1. Aussenpolitik

Wie weiter nach dem Ja zur Masseneinwanderungsin​itiative?

Als heim­li­cher Pries­ter der Rock­mu­sik masse ich mir hier­mit nach dem äusserst knap­pen, his­to­risch ge­nann­ten Ent­scheid einen klei­nen Aus­blick an.

Die Mehrheit der Schweizer Stimmbevölkerung hat Ja gesagt zu weniger Einwanderung, zum Alles-aus-den-Bilater​alen-rausholen, zum Heimat- und Naturschutz. Mit diesem Ja ist unser Land in eine etwas wildere Phase eingetreten. Die politischen Kräfte sind einander auf Augenhöhe, und gemeinsam gilt es nun, die Geschicke der Schweiz im unsicherer werdenden Umfeld der kriselnden EU und allgemein der auf den Niedergang zujagenden Weltwirtschaft nachhaltig in die Wege zu leiten.

Die Schweiz wird der jetzigen Situation mit dem Trick 77 begegnen, der Indianertaktik. Gleichzeitig verschiedengleisig, absolut undurchschaubar für nicht Eingeweihte. Das sieht so aus:

Damit die CVP am meisten bei den angeblich gefährdeten Bilateralen aus der EU herauskriegt, kann FDP-Burkhalter schon mal zum Schein Beitrittsverhandlunge​n mit der EU beginnen. Mit einem möglichst schlechten Verhandlungsresultat für die Schweiz selbstverständlich, damit die Bevölkerung auch sicher ablehnt. Die SVP als knappe Abstimmungssiegerin, möchte sie illegale Einwanderung zwecks Schwarzarbeit nicht noch zusätzlich fördern, macht auf Schadensbegrenzung und biegt zusammen mit GLP und BDP auf die Linie der Grünen ein. Grüne Wirtschaft, energieautarke Regionen, sozialer Zusammenhalt, Naturschutz. So verlangt es Stachelschwein das Friedliche.

Was heisst das für das restliche Europa? Durch den Entscheid an der Urne heute könnte die EU den Pickel verwerfen bzw. die EU-Länder, was ein weiteres Aufrechterhalten der längst konkursen Verarmungsmaschine EU anbelangt. Wem schadet das? Unter dem Strich niemandem. Klitschko und K.O. sollen nicht verleitet sein, die EU als Heilsbringerin anzusehen, sondern einen eigenständigen und somit von Russland akzeptierten Schritt in ihre, vielleicht ebenfalls energieautarke, Unabhängigkeit machen. Die Schweiz ist ohnehin bereits demokratisches Vorbild, werden wir es doch auch noch bezüglich wirtschaftlicher Unabhängigkeit, bezüglich Nachhaltigkeit. Das ist weder Abschottung noch Einkapselung, sondern souverän und freundschaftlich nach innen sowie nach aussen. Wenn schon Streber, dann richtig!

Ist so etwas politisch sicher? Nachhaltigkeit ist das einzig sichere, für alle. Ein kleines Land wie die Schweiz darf keine Sicherheitsexperiment​e machen, sondern muss wissen, wann genug ist. Das ist es jetzt. Die Schweiz braucht fortan eine Grüne Politik und Wirtschaft, durch wen auch immer betrieben. Die Crédit Suisse darf heute noch damit beginnen.

Nimmt das jetzt jemand ernst? Schauen wir mal.

Personen haben auf diesen Beitrag kommentiert.
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Comments to: Wie weiter nach dem Ja zur Masseneinwanderungsin​itiative?
  • Februar 9, 2014

    Stefan Kirchgraber,

    Was Sie da mit vielen Sätzen für Visionen verbreiten, nehme ich momentan nicht ernst. Weil jetzt nicht die Zeit dazu da ist, dass das Stimmvolk sich darüber Gedanken machen muss. Jetzt ist der Bundesrat gefragt. Ueber das was der Bundesrat dann aushandelt, werden wir Bürger uns dann erst wieder äussern können, wenn Dieser die Hausaufgaben gemacht haben.

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  • Februar 9, 2014

    Ich habe mich in der Abstimmungsfrage gefragt, was ist los mit den Grünen, wo ist da die Nachhaltigkeit, Umweltbewusstsein? Mit der Bekämpfung der Initiative sind die Grünen-GLP absolut unglaubwürdig geworden! Sie sind eine Partei wie jede andere auch, ein Geschäft, dass Aemtli hamstern will, davon leben will ohne hechten Leistungsnachweis erbringen zu müssen. Ein bisschen Waldsterben und Klimawandel Aengste schüren zum stimmen Fang und Pasta, mehr ist da nicht.

