1. Ausländer- & Migrationspolitik

UNO verweigert seit 38 Jahren die Menschenrechte

Westsahara: Ein Kon­flikt, der polarisiert

Der West­sa­ha­ra­kon­fli​kt ist kom­plex und sorgt nach 38 Jah­ren immer noch für Kon­tro­ver­sen. Die Mei­nun­gen gehen dabei weit aus­ein­an­der, und in­ter­na­tio­nale In­sti­tu­tio­nen jonglie­ren mit un­ter­schied­li­chen​ Positionen.

Der Konflikt in und um die Westsahara schwelt seit Jahrzehnten. Als sich nach dem Tod des Diktators Franco die Spanier 1975 aus ihrer damaligen Kolonie zurückzogen, marschierte Marokko in das Nachbarland ein. Seitdem hält Marokko große Teile des Territoriums besetzt und betrachtet das Gebiet als Bestandteil seines Landes. Dagegen wehrt sich die Bewegung Frente Polisario, die die Unabhängigkeit der Westsahara anstrebt.

Das Thema sorgt regelmäßig für hitzige Diskussionen, nicht nur in Afrika.

Ein DW-Beitrag vom 27.2.2013, der 37 Jahre nach der Ausrufung der “Demokratischen Arabischen Republik Sahara” durch die Polisario einen Blick auf den Konflikt richtet, löste heftige Reaktionen aus. Leser warfen der DW vor, zu einseitig argumentiert zu haben. Es wurde auch bemängelt, dass in dem Artikel die marokkanische Seite nicht beachtet wurde. Auch der marokkanische Botschafter schrieb dazu eine Beschwerde und faxte sie an die DW. Die DW bat daraufhin ihn und die algerische Botschaft um ein Interview, bis jetzt gab es aber von beiden Seiten keine Zusage.

Einer der ältesten Konflikte Afrikas

Ein französischer Soldat der UNO steht vor einem Flugzeug. (Foto: AFP/PHOTO/ABDELHAK SENNA)

Die UN-Mission MINURSO in Westsahara

Ein rund 2500 Kilometer langer Sandwall spaltet heute die Region Westsahara in Nordwestafrika. Auf der einen Seite der von Marokko kontrollierte, größere Teil, rund 80 Prozent des Territoriums. Auf der anderen Seite die restlichen 20 Prozent in der Hand der Unabhängigkeitsbewegu​ng Frente Polisario. Seit 1991 herrscht ein Waffenstillstand, den die UN-Mission MINURSO bis heute überwacht.

Die Frente Polisario hatte den Waffenstillstand mit der Bedingung verknüpft, per Referendum über die Unabhängigkeit abstimmen zu dürfen. Dieses Referendum ist aber bis heute nicht abgehalten worden. Das sieht auch Wolfgang Weisbrod-Weber, Direktor der MINURSO, als Kernproblem: “Der ungeklärte Status lastet als dunkle Wolke über allem und geht so auch nicht weg.”

 

Autonomie nur innerhalb marokkanischem Staatsgebiet

Kritike​r werfen der marokkanischen Regierung vor, das Referendum zu blockieren. Dagegen wehrt sich Marokko. Der marokkanische Botschafter in Berlin, Omar Zniber, schrieb dazu in seinem Fax an die DW:

Das Thema wird zurzeit seitens der UNO, beziehungsweise vom Sicherheitsrat geprüft. Besonders die Initiative zur Autonomie, die von Marokko im April 2007 vorgelegt worden ist, ist als “glaubhaft und seriös” eingestuft worden.

Die marokkanische Haltung ist eindeutig: maximal will man der Westsahara eine Autonomie innerhalb des marokkanischen Staates zugestehen. Darüber dürfe im Rahmen eines Referendums abgestimmt werden, so Rabat. Das ist aber für die Gegenseite, für die Verfechter der Unabhängigkeit, unannehmbar.

Der Konflikt und seine Akteure

Polisario-Männer in einem Armeewagen. (Foto: Karlos Zurutuza)

Die Bewegung Frente Polisario will die Unabhängigkeit von Marokko

Der Konflikt um Westsahara bleibt festgefahren, viele sprechen vom langwierigsten Konflikt Afrikas. Eine Schlüsselrolle darin spielt Algerien, der Nachbar und wirtschaftliche Rivale Marokkos. In Lagern auf algerischem Gebiet leben seit Jahrzehnten auch etwa 100.000 Flüchtlinge aus der Westsahara. Seit 1976 unterstützt Algier die Polisario aktiv und erkannte als erstes Land die Demokratische Arabische Republik Sahara (DARS) als Staat an.

