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Vollgeldinitiative: Die Bankiervereinigung in der Kommunikat

Die Ban­kier­ver­ei­ni­gu​ng hat ein gros­ses Pro­blem mit der Vollgeldinitiative: Das Volks­be­geh­ren will den Ban­ken die pri­vate Schöpfung elek­tro­ni­schen Gel­des (rund 90 Pro­zent der Geld­men­ge) weg­neh­men und ex­klu­siv der Na­tio­nal­bank zu­schla­gen. Und die Ban­ken möchten ver­hin­dern, dass die Bürger überhaupt mer­ken, dass sie das meiste Geld, mit dem sie auf den Finanzmärkten jonglie­ren (und wofür sie hin­ter­her ge­ret­tet wer­den müssen) sel­ber her­stel­len. Die Ban­ken können sich also gar nicht gegen die Voll­gel­di­ni­tia­ti​ve äussern, ohne gleich­zei­tig ein Pri­vi­leg zu ver­tei­di­gen, von dem die Bürger noch kaum eine Ah­nung ha­ben.

 

In dieser Zwickmühle hat sich die Bankiervereinigung bisher still gehalten, bzw. avenir suisse und die NZZ vorgeschickt. Nun greift sie erstmals in die Diskussion ein, vorerst mit einem halboffiziellen Blogbeitrag von Martin Hess, Leiter Wirtschaftspolitik. Darin schlägt er denn auch einen grossen Bogen um das Kernthema der Geldschöpfung und bezeichnet die Vollgeldinitiative stattdessen als «Baustelle mit Unfallgefahr». Aber ist das internationale Finanzsystem seit Aufhebung der festen Wechselkurse in den 70er Jahren nicht eine Dauerbaustelle mit Hunderten von Grossunfällen? Nicht weniger als «124 Bankenkrisen, 326 Währungskrisen und 64 Staatsverschuldungskr​isen auf nationaler Ebene» hat die deutsche Bundeszentrale für politische Bildung zwischen 1970 und 2007 gezählt.

 

Sobald genügend Menschen den Trick mit der Geldschöpfung aus dem Nichts verstehen, wird sich die Bankiervereinigung diesem Thema stellen müssen – und einen schweren Stand haben. Begreiflich, dass sie jetzt noch ein bisschen auf Zeit spielt.

Personen haben auf diesen Beitrag kommentiert.
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Comments to: Vollgeldinitiative: Die Bankiervereinigung in der Kommunikat
  • Juni 27, 2014

    Vollgeld birgt heutzutage grosse Gefahren und verdient deshalb keine Unterstützung!
    Hier ein Kommentar, den ich kürzlich zum selben Thema geschrieben habe.

    Vollgeld: Niemals!
    Erhöhung der Eigenkapitalquote: Essentiell!

    Ich bin kein Freund der Banken. Aber diese Initiative geht zu 100% daneben.
    Kein Mensch weiss, wie sich eine allfällige Annahme dieser einfältigen Idee auswirken würde.

    Hier nur der erste Gedanke daran:
    Wie werden die belehnten Liegenschaften nach Einführung des Vollgeldes bewertet werden?
    Absolut undenkbar. Wie sollen die Pensionskassen ihre Verpflichtungen einhalten können?

    Die Vollgeldidee war im 18. Jahrhundert ökonomisch möglich. Heute geht das nicht mehr.

    Kein Zweifel. Wir müssen uns mässigen. Der Umwelt zuliebe. Um dies zu erreichen, gibt es geeignetere Instrumente. Zum Beispiel eine sofortige und drastische Erhöhung der Eigenkapitalquote für Banken. Und die Annahme der ECOPOPinitiative!

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    • Juli 19, 2021

      Sehr geehrter Herr Krähenbühl, Ich möchte Sie bitten, sich etwas vertieft mit der Initiative zu befassen – ev. indem Sie auf unsere Website gehen und bei Fragen und Antworten und Reaktion auf Kritik eine Reihe von Antworten lesen. Vielleicht könnte dies einige Ihrer Befürchtungen zerstreuen welche wir gerne ernst nehmen. Sie könnten auch direkt kritische Fragen an uns richten. mit besten Wünschen C.Schenkel

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  • Juni 27, 2014

    Seit langem eine Initiative die tatsächlich was ändert. Ob wir bei der Umstellung geld verlieren will ich gar nicht bestreiten. Allerdings verlieren momentan durch die Wirtschaftsstruktur sehr viel mehr geld, und das schon seit mehreren hunderten von Jahren.
    Wer sich gegen die Vollgeldinitiative auspricht, hat meiner Meinung nach keine Interesse an einer gesunden Währung und einem gesunden Land.

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