1. Sonstiges

Service public dient nicht der Börse sondern der Bevölkerung

Der Ser­vice pu­blic si­chert drei zen­trale Säu­len un­se­rer Ge­sell­schaft: den Wohl­stand für die breite Be­völ­ke­rung, die Ver­tei­lungs­ge­rech​­tig­keit und die Wahr­neh­mung der Bür­ger­rech­te. Im Kern geht es dar­um, mit öf­fent­li­chen Dienst­leis­tun­gen der Ge­sell­schaft und den Men­schen zu die­nen. Darum folgt der Ser­vice pu­blic zu Recht einer an­de­ren Logik als ein Un­ter­neh­men. Die Fra­ge, was der Ser­vice pu­blic zu um­fas­sen hat, ist de­mo­kra­tisch zu be­ant­wor­ten – und nicht von Wirt­schafts­leu­ten und Lob­by­is­ten.

Was für eine abstruse Idee! Das habe ich gedacht, als ich vernahm, dass das Kader des Kantons Fribourg dem Service public den Prozess macht. Wie können Führungspersonen einer öffentlichen Verwaltung nur auf den Gedanken kommen, den öffentlichen Dienst, den sie repräsentieren, auf die Anklagebank zu zerren?

Was zunächst irritiert, hat bei näherer Betrachtung sehr wohl seine Logik. Dem Service public wird schon seit 30 Jahren der Prozess gemacht. Initiiert haben ihn die britische Premierministerin Margaret Thatcher und der US-Präsidenten Ronald Reagan. Seither steht der öffentliche Sektor unter Dauerbeschuss. Permanent wird uns eingetrichtert, wie angeblich ineffizient, teuer und intransparent er arbeitet. Das zeigt Wirkung: Selbst jene, die für den Service public tätig sind, zweifeln inzwischen an dessen Sinn und Zweck.

Treibende Kraft der Kritik ist die Ideologie des Marktfundamentalismus​ – und die Wirtschaft. Der Grund dafür liegt in der wirtschaftlichen Entwicklung der letzten 70 Jahre. Als nach dem Zweiten Weltkrieg im Westen der Wiederaufbau organisiert werden musste, war nur eine Instanz dazu fähig: der Staat bzw. die öffentliche Hand, demokratisch und rechtsstaatlich dazu legitimiert. Daraus entwickelte sich die soziale Marktwirtschaft mit Sozialstaat und Sozialversicherungen,​ mit Staatsbetrieben und Service public. Das «Wirtschaftswunder», das nicht nur ein deutsches, sondern europäisches Phänomen war, brachte Wohlstand auf breiter Basis hervor und schuf eine neue, starke Mittelklasse. Kurzum: Prosperität für alle!

Darüber hinaus förderte die soziale Marktwirtschaft eine massive Akkumulation von Kapital. Immer mehr Menschen und Unternehmen wurden immer reicher. Gut so! Nach Jahren des Wachstums stellte sich jedoch die Frage: Wohin mit dem Kapital? Viele lukrative Geschäftsfelder blieben privaten Investoren wegen des Service public vorenthalten. Die Telekommunikation, die Verkehrsinfrastruktur​, die öffentlich-rechtliche​n Medien, das Gesundheits- und Bildungswesen, die Altersvorsorge und die Altenbetreuung, die Wasser- und Energieversorgung: In all diesen Bereichen lassen sich hohe und satte Gewinne erzielen, wenn man sie privatisiert. Darum der Angriff ab den 1980er-Jahren auf den Service public. Es ging und geht der Finanzbranche und den privaten Investoren bis heute darum, sich möglichst viel vom öffentlichen Kuchen abzuschneiden.

Invest​ition in den Service public sind gute Investitionen – und vor allem sichere. Denn hier geht es – wie es im Deutschen richtig heisst – um die Daseins-Vorsorge, um die Grundversorgung. Die Güter und Dienstleistungen des Service public benötigen wir zwingend. Sie sind existenziell. Wir haben keine Wahl. Wir können nicht ohne Wasser und Energie, ohne Gesundheitsvorsorge und Bildung oder ohne Infrastruktur leben. Wir sind davon abhängig. Verweigerung ist nicht möglich – und die Rendite damit garantiert.

