gebärden erlebten wir ihn als leutselig, mitteilsam, behaglich, fröhlich und vor allem freundlich.” Bruder Klaus verbindet in seiner Person Himmel und Erde.

 

 

 

 

 

Ein spiritueller Weg,  den jeder Mensch eines Tages gehen muss, spätestens jedoch mit dem eigenen Tod.

 

Zuerst war Niklaus von Flüe materiell in der Welt zuvor ganz aufgestiegen zum sehr wohlhabenden, ja reichen Bauern. Er baute für seine sehr zahlreichen Familien-Mitglieder, für seine Frau Dorothea, sich und seine insgesamt 10 Kinder,  ein für damalige Zeiten herrschaftliches Haus, obwohl es nicht einmal ein Kamin besass – üblich für die damalige Zeit – der Rauch des Kaminfeuers verteilte sich so einfach im Wohn-Raum, färbte diesen bald schwarz,  & ging dann erst hoch oben durch eine Dachöffnung ins Freie. Natürlich war dies alles nicht gerade der Gesundheit dienlich.

 

Lebense​​​​​​​​tappe auch als Politiker

Schon vor der Heirat ist Niklaus in öffentliche Ämter hineingewachsen. Denn er ist angesehen unter den Mitbürgern. Sie übertragen ihm richterliche Aufgaben. In Urkunden erwähnt wird Niklaus in einem Prozess der Sachsler gegen den eigenen Pfarrer und als Vertreter Obwaldens in einem Streit zwischen dem Kloster Engelberg und der Pfarrei Stans. Später gehört er dem “Kleinen Rat” an, der politischen und richterlichen Führung von Obwalden. Das höchste Amt im Lande, die Würde des Landammanns, trug er nie. Er gibt keine verlässlichen Quellen, dass es ihm angeboten wurde, er es aber abgelehnt habe. Wie Niklaus seine politische Verantwortung sieht und wahrnimmt, sagte er einmal einem Pilger im Ranft: “Ich war mächtig in Gericht und Rat, ja auch in den Regierungsgeschäften meines Vaterlandes. Dennoch erinnere ich mich nicht, irgend jemand bevorzugt zu haben, so dass ich vom Pfade der Gerechtigkeit abgewichen wäre”.

 

Üble Machenschaften widersprechen seinem feinen

Gerechtigkeitsempfi​​​​​​nd​​en.

Die öffentlichen Ämter bringen nicht nur Ehre, sondern auch Last. Niklaus muss gegen den Druck des Landesüblichen seinen eigenen Weg suchen und gehen. Üble Machenschaften widersprechen seinem feinen Gerechtigkeitsempfind​​​​​​​​en. So kann er als Richter einmal ein parteiisches Urteil von bestochenen Richtern nicht verhindern. Und als Ratsherr muss er zusehen, wie zweifelhafte Gestalten um des schnöden Geldes willen ins Landrecht aufgenommen werden. Nichts hält Niklaus ab, weiterhin nach dem “Einig Wesen” zu suchen. Doch mehr und mehr zweifelt er an seinen Möglichkeiten und Fähigkeiten. Als Richter hatte er einen Fall, den er mit seinem sehr ausgeprägten Gerechtigkeitssinn prüfte, und dem ärmeren Bauer recht Recht gab, während die beiden anderen Richter, bestochen von dem reichen Bauer, welcher genau wusste dass er Unrecht tat, und folglich musste Niklaus dann eben bitter erleben, dass das Unrecht noch obsiegte. Das warf ihn endgültig aus der Bahn des materiell-gesellschaf​​​​​​​​tlichen, hin auf die Geleise eines zukünftig geistigen Weges, ganz in der Nachfolge Jesu. Er nahm also mutig und konsequent die Gerichts-Akten Akten und schmiss diese seinen Richterkollegen vor ihre Füsse mit den Worten; “So, macht euren Dreck fortan alleine”.

Heute nennt man dies Burnout, eine Chance für ein Innehalten, was auch durch Herzinfarkt oder sonst etwas, was einem aus den gewohnten Bahnen wirft, völlig unverhofft und plötzlich, wie aus heiterem Himmel über einemkommen kann. Alles die immer eine sehr gute Möglichkeit, einmal inne zu halten, in sich zu gehen, zu spüren, ob man  wirklich auf der “richtigen Spur” sich noch  befindet, oder doch ein grundsätzlicher Wandel notwendig ist.

