1. Gesellschaft

Papst Franziskus, der Überschätzte

Immer wie­der lese ich in den Me­dien, wie be­schei­den der heu­tige Papst ist. Bin damit völ­lig ein­ver­stan­den, aber unter an­de­ren Vor­zei­chen. Für mich ist sein Leis­tungs­aus­weis mehr als be­schei­den. Um das zu be­grün­den muss ich auf die letz­ten Päpste ein­ge­hen und mit dem 1978 ver­stor­be­nen Paul den VI. be­gin­nen. Die­ser links­li­be­rale Papst aus rei­chem Haus führte das Papst­tum in die Mo­derne und rei­nigte es vom Pomp des An­cien Ré­gime. Etwas was sei­nen Nach­fol­gern zu Un­recht zu­ge­schrie­ben wird! Er führte das Kon­zil zu Ende und ret­tete es, denn ohne seine Di­plo­ma­tie wäre es ge­schei­tert. Lei­der wird dies alles inkl. sei­ner Ka­pi­ta­lis­mus-­Kri​­tik wegen der un­säg­li­chen Hu­ma­nae vitae ver­ges­sen, ob­wohl fast nie­mand wirk­lich weiss, dass es bei der Hu­ma­nae vitae nur be­dingt um die Pille ging. Er stellte zudem die Ge­wis­sens­frei­heit​ über alles und das ist sein grös­ster theo­lo­gi­scher Ver­dienst. Sei­nen Nach­fol­ger Jo­han­nes Paul der I ü­ber­springe ich, weil er zu kurz Papst war um etwas zu be­wir­ken. Karol Jó­zef Wo­j­ty­ła öff­nete den Va­ti­kan für die Welt und be­gann mit einem regen Kon­takt mit den Me­dien und war aktiv be­tei­ligt, dem So­zia­lis­mus den To­dess­toss zu set­zen. Er war es auch, der theo­lo­gisch, das um­setzte was man fäl­sch­li­cher­weise​ mit Paul dem VI ver­bin­det, eine sehr ri­gide Se­xual­mo­ral. Er war ja auch mass­ge­blich an der Aus­ar­bei­tung Hu­ma­nae vitae be­tei­ligt. Er för­derte den Ma­ri­en­kult, aber auch den In­ter­re­li­giö­ser Dia­log. Er hatte theo­lo­gisch was zu sagen und prägte die Kir­che. Be­son­ders seine Kri­tik an den Neo­li­be­ra­lis­mus darf nicht ver­ges­sen wer­den, aber an­ders als bei Fran­zis­kus, war sie nicht blosse An­bie­de­rung an den Zeit­geist, son­dern theo­lo­gisch fun­diert. Er war nicht nur Papst, son­dern ein gros­ser Theo­lo­ge. Mit der Be­frei­ungs­theo­lo­​gie konnte er je­doch nichts an­fan­gen. Sehr Ähn­li­ches kann über Papst Be­ne­dikt ge­sagt wer­den, ein gros­ser Theo­lo­ge, der die Kir­che seit den 60er-Jah­ren mas­siv prägt. In­tel­lek­tu­ell muss er als her­aus­ra­gend be­zeich­net wer­den.

Ich fasse mich kurz und stelle mich zum Schluss die Frage, was Franziskus bis heute geleistet hat und muss feststellen, dass ich nichts Nennenswertes finde. Er vermag seinen Vorgängern das Wasser nicht zu reichen und wird die Kirche nicht aus der Krise führen können. Dazu fehlt ihm das Format seiner Vorgänger

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