Seither haben sich etwa 50 Länder angeschlossen, darunter vor allem afrikanische. Wie man sich zur Westsahara bekenne, hänge vor allem vom bilateralen Verhältnis zu Algerien und Marokko ab, sagt Riadh Sidaouis, der Direktor des arabischen Zentrums für politische und soziale Analysen in Genf. Das übrigens gilt auch für europäische Länder: “Ökonomische Interessen spielen eine große Rolle, kein Land möchte es sich mit Algerien verscherzen, weil sie Öl und Gas haben. Und mit den Marokkanern, die viele Waffen von EU-Staaten kaufen, möchte man sich auch gut stellen.”

 

Geteilt​e Meinungen

Ergebnis: Afrikas Haltung im Westsahara-Konflikt ist alles andere als einhellig: Zwar nahm die Vorgängerorganisation​ der Afrikanischen Union, die OAU, schon 1982 die Demokratische Arabische Republik Sahara als offizielles Mitglied auf. Daraufhin verließ Marokko das Staatenbündnis und ist seitdem der einzige Staat Afrikas, der nicht Mitglied der Afrikanischen Union ist.

Aber nur 36 von 54 Ländern Afrikas haben die Demokratische Arabische Republik Sahara bis heute anerkannt, und einige haben diesen Schritt auch schon wieder zurückgenommen. Auch Südafrika, diplomatisch eine der stärksten Mächte des Kontinents, entschloss sich erst 2004 unter Präsident Thabo Mbeki zu einer Anerkennung. Dass sich seither auch die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Südafrika und der Öl- und Gasmacht Algerien schlagartig verbessert haben, gehört zur Logik des Konflikts.

EU hat keine klare Position

Ana Maria Rosa Martins Gomes. (Foto: CC-BY-Security & Defence Agenda)

EU-Abgeordnete Ana Maria Gomes

Die Europäische Union ist über der Westsahara-Frage ebenfalls zerstritten. Frankreich und Spanien bestimmen die Debatte, mit höchst unterschiedlichen Interessen. Frankreich etwa gilt als Verbündeter Marokkos, Rabat unterstützt den französischen Einsatz in Mali und gewährte der Luftwaffe Überflugrechte. Auch wirtschaftlich sind beide Länder eng verknüpft. Die Beziehungen Frankreichs zu Algerien sind dagegen seit dem blutigen Befreiungskampf der Algerier in den 60ern belastet. Spanien wiederum steht Algerien näher und unterstützt als ehemalige Kolonialmacht Westsaharas den Unabhängigkeitskurs der Sahrawis. Die portugiesische Europaparlamentarieri​n Ana Gomes befürchtet, dass die unklare Haltung Europas die wachsende Radikalisierung Westsaharas noch beschleunigt. “Der Konflikt sorgt für potentielle Rekrutierungserfolge für Extremisten. Diese suchen Menschen, die unzufrieden sind und rebellieren wollen, um ihre Situation zu verbessern.”

Nicht nur Marokko wirft Mitgliedern der Frente Polisario Verbindungen zu radikalen Islamisten vor, sondern auch Frankreich. William Lawrence, der NordafrikaDirektor der unabhängigen Studiengruppe International Crisis Group findet diese Vorwürfe übertrieben: “Es wird zwar berichtet, dass mehrere hundert Sahrawis im Mali-Konflikt auf Seite der Islamisten kämpfen, aber dafür gibt es keine Beweise”. Vereinzelt seien zwar Sahrawis dort im Mali-Konflikt verstrickt, aber das habe nichts mit der Politik der Frente Polisario zu tun, so Lawrence weiter: “Sie haben kein Interesse, sich mit radikalen islamistischen Gruppen zu verbinden.”

Der Konflikt ist und bleibt festgefahren. Im UN-Sicherheitsrat finden immer wieder Verhandlungen zwischen Marokko und der Frente Polisario statt. Einen Durchbruch gibt es aber nicht, beide Seiten beharren auf ihren Positionen. Und so lange das so ist, wird der völkerrechtliche Status Westsaharas ungeklärt bleiben.

