1. Bildung & Forschung

Studieren in der Schweiz – Die Masterarbeit

Verlockend klingt die Idee, bei der eigenen Masterarbeit, die Dienste eines Ghostwriters in Anspruch zu nehmen. Dabei ist diese Vorgehensweise gar nicht einmal so selten bei Studierenden in der Praxis anzutreffen. Begründet liegt dies darin, dass gerade in der Schweiz die Masterarbeiten verfasst werden, wenn die Ausübung des Berufs zumeist bereits erfolgt. Im Folgenden wird sich mit der Frage auseinandergesetzt, wie die Inanspruchnahme eines Ghostwriters einzuordnen ist.

Zeit als relevanter Faktor

Nebenberuflic​h eine Abschlussarbeit in Form einer Masterarbeit zu verfassen ist eine nicht gerade unbeachtliche Herausforderung. Hier steht insbesondere der Faktor Zeit im Fokus. Durch den Beruf verfügen die meisten, zukünftigen Absolventen über ausreichende finanzielle Möglichkeiten, die Masterarbeit von einem sogenannten Ghostwriter verfassen zu lassen.

Die Masterarbeit als Befähigungsnachweis

Eine Masterarbeit dient grundsätzlich als Nachweis, ob der Studierende zum Abschluss befähigt ist. Hierbei gilt es, das über mehrere Semester erlangte Wissen in die Praxis umzusetzen. Die anwendungsorientierte​ Arbeitsweise wird hierbei genau unter die Lupe genommen. Die bereits im Beruf erlangten Kenntnisse können dabei in die Masterarbeit mit einfließen. Der jeweiligen Abschlussarbeit eine ganz persönliche Note geben bzw. sich mit ihr identifizieren zu können – darum geht es.

Ghostwriter – von Unis gehasst, von einigen Absolventen geliebt

Regen Zulauf erhalten Ghostwriter, die in entsprechenden Agenturen arbeiten – Tendenz steigend. Gegen das nötige Kleingeld von bis zu 12.000 Franken kann sich hier jeder zukünftige Absolvent eine Masterarbeit anfertigen lassen. Ob dieses Angebot reinen Gewissens vertretbar ist oder nicht, wird differenziert betrachtet.

Die Ghostwriter als Anbieter dieser Dienstleistung

Im Prinzip ist es wie bei einem Autoverkäufer. Dieser haftet in der Regel nicht für den vom Fahrer verursachten Unfall. Ähnlich gelagert, sieht es wohl auch bei der Beauftragung eines Ghostwriters aus. Die Fremdverfassung einer Masterarbeit wird dadurch erst fragwürdig, dass der zukünftige Absolvent die selbige für seine eigene ausgibt. Dies geschieht durch Gegenzeichnung der Abschlussarbeit, bei der die selbständige Verfassung der Masterarbeit bestätigt wird.

Ohnehin handelt es sich zumeist um gut situierte Studenten, die entweder selbst über ein beachtliches Einkommen verfügen oder aus gutem Hause kommen. Dass dabei der überwiegende Anteil der Klientel aus dem Bereich der Wirtschafts- sowie Geisteswissenschaften​ stammt, verwundert da wenig. Dabei handelt es sich zumeist nicht um den, wie man meinen könnte, faulen Studierenden. Im Gegenteil: Zumeist lassen sehr strebsame Studierende ihre Masterarbeit durch einen Ghostwriter verfassen. Der Zeitmangel, den sich dieses Klientel ausgesetzt fühlt, ist hierbei primär als Problem anzuführen.

Die universitären Einrichtungen als Gegner der Ghostwriter

Hier liegt das Problem im Erkennen entsprechender sowie einschlägiger Masterarbeiten, die nicht eigens verfasst wurden. Die weitverbreitete Anonymität an den Bildungseinrichtungen​, insbesondere den Universitäten, macht es den zukünftigen Absolventen leicht. Das Risiko entdeckt zu werden, strebt nahezu gegen Null. Der Lehrkörpermangel für die Vielzahl an zu betreuenden Studenten ermöglicht diese Situation. Sofern der Student nicht durch einen völlig neuartigen Stil bei der Bearbeitung seines Themas auffällt, hat dieser mit keinen Folgen, hinsichtlich seines Handelns zu rechnen.

Fazit zum umstrittenen Thema „Ghostwriting“

Dumm bleibt der, der klug genug ist, einen Ghostwriter zu beauftragen und diesen auch noch bezahlen kann. Doch hinterfragungswürdig bleibt, welchen Wert eine Masterarbeit bei zunehmender Inanspruchnahme von Ghostwritern zukünftig überhaupt noch haben wird und ob die studentischen Rahmenbedingungen verbessert werden müssen, um einem solchen Vorgehen Einhalt zu gebieten. Denn die Aufdeckung solcher Fälle in Praxis gestaltet sich sehr schwierig.

Personen haben auf diesen Beitrag kommentiert.
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Comments to: Studieren in der Schweiz – Die Masterarbeit
  • September 27, 2017

    Äxgüsi, ich verstehe die Frage nicht. Welcher Bildungsstand ist auf gleichem Niveau? Und wie wird das überhaupt erhoben?.

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