Das macht klar, welche Bedeutung ein für alle zugänglicher Service public hat. Er sichert insbesondere drei zentrale Säulen unserer Gesellschaft: den Wohlstand für die breite Bevölkerung, die Verteilungsgerechtigk​eit und die Wahrnehmung der Bürgerrechte.

Zunächs​t zum Wohlstand: Der Service public bildet mehr denn je das Fundament für eine prosperierende Wirtschaft. Mit einem funktionierenden Bildungs- und Gesundheitswesen, mit einer modernen Energie-, Kommunikation- und Verkehrsinfrastruktur​, mit einer guten Kinderbetreuung und Altenpflege und seinen Sozialwerken schafft der öffentliche Sektor überhaupt erst die Voraussetzung dafür, dass Unternehmen zuziehen oder gegründet werden und Wettbewerbskraft erlangen. Der Service public ist die staatliche Vorleistung und oftmals die Voraussetzung für private Investitionen. Ohne Service public geht nichts. Gar nichts.

Sodann zur Verteilungsgerechtigk​eit: Sie wird gewährleistet, indem die öffentlichen Dienstleistungen uneingeschränkt einer breiten Mehrheit der Bevölkerung zu Gute kommen. Der Service public ist eine Art Einkaufsgenossenschaf​t. Es werden en gros wichtige Dienstleistungen und Güter – die Volksschulbildung, die Polizei, die öffentliche Grünanlage, die Spitex – eingekauft, um sie kostengünstig allen zur Verfügung zu stellen. Das stiftet Wohlstand, indem die Kaufkraft erhöht, der Konsum angekurbelt und die Mittelklasse gestärkt wird.

Und schliesslich zu den Bürgerrechten: Die Verfassung räumt uns die Freiheit ein, unser Leben nach unseren Vorstellungen leben zu dürfen. Doch damit alleine ist es noch nicht getan. Denn wer keinen Zugang hat zu Bildung, Gesundheitsvorsorge, Energie und Mobilität, dem nützen die Freiheitsrechte wenig. Wirklich frei ist ein Mensch erst, wenn er mit Gütern und Fähigkeiten ausgestattet ist, die es ihm erlauben, eine Wahl zu treffen, nach eigenem Willen zu handeln und Chancen zu ergreifen. Genau diese Aufgabe erfüllt der Service public: Er haucht den Freiheitsrechten Leben ein und verleiht ihnen Durchsetzungs- und Geltungskraft.

Kurzum​, wenn wir vom Service public reden, reden wir von der Realisierung von Gemeinwohl. Im Kern geht es darum, mit öffentlichen Dienstleistungen der Gesellschaft und den Menschen zu dienen. Darum folgt der Service public zu Recht oftmals einer anderen Logik als ein Unternehmen.

Für Unternehmen mag es nicht effizient sein, Leistungen ohne Gewinn zu erbringen. Für den Service public indes schon. Denn er dient nicht der Börse, sondern dem Wohlergehen der Bevölkerung. Der Service public betreibt eine defizitäre Buslinie, um eine Randregion nicht aussterben zu lassen. Er subventioniert einen Kurs für Migrantenkinder, um die Gesellschaft vor sozialen Problemen in 20 Jahren zu bewahren. Er führt eine SRG, damit eine verlässliche Informationsvermittlu​ng als Grundlage für eine funktionierende Demokratie gewährleistet bleibt. Die Rendite ist gleich Null, doch der Wert für die Gesellschaft unschätzbar hoch.

Gleiches gilt für die angebliche Intransparenz: Ein Klischee! Kaum ein Bereich ist transparenter als der Service public. Denn er untersteht der demokratischen Kontrolle. Ein Beispiel dazu: Heute diskutieren wir darüber, welche Firmen unsere digitalen Daten verwerten dürfen. Für mich ist klar: Mir ist lieber, dass Swisscom oder SRG dies tun – und nicht Google oder Tamedia. Denn Swisscom und SRG sind Bundesrat, Parlament und Volk Rechenschaft schuldig – Tamedia und Google hingegen nicht. Sie sind eine Black Box, finanziert mit privatem Kapital und kaum mehr zu belangen.