 

Quelle;

http://www.dw.de/wes​tsahara-ein-konflikt-​der-polarisiert/a-166​56796

 

Schlussfolg​erungen;

 

1. Das fundamentalste Menschenrecht der Selbstbestimmung

Sei​t 38 Jahren wird diesem Wüstenvolk der Sahrawis in der Westsahara (Widerstandskampftrup​pe POLISARIO) das fundamentalste Menschenrecht der Selbstbestimmung, feige & eingensüchtig von der EU, von der UNO, verweigert. Das Volk lebt hinter einer Mauer mitten durch die Wüste in Zeltlagern, wird mit Nahrungsmitteln seit Jahrzehnten durch Hilfslieferungen einseitig versorgt, sodass Mangelerscheinungen und Krankheiten auftreten.

 

2.  Die Sahrawis, eingesperrt seit Jahrzehnten

250 UNO-Soldaten bewachen ein Lager mit über 100’000 Flüchtlingen, auf engstem Raum unmenschlich zusammen gepfercht. Ein Bewohner sagte, wie lange wird die Verweigerung ihrer Selbstbestimmung noch dauern, der UNO könne er nicht mehr trauen. Bezeichnenderweise liegen vor der Küste die kanarischen Ferien Inseln, wo die Europäer sich an der Sonne bräunen und im Meer baden gehen, sich vergnügen, sich nicht kümmernd, dass einige Kilometer Land einwärts ein ganzes Volk, die Sahrawis eingesperrt ist seit Jahrzehnten.

 

3.  EU beutet die Bodenschätze aus und betreibt dne Fischfang vor der Küste.

Die EU zahlt dem Besatzer Marokko für Ausbeutung der Bodenschätze, ganze 30 Mio  für Fischfang vor der Küste, heute bereits stark überfischt. Das Volk der 200’000 Sahrawis wird hinter einer Mauer durch die Wüste in einem grossen KZ unmenschlich wie Tiere gehalten, ihm so die elementarsten Menschenrechte von der EU & der UNO seit Jahrzehnten vorenthalten, nur weil die EU dort die Bodenschätze nutzt. Beide wollen offensichtlich Marokko nicht verärgern, womit ihre Wirtschaftsinteressen​ sie gefährdet sehen.Genau 2015 ist doch der 70-igste Tag der Befreiung von Ausschwitz, also wie M. Gandhi schon treffend sagte; “Weil der Mensch aus der Geschichte nichts lernt, muss diese sich immer wieder holen.”. Allen Anschein nach hat Europa rein gar nichts gelernt, man sperrt ein ganzes Volk – die Sahrawis einfach hinter eine Mauer in der Wüste Westsahara – damit man das Land wirtschaftlich ausbeuten kann.

 

4. Dem Sahrawis-Volk ist das grundlegende Menschenrecht der Selbstbestimmung  – in einer von der UNO überwachten freien Wahl – jetzt endlich nach Jahrzehnten zu gestatten.

Ich bezeichne es als äusserst feige & heuchlerisch von den EU Staaten, jetzt im hier und heute  über die Fluchtbewegungen von Afrika nach Europa so völlig untätig weiterhin nur zu lamentieren, dabei ist es doch völlig klar, warum dies passiert. Primär müssen die ausbeutenden EU-Staaten sowie die vormaligen Kolonialmächte Grossbritanien, Frankreich, Deutschland, Italien jetzt endlich ihre Heuchelei ablegen & Verantwortung übernehmen,  und natürlich für gerechten Handel sorgen. Und die schweizer Regierung muss endlich aufhören, für deren Verbrechen und Vergehen an den afrikanischen Völkern immer den “schwarzen Peter” zu markieren, vor der EU den Kopf ein zu ziehen. Primär und dringend ist aber insbesondere, dem Sahrawis-Volk das grundlegende Menschenrecht der Selbstbestimmung in einer von der UNO überwachten freien Wahl jetzt endlich zu gestatten. Geschieht dies nicht, braucht man kein Prophet zu sein, um klar voraus zu sehen, dass ansonsten über kurz oder lang die Extremisten der IS auch dort ihre “Hilfe” für eine “Befreiung” mit Sicherheit noch so gerne anbieten werden.

