1. Sozialpolitik & Sozialsysteme

Schickt die Mindestlohn IN bachab !!

Mindestlohn nein, wenn diese In­itia­tive durch­kommt, wird es schwierig.

In der Südschweiz würde sich eine Katastrophe ergeben:

Ein Geschenk für die Grenzgänger,

Lohnabsenkung für TessinerInnen,

noch grössere Schwierigkeiten für Lehrlinge nach der Lehre,

Entlassungen und Unsicherheit,

steigende Preise,

das nur einige Konsequenzen, wenn die Initiative angenommen würde. Die Idee dieser Initiative ist ein Vorschlag von Menschen, die vor allem beim Staat oder dem Staat nahe stehenden Organisationen arbeiten und müssen sich weder um Lohn noch um Arbeitssicherheit kümmern, deshalb können sie die Konsequenzen nicht einmal erahnen.

 

Am 18.Mai stimmen wir über diese Mindestlohninitiative​ 4000.- Fr pro Monat für alle ab. Das tönt gut, aber beim Tönen endet alles. In der Praxis wird diese Initiative nichts lösen und neue zusätzliche Probleme schaffen. Vor allem im Tessin !

Die Initiative basiert auf einer (falschen) populistische Grundidee: Wer weniger als 4000.- pro Monat verdient ist arm.

Die Verfechter der Initiative haben im Tessin die 13. AHV Revision verworfen mit der Begründung die älteren Menschen könnten ja die Ergänzungsleitung einfordern. Jene alten Menschen, die ein Leben lang gespart haben und sich deshalb ein Häuschen leisten konnten, sind in vielen Fällen am Limit.

Wenn sie ein Haus haben, dann können sie keine Ergänzungsleitung einfordern. Das Haus verkaufen und eine kurze Zeit vom „Gewinn“ leben, dann die Ergänzungsleistung einfordern.

Nochma​ls als 1. Punkt, es ist nicht automatisch so, dass der Verdienst unter 4000.- Fr. Armut bedeutet. Ein Paar, das zusammen 7900.- Fr. verdient ist mindestens im Tessin nicht arm. Es kommt immer darauf an, welche anderen Einkünfte, die nicht direkt zum Lohn gezählt werden, auch da sind.

Der 2. Punkt ist eng mit dem ersten verbunden: Die Arbeitslosigkeit der dem Tessin nahen Halbinsel ist bekannt. Es gibt auch keine Anzeichen um hier auf eine Besserung hoffen zu können. Mit der angenommenen Initiative wäre es so, dass ein Grenzgängerpaar um die 8000.- fr minimal verdienen würde. Während ältere, ehemalige arbeitsame Menschen mit weniger als der Hälfte auskommen müssten. Das wäre eine schreiende Ungerechtigkeit. Im Tessin wäre dieser Mindestlohn ein ungerechtfertigtes Geschenk an die Grenzgänger und Italien. (Italien lacht sich jetzt schon ins Fäustchen über unsere Vorgehensweisen).

Der 3. Punkt die Schweiz hätte den höchsten Mindestlohn der ganzen Welt. Zum Beispiel Deutschland berechnet als Mindestlohn 8.50 Euro und nicht 18.90 Euro. Wir beklagen immer wieder, dass wir ein Hochpreisland seien, das sei – nach vielen Experten – wegen der hohen Lohnkosten. Die Preise werden nochmals in die Höhe schnellen und unser Preisüberwacher hätte mit den grossen Unernehmen einen schweren Stand.

Im Tessin ist der vorgeschlagene Mindestlohn nahe am Durchschnittverdienst​, welcher im Moment bei 5300.- Fr. pendelt. Was wäre die Konsequenz, der Mindestlohn wird zum Referenzlohn. Jene, die bis anhin mehr verdient hätten, kämen unter Druck, dem Lohndumping wären Tür und Tor geöffnet. Der Lohn ist eine unter vielen Komponenten, vieleder bis jetzt in anderen Bereichen grosszügige Arbeitgeber (Ferienreglement, Freitage für versch. Aktivitäten, Ausbildung, usw) würden solche Vorzüge streichen.