Und selbst das Argument, die Wirtschaft erbringe die gleiche Leistung günstiger als der Service public, ist nicht über jeden Zweifel erhaben. Liberalisierung bedeutet oft tiefere Löhne, schlechtere Arbeitsbedingungen, weniger Investitionen und der Verzicht auf Rundum-Leistung. Die Preise sinken zwar, aber meist nur geringfügig. Denn die Kostensenkung dient dazu, den Gewinn zu finanzieren. Die Rechnung bzw. die Gewinnoptimierung dafür zahlen wir alle – mit höheren Abgaben oder schlechteren Dienstleistungen.

Dar​um ist es wichtig, den Service public als ein Gut zu begreifen, das uns allen gehört und uns allen dient. Diese Einsicht ist nötiger denn je, zumal bereits die nächste Abbaurunde droht: Mit dem Freihandelsabkommen TiSA, dem Trade in Services Agreement, soll der Service public eingefroren werden. Dem Staat soll es nicht mehr erlaubt sein, den Service public um- und auszubauen und der gesellschaftlichen, technischen und kulturellen Entwicklung anzupassen. Tut er es trotzdem, drohen ihm Schadensersatzklagen.​ Damit würde man den Service public definitiv dem Würgegriff der Konzerne ausliefern.

Dies zu verhindern, erachte ich als Bürgerpflicht. Die Frage, was der Service public zu umfassen hat, ist demokratisch zu beantworten – und nicht von Wirtschaftsleuten und Lobbyisten. Wir müssen auch künftig das Recht haben, im öffentlichen Beschaffungswesen ökologische und soziale Auflagen zu machen, ohne ein Gerichtsverfahren zu riskieren. Wir müssen auch künftig die Möglichkeit haben, bei der Auslagerung der Datenspeicherung zu verlangen, dass der Server aus Sicherheitsgründen physisch in der Schweiz steht und von einer Schweizer Firma betrieben wird, ohne dass ausländische Anbieter juristisch intervenieren können. Und es muss uns auch künftig erlaubt sein, die Volksschule zu subventionieren – und die Privatschule nicht.

All diese Ausführungen – so hoffe ich – haben eines klar gemacht: Sie, geschätzte Damen und Herren, haben staats- und demokratiepolitisch betrachtet den falschen Kandidaten angeklagt und die falschen gesetzlichen Grundlagen angewandt. Erstens ist der Service public nicht Täter, sondern Opfer. Und zweitens hätten Sie, geschätztes Kader des Kantons Freiburg, das «Gesetzesbuch des Gemeinwohls» hervorholen sollen und nicht das Aktionärshandbuch.

Referat anlässlich einer Kaderkonferenz des Kantons Freiburg: «Service public auf der Anklagebank»

Personen haben auf diesen Beitrag kommentiert.
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Comments to: Service public dient nicht der Börse sondern der Bevölkerung
  • November 25, 2015

    Service public grundsätzlich durch den Staat anbieten!

    Den Service public brauchen wir, um allen Menschen Kollektivgüter, die Grundbedürfnisse abdecken, zu angemessenen Preisen anbieten zu können. Diese Preise beinhalten immer auch ein Element der erwünschten Verteilungspolitik. Dank New Public Management ist der Staat unterdessen auch in der Lage, öffentliche Leistungen effektiv und effizient zu erbringen; dazu brauchen wir keine Parallelanbieter mit teuren Mehrfach-Infrastruktu​ren wie bei der Post, den Mobilfunkbetreibern und den Krankenkassen.

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  • November 28, 2015

    Den Service Public brauchen wir, um allen Menschen Kollektivgüter, die Grundbedürfnisse abdecken, zu angemessenen Preisen anbieten zu können.

    Würde es heissen, ja.
    Dank New Management geht man aber hin, reduziert (mangels Gewinn) genau in den Gebieten diesen Service Public, für den er zwingend Notwendig ist.

