Was ist passiert?

Am 24. Juni wollten hunderte Afrikaner einen Grenzzaun zwischen Marokko und der spanischen Exklave Melilla stürmen und so illegal in die EU gelangen. 23 Migranten sind bei diesem Versuch gestorben. Daraufhin kommt es in einigen spanischen Städten zu «Black Lives Matter»-Protesten.

 

Wie berichtet die Tagesschau darüber?

Die kurze Antwort: sehr einseitig.

Etwas ausführlicher: In einem 2 Minuten Beitrag dürfen 3 Aktivisten die spanische Flüchtlingspolitik kritisieren und die Regierung beschuldigen. Auch der Vorwurf der angeblich unterlassenen Hilfe der Grenzschutzbeamten wird von der Tagesschau geäussert.

Qualitativ guter Journalismus zeichnet sich dadurch aus, dass auch die Gegenseite zu Wort kommt. Bei der SRF-Tagesschau geschieht das nicht. Die Beschuldigten erhalten nicht eine Sekunde Sendezeit. (Bericht vom 2. Juli 2022: Stefanie Schunke, Mitarbeit: Géraldine Schnydrig.)

 

Was die Tagesschau (bewusst) nicht sagt

Spanien wird vom sozialistischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez regiert, die linksalternative Unidas Podemos ist ebenfalls Teil der Regierung. Die kritisierte Flüchtlingspolitik kommt also von links. Und weil das so ist, wird die politische Ausrichtung der Verantwortlichen nicht genannt.

Ganz im Gegensatz beispielsweise zu Ungarn. Die Tagesschau kann dann gar nicht oft genug betonen, wie «unmenschlich» und «umstritten» die «populistische» Flüchtlingspolitik der «rechts-konservativen» Regierung von Viktor Orban ist. Das ist bewusstes Framing der SRF-Journalisten.

Zudem wird weder das illegale Verhalten noch die Motivation der Wirtschaftsflüchtlinge kritisch hinterfragt. Oder das Geschäft der Schlepperbanden und deren Netzwerke. Das passt nicht in die politisch-journalistische Agenda der Nachrichtenmacher.

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Comments to: SRF-Tagesschau: Flüchtlingspolitik – einseitig und geframed
  • Juli 2, 2022

    Der Partido Socialista Obrero Español (PSOE) versteht sich als sozialdemokratische Partei. Die mitregierende Unidas Podemos (UP) ist eher kommunistisch. 2019 erreichte die PSOE im Parlament 29% der Sitze, die UP 13%. Die Regierung vertritt also in Spanien nur eine Minderheit und wird es deshalb kaum wagen, die Einwanderung aus Afrika humaner zu gestalten.

    Die PSOE appellierte im Jahr 2000 umsonst an \”ihre\” Regierung, die Einwanderung von Erntearbeitern zu erleichtern und auch von einer breiten Rückführung bereits eingereister Arbeiter abzusehen, weil die Landwirtschaft die billigen \”illegalen\” Arbeitskräfte brauche (!). U. a. auch aus diesem Grund hat es die Regierung bisher nicht riskiert, radikale Massnahmen gegen die illegale Einwanderung zu ergreifen, wie es die politische Mehrheit verlangt.

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  • Juli 5, 2022

    Dass das mit Zwangsgebühren finanzierte SF-1 TV einseitig links-grün-kommunistisch-faschistisch kommentiert, ist doch allseits inzwischen bekannt. Dies ist ein eklatanter MISSBRAUCH des Verfassungsrechtes auf objektive Medienvielfalt, eigentlich ein klar
    strafbares Verhalten.
    Gut ist ein Volksbegehren mit Reduzierung auf Fr. 200.00 jährlich der SF-1 Zwangsgebühren.
    Aber ob dies an der extremen Einseitigkeit dieses TV-Staatssenders in Zukunft etwas ändert,
    darf bezweifelt werden, dies bis zum Beweis des Gegenteils.

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    • Juli 9, 2022

      \”Spanien wird vom sozialistischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez regiert, die linksalternative Unidas Podemos ist ebenfalls Teil der Regierung. Die kritisierte Flüchtlingspolitik kommt also von links. Und weil das so ist, wird die politische Ausrichtung der Verantwortlichen nicht genannt.\” – Mein Beitrag zu den Mehrheitsverhältnissen in Spanien, sagte aus, dass die \”linke\” Minderheitsregierung Spaniens von der politischen Mehrheit daran gehindert wird, die Einwanderung zu erleichtern. Die kritisierte Flüchtlingspolitik kommt also von rechts.

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