1. Wirtschaft

Schrauben anziehen bei der CS – viel zu spät

Boni: Die Spitze der Cre­dit Suisse im Bermuda-Dreieck

Es wird de­fi­ni­tiv eng für die Löhne der Führungs­riege bei der Cre­dit Suis­se. In sel­te­ner Ei­nig­keit ma­chen jetzt drei mäch­tige Stimm­rechtsver­tre­​​​​​​ter Front gegen den Ver­gütungs­be­richt der Grossbank.

«Trotz zweier Verlustjahre sind die variablen Vergütungen bei der Credit Suisse hoch geblieben»: Das stellt der mächtigste Stimmrechtsvertreter der Welt, die amerikanische ISS, mit Blick auf die Generalversammlung der Grossbank vom 28. April lapidar fest.

Wie die ISS am Dienstag weiter mitteilte, hat dies nun Konsequenzen. Die Aktionärsrechtsvertre​​​​​​terin, die bei Schweizer Firmen bis zu 20 Prozent aller Stimmen bewegen kann, stemmt sich gegen die vom Verwaltungsrat der Credit Suisse (CS) vorgeschlagenen variablen Vergütungen.

Wandel innert Jahresfrist

Im Positionspapier, das finews.ch vorliegt, wenden sich die Amerikaner insbesondere gegen die maximale Vergütung des Verwaltungsrats sowie die kurz- und langfristigen Vergütungspläne für das Management. Hingegen unterstützt ISS das von der CS vorgeschlagene Fixsalär für die operative Leitung. Noch vor einem Jahr hatte sich ISS in sämtlichen Traktanden hinter den Verwaltungsrat der Grossbank gestellt.

Auf eine Anfrage von finews.ch zum ISS-Votum hin hiess es bei der CS, die Bank nehme die Empfehlung zur Kenntnis. Und: «Die Credit Suisse respektiert die Aktionärsdemokratie.»​​​​​​

Kompensationsko​m​i​t​e​e​ soll gehen

Wie auch finews.ch berichtete, erhält CEO Tidjane Thiam für 2016 eine Gesamtvergütung von 11,9 Millionen Franken. Ein Jahr zuvor hatte er für ein halbes Jahr im Amt 4,57 Millionen Franken erhalten sowie eine Kompensationszahlung von 14,3 Millionen Franken für verlorene Boni beim vorherigen Arbeitgeber Prudential. Die Gesamtvergütung von CS-Präsident Urs Rohner stieg 2016 von 3,2 auf 3,98 Millonen Franken.

Dagegen machen nun die mächtigen Stimmrechtsvertreter Front. So hat sich die ebenfalls amerikanische Glass Lewis schon Anfang April gegen die Salär- und Bonuszahlungen an das Management und den Verwaltungsrat der Grossbank gestellt.

Glass Lewis empfiehlt den Aktionären kurzerhand, das gesamte Kompensationskomitee bei der Bank abzuwählen, nämlich Andreas Koopmann, Iris Bohnet und Kaikhushru Nargolwala. Die Stimmrechtsvertreteri​​​​​​n lenkt hierzulande bis zu 10 Prozent der Eignerstimmen.

Kopf von Urs Rohner gefordert

Letzte Woche stellte die Schweizer Ethos Stiftung dann noch rabiatere Forderungen. Die Aktionärsrechtsvertre​​​​​​terin verwirft nicht nur die vorgeschlagenen Vergütungen. Sie fordert auch die Abwahl von Präsident Rohner. Mit ihm, findet Ethos, sei ein Neustart bei der CS nicht möglich.

Glass Lewis, Ethos und nun ISS: Damit gerät die Credit Suisse an der Generalversammlung in eine Art Bermuda-Dreieck. Die in der Schweiz seltene Dreierkonstellation könnte stark genug sein, um den Verwaltungsrat der Bank zum Einlenken zu zwingen.

