1. Aussenpolitik

Ukraine – was läuft dort eigentlich?

Die ‘­neu­tra­le’ Schweiz steht wie­der ein­mal an vor­ders­ter Front (hier oder hier), wenn es jetzt um sog. ‚Vermittlertätigkeite​n‘ geht, was die Ukraine an­be­langt. Schein­bar weiss die Schweiz mehr, als alle an­de­ren Be­ob­ach­ter und wir wis­sen schein­bar auch, wie genau die Lösung aus­zu­se­hen hat. Dabei übernimmt die Schweiz in wei­ten Tei­len die Sprach­re­ge­lung von Me­dien und Nach­rich­ten­agen­tu​­ren. Aber lang­sam be­komme ich ernst­haft Stirnrunzeln. 

Was unsere sog. ‚Qualitätsmedien‘ in einheitlicher Sprachregelung darstellen, muss wohl die offizielle Wahrheit sein. Das Andere sind natürlich sog. ‚Verschwörungstheorie​n‘ – z.B. diese hier. Und obschon es viele solcher Stimmen gibt, werden diese von unseren sog. ‘Qualitätsjournalist​Innen’ – nennen wir sie einmal Wahrheitstheoretiker – resp. investigativen Qualitätsjournalisten​ weder thematisiert und schon gar nicht untersucht, geschweige denn hinterfragt; Die neue ukrainische Regierung sind die Guten, Putin der Böse. Die liebe Hillary Clinton geht sogar soweit, Putin mit Hitler zu vergleichen – das finde ich dann schon eher etwas deftig. Vermuten wir einfach mal “…das Imperium schlägt zurück”.  

Aber jetzt der Hammer – die TAMEDIA titelt: „Telefonat von Ashton mit estnischem Minister sorgt für Aufsehen“. Hier das erwähnte Telefongespräch zum Nachhören. „Es wird inzwischen immer mehr angenommen, dass hinter den Heckenschützen nicht Janukowitsch steckte.“, heisst es da und man erfährt, dass die neue, ukrainische Regierungskoalition, mit Top-Banker Arsenij Jazenjuk an der Spitze, Folgendes auslöst: „Es ist wirklich verstörend, dass die neue Koalition nicht untersuchen will, was wirklich geschah.“

Wieso auch? Sie sind ja jetzt an der Macht und erhalten unreflektiert sämtliche Unterstützung aus dem Westen und sogar der NATO. Und die NATO ist ja für ihre humanitären Bomben und dafür bekannt ist, dass Putin sie nicht in seinem Vorgarten haben möchte. Und von den unbedarften Medienkonsumenten merkelt ja sowieso keiner was. Möglich wäre ja auch, dass der russische Geheimdienst das Telefongespräch online gestellt hat – das wäre allerdings ein cleverer Schachzug, ggf. sogar im Dienste der echten Wahrheit. Wie dem aber auch immer sei – das Gespräch existiert und man sollte der Sache ernsthaft auf den Grund gehen. Im Grunde sollte man alle politischen Gespräch so offen legen – quasi als Zeichen echter Transparenz.  

Liebe​ Schweiz – bitte mach doch erst Deine Hausaufgaben, bevor Du die Propaganda weiterschleuderst, die Dir aus dem Ausland überreicht wird. Und lieber Herr Guldimann – recherchieren Sie mehr im Internet und werfen Sie Ihre Tageszeitung in den Müll; Wissen ist Macht. Und: Liebe Journalisten, macht doch bitte einen sauberen Job und geht sämtlichen Hinweisen ernsthaft investigativ nach. Agenturmeldungen abtippen und Agenturfotos veröffentlichen kann jeder Depp – deswegen sind das noch lange keine Nachrichten. 

 

Personen haben auf diesen Beitrag kommentiert.
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Comments to: Ukraine – was läuft dort eigentlich?
  • März 6, 2014

    Und was läuft im Brokratenkomplotthauf​en EU in Brüssel ab, was in der Schweiz. Chas pur mit Verlaub.

    Die Schweiz täte gut daran die Insel der Neutralität zu signalisieren, was sie immer war, statt Oel in Feuer zu schütten. Was meiner Meinung nach heisst: BR Burkhalter bietet gem. derzeitigen OSZE-Vorisitz neutrale Vermittlerzusage an und zieht sich zurück.

    EU-Bürokra​ten/Innen wie USA-Profilirungsneuro​tiker schütten derzeit eher Oel in ein lohderndes Feuer, sollen diese Herrscher, sollten dann aber auch bereit sein zu löschen ohne den Bürger/Innen(Untrtane​n) der jeweiligen Nationen Blutzoll abzuverlangen.

    Mit jedem Tag mehr fragt man sich derzeit, wie konnte man einer reinen Bürokratie (EU) den Friedensnobelpreis verleihen, wenn dahinter nichts anderes steht als ein Haufen Minister/Innen, welche aus Geld- und Machtgier NUR Unruhe und Unfrieden stiften allüberall?

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    • Juli 19, 2021

      Wahre Worte Frau Habegger!

      Ich habe sowieso den Eindruck, dass der “Titel “Friendensnobelpreis​” immer mehr zu einer reinen öffentlichen Politikpartnerhuldigu​ng verkommt. Anders sind vergaben an eine EU oder an einen Herrn Obama fast nicht zu erklären. Weltpolizisten und Unterdrückungsorganis​ationen mit Friedensnobelpreisen zu beschenken grenzt meiner Meinung nach schon an Zynismus und zieht den Grundgedanken von Nobel ins Lächerliche.