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  • Dezember 1, 2015

    Da heutzutage die Werbung über allem steht,brauchen wir diesen Sercice public kaum mehr in dieser Form!Der Service public wird heute dazu missbraucht,mit Billag-Gebühren das ganze Land mit Werbung berieseln zu können.Das sind ja nichts anderes,als Medien-Steuern mit denen wir der Industrie dazu verhelfen,ihre Produkte über das ganze Land zu bewerben.Für mich nichts anderes,als versteckte Subventionen unter dem Deckmäntelchen eines sog.Service public.
    Filme,Sportv​eranstaltungen usf.werden nuur noch übertragen,wenn ein Gross-Sponsor die Kosten einer Gross-Veranstaltung mehrheitlich übernimmt.Ist das nicht der Fall,lässt das SRF eine Uebertragung ziemlch rasch fallen.Unter dem wahren Service public verstehe ich,dass man,wie es einst der Fall war die Sendungen mit der Billag-Gebühren finanzieren soll,und das Sende-Gefäss auch dementsprechend ausrichtet.Wenn`s halt nicht reicht,soll man halt den Betrieb über Nacht einstellen,wie es dereinst auch der Fall war, und morgens 6 Uhr wieder mit dem Senden beginnen.Wenn es jedoch nur noch darum geht,mit Krimis,Sport,Revue`s,​Werbebotschaften möglichst flächendecken an die Leute zu bringen,muss man diese Subventionen alias Billag-Gebühren subito streichen.Es nicht nachzuvollziehbar,das​ der kleine Mann dieses Milliarden-Geschäft Werbung noch mit Gebühren “segnet”!Der Herr Tschäppät schreibt viel,jedoch gesagt ist damit rein gar nichts!!!!…….,vor​ allem die reale Medienwelt blendet er ziemlich aus!..und das ist schade..!

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    • Juli 19, 2021

      Ich weiss nicht warum ich Ihren Beitrag weit besser verstehen und bejahen kann, wie den langen Blog unseres Stadtpräsidenten. Es wird an meinen wenigen Schuljahren liegen. Hatte eben das Pech, weil wir in meiner Kinder und Jugendzeit mausarm, jedoch trotzdem zufrieden waren. Ich hätte so gerne Jura studiert. Geldgeschenke durch krummerücken- und händeschmutzigmachend​e Steuerzahler gab es für Studierende fürs Studium, für die später ihre zu melkenden Finanzierer damals nicht. Pech gehabt, darum bitte ich meine Rechenkünste zu entschuldigen.

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    • Juli 19, 2021

      Ja,ich habe mich ja auch nur auf die Problematik des Medien-Gefässes SRG “eingeschossen”!.um nicht gleich alle sonstigen öffentlichen Dienstleistungen in einen Topf von “Service public” zu schmeissen.Schulen,Wa​sserversorgung,öffent​liche Dienstleistungen im weiteren Sinn von Verwaltungen betr.Gemeinde,Kanton und Bund stehen ja eigentlich in der CH momentan nicht in der Diskussion!Auch wenn uns das der Herr Tschäppat weismachen will mit viel Trara…!

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    • Juli 19, 2021

      Die Werbung sollte, im Schweizer Fernsehen, wie im ZDF und ARD nach 20 Uhr verboten werden. Wer bezahlt eigentlich die blöde Werbung für Schweizer Fleisch, Schweizer Zucker etc.?

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  • Dezember 7, 2015

    Zumindest wäre es gut, wenn sog. “Sozialwohnungen” zu sehr günstigen Mietzinsen den Minderbemittelten zugute kämen, und nicht städtischen Beamten mit 6-stelliger Lohnsumme, welche noch zusätzliche Privilegien geniessen, nicht wahr, Herr Tschäppät.

    Das ist ja auch eine Art Service public.

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    • Juli 19, 2021

      Franz Krähenbühl

      Das wird unseren Stadtpräsidenten nicht beunruhigen. Der hat’s unterstützt durch die vielen SP freundlichen Beamten in der Stadt Bern seit Jahren fest im Griff. Eben Sauhäfeli und Söidecheli Politik vom feinsten. Privilegien sind in erster Linie nicht für Minderbemittelte, es sei denn sie seien Reitschulbetreiber und Hüttendörfler.