 

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Comments to: UNO verweigert seit 38 Jahren die Menschenrechte
  • Mai 12, 2015

    Ganze Chronik des Westsahara Konfliktes;

    http:/​/suks.ch/de/node/17

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  • Mai 13, 2015

    1. Der Westsahara Konflikt;

    https://​de.wikipedia.org/wiki​/Westsaharakonflikt#/​media/File:Western_sa​hara_walls_moroccan_m​ap-en.svg

    2. EU-Parlament fällt Saharauis in den Rücken
    Konflikt-Toma​ten: Gemüse aus der besetzten Westsahara für den europäischen Markt;

    Quelle;
    ht​tp://www.ag-friedensf​orschung.de/regionen/​Marokko/tomaten.html

    *******

    Danach sollst du trachten:
    eig’ne Rechte mild zu üben,
    fremde Rechte streng zu achten.

    von Emanuel Geibel

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  • Mai 13, 2015

    Sahara libre – ein ganzes Volk im Exil,

    nur weil die EU mit Vermittlung des Besatzers Marokko, das sich für die Ausbeutung der Bodenschätze von der EU gut bezahlen lässt. Diese “Käfighaltung” würde i.d. Schweiz nicht mal den Bestimmungen des Tierschutzgesetzes entsprechen, aber die UNO (primäres Menschenrecht der Selbstbestimmung über eine einfache Abstimmung) unternimmt seit nunmehr 38 Jahren nichts.

    Dies ist ein einfaches, aber für EUROPA & die UNO tragisches Beispiel, ihres scheinheiligen Verhaltens;

    https:​//www.youtube.com/wat​ch?v=0O36czJ6yI0

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  • Mai 15, 2015

    Was Sie schreiben stimmt so nicht, Herr Hottinger.

    Sie erklären im Titel des Blogs das die UNO den Menschen in der Westsahara seit 38 Jahren das Menschenrecht auf politische Selbstbestimmung verweigert. In Ihrer ersten Schlussfolgerung behaupten Sie das sowohl die UNO als auch die EU den Menschen der Westsahara das Selbstbestimmungsrech​t “feige & eingensüchtig” verweigern. Das ist komplett falsch.

    Die UNO VERLANGT ein Referendum aufgrund eines Urteils des internationalen Gerichtshofs vom 16. Oktober 1975, das auf Antrag von Mauretanien und Marokko (UN-Resolution 3292) den völkerrechtlichen Status der Westsahara feststellen sollte. Der Gerichtshof stellte zwar historische Bindungen sahrauischer Stämme sowohl mit Mauretanien als auch Marokko fest (die Region war nie ein eigenständiger, unabhängiger Staat), wertete aber das Recht auf Selbstbestimmung höher.

    Nach Abzug der Spanier stimmte eine Versammlung sahrauischer Stammesfürsten 1976 der Aufteilung der Westsahara zwischen Mauretanien und Marokko zu, womit sowohl Marokko als auch Mauretanien das Referendum als überflüssig ansahen und entsprechende Gebiete annektierten.

    Die Frente Polisario, eine Rebellengruppe, rief daraufhin eine eigene Republik aus und begann einen bewaffneten Kampf gegen Marokko und Mauretanien. Daraufhin entstand der Schutzwall. Warum die Frente Polisario einen bewaffneten Kampf angetreten hat, und zwar über rund 15 Jahre, obwohl man die UNO im Rücken hatte die ein Referendum durchsetzen wollte habe ich nicht recherchieren können. Nach einem von der UNO vermittelten Waffenstillstand 1991 forderte die UNO wiederum wiederholt ein Referendum über die Zukunft der Westsahara abzuhalten, zuletzt 2007 mit der Resolution 1754.

    Das Problem aktuell ist das sich die Frente Polisario und die Regierung Marokkos nicht auf gewisse Modalitäten einigen können: grösster Streitpunkt ist wer bei einem solchen Referendum wahlberechtigt wäre. Die von der Frente Polisario ausgerufene Republik wird von verschiedenen afrikanischen Staaten anerkannt, aber nicht von der UNO: die UNO setzt weiterhin ein Referendum voraus um den von der Frente Polisaro ausgerufenen Staat anzuerkennen.

    Auch​ die EU hintertreibt das Referendum nicht. Was Sie macht, und was auch in der EU nicht umstritten ist, das sie z. B. Fischereiabkommen mit Marokko abschliesst die auch die Fischgründe vor der Küste der Westsahara einschliesst. Sicher ein Thema über das sich streiten lässt, aber kein Hintertreiben des Referendums.

