1. Sicherheit & Kriminalität

Unser Sieg ist das Fernhalten eines Krieges

Unser Sieg ist das Fern­hal­ten eines Krie­ges vom Land!

Ein Leser mei­nes letz­ten Ar­ti­kels fragt in sei­nem Kom­men­tar, wie­viele Mi­nu­ten die Schweiz in einem Krieg auch mit einer guten Armee durch­hal­ten könne.

Es gab und gibt in allen Völkern seit Ur­zei­ten viele Men­schen, die schon im Vor­aus ka­pi­tu­lie­ren, nicht nur militärisch, son­dern in allen Be­rei­chen, auch be­ruf­lich, wirt­schaft­lich usw. In ihrer Sicht ist „der Andere“ immer stärker und bes­ser. Sich sel­ber trauen sie nichts zu und ka­pi­tu­lie­ren in­ner­lich. Da sie an­neh­men, alle an­de­ren Bürger seien wie sie, können sie sich gar nicht vor­stel­len, dass an­dere Men­schen nicht be­reit sind, sich zu un­ter­wer­fen und statt­des­sen kämpfen und nicht un­ter­zu­krie­gen sind. So ent­ste­hen Mei­nun­gen wie die, eine glaubwürdige Schwei­zer Armee könne sich nur ein paar Mi­nu­ten halten.
(1940 ka­pi­tu­lier­ten die schon vor­her de­mo­ra­li­sier­ten Holländer nach ein paar Ta­gen).

Der Be­ginn des zwei­ten Welt­krie­ges ist dafür ein gutes Bei­spiel. Selbst das mächtige Frank­reich, mit den welt­bes­ten Pan­zern, wovon es oh­ne­hin viel mehr hatte als die Wehr­macht und gegen die die deut­schen Pan­zer im Ge­fecht gar keine Chance hat­ten, brach nach kur­zer Zeit zu­sam­men, da es schon vor dem deut­schen An­griff völlig de­mo­ra­li­siert war (wie 4 hohe wel­sche Of­fi­ziere scho­ckiert fest­stell­ten, als sie von Ge­ne­ral Gui­san ei­nige Woche vor dem deut­schen An­griff auf Be­such zur französischen Armee ge­schickt wur­den).

Auf der an­de­ren Seite die Grie­chen, ein bit­ter­ar­mes, kaum in­dus­tria­li­sier­t​es Volk. Als der ita­lie­ni­sche Bot­schaf­ter ihrem Pre­mier­mi­nis­ter am 28. Ok­to­ber 1940 um 03:00 Uhr das Ul­ti­ma­tum überreichte, bei des­sen Ab­leh­nung Krieg sei, ant­wor­tete er, „Dann ist also Krieg“. Noch am glei­chen Tag rief er in einer kur­zen An­spra­che die Grie­chen zum Wi­der­stand auf, die an Mas­sen­kund­ge­bun­g​en im gan­zen Land nur im Takt „NEIN, NEIN, NEIN!“ rie­fen. Nein zur Un­ter­wer­fung. Heute ist der „OCHI Tag“, der NEIN-­Tag, ein na­tio­na­ler grie­chi­scher Fei­er­tag. Dann hiel­ten die Grie­chen, den Achsenmächten 6 Mo­nate lang stand.

Obschon sie am Schluss un­ter­la­gen, haben sie die erste ka­ta­stro­phale Nie­der­lage der deut­schen Wehr­macht ver­ur­sacht, da durch ihren lan­gen Wi­der­stand der An­griff auf die So­wje­tu­nion der­art verzögert wur­de, dass die Wehrmacht  vor Mos­kau un­vor­be­rei­tet in den rus­si­schen Win­ter geriet.

Das ist schon lange her. Aber auch heute kann ein Volk, dass sich nicht un­ter­wer­fen will, nicht oder nur nach einem lan­gen Kampf be­siegt wer­den. Die militärische Su­per­macht USA er­lebt das ja schon seit Jah­ren. Schon gegen das klei­ne, militärisch weit un­ter­le­gene Vi­et­nam fuhr sie eine kra­chende Nie­der­lage ein und ihre Streitkräfte ver­lies­sen das Land in Panik.

