1. Sicherheit & Kriminalität

Schwedens Oberbefehlshaber sieht Kriegsgefahr!

Schwedens Ober­be­fehls­ha­ber sieht Mög­lich­keit eines bal­di­gen Krieges 1)

Zu dieser neuen Nachricht sind schon mehrere Meinungsäusserungen auf GIARDINO veröffentlich worden. Dazu nehme ich hier Stellung.

Seit ca. 2-3 Jahren rede ich von der Möglichkeit eines Krieges oder einem flächendeckenden, mit Gewalt verbundenen Zusammenbruch in Europa, und dass unser Land – da selbst verschuldet, wehrlos – estmals seit 200 Jahren einbezogen werden wird. Wir werden dann die ganzen schrecklichen Leiden, unbeschreiblichen Gräuel und Bestialitäten und Zerstörungen über uns ergehen lassen müssen. Falls es die Schweiz nachher noch gibt, werden wir vielleicht die Lehren für die folgenden 200 Jahre aus dieser Erfahrung ziehen.

Der SPD-Politiker Egon Bahr, Architekt der deutschen Ostverträge, hielt ca. 1 Jahr vor seinem kürzlichen Tod einen Vortrag am Gymnasium Heidelberg. Er schockierte die jungen Menschen mit seiner Aussage: “Glauben Sie mir: Wir leben in einer Vorkriegszeit”. Er wies darauf hin, dass auch er als junger Mensch seinem Vater nicht geglaubt habe, der, als Hitler an der Macht war, gesagt habe, das bedeute Krieg. Egon Bahr gab den Schülern den Rat, auf ihn zu hören, nicht auf die Lehrer, die nicht sähen, dass Staaten nur gemäss ihren Interessen handelten.

Helmut Schmidt, ebenfalls SPD und ehemaliger Bundeskanzler, auch er warnte vor einen Krieg.

Selbst Claude Junker, bevor er sein jetziges Amt antrat, meinte (in einem Interview im SPIEGEL und am deutschen Fernsehen,) wir, d.h. die Europäer hätten gemeint, Krieg sei unmöglich. Aber ein Krieg sei wieder möglich. Er sagte: “Die Dämonen sind nicht tot, sie schlafen nur”.

Nun weisen die an den ewigen Frieden Gläubigen immer darauf hin, alle die obigen (auch der Verfasser) seien Ewiggestrige, die nicht verstanden hätten, wie sich die Welt verändert habe. Der für Sicherheitsfragen zuständige Sekretär einer grossen Schweizer Partei sagte im Gespräch sogar, die Menschen in Europa hätten sich so verändert, dass ein Krieg gar nicht mehr möglich sei. Er glaubt offensichtlich an Epigenetik in Lichtgeschwindigkeit.​​​

Es ist deshalb für die Meinungsbildung gut, dass der voll im Berufsleben stehende schwedische Oberbefehlshaber, Generalmajor Andres Brännström, der sicher über sehr viel mehr relevante Informationen als wir verfügt, jetzt auch diese Wahrscheinlichkeit erkennt. Es sind sich wohl alle einig, dass Schweden kein militaristisches Land ist.

Aus dem Schwedischen übersetzt soll er in der soeben im Hinblick auf die grossen Manöver 2016 herausgegebene und u.a. an alle Soldaten verteilte Broschüre gesagt haben:

“Durch das derzeitige globale Umfeld und die von Politikern getroffenen strategischen Entscheidungen kommen wir zu dem Schluss, dass wir in ein paar Jahren im Kriegszustand sein werden.”

Unsere Medien haben m.W. nicht über die in den letzte Jahren erfolgten, sehr deutlichen Warnungen Chinas und Russlands informiert. Beide drohten unabhängig voneinander damit, unter gewissen Umständen schlagartig ihr ganzes nukleares Arsenal gegen die USA einzusetzen (China hat die weltweit 2. grösste U-Boot Flotte, die zum Teil mit Atomraketen im Pazifik patrouilliert. ). Sie drohten auch mit militärischen nicht-nuklearen Aktionen in anderen Fällen.

