1. Sicherheit & Kriminalität

Wie verhindert ein Pazifist die Vergasung seiner Familie?

Wie ver­hin­dert ein Pa­zi­fist die Ver­ga­sung sei­ner Familie?

 

Ein Herr Marco Agostini meint in der Basler Zeitung vom 13. Januar 2015, dass Pazifisten

 

„bei einem Angriff genau so gut ihr Leben, ihre Familien und ihre Heimat beschützen können, wie es ein Soldat tut“.   

 

Kann er uns erklären, warum das in den letzten 75 Jahren bis heute die Millionen aus ihren Häusern geholten oder auf der Strasse aufgegriffenen und dann vergasten, die lebendig begrabenen, verbrannten, erschossenen, geköpften und gehängten Menschen oder die 20’000 in Nanjing vergewaltigten, dann mit durch die Vagina gestossen Pfählen umgebrachten jungen Frauen nicht getan haben. Fast alle waren friedliche, wehrlose, hunderttausende wohl sogar pazifistische Menschen. Warum beschützen sich die heute in all den Kriegs- und Krisengebieten betroffenen friedlichen Menschen denn nicht, sondern fliehen zu uns? Kann uns Herr Agostini eine Anleitung geben, wie man das als Pazifist macht?

 

Die Meinung von Herrn Agostini ist wohl beispielhaft für einen sehr grossen Teils unseres Volkes. Es hält es nicht mehr für nötig, eine Kriegsverhindernde Armee aufrecht zu erhalten. Übersatt dank dem höchsten Lebensstandard seit Entstehen des Planeten Erde und immer noch mehr fordernd, beurteilt es die Zukunft auf Grund des in seinen Lebensjahren erfahrenen Friedens und Wohlstandes und sieht diesen Zustand für ewig als gottgegeben an. Man darf sich auch getrost frage, ob viele unter den Hunderttausenden von eingebürgerten Schweizern, die in der Schweiz nie Militärdienst geleistet haben, viel Verständnis für das Konzept von Neutralität, Landesverteidigung und Milizarmee haben.

 

5000 Jahre Geschichte, mit zahlreichen, auch sehr langen Friedensperioden in allen Kulturkreisen, die aber immer wieder von Kriegen und flächendeckender Bestialität unterbrochen wurden, wird als für uns Heutige nicht mehr relevant abgetan. Das Weltbild grosser Teile unseres Volkes orientiert sich nur noch an den Erfahrungen der letzten 70 friedlichen Jahre in unserem engeren Umfeld. Wer von uns kann sich noch vorstellen, was die grenzenlose Bestialität des Krieges konkret bedeutet, und dass wir deshalb alles daran setzten sollten, diese Erfahrung von unserem Land fern zu halten?

 

Dazu kommt noch der latente Rassismus. Viele in unserer Weltgegend fühlen sich den Menschen im Mittleren Osten, im Balkan, in der Ukraine, in den Kriegs- und Krisengebieten Afrikas und anderswo weit überlegen und meinen, in Mitteleuropa sei das, was dort passiert, nie mehr möglich, weil wir bessere Menschen seien „als die da“. Sie wollen es nicht wahrhaben, dass jeder Mensch, auch jeder Schweizer, neben dem Aufbauenden und Mitmenschlichen das Zerstörerische und Bestialische in sich trägt. Das Letztere setzt sich oft sehr schnell durch, wenn sich das Umfeld der Menschen drastisch verschlechtert.