Aber noch viel wich­ti­ger: Auch die stärksten Mächte stel­len vor einem An­griff Kos­ten-­Nut­zen­rech​­nun­gen an. Wird ein An­griff im Verhältnis zum ge­win­nen­den Preis als zu hoch an­ge­se­hen, so wird dar­auf ver­zich­tet. Die USA zögern, mit star­ken Trup­pen im Mitt­le­ren Osten ein­zu­grei­fen, die nötig wären, um sich dort durch­zu­set­zen. Die Kos­ten, nicht nur die fi­nan­zi­el­len, sind zu hoch. Auch die Kos­ten an Men­schen­le­ben und Ma­te­rial, die po­li­ti­schen Kos­ten, die fi­nan­zi­el­len und an­dere flies­sen in diese Rech­nung ein.

Alle Kriegs­par­teien stell­ten im 2. Welt­krieg sol­che Rech­nun­gen in Bezug auf die Schweiz an. Alle, 1944 selbst die USA, die auf Wunsch Sta­lins einen Durch­marsch durch die Schweiz prüften, als sie an den deut­schen Ver­tei­di­gungs­li­n​ien in Frank­reich ste­cken blie­ben, kamen zum Schluss, ein An­griff lohne sich nicht. Die Schwei­zer Armee sei zu stark für einen bil­li­gen Sieg.

Der Kom­men­ta­tor mei­nes Ar­ti­kels hat in­so­fern Recht, als heute die Mehr­heit un­se­res Vol­kes nicht mehr be­reit ist, die An­stren­gun­gen auf sich zu neh­men, um eine glaubwürdige Lan­des­ver­tei­di­gu​ng auf­recht zu erhalten.  Des­halb wer­den wir zum ers­ten Mal seit 200 Jah­ren in einen nächsten Krieg in Eu­ropa hin­ein­ge­ris­sen und ler­nen dann auf sehr schmerz­li­che und sehr teure Art, dass es sich ge­lohnt hätte, eine ab­schre­ckende Lan­des­ver­tei­di­gu​ng auf­recht zu erhalten.

Hauptzweck einer star­ken Armee wäre es oh­ne­hin , einen Krieg mit all sei­nen Greu­eln von un­serm Land fern zu halten.

Gotthard Frick                            4.09.2014

(Quelle: Gott­hard Frick, „Hitlers Krieg und die Selbst­be­haup­tung der Schweiz 1933-1945“)

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Comments to: Unser Sieg ist das Fernhalten eines Krieges
  • September 4, 2014

    Dazu passt diese GEO strategische Analyse (Link), deren Probleme allerdings durch eine Pleite der USA infolge völliger Überschuldung, sehr rasch noch ganz anders laufen könnte.

    https://www.you​tube.com/watch?featur​e=player_embedded&v=W​9rr1S5RDpo

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  • September 5, 2014

    Wie gesagt, Herr Frick, sehr national-konservative​​​​​ Mitglieder der SP wie Sie, werden von der SP nicht gehindert, sich frei zu äussern. Dennoch: Es sieht sehr unschön und nach Anbiederung aus, wenn Sie Ihre Überlegungen und Gedanken in der rechtsextremen “Schweizerzeit” zum Besten geben und dort vom politischen Gegenpol freudig applaudiert werden, so am 5. Juni 2013:

    “(…) Da wir keine Armee mit Abschreckungswirkung mehr haben, muss man allerdings berücksichtigen, dass, wenn es hart auf hart gehen sollte, andere Länder ihre Armee beauftragen könnten, uns zu zwingen, sich ihren Anliegen zu unterwerfen und auch unser Gold zu holen. Peer Steinbrück, der deutsche Kanzlerkandidat, hat ja schon zweimal öffentlich mit dem Gedanken gespielt, die «Kavallerie» gegen die renitente Schweiz auszuschicken. (…)”

    Ich würde die liberale Haltung der eigenen Partei zur Meinungsäusserung ihrer Mitglieder nicht so strapazieren und beim Gegner publizieren, selbst wenn es nur um eine wackere Haltung gegenüber der Landesverteidigung geht. Etwas ganz Anderes ist es, die selben Gedanken in die eigene Partei einzubringen und dort Unterstützung dafür zu suchen, lieber Genosse.