 

Lösung & Abschied von seiner Familie;

Er bat also Dorothea, seine liebe Ehefrau, ihn in den Ranft ziehen zu lassen, er müsse sich erst und dann Gott in sich finden, denn er komme mit der Welt nicht mehr zurecht. Dorothea wies nur auf das Kleinste, gerade wenige Monate alt noch i.d. Windeln, weil sie ihn durch  sein starkes Verantwortungsgefühl ​​​​​​​​ als Vater, erst recht eigensüchtig an sich binden wollte; “Es ist für alles gesorgt, unser Ältester wird den Hof & die Geschäfte leiten, ihr alle werdet gut versorgt bleiben, nur auch mich musst du fortan als Gatte verzichten”, meinte Niklaus. Ein Jahr, zwei lange Jahre für ihn des Wartens vergingen so, ohne dass er nochmals fragte, bis sich Dorothea bei ihm meldete, innerlich inzwischen nach langem Ringen doch noch gereift; “Mann, jo nuuh, so gooh halt, ich cha der joo allem Aschii nid gääh, was de suechsch ?.  Sie gab ihn also endlich frei aus echter Gatten-Liebe, denn Liebe gibt was dem anderen * f e h l t *, sie fordert niemals, gegenseitig natürlich. Gut, sie brauchte ganze zwei Jahre lang, aber am Schluss schaffte sie es doch noch, weil sie die echte LIEBE endlich begriffen hatte. Darum heisst es ja auch i.d. Schrift von Jesus analog; “Wer seine Frau & Familie mehr liebt denn mich, ist meiner nicht würdig”. Dorothe seine Ehegattin hatte somit grossen Anteil am spirituellen Weg und Weiterentwicklung vom weltlichen  Niklaus von Flüe  zum geistigen “Bruder Klaus” den Mystiker & Landesvater der Schweiz, den “Friedensbringer” (auch den Frieden von Stans für die damals arg zertrittenen Eidgenossen, Zürcher, Berner ect, über die Verteilung der Beute vom Italienfeldzug).

Auc​​​​​​​​h heute in der Familie gilt es sich wieder mehr zu achten, zuzuhören und schlussendlich eigene EGO-Wünsche selbstloser zurück zu stellen, zum Wohle des Ganzen, in der Familie wie in der Politik.

 

Friedens​​​​​​​​botschaft aus dem Ranft

Es ist nicht bekannt, was Bruder Klaus den Tagsatzungsherren in Stans geraten hat. Aber fast ein Jahr danach denkt er in einem Brief an den Rat zu Bern über “Frieden” nach. Er fasst seine Erfahrungen und Überlegungen zum Frieden in einfache Worte.

Zuerst kommt die Faustregel des Praktikers zur Sprache, der vielfach erfahren hat, was im Leben brauchbar ist. “Gehorsam ist die grösste Ehr, die es im Himmel und auf dem Erdreich gibt. Darum sollt ihr schauen, dass ihr einander gehorsam seid.” Schon als Richter hat Niklaus erfahren, was zum Frieden führt: Zuerst “Aufeinander horchen”. Das heisst, das Anliegen und die Sorge des Gegenübers, seine Verletzungen und Träume anhören und aufnehmen. Dann auch “Einander gehorchen”. Das bedeutet, dem Gegner einen Schritt entgegen gehen, mit ihm ins Gespräch kommen und nach einer Lösung für beide Seiten suchen.

“Einander gehorchen” steht im krassen Gegensatz zum landesüblichen Verhalten der Eidgenossen. Diese lösen Probleme lieber mit Hellebarden als mit Verhandlungen. Und die Landsknechte tragen ihr raues Gehabe oft auch in die Familien hinein. Mit der Regel vom “Einander gehorchen” begründet Bruder Klaus einen neuen Umgangsstil im familiären Bereich und eine neue Kultur im politischen Bereich.

Als Mann Gottes, als Mystiker, macht Bruder Klaus tiefgreifende Erfahrungen. Das einfache Radsymbol eröffnet ihm das Geheimnis des Dreifaltigen Gottes: Gott bricht aus seinem innersten Geheimnis heraus, umfasst Himmel und Erde – und kehrt wieder in die Einheit, in den Frieden Gottes, zurück. Der Mystiker erlebt Gott als Urquell des Friedens. Aus der Überzeugung des Mystikers schreibt er im gleichen Brief an den Rat zu Bern: “Fried ist allweg in Gott, denn Gott ist der Fried.”

 

Bruder Klaus ist heute mehr denn je ein ehthisches & geistiges Vorbild für die Familie & die Politik

Bruder Klaus besitzt beides, die Schau in die Tiefe des Glaubens und den Sinn für das konkrete Leben. Der Heilige und der Mensch sind bei ihm eine Einheit geworden.

 

Aus einer Ganzheit lebend, wird Bruder Klaus für seine Mitbürger glaubwürdig.

Das strahlt er heute noch aus.

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Comments to: Niklaus von Flüe; Bauer, Politiker, Richter & Eremit
  • Mai 26, 2015

    Es ist zu beachten, dass in der Zeit, als Bruder Klaus geboren wurde, die “katholische Kirche” zwei “Päpste” hatte; einer in Rom und einer in Avignon.
    Das Konzil von Konstanz (1414 bis 1418) tagte damals.
    Obwalden gehörte damals zum Bistum Konstanz.