Die nukleare Drohung gibt den beiden Mächten einen Spielraum bei gewissen beschränkten konventionellen militärische Aktionen. Putin hat ganz deutlich und öffentlich gesagt, dass sich Russland vorbehalte, gegen nicht weiter tolerierbares militärisches Näherrücken der USA/Nato und die Installation von Waffen in seiner Nachbarschaft, die sein Territorium innert kürzester Zeit erreichen können, ggf. militärisch vorzugehen. Eine solche Aktion halte ich in den nächsten Jahren für denkbar.

In den letzten 2 Jahren hat Russland immer ohne Vorwarnung, also aus dem Stand, grosse Verbände (bis zu 155’000 Mann pro Fall) alarmiert, manchmal über mehr als 1000 Km transportiert und am neuen Ort zum Einsatz gebracht. Immer innerhalb von 3 Tagen ab Alarmierung. Vor ca 10 Tagen hat es auch mitgeteilt, dass es wegen der wachsenden Bedrohung durch die Nato an seiner Westgrenze 5 zusätzliche Nuklearratenregimente​​​r stationieren und dort drei weitere Divisionen aufbauen werde.

China und Russland arbeiten wirtschaftlich und militärisch eng zusammen, sind aber keine Allianz eingegangen. Immer wieder finden gemeinsame Manöver statt. Jedermann erinnert sich wohl an das gemeinsame Scharfschiessen beider Flotten im Mittelmeer vom letzten Sommer. Sollte Russland in einen grösseren Konflikt mit den USA geraten, so wird China kaum absseits stehen, da es sich wohl bewusst ist, dass es nach einem ev. Sieg der USA, von diesen als nächstes Ziel dran käme.

Nach meiner Einschätzung dürfte die gegenwärtig im Gang befindliche Phase der russischen Aufrüstung in 1-2 Jahren abgeschlossen sein. Das schwere Material wird zum grossen Teil durch neues ersetzt. Verschiedene US und Nato Generäle und US Spezialisten und Politiker haben sich diesbezüglich schon sehr besorgt geäussert, u.a. weil gewisse neue Waffen (Kampfflugzeug, Panzer) den amerikanischen überlegen sein sollen.

Falls die Nachricht stimmte, musste ein US-Kriegsschiff im Schwarzen Meer in einen rumänischen Hafen flüchten, weil seine gesamte Elektronik, ohne dass einen Schuss fiel, durch ein russisches Flugzeug lahmgelegt worden sei. Um den russischen Stützpunkt Latakia in Syrien soll Russland eine für die Kommunikation der westlichen Armeen tote Zone von 300 km Durchmesser geschaffen haben. Und schliesslich, vor ca. ein einhalb Jahren, übten zwei US Trägerflotten im indischen Ozean. Der kommandierende US Admiral sagte dem mitfahrenden BBC Korrespondenten, der es in einem Bericht unter dem Titel “Warum übt die US Navy den Krieg mit China? veröffentlichte: “Es sei bekannt, dass gewisse Länder die Fähigkeit hätten, die satellitengestützte Kommunikation auszuschalten. Deshalb übe sein Verband den Kampf in einem der Kommunikation verwehrten Umfeld”.

Mit all dem stemple ich niemanden zum Agressor. Jedes Land vertritt nur seine Interessen.

Die Wahl von BR Guy Parmelin als Leiter unseres Verteidigungministeri​​ums und die Ernennung von Korpskommandant Dominick Andrey zu seinem Berater gibt mir wieder die Hoffnung, dass vielleicht dank den Romands, wie mit General Guisan im 2. WK, die Realität im VBS Einzug hält.

Gotthard Frick 02.02.2016

1) Quelle: Webpage der Gruppe GIARDINO. 02.02.2016

Comments to: Schwedens Oberbefehlshaber sieht Kriegsgefahr!

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