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  • September 5, 2014

    Sehr geehrter Herr Wild,

    Besten Dank für Ihren Kommentar. (Ich verzichte auf das Wort “Genosse”, da es mich zu stark an die Millionen Toter, die Lagerhäftlinge, die gescheiterte Wirtschaftspolitik und die Diktatur im Sowjetblock erinnert).

    Mein Artikel, an dem Sie sich stören, erschien in mehreren Schweizer Tageszeitungen. Der “Schweizerzeit” hatte ich ihn nicht geschickt. Sie hat ihn abgedruckt. Es freut mich, wenn andere Zeitungen meine Meinung publizieren.

    Als freier Schweizerbürger kann ich meine Meinung äussern wo ich will, halte aber den Ton der SVP als nicht zur Schweiz passend und habe ihr das schon verschiedentlich mitgeteilt. Die Themen, die sie aufgreift, sind aber sehr wohl einer Debatte wert. Es wäre erfreulich wenn es in der SPS auch wirkliche Debatten zu den grossen Themen gäbe.

    Die SPS hat meines Wissens gar kein Medium mehr, wo man Meinungen äussern kann. (Das 9 mal im Jahr erscheinende “links” ist kein Ersatz dafür. Dazu bräuchte es etwas unternehmerische Fähigkeiten. Es ist aber offensichtlicht leichter, anderen das von ihnen verdiente Geld abzunehmen, als es selber unternehmerisch zu erschaffen.
    Lieber Herr Wild, dass heisst nicht, dass ich nicht gegen die unannehmbaren Exzesse auf gewissen Chefetagen wäre. Aber die einmalige Chance, dem mit einem vernünftigen Vorschlag eine Riegel zu schieben, hat die SPS ja mit der 1:12 Initiative vertan).

    Vor langer Zeit, als es noch eine blühende SP Tagespresse gab, hatte ich dort immer wieder Artikel publiziert. Damals gab es auch noch die “Rote Revue, das Magazin, wo Grundsatzfragen diskutiert wurden. Dort konnte ich in der Konzeptionsdebatte um die Armee einen langen Artikel zu der von mir vorgeschlagenen Konzeption publizieren. Ich schlug eine grosse, eine glaubwürdige Armee vor. Im zweiten Weltkrieg bis gegen Ende des 20. Jahrhundert hatte wir das noch. ALLE Kriegsparteien des II. WK hatten die Möglichkeit geprüft, ihren Feind durch die Schweiz anzugreifen. Alle kamen zum Schluss, es lohne sich nicht, die Schweizer Armee sei zu stark und die Schweizer seien bereit zu kämpfen. (Sogar die USA prüften das 1944 auf Wunsch Stalins, als sie in Frankreich lange an der deutschen Front stecken blieben. Die Schlussfolgerung der Führung der so starken, kriegserfahrenen US Streitkräfte: Ein Erfolg eines Angriffes auf die Schweiz sei „zweifelhaft“, „doubtful“). Heute kann jede Macht unser Land billig haben.

    Als Bürger, der die Schweiz mit ihrem weltweit einmaligen demokratischen System erhalten will ist man in Ihrer Sicht national-konservativ?​ Wie interessant.

    Sind Sie sich eigentlich bewusst was Krieg für ein Land und seine Bevölkerung wirklich bedeutet? Das wollen die Armeebefürworter von unserem Frauen, Kindern und Männern fern halten, nicht, wie ihnen unterstellt wird, aus Freude an Uniformen und Waffen Soldätelis spielen. Jeder Schweizer sollte ihnen dafür dankbar sein.

    Das Grundanliegen der SPS (darum bin ich 1954 beigetreten und immer noch dabei) ist es, die Gefahren des Lebens so gut als möglich abzuwenden, besonders für die schwachen, in bescheidenen Verhältnissen lebenden Menschen: Armut, besonders auch im Alter, Krankheit, Unfälle, Invalidität, Arbeitslosigkeit etc.