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    • Juli 19, 2021

      Herr Krähenbühl, Sie interpretieren die ROLLE des Service Public nur falsch, Miet-Senkungen haben nur integrierte Diener des Systems zu erwarten, wenn überhaupt, aber doch nicht Solche, die einfach zu dumm waren, sich nicht für diese todsichere Art des späteren Ueberlebens zu entscheiden, und sich irgendwo im ÖD niedezulassen, früh genug.

      Der Themenverfasser hat ja schon recht, er war immer schon ein netter Redner, und er ist ja auch sichtbares Zeichen für den Erfolg, der Intelligentere im roten Bereich erringen können. Aber ich mache ihm auch keinen Vorwurf, er ist ja auch nur ein Mensch, mit allen den kleinen Mängeln, Wünschen, Vorstellungen, Absichten und Zielen. Und da er sein Ziel zumindest erreichte, als sehr wohlhabender Mann den Lebensabend geniessen zu dürfen, ohne dabei Tote, Verletzte, oder sonstwie Geschädigte zu hinterlassen, fühlt er sich auch auf dem richtigen Weg. Würde ich wohl auch…

      Und, wer weiss, vielleicht war er ja nicht mal Befürworter des CH-Sozialistischen Manifests, aber da ausser dem, der es damals schrieb, ja sowieso nie Einer je daran glaubte, den Kapitalismus tatsächlich überwinden zu können, er aber nutzte doch zumindest die Chancen, die sich ihm boten, um sich wenigstens, in typisch Schweizerischer Art, abzusichern, sollte es den Anderen dann trotzdem nicht gelingen.

      Wie seine Feundin wohl, die Frau Nelly, wie hiess sie noch, ja auch Eine aus der gleichen Region, und die hat sogar noch mehr Kohle als er, nehme ich zumindest an. Er aber zahlt womöglich gar noch Steuern, im Gegensatz zu ihr.

      Die Partei aber ist trotzdem die Gleiche. Die, die eigentlich genau das, als Grundübel alles Bösen, mit höchster Priorität zu bekämpfen, zuoberst auf ihre Fahnen schreibt.

      Wer würde sich da noch zu wundern, bei so einem Theater, mit Schminke, falschem Bart, und nettem Sein. But the Show must go on, der Pöbel will unterhalten sein. Sport und Spiel, und nationale Mehrsprachen- Indoktrinierung, und wieder mit dem Service Public ganz zuvorderst mit dabei. Mit dem ‘un-freien’ Markt der Privaten Invalidenrenten-Empfä​nger hinterher, als willige Relais-Stationen, um den Pöbel ÖD-konform auf der netten und guten Linie zu halten.

      Es läuft alles immer wieder zusammen, und es passt auch immer wieder gut, das ganze Konglomerat. Die eine Hand wäscht die Andere, und wer oben vorn steht, steht halt besser. Kapitalismus hin oder her.

      Aber sagen Sie sowas mal zu Followern, Sie machen sie bestenfalls böse damit, Traum-Zerstörer waren immer schon unbeliebte Leute, wenn Träume doch alles sind, was man hat.

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    • Juli 19, 2021

      “(…) Und, wer weiss, vielleicht war er ja nicht mal Befürworter des CH-Sozialistischen Manifests, aber da ausser dem, der es damals schrieb, ja sowieso nie Einer je daran glaubte, den Kapitalismus tatsächlich überwinden zu können, er aber nutzte doch zumindest die Chancen, die sich ihm boten, um sich wenigstens, in typisch Schweizerischer Art, abzusichern, sollte es den Anderen dann trotzdem nicht gelingen. (…)”

      In diesem konfusen Satz aus Ihrem ebenso konfusen Beitrag erfinden Sie ein “CH-Sozialistisches Manifest”. Was ist das, bitte? Sie meinen damit nicht etwa das Parteiprogramm der Sozialdemokratischen Partei der Schweiz? Falls ja: Was hat es mit dem Service public zu tun, dem Thema dieses Blogs?