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    • Juli 19, 2021

      @ R. Marquis,

      Merci für Ihren sachlich guten Beitrag.

      Ja der Gegenpapst in Avignon/F war von 1430 bis 1435, da war Niklaus gerade mal 12 Jahre alt. Diese Kirchen-Spaltung hat ihn sicher auch geprägt. Die Katharer (die Reinen) in Südfrankreich waren mit der Entwicklung der röm. kath. Kirche nicht mehr einverstanden, weil zu weltlich, Macht besessen geworden. Der Vatikan begann die Katharer als Ketzer zu verfolgen und zu töten.

      Ketzer

      D​er nur in der dt. Sprache gebräuchl. Begriff K. geht etymologisch vermutlich auf “Katharer” (abgeleitet aus dem griech. Begriff katharo “die Reinen”) zurück und wird synonym zur Bezeichnung “Häretiker” verwendet.
      Er beinhaltet Widerspruch gegen herrschende, offizielle christl. Lehren und Auffassungen von
      Kirchenleitungen​ (Christentum). Besonders im MA, aber auch noch in der frühen Neuzeit wurden K. mit aller Härte verfolgt. Welche Vorstellungen häretisiert wurden und folglich als ketzerisch galten, konnte allerdings nach Ort und Zeit variieren. Das Verketzerte wurde mitunter zu einer späteren Zeit sanktioniert, wie z.B. die heliozentr. Weltsicht. Die Abweichung im Glauben galt zugleich als polit. und gesellschaftl. Abweichung.

      Mittel​alter

      Die wichtigste spätantik-frühma. Häresie war der Arianismus, den die Burgunder in die nachmalige
      Westschwe​iz mitbrachten und der durch die Bekehrung ihres Kg. Sigismund zum Katholizismus (505) überwunden wurde. Von den zahlreichen hochma. heterodoxen (Wander-)Predigern haben Heinrich von Lausanne vor 1116 in Lausanne und Arnold von Brescia 1140 in Zürich gewirkt. Dagegen blieb die Schweiz von der wichtigsten hochma. Häresie, dem dualist. Katharismus, verbreitet v.a. in Südfrankreich (Albigenser) und Oberitalien (Patarener), weitgehend unberührt.
      Anklang fanden die Häresien des 14. Jh., insbesondere jene des Freien Geistes, welcher namentlich dieBeginen und Begarden verdächtigt wurden. Diese waren in der Deutschschweiz recht verbreitet, wo um 1350 auch die Geisslerbewegung (Flagellanten) auftrat. Ende des 14. Jh. wurden in Freiburg
      Waldenser entdeckt, denen 1430 der endgültige Prozess gemacht wurde, nicht zuletzt weil man fürchtete, dass sie mit den Hussiten zusammenarbeiteten, die in den 1420er Jahren rasch über ihr Stammland Böhmen hinausgriffen.

      In Freiburg ging die Verfolgung der Waldenser in den 1430er Jahren fast nahtlos in diejenige von Hexern (und Hexenwesen) über, die in der Westschweiz – neben der Dauphiné – ihre frühesten Wurzeln hatte.

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  • Mai 31, 2015

    Bruder Klaus; War er in einer Fastentradition eingebettet ?

    Das Fasten war bereits zu Zeiten Bruder Klaus praktisch gestorben. Es gab jede Menge von Vorschriften. Aber auch jede Menge von Ausnahmeregelungen, die es ermöglichten, diese Vorschriften zu umgehen. Bekanntes Beispiel ist die Fischküche in den Klöstern; damit hat man die eine Art, gut zu essen, ersetzt. Oder die bayerischen Mönche, die auf die Weisung nach reduzierter Nahrungsaufnahme mit der Entwicklung des Starkbiers prompt reagierten.
    Bruder Klaus war diesbezüglich ganz anders Sein Verhalten würden wir heute als Demonstration bezeichnen. Als eine Demonstration gegen den Verfall des echten Fastens und Verzichtens. Da taucht die Frage auf, wie es denn möglich sei, dass jemand so lange nichts gegessen habe. Nun, es gibt die Formulierung „Leben aus der Liebe und der Luft“.

    Wir werden uns doch heute zunehmend bewusst, wie sehr wir aus den kosmischen Energien Kraft beziehen können. So ist für mich – auch wenn ich es jetzt weder ganz erklären kann noch will – das Wunderfasten von Bruder Klaus gar nicht so abwegig. Wer weiss denn, was für Energien uns gegeben sind, die nicht an feste Nahrung gebunden sind ? Wenn ich ganz geläutert bin und in einer grenzenlosen Liebe zur Welt, zur Kreatur und damit auch zu Gott lebe, dann kommen mir Energien zu, die unerklärbar sind.