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  • März 6, 2014

    Es ist auch unverständlich, wieso die EU jetzt unbedingt ein Assoziierungsabkommen​ unterschreiben muss. Die Ukraine ist pleite und sowieso unbedeutend. Beide Seiten sind korrupt, das war bei Timoschenko genauso wie Janukowitsch und wegen diesen Figuren müssen wir doch nicht den dritten Weltkrieg riskieren. Die Krim wird russisch werden, wie sie es vor 60 Jahren war und nach diesem Vorgang werden sich die Köpfe abkühlen. Die EU kann sich keine Sanktionen erlauben.

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  • März 7, 2014

    Zumal immer klarer wird, WAS das für Leute sind, die sich derzeit mit grossen Worten in der Ukraine am Drücker fühlen, allerdings auf einer mehr als schwachen demokratischen Basis.

    Die EU ist ein Interessenklub, mit NATO Avancen im Hintergrund.

    Das Erschiessen von Demonstranten und Polizisten duch Scharschützen der Svoboda und anderen infiltrierten Gruppen, kommt immer mehr heraus.

    Strategie:​

    – erst jahrelang durch NGOs wie Konrad Adenauer Stiftung / CDU, Ebert Stfitng SPD und diverse US NGOs wühlen lassen.

    – Dann der orangene Probelauf, der in die Hose ging und alles andere als demokratische Protagonisen hervorbrachte.

    – Dann erneutes Wühlen, Gegeneinanderbringen der Menschen, Töten von Menschen auf beiden Seiten durch subversive einschleuste Miliz Gruppen.

    – Dann Schuldzuschiebung auf den mit 60& gewählsten Janukowitsch, der auch kein Heiliger war und um sein Leben rannte.

    – Etablierung einer Marionettenregierung.​

    Das wäre der Fahrplan, wie man auch die Schweiz nach der MEI auftrollen könnte. Wir sollen sehr genau hinschauen, was in unserem Lande geschieht.

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  • März 7, 2014

    Wie Herr Limaa untenstehend anmerkt, können Schweizer Beobachter der Abläufe in der Ukraine viel für ihr eigenes Land lernen.

    Dazu gehört die vergleichende Analyse der Funktionen einer Armee, die nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion immerhin mal die drittstärkste Atommacht der Welt war. Beispielhaft kann man erkennen, wie der jahrzehntelange “Friedensglaube” (wer sollte uns schon angreifen?) und darauf gründend die Vernachlässigung der Armee sich nun auswirkt. Der Armee wurde systematisch Geld entzogen, so dass sie heute zusammen mit der Schweiz (!) den geringsten prozentualen BIP-Aufwand aller Länder für die Verteidigung einsetzen kann.
    Waffen und Material sind nicht ersetzt worden und sind völlig veraltet. Die Anzahl der Soldaten wurde massiv reduziert, vor kurzem wurde die allgemeine Wehrpflicht abgeschafft und eine Berufsarmee eingeführt.

    Resultat: Die Ukrainische Armee ist eine Farce und hat einer möglichen Russischen Invasion und Machtübernahme nichts entgegen zu setzen. Auf der Krim-Halbinsel sehen sich die “Landesverteidiger”​ bereits in ihren Kasernen eingesperrt. Sie werden mit Warnschüssen in die Luft wieder zurückgetrieben, auch wenn sie sich unbewaffnet hinausbegeben.

    Einer kompletten Besetzung des ganzen Landes stünde diese Rumpftruppe völlig hilflos gegenüber. Schweizer lernet!

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  • März 18, 2014

    Vor dem Hintergrund der Kaukasus-Krise beschlossen die bitterarme Ukraine (also Juschtschenko) und die EU am 9. September 2008 in Paris, Verhandlungen über ein Assoziierungsabkommen​ aufzunehmen, das ursprünglich bis Ende 2009 unterzeichnet sein sollte.

    http://de.wikiped​ia.org/wiki/Ukraine_u​nd_die_Europäische_Un​ion#Pr.C3.A4sidentsch​aft_von_Wiktor_Januko​wytsch_.282010_bis_20​14.29.2C_Auseinanders​etzungen_um_das_Assoz​iierungsabkommen_Ukra​ine-EU

    Dass ein Assoziierungsversuch eines Landes, das ganz im Einflussbereichs Russlands liegt und nicht fähig ist, seine Ethnien einzubinden, zu einer gefährlichen Krise führen würde, war der EU egal. Mit einem Referendum sollte die russlandfreundliche Minderheit einfach überstimmt werden. So geht das aber nicht.

    Auf der Krim steigen die Beamtenlöhne und Renten mit dem Anschluss an Russland nun schlagartig auf das Dreifache. Das wird bald Anschlusswünsche bei der restlichen russischen Minderheit wecken …

    Schuld an diesem Desaster ist die Holzhammermethode der EU.

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  • März 29, 2014

    Mein Kommentar war:

    “Auf der Krim steigen die Beamtenlöhne und Renten mit dem Anschluss an Russland nun schlagartig auf das Dreifache. Das wird bald Anschlusswünsche bei der restlichen russischen Minderheit wecken …”

    Da habe ich mich geirrt. Die bisherigen Löhne und Renten werden einfach in Rubel umgerechnet und ausbezahlt. Die Leute auf der Krim sind sauer.

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