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    • Juli 19, 2021

      Herr Oberli,
      die Ueberwindung des Kapitalismus seht doch im roten Buch, der nationalen Sozialisten dieses Landes, es ist nicht auf meinem Mist gewachsen. Und wie in der realen Welt üblich, konzentriert sich eine anständige Partei doch zumindest darauf, ihrem Masterplan Folge zu leisten. Oder steht das vielleicht nur zum Spass, und man meint es ja eigentlich gar nicht so !?

      Es wäre denn, ich hätte es nur falsch verstanden. Oder zumindest falsch interpretiert. Aber die Entwicklung in diesem Land, während den vergangenen Jahrzehnten, hat zumindest mir doch immer wieder belegt, dass man sich, von roter Seite, und mit Unterstützung der grünen Blätter davon, mit absoluter Konsequenz, und auch Konstanz, und er Hilfe steuerlich/staatlich bezahlter Medien, darauf hin zumindest doch zuzubewegen versucht.

      Der Vater Staat, und seine vielen Dienste, und alle doch nur da, um die sozialen Wünsche, Anliegen, und Forderungen zu erfüllen, in allerbester Art. Und nichts ist zu teuer, oder zu aufwendig, geht es darum, auch bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu betonen, im Gegensatz zu den Rechten im Land, doch Alles zu tun, damit die Alten, und Armen, und Benachteiligten, und Dummen, von all den Leistungen doch auch nur profitieren könnten, die ein voll ausgebautrer Sozialstaat, vom Wiege bis zur Bahre, ihnen gern anbieten würde. Würden nicht immer noch ein paar Nazi’s immer nur versuchen, sich den Lieben und Netten in diesem Land in den Weg zu stellen. Und auch der Service Public ist ausserordentlich politisch aktiv, um sich dem Volk zu erklären, in seiner Güte, und Tradition, mit den gelben Postautos, die zwar von Chur nach Lanquart wahrscheinlich mehr kosten, als ein Ticket von Stuttgard nach Zuerich, mit einem privaten unsubventionierten DE-Reisebus, der erst noch Abgaben auf Treibstoff bezahlt.

      Und der neuste Anlauf belegt es doch ganz klar, man möchte jetzt doch sogar noch Kohle vom Staat, ohne überhaupt noch etwas dafür leisten zu müssen. Und natürlich so auch keine Krankenkassen-Prämien​ mehr, und sonstiges, und Steuern sowieso auch nicht, denn, um mit knappen zweieinhalb Riesen netto, pro Person, überleben zu können, wäre es ja auch gar nicht möglich, auch noch mehr als halben Tausender pro Monat für Anderes auszugeben.

      Was das alles aber mit dem Service Public zu tun hat, fragen Sie mich !? Oder mit dem Leitspruch im roten Büchlein ? Der Service Public, in seiner letztlich geplanten Form, wäre, käme so etwas Hirnrissiges wie die Freigeld-Initiative, die wohl einzige Möglichkeit, das Ganze zu organisieren, zu regeln, zu kontrollieren, und natürlich auch zu überwachen. In geplant bürokratisch/sozialis​tischer Art, mit all den Gutmenschen, Gleichartigen wohl, die andernorts schon über Jahrzehnte hauptsächlich, unter dem Deckmantel des vereinigten Gutmenschentums, doch nur für sich selber schauten. Deshalb gab es ja auch bereits Reiche, und Arme, Wichtige und Unwichtige, auch im damaligen sozialen Arbeiter- und Bauern- Paradies, merken tat man es allerdings erst nachher, als der rostige Vorhang fiel.

      Oder fragen Sie ganz einfach einmal Jemanden,der etwas Soziales wollte, weil er/sie es wirklich brauchte, von seiner Gemeinde, oder seinem Staat. Denn dort sitzen bereits die Ersten, Sozialen, die dann GOTT spielen, je nach dem, wie sie grad einen drauf haben. Aber auch das ist Service Public. Und hätten wir nicht heute schon Private, so hätte sogar die liebe und gute Post bereits von Freitag Abend, 15 Uhr ab, bis Montag Morgen geschlossen, nur als ein einziges, simples Beispiel.

