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Warum die Minder-Initiative nicht “minder”wertig ist!

Zugegeben, die “­Min­der-I­ni­tia­t​i­ve” oder “Volks­i­ni­tia­tive​ gegen die Ab­zo­cke­rei”, wie sie of­fi­zi­ell heisst, er­hitzt die Gemüter. Von den Befürwortern der In­itia­tive hört man prak­tisch nichts und die Geg­ner von eben die­ser in­ves­tie­ren Mil­lio­nen Fran­ken in eine Ge­gen­kam­pa­gne. Ob­wohl Wer­bung eine sehr starke Aus­wir­kung auf das mensch­li­che Ver­hal­ten haben kann (so auch po­li­ti­sche Wer­bung) ist laut Um­fra­ge­wer­ten immer noch die Mehr­heit des Vol­kes für diese In­itia­ti­ve. Dafür gibt es einen ein­fa­chen, aber doch ebenso wich­ti­gen Grund: Fairness!

Die Wirtschaft in unserem Land funktioniert ungefähr nach einem “Bringen und Bekommen”-Prinzip. Wer beispielsweise wirtschaftlich relevante Erfahrungen oder Ausbildungen mitbringt, wird dafür in der Regel besser entlöhnt als eine andere Person mit derselben oder ähnlichen Arbeit aber anderen Vorqualifikationen. Das ist im Grunde fair!
Denn wer mehr für seinen “Marktwert” tut und in der Wirtschaft eine “wertvollere Arbeitskraft” darstellt, der soll dafür auch belohnt werden. Die Frage die sich mir hier stellt ist dann aber: Kann ein einzelner Mensch soviel Erfahrung, Wissen und Arbeitskraft bringen, dass er in der Wirtschaft zig Mal wertvoller wird?

Ein Mensch ist schliesslich keine Maschine und hat seine Grenzen. Ob er das nun will oder eben nicht.

Was vor allem dem “einfachen Arbeiter”, der jeden Tag für seine Brötchen arbeitet, sauer aufstösst sind die sogenannten Bonuszahlungen (kurz: “Boni”) die an das Kader der Wirtschaft ausbezahlt werden. Dafür gibt es viele Gründe, wieso z.B. ein Geschäftsführer solche Zahlungen erhalten soll. Ein bekanntes Beispiel der letzten Tage aus den Medien war eine sogenannte “Konkurrenzverbots”​-Zahlung. Ohne dass der Empfänger auch nur einen Finger rührt sollte er mehrere Millionen Schweizer Franken erhalten nur damit er sein über Jahre aufgebautes Insiderwissen nicht an Konkurrenzfirmen weitergibt.

Ein Bonus soll aber eine Belohnung sein! Beispielsweise eine zusätzliche Geldzahlung für überdurchschnittlich geleistete Arbeit. Leider wird das nicht immer und nicht überall auch so gehandhabt.

Thomas Minder (Parteilos), der Vater der “Abzocker-Initiative​”, und sein Initiativkomitee haben Regeln geschaffen, die helfen sollen, dieses Verhalten vorzubeugen. Anstatt stur auf Verbote zu setzen will die Minder-Initiative aber mehr als nur regulieren und verbieten. Sie will auch in der Wirtschaft demokratischere Verhältnisse schaffen. Eine Eigenschaft, die eigentlich gut zu unserem Land passt!

Die Aktionäre (“Eigentümer” einer Unternehmung) sollen mehr demokratische Rechte erhalten und direkten Einfluss vor allem auf die Bonuszahlungen von Verwaltungsrat und Kader-Mitarbeiter ausüben können.

Übrigens gibt es auch noch einen Gegenvorschlag für diese Initiative, dieser konnte mich jedoch nicht überzeugen. “Schneller” solle er wirken! Warum wird Quantität immer über Qualität gestellt? Gerade unsere Wirtschaft, die mit höchster Qualität wirbt, sollte einige “Schnell-Schnell-Ver​fahren” nicht nötig haben. Meine persönliche Meinung dazu ist, dass der Gegenvorschlag zwar gut gemeint aber nicht umsetzbar ist! Nicht weil er schlecht wäre, sondern weil ich aus tiefster Überzeugung sage, dass die Pläne für ein Referendum bei den Initiativgegnern schon bereit liegen!

Kurz: Die Minder-Initiative ist zwar nicht perfekt, spricht aber mit Fairness und Demokratie zwei Urschweizerische Eigenschaften an! Die Schweizer Wirtschaft ist weltweit bekannt und in den meisten Teilen der Welt beliebt! Werden wir unseren zugesprochenen (positiven) Eigenschaften gerecht und schützen damit den Namen der Schweizer Wirtschaft davor ungerechterweise in den Dreck gezogen zu werden!

Ich bin Befürworter der Schweizer Wirtschaft und eines Wirtschaftsstandortes​ der unserem Land gerecht wird! Darum stimme ich für diese Initiative.

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