    Wenn Sie sich Sorgen machen um Flüchtlinge in Flüchtlingslagern in Afrika, sollten Sie sich vielleicht auch einmal um die Palästinenser kümmern, die noch länger in Flüchtlingslagern leben als die Sahrauis.

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    • Juli 19, 2021

      EU-Parlament fällt Saharauis in den Rücken
      Konflikt-Toma​ten: Gemüse aus der besetzten Westsahara für den europäischen Markt

      Hier können Sie den Report über die “Konflikt-Tomaten” herunterladen:
      Confl​ict Tomatoes, herausgegeben von Western Sahara Resource Watch (WSRW).

      Die international vernetzte zivilgesellschaftlich​e Organisation Western Sahara Resource Watch (WSRW) hat in einem aktuellen Bericht sowohl das Ausmaß des Gemüseanbaus als auch die Vermarktungswege am Beispiel von „Konflikt-Tomaten“ dokumentiert: http://www.wsrw.org (Englische Version). Danach konnten elf Standorte im Umkreis von 70 km von Dakhla im Süden der besetzten Westsahara identifiziert werden. Im Zeitraum zwischen 2002/03 und 2008/09 wurde der Gemüseabbau in der Region um 2.800% gesteigert. Die Erzeugung ist völlig exportorientiert: 95% der hier erzeugten Produkte gelangen auf externe Märkte. Der übliche Handelsweg führt zunächst über Agadir – hier werden aus den Tomaten der Westsahara „marokkanische“ Tomaten – nach Perpignan in Südfrankreich, dem Hauptsitz des bereits genannten Unternehmens Azura.

      Alle diese elf Standorte befinden sich entweder im privaten Besitz der königlichen Familie, großen marokkanischen Konglomeraten oder französischen transnationalen Konzernen. Die Pflanzungen sind zumeist in Hydrokultur mit moderner Tröpfchenbewässerung angelegt. Das benötige Wasser wird aus artesischen Tiefbrunnen abgepumpt, das sich nicht regeneriert und früher oder später erschöpft sein wird. Keiner dieser Produktionsstätten gehört lokalen saharauischen Eigentümern. Die benötigten Arbeitskräfte sind marokkanische Siedler. „Wir Saharauis haben überhaupt nichts von dem marokkanischen Agrarbusiness“, sagt El Mami Amar Salem, Vorsitzender des „Komitees gegen Folter in der Westsahara“.

      Jetzt​ hat das EU-Parlament diesem Abkommen, das die Rechte der Saharauis mit Füßen tritt, Tor und Tür geöffnet. Während die EU bei einem vergleichbarem Abkommen mit Israel in der Lage ist, die besetzten palästinensischen Gebiete expliziert auszuschließen, duldet sie gegenüber ihrem „privilegierten Partner“ Marokko klammheimlich einen Importanteil von etwa 55% aus der besetzten Westsahara als „marokkanisch“. Dies kommt einer faktischen Anerkennung des völkerrechtswidrigen Anspruchs seitens Marokkos über die Westsahara gleich. So verspielt die EU ihre mögliche Rolle als „ehrlicher Vermittler“. Ihre „Realpolitik“ hat längst dazu geführt, dass die EU als Teil des Problems wahrgenommen wird.

      Wenn Sie zu dieser Jahreszeit wirklich Tomaten kaufen möchten, achten Sie auf die Angabe des Herkunftslandes. Und sollte da „Marokko“ stehen, greifen Sie nicht zu; denn jede zweite Tomate kommt gar nicht aus Marokko, sondern aus der besetzten Westsahara !

      Die Menschenrechte der Saharauis werden seit 38 Jahren mit Füssen getreten aus rein wirtschafts- & machtpolitischen Gründen. Vermehrt noch im Konflikt Israel – Palästina, wo sogar seit gut 65 Jahren hunderte von UNO-Resolutionen von Israel konsequent bis heute einfach unbestraft bis heute missachtet werden, weil die UNO & die Weltgemeinschaft genau so nur zu schaut .