      Es hängt alles zusammen. Auch der gemeinsame, konzentrierte Auftritt, der öffentlich-rechtliche​n Gutmenschenschaft, und des immer so hoch gelobten Service Public, im Interesse der benachteiligten Randgebiete, und Randgruppen, die sonst nicht in Friede, Freude und Eirerkuchen-Feeling überleben könnten, würden nicht ihre Freunde aus der Ausser- und Unterschweiz dafür sorgen, dass sie nicht von den bösen Rechten noch ganz vergessen werden.

      Aber natürlich ist ja Alles ganz Anders, und hat überhaupt nichts miteinander zu tun. Vielleicht auch wirklich nicht, im Kopf sehr einfach denkender Menschen. Bin ich aber nicht, ich hatte ja auch genug Zeit bereits, sehr Vieles davon mit zu erleben. Und mich, als eigentlich sehr sozial denkender und handelnder Mensch, immer wieder neu darüber zu grämen, wie doch der Begriff SOZIAL, über viele Jahrzehnte schon, in einer Art nur noch missbraucht wurde, von all den Neidern, und Profiteuren, in diesem Land, um sich selber damit zu schminken, ihren wahren Charakter dahinter zu verbergen, in der einzigen und alleinigen Absicht, auf diese Art und Weise ihrem Ziel, dem internationalen sozialialistischen REGIMENT, auf der Welt, so zumindet lokal etwas näherzukommen.

      Ste​ht so wenigstens in den Büchern, von Marx, Lenin, und/oder wer immer darüber cor langer Zeit schon Bücher schrieb. Proletarier dieser Welt, vereinigt Euch, gegen das Kapital, und die Macht Derer, die es besitzen, und damit die Armen dazu zwingen, halt auch ein iPhone zu kaufen, um wenigstens so zu glauben, auch dazu zu gehören.

      Sehen Sie doch einfach, was bereits um uns rum so Alles abgeht. Mit den Netten, und Lieben, und ihren Visionen, vom vereinigten internationalen sozialen Gutmenschen-Paradies,​ der Ueberwindung des Kapitalismus, und der sich fortsetzenden Uebernahme des letztlich gesammten Systems durch den Service Public.

      So etwas wäre wohl der Traum Vieler. Auch Derer, die heute immer noch behaupten, das Eine hätte mit dem Anderen ja gar nicht zu tun, es sei wahrscheinlich nur reiner Zufall, dass Beides von Links komme. Aber so dumm sind nicht einmal Rechte, um es zu glauben.

      Dabei bin ich nicht einem Einer.
      Ich erkenne es daher nur aus Distanz. Und wie es in der gelebten Realität funktioniert, hatte ich auch genug Musse, es, in seiner vollen Gänze, miterleben zu dürfen, einer der Vorteile, halt schon etwas älter zu sein, und in einer solchen Zeit gelebt zu haben.

      Und ich gehöre zu Denen, die schriftlich verfasste Texte noch ernst nehmen. Auch den Leitspruch der Roten, und die wahren Preise, die uns der Service Public wirklich kostet, im Verhältnis, dazu, was er wirklich bringt, im Vergleich zu echten Privaten zumindest.

      Nur, echte Private gibt es ja bald schon sowieso Keine mehr, der Staat allein sorgt ja bereits mit allen Mitteln dafür, möglichst auch Die noch von ihm abhängig zu machen.
      Aber das wäre wirklich eine andere Geschichte, auch wenn das Endziel dabei das Gleiche ist…

      meine ich wenigstens.
      immer unzensiert.

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  • Mai 31, 2016

    Der Bundesrat definiert den Begriff “Service public” wie folgt:

    «Service public umfasst eine politisch definierte Grundversorgung mit Infrastrukturgütern und Infrastrukturdienstle​istungen, welche für alle Bevölkerungsschichten​ und Regionen des Landes nach gleichen Grundsätzen in guter Qualität und zu angemessenen Preisen zur Verfügung stehen sollen.»

    (Bericht des Bundesrates «Grundversorgung in der Infrastruktur (Service public)»)

    Ich würde den Akzent speziell auf Dienstleistungen des Staates setzen, welche die einzelnen Bewohner/innen der Schweiz nach Bedarf abholen können, also weniger auf Angebote, die kollektiv genutzt werden.

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