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  • Februar 10, 2014

    Deutschland, welches hauptsächlich die EU finanziert, hat erwartungsgemäss reagiert. In der Schweiz wird Neues blühen, es fragt sich jedoch, ob es ein Zerstörungsmotor in der Logik der EU ist oder in der natürlichen Logik eines wirklich souveränen Landes. Entsprechend werden wir von Europa und anderen als Vorbild gepriesen werden. Wir haben es in unserer Hand.
    http://deutsch​e-wirtschafts-nachric​hten.de/2014/02/10/na​ch-volks-entscheid-sp​d-politiker-stegner-w​arnt-schweizer-vor-ve​rbloedung/#.UviiKCcyq​s0.facebook

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  • Februar 10, 2014

    Die EU ist deshalb keine Option für die Schweiz, weil sie erstens nicht demokratisch legitimiert ist, zweitens ihre Vertreter noch weiter von der Bevölkerung weg sind und drittens mit der EU nicht mehr gelebter Respekt und Solidarität zählen, sondern nur noch eine abstrakte Idee, für welche ehrlich Kritisierende wie die Linke von SPD-Parteichef Gabriel als nationalsozialistisch​ hingestellt werden. Die NPD wird sich ins Fäustchen lachen ob der offensichtlichen Arschkriecherei Gabriels. Das ist der Beweis, dass die EU eine Nazisache ist wie das restliche Abzockersystem auch.
    In der Schweiz gibt es bereits mehr als genug Sekten. Zur EU muss sie nicht auch noch.
    http://deutsch​e-wirtschafts-nachric​hten.de/2014/02/10/vo​lksentscheid-eu-funkt​ionaere-pruegeln-auf-​die-schweiz-ein/

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  • Februar 10, 2014

    Anscheinend schauen die Kirchen und Sekten ihren Schäfchen zuwenig, sowohl in den EU-Ländern als auch in der Schweiz. Sonst würden sie doch die zunehmende Verarmung der Bevölkerung und die Zerstörung derer Lebensgrundlagen nicht zulassen, mit dem Reichtum und Einfluss, den sie haben. Man ist ja direkt gezwungen, auszutreten und möglichst viel ohne Geld zu machen, wenn die Mächtigen nicht für unsere Sicherheit schauen können.

    Deshalb gibt es nur einen friedlichen Weg: den der energieautarken Regionen. Es ist auch der einzig unabhängige, freie, sichere. Soll man mich als Nazi bezeichnen, Recht habe ich trotzdem.

    Occupy Kirche: https://www.facebook.​com/OccupyKirche?ref=​ts&fref=ts

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    • Juli 19, 2021

      Da weiss ich jetzt mal mehr. Die Schweiz hat im Gegensatz zu Deutschland keine Hinpflasterung à la Merkel gemacht, die im Norden Tausende Windturbinen baut, obwohl der Strom im Süden gebraucht würde. Der Transport ging so natürlich nicht.
      Das Ganze muss schon etwas logisch aufgebaut sein. Diesbezüglich hat die Schweiz noch nichts vermasselt, nur verhindert. Das muss sich ändern. Rahmenbedingungen schaffen statt blind einzukaufen und dann scheitern.

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  • Februar 12, 2014

    Wie will die Schweiz in die Geschichte eingehen? Als aschespeiender Vulkan oder als Phönix aus der Asche? Als Teermaschine oder als teerdurchbrechendes Pflänzchen? Will man Schaden anrichten oder sich schadlos halten? Es gibt nur das Entweder-Oder. Als sehr kleines Land, aber mit einem sehr, sehr grossen und einflussreichen Finanzplatz.