Im Tessin verdienen ungefähr 25% der Arbeitnehmer weniger als 4000.- Fr. pro Monat. Wer glaubt, dass viele von diesem vom Mindestlohn profitieren könnten liegt falsch. Viele werden ihre Stelle verlieren und in Unsicherheit wird sich breit machen. Die Erfahrung Frankreichs mit dem Mindestlohn müsste uns sehr zu denken geben. Im Uebrigen den EU Ländern, denen es am besten geht kennen den Mindestlohn nicht (Schweden, Dänemark, Finnland).

So wie im Tessin die Situation mit den Grenzgängern eingeschätzt wird, ist folgendes zu erwarten (ohne dass die Schweiz reagieren kann): Die Grenzgänger werden offiziell für 50% angestellt und arbeiten 100% für 2000.- Fr (in Italien ein Spitzenlohn). Wie so vieles wird auch das nicht zu kontrollieren sein.

Viele bemängeln, dass die Lohnschere zwischen unteren und oberen Löhnen viel zu gross sei. Das mag in einigen wenigen Fällen durchaus stimmen. In meiner früheren Tätigkeit habe ich viele CEO gecoacht. Der Lohnvergleich hinkt, denn diese Menschen (Ausnahmen gibt es) arbeiten 16 Stunden pro Tag, vielfach 7 Tage die Woche. Ueberstunden können sie nicht aufschreiben. Sie werden auch für ihre Vernetzung bezahlt. Diese Vernetzung findet oft auch bei Freizeitaktivitäten statt. Natürlich ist das ungesund, trotzdem Tatsache.

Ich habe hier einige Punkte aufgezählt, weshalb alle die Mindestlohninitiative​ ablehnen müssen. Sollte dieser Mindestlohn für alle (Typische Kommunistenideologie)​ Tatsache werden, werden die Tessiner nochmals für falsche Grundhaltungen büssen müssen.

 

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Comments to: Schickt die Mindestlohn IN bachab !!
  • Mai 12, 2014

    Otto Jossi

    Stimmt schlechthin nicht. Richtige Umsetzung der Masseneinwanderungsin​itiative (Schweizer Vorrang) kombiniert mit Mindestlohninitiative​ würde dazu führen, dass auch Schweizer einen anständigen Lohn erhalten und zuerst diese berücksichtigt werden, bevor ein Italiener in der Schweiz arbeiten darf. Aber eben, bei der richtigen Umsetzung der Masseneinwanderungsin​itiative happert es. Denn unsere Politneurotiker in Bundesbern gedenken gar nicht, diese umzusetzen. Für die ist der Volkswille lediglich eine Meinung, die man nicht zu beachten braucht. Wir haben das Volk (an der Urne) befragt, damit ist dem Gesetze Genüge getan. So läuft das bei den Betrügern in Bundesbern.

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    • Juli 19, 2021

      Sehr geehrter Herr Safado
      Wir haben im Tessin ein Problem, das ist der Grenzgängervertrag mit Italien. Leider will Bundesbern, vor allem BR Widmer Schlupf diesen einseitigen Vertrag (40 jahre alt) nicht kündigen oder ändern. Die Tessiner Regierung ist machtlos, obwohl sie x mal das Gespräch suchte. Wahrscheinlich verspricht sich Widmer Schlumpf etwas von Italien vor ihrer nächsten Wieder – oder Nichtwiederwahl-

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  • Mai 12, 2014

    “(…) Die Initiative basiert auf einer (falschen) populistische Grundidee: Wer weniger als 4000.- pro Monat verdient ist arm.”

    Nochmals: 4000 CHF brutto sind im Tessin monatlich 3474,40 CHF netto. Davon gehen noch mindestens 234,10 CHF für die Krankenkasse weg. Das ergibt 3240,30 und ist nicht nur im Tessin sondern schweizweit das mindestens nötige Haushaltbudget für 1 erwachsene Person mit 1 Kind für eine bescheidene Existenz ohne irgendwelche Extrawünsche und ohne dass zusätzlich Beiträge des Sozialamts (Steuergelder) benötigt werden. Das Kind allein kostet 920 CHF.

    http://www.lo​​hncomputer.ch/de/ihr​-​ergebnis.html?tx_lo​hn​rechner_pi1%5Bcont​rol​ler%5D=Start&cHas​h=f6​8b422ccb7d180580​bf407​433af4a2f

    De​shalb fordern die Gewerkschaften diese 4000 CHF brutto für eine zeitlich und qualitativ VOLLE Leistung.