    Ausgerechnet die SPS merkt nicht, welcher Widerspruch ihr Anliegen der Abschaffung der Armee zu ihrem Grundanliegen des Schutzes der Menschen ist. Sie setzt unser Volk bewusst dem Risiko aus, die ganzen Greuel eines Krieges wehrlos über sich ergehen lassen zu müssen. Die sind unendlich viel schlimmer, als die Risiken im Frieden. Da Krieg das Schlimmste ist, was einem Volk passieren kann, kann ich in der Debatte mit denen nicht “lieb” sein, die unser Volk diesem Risiko aussetzen.

    Da wir heute keine starke Armee mehr haben und da sie noch weiter eliminiert wird, werden wir mit Sicherheit in einen nächsten Krieg hineingerissen. Die SPS kann dann vor das Volk treten und sagen: “DAS HABEN WIR SO GEWOLLT”.

    Abgesehe​n davon, dass es keine SP Organ gibt, wo man debattieren könnte, ist es auch in der Partei praktisch unmöglich. Ich schrieb vor wenigen Jahren dem SPS Parteivorstand 2 mal, ich möchte mit ihm über die Grundfragen der Schweiz diskutieren. Das erste Mal schrieb das Sekretariat, wie sehr sich die Parteiführung freue, dass Mitglieder mitdenken. Auf meine widerholte Anfrage kam gar keine Antwort mehr. Zur gleichen Zeit versuchte ich auch, die Leitung des Gewerkschaftsbundes zu einem Gespräch zu treffen. Dort erhielt ich auf meine Anfrage gar keine Antwort. Vor der Gripen-Abstimmung hatte ich den Kantonalparteinen von Basel-Stadt und Basel-Land geschrieben und eine kontradiktorische Diskussion vorgeschlagen. Von beiden Kantonalparteien erhielt ich keine Antwort. Etwas später hatte ich auf dem SPS Zentralsekretariat Bern eine Debatte mit einer Sekretariatsperson. Die Person teilte mir mit, die Natur der Menschen, mindestens in Europa, habe sich völlig verändert, und ein Krieg in Europa sei deshalb für alle Zeit ausgeschlossen (das war noch vor der Ukraine).

    Soviel zu Ihrem Vorschlag, innerhalb der Partei zu diskutieren.

    Ich werde mich weiter für eine glaubwürdige Landesverteidigung einsetzen, wobei es dafür vielleicht schon zu spät ist. Trotzdem hoffe ich, ich erlebte es noch, dass die SPS wieder eine starke Landesverteidigung unterstützt.

    Mit freundlichen Grüssen Gotthard Frick, Bottmingen, 5.09.2014

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  • September 5, 2014

    Herr Wild,

    Zitat:

    ‘.​​​​.Wie gesagt, Herr Frick, sehr national-konservative​​​​​​ Mitglieder der SP wie Sie, werden von der SP nicht gehindert, sich frei zu äussern..’

    Den Satz lasse ich mir auf der zunge zergehen, Herr Wild. Er zeigt m. E. mit aller Deutlichkeit Ihre mehr als traurige Gesinnung!! Er weist auf eine Meinungslinienvorgabe​​​​ des SP Parteimeinungsgeschwu​​​​rbels. Das ist doch das, was jene immer der SVP vorwirft. Und nun das!

    Wir leben in einem Land, in den freie Meinungsäusserung noch möglich ist und eine ohne von Parteizentralen Gefilterte oder Vorgegebene.

    Im Gegensatz zu Ihren Schubladeneinordnunge​​​​n sehe ich in dem obigen Aufsatz von Herrn Frick eine sachlich korrekte Darstellung der Ereignisse, die Sie in einem idologischen ‘Rahmen’ gerne zurecht geschnörkelt hätten oder nicht?

    Und dann sind Sie also auch Leser der Schweizerzeit, sprechen vom Gegenpol und zitieren die liberale Haltung der SP in Sachen Landesverteidigung. Das ist nicht
    mehr gebogen, das ist schon lächlich, wenn man die Bestrebungen der JOSOS und der GSOA betrachtet, auch der SP selbst.

    Ihre Aussagen zeigen unliberale unteschwellige Intoleranz und die darf abweichend in der SP nicht geduldet werden, aber soll ich besser sagen ‘im Zentralkommitée’?