      Quelle;
      https:/​/de.wikipedia.org/wik​i/Westsahara

      http:​//www.ag-friedensfors​chung.de/regionen/Mar​okko/tomaten.html

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    • Juli 19, 2021

      Es ist ja nett das Sie diesen Text als Antwort auf meine Stellungnahme schreiben, Schade nur das Sie auf die Kernaussage meines Statements nicht eingehen: das Ihre Unterstellungen in Richtung UNO falsch sind.

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    • Juli 19, 2021

      @ F. Wagner,

      1. Die UNO ist dazu da, die UNO Richtlinien auch durch zu setzen, und das macht sie nicht.

      2. Also schafft sie sich ja selber ab, wie auch z.B. im Jugoslawienkrieg schon, als die UNO die 8000 muslimen Männer & Knaben vor der serbischen Soldadeska – selbst i.d. “UNO-Schutz-Zone” – mitten in EUROPA auch nicht schützte, sonder im Gegenteil sogar einfach untätig auslieferte, und somit das sichere Todesurteil über diese 8000 Menschen sprach.

      3. Hat die Geschichte, die Ausgrabungen der Leichen dies denn nicht bewiesen ?

      4. M. Gandhi; “Weil der Mensch aus der Geschichte nichts lernt, muss diese sich immer wiederholen.”

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    • Juli 19, 2021
    • Juli 19, 2021

      Wie stellen Sie sich vor das die UNO in Marokko ihre Richtlinien durchsetzt? Militärische Gewalt? Ein auf welche Art und Weise auch immer erzwungenes Referendum, das dann am Ende von irgendeiner Partei nicht anerkannt wird was zu einem Bürgerkrieg führen kann? Sollen UNO-Blauhelme Stimmbürger mit Waffengewalt in die Abstimmlokale zwingen?

      So einfach wie Sie das darstellen war auch die Sache damals in Srebrenica nicht. Abgesehen davon: in der UNO gibt es nicht ein paar Zauberer die mit dem Schwenken eines Zauberstabes Probleme lösen, oftmals ist ein Konsens schwierig, und manchmal versagt die UNO auch. Das Konzept der UNO jedoch deswegen in Frage zu stellen halte ich für überzogen, wie die Welt ohne UNO aussähe, ohne ein Forum wo nahezu alle Länder der Welt an einem Tisch sitzen und im Falle eines Falles mit einer Stimme sprechen, möchte ich mir nicht vorstellen.

      “Die UNO wurde nicht gegründet, um uns den Himmel zu bringen, sondern um uns vor der Hölle zu bewahren.”

      Winston Churchill

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  • Mai 18, 2015

    EU-Parlament fällt Saharauis in den Rücken
    Konflikt-Toma​ten: Gemüse aus der besetzten Westsahara für den europäischen Markt

    Von der Redaktion der “Kritischen Ökologie”

    Am Donnerstag, dem 16. Februar hat das Europäische Parlament mit einer Mehrheit von 369 Stimmen bei 225 Gegenstimmen und 31 Enthaltungen den zollfreien Zugang um landwirtschaftliche Erzeugnisse und Fischereiprodukte aus dem Königreich Marokko zum europäischen Markt erweitert. Dies ist insofern ein schwarzer Tag für das Europäische Parlament, weil es damit auch das Tor für Agrar- und Fischereiprodukte aus der besetzten Westsahara geöffnet hat:

    „Einer unserer starken Gemüseartikel sind Tomaten aus Marokko. … Greifen Sie zu und holen Sie sich die Sonne Marokkos nach Hause!“, so wirbt der „… Anbieter der hochwertigen Azura Produkte in Deutschland“. Azura ist ein französisches Unternehmen, das sich auf den Vertragsanbau und Vermarktung von Gemüse – vor allem Tomaten – spezialisiert hat. Das Problem allerdings besteht darin, dass nicht alle „Tomaten aus Marokko“ wirklich aus Marokko stammen; denn ein großer Teil „marokkanischer Tomaten“ wird in Wirklichkeit bei Dakhla im von Marokko besetzten Teil der Westsahara angebaut.

    Quelle;

    http:/​/www.ag-friedensforsc​hung.de/regionen/Maro​kko/tomaten.html

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  • Mai 19, 2015

    Nein, die UNO stärkt sich sehr gute Organe der Normen am Menschenrechtler! Als die USA schlechter! Die EU besonders gut sein Anschluss der Europarat der Mitgliedschaft der Länder kein Todesstrafe mehr…

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