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  • Mai 13, 2014

    sehr geehrter Herr von Wildenstein:
    Wir alle wissen, dass wir bei 4000.- Fr. von einem Bruttolohn sprechen und alle meine Kalkulationen beruhen darauf. Ihre Argumentation wird nicht besser, wenn Sie sie dauernd wiederholen. 8.50 Euro Deutschland ist auch brutto, Durchschnittslohn 5300 Tessin ist auch brutto.
    Sie sprechen immer auch von einer vollen Leistung, was ist das ? 100% Präsenzzeit ? Voller Einsatz, wer bestimmt das ? Qualitativ 100% da werden die Gerichte Arbeit bekommen, mindestens dort wird es weniger Entlassungen geben, es sei denn der Staat muss, weil wegen der vielen Arbeitslosen, die dann kommen mehr berappen.

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    • Juli 19, 2021

      Ich glaube es ist eine kleine Fehde zwischen von Wildenstein und Jossi im Gange. Im Tessin ist ein Mindestlohn von 4000.- Fr. für mindestens 70% der Kleinbetriebe nicht zahlbar. Das heisst es werden Stellen abgebaut. Oder aber der Staat selbst schickt die Betriebe in unlauteres Vorgehen: Anstellen von Grenzgänger für 50% mit 100% Arbeitsleistung. (was im Uebrigen einige italienische Betriebe im Kanton schon tun.
      Uebrigens die Berechnung von Herrn Jossi ist alles Andere als konfus, Herr von Wildenstein

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    • Juli 19, 2021

      Nein, das ist keine Fehde.

      Herrn von Wildenstein habe auch ich mehrfach die Absurdität des MILO ausführlich dargelegt, samt Kostenkaskade, die die Einführung hätte. Hr. v. Wildenstein mag das ignorieren. Allerdings, das andauernde Herbeizitieren von widerlegten Aussagen bringt nichts.

      Die von den Initianten behauptet Zahl von 330000 Betroffenen (s. Abstimmungheftli) ist nicht belegt und damit die Grundlage für die MILO INI nicht mehr vorhanden.

      Diesen,​ zudem staatlichen, Unsinn ist mit einem NEIN zu begegnen.

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  • Mai 14, 2014

    Der schweizweite Mindestlohn soll vor allem verhindern, dass mit Sozialbeiträgen aus Steuergeldern Menschen unterstützt werden müssen, die in einer Vollzeitstelle eine volle Leistung erbringen, aber so nicht genug für ein bescheidenes Leben bekommen.

    Firmen, die unter dem Mindestlohn bezahlen, werden so indirekt subventioniert und erhalten einen ungerechtfertigten Konkurrenzvorteil vor Betrieben, die den Mindestlohn oder mehr bezahlen.

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  • Mai 14, 2014

    1) Der Mindestlohn gilt natürlich auch für ausländische Arbeitnehmende.
    2) Die Angestellten und Sozialämter haben nicht das Geschäftsrisiko der Eigentümer zu tragen und diese vor dem Konkurs zu bewahren.
    3) Ohne Mindestlohn droht den Angestellten ebenso die Privatinsolvenz.
    4) Herr Jossi hat hier noch nie etwas “berechnet”.

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  • Mai 18, 2014

    Danke, ich denke das wäre geschafft. Wenden wir uns neuen Themen zu.

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    • Juli 19, 2021

      Richtig Herr Wecker. Die Diskussion darüber war wichtig und richtig und hat einiges bewegt in der Schweiz.
      Wie sie erwähnen – im Vorfeld haben verschiedene Firmen (überraschend: LIDL) die Mindest-Löhne erhöht. Die Initiative hat also etwas bewirkt.
      Die Bevölkerung hat auch erfahren dass es nach wie vor Sklaven-Treiber und Blutsauger-Firmen in der Schweiz gibt die den Angestellten unverschämt tiefe Löhne bezahlen.

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    • Juli 19, 2021

      Herr Jossi

      richtig, zum 3 x hat die Bevölkerung Nein gesagt zu staatlicher Regulierung im Arbeitsmarkt. Leider gehen die absurden Wunschträume gewisser Kreise, welche denken das Geld könne im Selbstbedienungsladen​ reale Wirtschaft von den Bäumen gepflückt werden weiter, die absurdeste aller Vorlagen in diese Richtung steht noch bevor:Das bedingungslose Grundeinkommen.

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