    ​​
    Nachtrag:

    Es ist ja schon ein Witz, dass Herr Wild seinen Eintrag von soeben einfach erneut gelöscht hat und wieder eingestellte. Meine Stellungnahme dazu steht nun leider im ‘Leeren’. Darum habe ich mit Herrn Wild zweitmalig nachgezogen.

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  • September 6, 2014

    Ich stimme mit Ihnen überein, das man notfalls bereit sein muss sein Land mit der Waffe zu verteidigen. Ich bin aber strikt dagegen wenn eine von Pathos gesteuerte politische oder militärische Führung Soldaten und Zivilbevölkerung “verheizen” würde. Deshalb ist absolut zulässig sich über die Verteidigungsfähigkei​​t der Schweiz im Ernstfall Gedanken zu machen, und zwar nicht hinsichtlich irgendwelcher Tage und Wochen die man sich unter hohem Blutzoll noch erkämpfen könnte, sondern konstruktiv und pragmatisch.

    Heutz​​utage müsste kein fremder Soldat die Grenzen zur Schweiz überschreiten, um flächendeckend in der Schweiz grosse Schäden anzurichten. Zudem: bis überhaupt einmal ein feindlicher Soldat an einer Schweizer Grenze stände, müssten erst einmal eines oder mehrere Nachbarländer der Schweiz gefallen sein … oder das Verhältnis eines der Nachbarländer zur Schweiz kippen. Eine Bedrohungslage wo eine konventionelle Armee wirklich etwas ausrichten könnte sehe ich selbst theoretisch nirgendwo.

    Halbwegs einen Sinn hätte eine konventionelle Schweizer Armee nur in einem internationalen Militärbündnis.

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    • Juli 19, 2021

      Sehr geehrter Herr Wagner,

      Besten Dank für Ihren Kommentar.

      Ich bin mit Ihnen gar nicht einverstanden. Es kann im Krieg nur bestehen, wer bereit ist, alles zu geben. So hat z.B. Leningrad drei Jahren deutscher Belagerung widerstanden, bei ungeheuren Opfer an Soldaten, aber besonders der Zivilbevölkerung, von der monatlich zur schlimmsten Zeit zehntausende erfroren und verhungerten. Wer damals nur schon die Frage stellte, ob man nicht kapitulieren sollte, wurde sofort erschossen. Hinter die russischen Truppen an anderen Fronten, die wankten, wurden oft grosse Einheiten der Staatspolizei geschickt, die jeden, der floh, sofort erschoss. Das hat mit Menschlichkeit, Gutmenschentum, etc. gar nichts zu tun. Aber wie sähe die Welt heute aus, wenn die Sowjetunion “lieber” gewesen wäre, Hitler gewonnen und damit seine Hand auf die riesigen Ressourcen des Landes hätte legen und sogar die USA hätte besiegen können?

      Man kann sehr wohl in ein Militärbündnis, aber dann ist man vom ersten Tag Teil einer Kriegspartei und im Krieg. Ich bin dagegen.

      Aber bleiben wir selbstständig und verteidigen uns selber, so müsste die Armee – wie sie das bis in die jüngere Vergangenheit einmal war – so stark sein, in erster Linie dank Soldaten, die eine wirklich kriegsgenügende, sehr harte Ausbildung hatten und immer wieder haben, dass wir die Greuel eines Krieges vom Land fernhalten können. Das geht nur, wenn jeder potenzielle Angreifer in seiner Kosten-Nutzenrechnung​ vor dem Angriff unter dem Strich zu roten Zahlen kommt, wie das im 2. Weltkrieg der Fall war.

      Natürlich kann uns ein potenzieller Gegner sehr schmerzliche Wunden zufügen, ohne das ein einziger feindlicher Soldat die Grenze überschreitet. Deshalb müssen wir uns überlegen, wie wir das mindestens im Umfang reduzieren können.