 

N​icht nur die weite Welt ist voller sehr grosser Probleme, die jedes für sich allein zu grossen Spannungen und Konflikten führen können. Auch in der noch überwiegend friedlichen westlichen Welt könnte das Bestialische sehr rasch wieder die Oberhand gewinnen, sollten z.B. die gigantischen Schuldenberge, deren Weiterwachsen heute noch die Welt der Börsen und Finanzen in Schwung hält, die aber nie mehr auf normalem Weg abgetragen werden können, zusammenbrechen und die Menschen alles verlieren. Dazu kommt, dass die Grossmächte USA, China, Russland, Indien, aber auch viele andere Länder, massiv aufrüsten

 

So wie sich die Lage in der Welt entwickelt, ist es durchaus denkbar, dass Herr Agostini in den kommenden Jahren die Gelegenheit bekommt, den konkreten Nachweis dafür zu erbringen, dass er als Pazifist seine Familie auch ohne Soldaten schützen kann. Denn angesichts der seit 20 Jahren stattfindenden und mit der WEA weitergehenden Zerstörung unserer früher Kriegsverhindernden Armee werden wir in einen möglichen nächsten Konflikt in Europe miteinbezogen.

 

Go​tthard Frick, Bottmingen,                      ​                     ​                     ​             13.01.2015

Personen haben auf diesen Beitrag kommentiert.
Kommentare anzeigen Hide comments
Comments to: Wie verhindert ein Pazifist die Vergasung seiner Familie?
  • Januar 14, 2015

    Gotthard Frick

    Ihnen, als mit Sicherheit langjähriges Mitglied der SP, muss es oft sehr weh tun, wenn Sie Aussagen wie diese von Herrn Marco Agostini lesen oder hören müssen.

    Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass Marco Agostini einer von Denen ist, der wohl der Erste sein wird, der nach Schutz durch die Armee für sich selbst und die Familie schreien würde. Oder blitzschnell sich weiss Gott wohin in Sicherheit bringen würde. Wenn wir solche Freunde haben, dann fehlt es uns an allem.

    Kommentar melden
  • Januar 15, 2015

    Mehr solche Fricks in der SP, und man könnte sich überlegen, die SP zu Wählen.

    Kommentar melden
  • Januar 15, 2015

    Sehe ich auch so, Herr Frick,

    Privat, den Gemeinden, der Firma, im Land muss man jederzeit dafür bereit sein, dass, es Kranke geben kann die Ärztliche Hilfe brauchen, dass ein Brand ausbricht, die Feuerwehr benötigt wird, es Gewalt gegen Personen gibt, was die Polizei braucht, oder ein Land in eine Situation kommt, sich Militärisch verteidigen zu müssen.

    Das heisst, immer bereit sein. Noch vor einem Jahr war die Naostlage eine ganz andere wie heute mit der IS und weiteren Problemen.
    Pazifiste​n? Das sind nichts wie Träumer, gefährliche Träumer, die all das was abgehen kann, zu verantworten haben, weil Wir uns nicht mehr Wehren können, also leichte Opfer sind.

    Kommentar melden

Kommentar schreiben

Neuste Artikel

  1. Sozialpolitik & Sozialsysteme
AHV ausbauen und 2. Säule reduzieren! Um im Rentenalter die Fortsetzung der gewohnten Lebenshaltung in angemessener Weise sicherzustellen (Art 113 Abs. 2 a. BV) ist - zumindest für die Kleinverdiener:innen - der Ausbau der AHV besser geeignet als die zusätzliche Alimentierung der 2. Säule, da er effizienter und unabhängig von Finanzmarktturbulenzen ist.
  1. Ausländer- & Migrationspolitik
Deutschpflicht auf dem Pausenplatz der Kreisschule Reinach-Leimbach AG Nur wer alt ist und hinsehen will, kann erkennen, dass die schöne Landschaft CH und die verschiedenen Eigenarten der CH-Bevölkerung langsam aber stetig unter dem Druck der Internationalisierung zerbröseln. Hab mich schon in manchem Bahnhof gefragt, in welchem Land ich lebe.

Bleiben Sie informiert

Neuste Diskussionen




Willkommen bei Vimentis
Werden auch Sie Mitglied der grössten Schweizer Politik Community mit mehr als 200'000 Mitgliedern
Tretten Sie Vimentis bei

Mit der Registierung stimmst du unseren Blogrichtlinien zu