Wohl können Aktionäre nur konsultativ über die Entlöhnung der CS-Spitze befinden. Doch über den Willen der institutionellen Grossinvestoren setzt sich keine Firmenführung leichtfertig hinweg.

Quelle: “XING”, Dienstag, 11.04.2017

Wir denken dankbar an Ständerat Thomas Minder, (SH, parteilos, von der GLP verschmäht hat er sich der SVP-Fraktion angeschlossen):

“Land​​esweit bekannt wurde Minder durch die von ihm 2008 lancierte Eidgenössische Volksinitiative «gegen die Abzockerei», die am 3. März 2013 mit grosser Mehrheit angenommen wurde. Ausserdem war er Auslöser der eidgenössischen «Swissness»-Gesetzgeb​​ung zum besseren Schutz der Marke Schweiz. Bis zu seiner Wahl in den Ständerat bekleidete Minder kein politisches Amt. Minder unterstützte aktiv die Eidgenössische Volksinitiative «Gegen Masseneinwanderung», die das Volk am 9. Februar 2014 angenommen hat.”

Quelle: “Wikipedia” – “Thomas Minder”

Fazit:

ein weitgehend unfähiger / überforderter / evtl. sogar korrupter CS-Verwaltungsrat. Auch die Verwaltungsräte (w./m.) stehen in einem schiefen Licht, die nicht dem Kompensationskomitee angehören, aber dessen Anträge / Entscheide durchgewunken haben.

Mit Urs Rohner, Andreras Koopmann, Iris Bohnet, Kaikhushru Nargolwala ist auch der CEO Tidjane Thiam zu entfernen.

Es braucht Bankfachleute, aber von aussen – wie bei der UBS, wo der ehemalige Präsident der deutschen Bundesbank, Axel Weber für das Ausräumen der Kellerleichen besorgt war und ist.

Die CS-Riege Urs Rohner / Brady Dougan, gefolgt von Tidjane Thiam hat sich so lange halten können, weil die “NZZ”, die “Wirtschafts”zeitung sie nie in Frage gestellt hat, obschon es viel zu fragen gegeben hätte. Da war die Lektüre der “Frankfurter Allgemeine Zeitung” sehr aufschlussreich. Warum wohl hat die “NZZ” geschwiegen oder verschleiert? Ist die CS die Hausbank der “NZZ”? Hat die “NZZ” Kredite von der CS? Sicher hat der Exponent des Zürcher Wirtschaftsfreisinns,​​​​​​ Kielholz, der ehemalige Verwaltungsratspräsid​​​​​​ent der CS und gemäss “Wikipedia” – “Walter Kielholz” ein Versager, seine Hände im Spiel.

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Comments to: Schrauben anziehen bei der CS – viel zu spät
  • April 12, 2017

    Es wäre in der Tat Zeit, endlich Ordnung zu schaffen; indes, mir fehlt der Glaube. Während viele KMUs um Rappen streiten und damit versuchen, das Überleben zu sicher, stopfen sich die Banker, die diesen KMUs jede Unterstützung verweigern, die Hosen voll! Leider ist es aber so, dass bisher gut gemeinte Vorstösse von Aktionären meist ins Leere gelaufen sind; dies, weil die Lobby der Banken immer wieder “Gegengewichte” zu den Anträgen ansetzen konnten. Ich hoffe auf ein gutes Gelingen von Seiten der Aktionären.

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  • April 16, 2017

    die Minder Initiative haben wir zwar angenommen, aber die absolut stärkste 1/12 Initiative der Juso ja leichtfertig verworfen. So muss eigentlich in der Schweiz jeder echte CEO & Manager auf alle Fälle jedes Jahr noch mehr aus dem “gemeinsamen Lohnkässeli” nehmen und so den tatkräftigen Volksentscheid gnädig annehmen – ohne weiter zu denken oder sich gar noch zu rechtfertigen.

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