      Schliessli​ch die, die meinen, nicht zu kämpfen oder sich nicht „verheizen zu lassen“, die nicht bereit sind , ungeachtet der Verluste, alles zu opfern, sei das kleinste Risiko, haben fast immer den grössten Preis bezahlt. Wer hat 6 Millionen wehrloser, unschuldiger Menschen in Gaskammern umgebracht und dann in Öfen “verheizt”? Hätten sich die Juden im Ghetto von Warschau lieber von der SS wehrlos abtransportieren, vergasen und dann „verheizen“ lassen sollen, oder war ihr Entscheid, zum langen Kampf, fast ohne Waffen, ohne Lebensmittel, ohne irgendeine Unterstützung nicht die bessere Entscheidung? Die, die überlebten, wurden dann alle umgebracht. Aber nochmals: War das nicht die richtige Entscheidung freier, würdiger Menschen?

      Wer schneidet gegenwärtig wehrlosen Frauen, die man vorher nackt ausgezogen hat, die Kehle durch, also schächtet sie, und verkauft die Flasche christlichen Blutes anscheinend für 100’000 Dollar nach Saudi Arabien, wo sich gewisse Reiche damit von ihren Sünden reinwaschen sollen? Je nach Entwicklung des Umfeldes sind auch die heutigen Europäer zu allen denkbaren Bestialitäten fähig, wie wir sie bis heute aus der ganzen Weltgeschichte kennen.

      Dass sie sich nicht – um Ihre Worte zu brauche – verheizen liessen, hat sie nicht gerettet. Im Gegenteil.

      Da wir keine glaubwürdige Armee mehr haben und es 10 Jahre bräuchte, bis sie wieder auf der Höhe der Zeit ist, werden wir zum ersten Mals seit 200 Jahren in einen nächsten Krieg gerissen. Unsere Nachfolger, werden dann erleben, was er heisst, wehrlos „verheizt“ zu werden und können dann auf Grund der Erfahrung entscheiden, ob es nicht besser gewesen wäre, wir hätten eine kriegsbereite Armee gehabt.

      Meinen Soldaten habe ich immer gesagt, wir müssen ganz gefährlich sein, um einen Krieg vom Land fernhalten zu können. Und so habe ich sie ausgebildet.

      Ganz abgesehen davon, ist unsere, leider auch aufgeweichte Neutralität – d.h. sich auf keinen Fall auf der Seite einer Partei in einen Krieg zu begeben aber gleichzeitig bereit zu sein, das Land mit einer starken Armee zu verteidigen – weltweit einmalig. Verfolgten alle Völker diese Politik, gäbe es schon lange keine Kriege mehr.

      Diese Zwillingsschwestern – Neutralität und Verteidigungswille und -Fähigkeit – haben uns weltweit, zum meinem Erstaunen sogar in China, ein einmaliges Ansehen als friedfertigstes, aber wehrhaftestes Volk gebracht. Seit dem Zwischenfall mit dem äthiopischen Flugzeug, der dazu führte, dass sich die ganze Welt hämisch, spöttisch, ironisch über die Schweiz lustig machte, über das reichste Land der Welt, das kein Geld für seine Armee ausgeben will, ist dieses Bild unseres Landes zerstört, mit allem was das im Kriegsfall bedeutet.

      Solche Fragen müsste man an sich eingehend diskutieren können. Hier ist das nicht möglich.

      Mit freundlichen Grüssen Gotthard Frick 6.09.2014

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    • Juli 19, 2021

      Woher haben SIe denn die Geschichte mit den geschächteten nackten Frauen her? Ich finde dazu nur Quellen auf Islamfeindlichen Hetzblogs, nirgendwo wo man halbwegs journalistische Sorgfalt vermuten könnte.

      Ich habe bereits erklärt das ich es für absolut zulässig halte sein Heimatland mit der Waffe zu verteidigen. Das es aber Sinn machen muss, und man nicht aus lauter Pathos ohne irgendeine Aussicht sein Ziel zu erreichen unnötig Menschenleben “verheizt”. Wie das Beispiel Leningrad zeigt haben die hohen Opferzahlen ja zu einem Ergebnis geführt.

      Ich würde gern folgendes von Ihnen wissen:

      Nehmen wir eine Situation an wie im 2. Weltkrieg, sämtliche umgebenden Länder entweder verfeindet oder mit dem Feind verbündet. Aber mit heutiger Wehrtechnik. Und diesmal würde der Feind tatsächlich militärisch gegen die Schweiz vorgehen. Wie würden Sie die Schweiz erfolgreich verteidigen?

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