    Welche Wahrnehmung erreicht man durch das Fasten ?

    Es gibt – durch das Fasten, durch das Gebet, durch die Meditation – die Erfahrung eines Gesättigt seins, eines inneren Reichtums, durch die das Hungergefühl effektiv ganz zurücktritt. Es bleibt Sehnsucht, es bleibt Appetit, der Geschmackssinn der Nase nimmt um ein Mehrfaches zu, ja, aber der Hunger nach mehr und mehr wird gestillt. Wie gesagt, ich will das Phänomen des „Fastenwunders“ nicht erklären hier, aber es ist für mich durchaus einsichtig und auch nachvollziehbar, auch weil ich auch schon die letzten 12 Jahre insgesamt drei mal sechs Wochen lang überhaupt nichts gegessen habe, einzig viel Tee getrunken, viel Bewegung an frischer Luft & 1 dl. Gemüsesaft pro Tag, inkl. Morgen- & Abendgebete und Meditation.
    Der Körper, der Lebenstrieb schaltet nach einigen Tagen automatisch um und holt die Nahrung fortan aus dem Körper selber, räumt also alles Unnatürliche (Zisten, z.B. „Knoten-Wildwuchse“ die zu über 92 % aus reinem Eiweiss sind, ect.) weg, eben ganz natürlich ALLES was der Körper nicht zum überleben braucht, weshalb ich auch während dieser sechs Wochen niemals Hunger (unter ärztlicher Kontrolle) verspürte. Ich selber bin überzeugt, darum empfehlen auch alle Religionen das Fasten, es reinigt Geist & Körper, eben Beides, lernt uns zu entsagen, und wieder eine ganz natürliche Bescheidenheit.
    Wer den Weg der Innerlichkeit geht, bekommt ein Gespür für die Erfahrung Jesu; „Meine Speise ist es, den Willen Gottes (Ganzheit) zu tun“.

    Vom Egotrip und Echtheit; Was ist Echtheit ?

    Es gibt Kriterien, eines davon lässt sich mit einem Bibelwort umschreiben; „An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.“ Paulus zählt solche Früchte auf; Offenheit, Mitmenschlichkeit, Geduld. Ich meine, dass diese Kriterien auf das Fasten angewendet werden müssen. Ein ewiges Insich-Gehen und von einer Entspannungsübung zur anderen zu rasen, das bringt es nicht. Irgendwo kommt doch ein Punkt, wo man sagen muss; und jetzt ? Das Einhalten solcher Kriterien ist am Leben von Bruder Klaus sehr gut abzulesen. Er ist in die Stille gegangen, ohne sich von der politischen Situation abzuwenden, er ist Ratgeber geworden für viele und hat dabei eine enorme Treffsicherheit erreicht. Echtheit verifiziert sich in der Aktion.

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  • September 27, 2015

    Ja schade, dass die Schweiz ihren grossen Mystiker vergessen hat. Es wird kein anderer Prophet geschickt werden.

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    • Juli 19, 2021

      Oh und noch was…

      Da war vor ein paar Jahren eine Ausstellung im zürcher Rietermuseum über Mystik. Ich war auch da und stand zum ersten mal der Holzstatue von Klaus gegenüber…im Schlepptau die Verrückten aus Biel. Eine war noch nicht mal fertig angezogen LOL!

      (erinnert ihr euch?)

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  • August 18, 2017

    Herzlich willkommen zur nationalen Gedenkfeier für Bruder Klaus

    Ist es nicht bedenklich dass die dieses für die Schweiz wichtige Ereignis hat der Bundesrat es nicht für nötig befunden eine offizielle Gedenkfeier für Bruder Klaus abzuhalten.

    Dank privater Initiative gibt es jetzt doch noch eine Honoration für unseren geistigen Landesvater. Deshalb auch der Aufruf den Anlass mit einer Spende zu unterstützen. Die Bundeskassen scheinen gähnend leeeer. Niklaus von Flüe ist weit über unsere Landesgrenzen hinaus geschätzt und verehrt. Auch alt-Bundeskanzler Konrad Adenauer aus Deutschland (liebevoll “der Alte” genannt) hat dies getan. Ein Sprichwort sagt ja: “Der Prophet gilt im eigenen Lande nichts. Sehr schade eigentlich. Ein Zeichen der Zeit?

    https://brud​erklaus-gedenkfeier.c​h/

    Für dieses Ereignis hat man in Bern kein Geld, dagegen will man aber die ganze Welt “retten”, denen man es materiell nicht so gut geht wie den Menschen i.d. Schweiz. Bruder Klaus hätte dazu wahrscheinlich gesagt: “Jeder Mensch wo immer er auch geboren wurde, nehme sein Schicksal demütig vor dem Höchsten an, das Leben ist vielfältig”.

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