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  • Februar 12, 2014

    In Deutschland wird das Votum zur Initiative als Protest gegenüber dem Kapitalismus, symbolisiert durch die EU, gewertet. Der Hass, welchen der Kapitalismus schürte und auf welchem der Kapitalismus beruht, muss endlich richtig kanalisiert werden. Deshalb fordere ich ein Ende der auf der Betriebswirtschaftsle​hre beruhenden Staatsdoktrin und eine Grüne Wirtschaft, sich orientierend an den wirklichen Bedürfnissen.
    http:/​/www.welt.de/debatte/​kommentare/article124​750395/Schweizer-Prot​est-gegen-den-globale​n-Kapitalismus.html#d​isqus_thread

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  • Februar 17, 2014

    Dass Politiker sophistisch, mit Fehlschlüssen und Scheinbeweisen argumentieren ist schon fast ein Naturgesetz. Wie käme es sonst, dass immer noch bedauert wird, gewisse Firmen würden sich nach dem 9. Februar überlegen ihren Sitz in die Schweiz zu verlegen. Attraktivitätsverlust​ für unser Land ist nicht zu vermeiden, ist die Forderung der Zeit – dies nicht nur im Asylbereich, sondern auch für den Zuzug vermeintlicher Goldesel. Drohungen gegenüber Menschen – kämen sie von eigenen Politikern oder solchen der EU – sind dümmlich und verkennen die mentale Situation des zeitgenössischen Schweizers. Sie sind Ausdruck des immer noch nicht Verstehenwollens oder Verstehenkönnens, dass Grenzen ihre Bedeutung haben und nicht nur der Folklore dienen.

    Wer Staatsgrenzen nicht akzeptiert, ist entweder 100 Jahre zu spät oder dann 1000 Jahre zu früh auf der Welt. Marx und Lenins Vision ist kläglich am Menschen gescheitert. Dies vielleicht nicht, weil sie falsch lag, sondern weil sie 1000 Jahre zu früh die Menschheit überrumpelte.

    Wer die politische, gesellschaftliche Entwicklung der letzten 1000 Jahre betrachtet, muss zum Schluss kommen, es gäbe ein Vorwärts, Aufwärts zu immer höherem Organisationsgrad der globalen Gesellschaft, nicht nur eine physische sondern auch geistige Verdichtung der Menschheit.

    Das ungeduldige Drängeln der EU in diese Richtung zeugt von naiver Verkennung, die den Menschen nicht einbezieht, zu schnell, unüberlegt operiert. „Bitte nicht so schnell und wenn möglich erst nach mir“, ist jedem Entwicklungsprozess eigen. Drohungen und Wirtschaftskriege – auch das ist Erfahrungsgut – waren noch nie taugliche Mittel, an sich guten Ideen schneller zum Durchbruch zu verhelfen.

    Ebenso gewiss ist – baut man auf das Erfahrungswissen – dass die Entwicklung nicht aufzuhalten sein wird. Jene welche sich aus Prinzip und wider besserem Wissen sich dieser in den Weg zu stellen versuchen, werden von der Entwicklung einfach weggeschwemmt. Die Frage ist nicht „ob“, sondern wie schnell das vor sich gehen wird. Und Politikers verlorener Massstab in dieser Frage, wird noch zu einigen Scharmützeln und in unserem Land spätestens 2060 zu einer neuen Bergierkommission führen, die herausfinden wird, wie rückgratlos sich doch damals unsere Regierung aufgeführt habe – oder doch nicht?

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  • Februar 17, 2014

    Priester der Rockmusik geht schon mal gar nicht:

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  • Februar 17, 2014

    Auf die EU muss man nicht achten, die passen sich uns dann schon an. Schliesslich regiert die Crédit Suisse, die Monopoly-Siegerin (einzige relevante Bank ohne Staatsgelder in der Krise, wer kriegt von wem noch Kredite…).
    Nur: Wer begnadigt denn den Schweizer Rechtsstaat vor der Rechtskommission des Nationalrats? Muss uns Putin noch anders ins Gewissen reden? Im Gegensatz zur EU lässt Russland keine genveränderten Pflanzen zu. Also, was sollen wir mit einer EU…?! Und sowieso, Russland hat weder den 1. noch den 2. Weltkrieg auf dem Gewissen. Ein bisschen auf die Geschichte sollte man schon achten…

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    • Juli 19, 2021

      Einverstanden, mit Ausnahme der Kriegsschuldfrage, die ist doch etwas komplizierter, was Russland anbelangt. Aber das hilft uns hier kaum weiter. Was sich allerdings als gravierender Hemmschuh erweist, ist, dass Deutschland nach WK II faktisch noch immer im Stadium eines Waffenstillstands verharrt und keinen Friedensvertrag hat, also nach UN noch als Feindstaat betrachtet wrid. Das ist auch einer der Gründe, waru, viele, vor allem linke Politiker Deutschland auflösen wollen und es zum EU Land machen wollen. Das würde bedeuten, dass die anderen EU Länder mitmachen. Ist aber nicht so und wird auch nicht funktionieren.

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